Kenia - Safaris

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Kenia - Safaris

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Erfahrungsbericht über "Kenia - Safaris"

veröffentlicht 10.07.2006 | Leo56
Mitglied seit : 06.02.2006
Erfahrungsberichte : 152
Vertrauende : 132
Über sich :
Leute, momentan habe ich wenig Zeit für ciao, aber ich bin bald zurück
Ausgezeichnet
Pro Wunderschöne Safari mit gut gewählten Etappen
Kontra Ein unfreundlicher Fahrer und schlechter Guide, der wohl mehr Trinkgeld wollte
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"Big Five Safari bei Jahn-Reisen (K 01)"

Nairobis Norden an der Bahnlinie

Nairobis Norden an der Bahnlinie

Auswahl und Buchung

Im Jahre 2004 haben wir eine 8-tägige Kenya- Safari mitgemacht, die wir bei Jahn-Reisen gebucht hatten.

Ursprünglich wollten wir gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar nach Namibia, was leider nicht klappte, da die Beiden plötzlich nicht mehr mitkommen wollten und die Reise uns allein zu teuer wurde.
Nun war "guter Rat teuer" und kurzentschlossen entschieden wir uns für eine Kenyareise.

Kenya und Tanzania hatten wir bereits 2001 auf einer ausgedehnten privaten Safari kennen gelernt und wussten also etwa, was uns erwartete. Tanzania hat zwar mit der Serengeti und dem Ngorongorokrater und natürlich dem herrlichen Kilimanjaro noch schönere (und auch vor Banditen sicherere) Landschaften zu bieten, auch die Anzahl der wilden Tiere ist noch größer, aber es ist auch wesentlich teurer als Kenya. Hinzu kam, dass wir einen anschließenden Badeurlaub gleich mit buchen wollten und sich dafür Kenyas Südküste besonders anbot.

Nachdem also das Urlaubsziel feststand, suchte ich via Internet und Reiseprospekte diejenigen Reiseanbieter heraus, die evtl. in Frage kamen.

Folgende Kriterien waren wichtig:
Ø Günstiger Preis für 3 Wochen Urlaub (2 Erwachsene)
Ø Kombination Safari und anschl. Badeurlaub mit Transfer
Ø Safari in kleinster Gruppe (max.7 Personen)
Ø Kein "wildes" Camping
Ø Deutschsprachige Reiseleitung
Ø Fahrt durch mehrere Nationalparks, mindestens Samburu NP und Masai Mara NP
Ø Vollpension
Ø Keine Extrazahlungen während der Reise für sog. fakultative Bestandteile

Übrig blieben nach Anwendung dieser Kriterien folgende Anbieter/Reisen:

Jahn:
Big Five-safari : Flug Mombasa - Flug Nairobi - Samburu NP - Aberdare NP - Nakuru See - Naivasha See - Masai Mara - Nairobi -Flug Mombasa mit Baobab Beach Resort an der Diani Beach für 4.378 € komplett

TUI:
Big Five-safari : Flug Mombasa - Flug Nairobi - Amboseli - Mount Kenya - Samburu - Lake Nakuru - Masai Mara - Flug Mombasa mit Diani Sea Resort für 5.168 € komplett

Meiers (gleiche Reise wie Jahn):
Big Five-safari : Flug Mombasa - Flug Nairobi - Samburu NP - Aberdare NP - Nakuru See - Naivasha See - Masai Mara -Nairobi - Flug Mombasa mit Baobab Beach Resort an der Diani Beach für 4.666 € komplett

Meiers:
Big Five-safari : Flug Mombasa - Flug Nairobi - Mount Kenya - Samburu NP - Sweetwater - Masai Mara - Flug Mombasa mit Leopard oder Baobab Beach Resort an der Diani Beach für 5.172 € komplett

Danach buchten wir natürlich bei Jahn-Reisen und das sogar ganz herkömmlich im Reisebüro. Das Reisebüro übernahm für uns die Beantragung der Visa für die Einreise nach Kenya. (Für ausführliche Informationen seht euch bitte meine Ausführungen "Kenya Tipps zur Reisevorbereitung" an, ich denke, es macht keinen Sinn, das hier hinein noch einmal zu kopieren und hoffe sehr, ihr denkt auch so.)

Der Preis für die reine Safari inkl. Flug von und nach Deutschland betrug 1.733 € pro Person, also für 2 Leute 3.466 €.

The Big Five bezieht sich auf die 5großen wilden Tiere: Löwen, Elefanten, Nashörner, Büffel und Leoparden. Sie sind die gefragtesten und attraktivsten Safaritiere.

Im folgenden beschreibe ich euch den Inhalt der Safari, meine Bewertungen fließen jeweils sofort mit ein. Um die ganze Geschichte nicht zu lang werden zu lassen, habe ich die Hotels, Camps oder Lodges gesondert bewertet. Das hat auch den Vorteil, dass ich euch dort zusätzliche Fotos einstellen kann.
Ich hoffe, euch gefällt dieses Vorgehen.

Es sind größtenteils Unterkünfte der Sarova - Kette, mit der Jahnreisen scheinbar eine engere Geschäftsbeziehung hat.
Mit jeder dieser Unterkünfte waren wir hinsichtlich Sauberkeit und Geräumigkeit der Zimmer (mit Ausnahme der Arche), Attraktivität und Gepflegtheit der Anlage, Qualität des Essens/Restaurants, zusätzlicher Angebote wie Giftshops, Kultur am Abend etc, sowie der Attraktivität der weiteren Umgebung sehr zufrieden.

Soweit es mir möglich war, habe ich den Zimmerpreis mit angegeben, obwohl er für uns innerhalb des Pauschalpaketes eingerechnet (und damit sicherlich billiger) war.

website: http://www.sarovahotels.com

1. Etappe: Flug nach Mombasa und weiter nach Nairobi

Am 01.06.2004 landen wir am frühen Morgen nach 6226 km mit + einer Stunde Zeitverschiebung auf dem Moi-Airport in Mombasa. Uns empfängt wieder die typische schwülwarme, tropische Luft.
Uns fällt auf, dass unser Flugzeug von allen Seiten durch Sicherheitspersonal mit Gewehr im Anschlag bewacht wird; sicher eine Reaktion auf die weltweit vielen Terroranschläge der vergangenen Jahre.

Zum Glück haben wir bereits in Deutschland unsere Visa erworben. Wir zahlten jeweils 57 €; hier kostet es nur 50 US-$, aber zusätzlich viel Zeit und Nerven.
Trotzdem müssen wir uns in die Schlange der Wartenden zur Passkontrolle einreihen. Der Beamte nimmt sich viel Zeit, um jeden Einzelnen im Computer zu suchen. Für Diejenigen, die ihr Visum noch nicht haben, dauert das Ganze aber doch wesentlich länger. Unser Gepäck haben wir dann schnell und gehen zur Kontrolle.

Ein netter Beamter winkt uns zu einem freien Förderband und fragt nach elektronischen Geräten. Eigentlich interessiert ihn nur der Camcorder. Da wir diesen schon 2001 mit nach Kenia brachten und damals bereits alle Angaben im Pass vermerkt wurden, braucht er das nun nur ein paar Seiten weiter hinten in den Pass zu übertragen.

Nun geht es hinaus vor das Flughafengebäude. Dort erwarten uns die verschiedenen Reiseveranstalter an eigenen "Verkaufsständen". Unser Gepäck für den sich an die Safari anschließenden Hotelaufenthalt wird beschriftet und abgenommen. Nun haben wir nur noch jeweils eine Reisetasche, einen Rucksack und eine Kamera bzw. Camcorder.

Am besten sei es, sagt uns eine Dame vom Reiseveranstalter, wenn wir gleich hier am Flughafen einige Keniaschillinge eintauschen. Eigentlich wollten wir nicht am Flughafen Geld tauschen, da das deutsche Auswärtige Amt wegen organisierter Banden davor warnt, in Nairobi am Flughafen Geld zu tauschen.

Deshalb hatten wir an der Münchener Reisebank im Flughafengebäude Keniaschillinge geordert und die Versicherung erhalten, dass diese am Pfingstmontag ganz bestimmt für uns bereit lägen. Als wir dann aber die Reisebank aufsuchten, wollte keiner der Angestellten etwas davon wissen. "Keniaschillinge? Die haben wir nicht, die hätten Sie vorher ordern müssen." Ja ,das haben wir ja,…..
Mit der deutschen Gewissenhaftigkeit ist es auch nicht mehr so gut bestellt….

Also gut, wir tauschen am Flughafen in Mombasa mit einem guten Kurs 100 US-$ in 7.600 KHS und sehen keine dunklen Gestalten weit und breit. Inzwischen ist nur eine halbe Stunde vergangen, es ist jetzt ein Viertel vor 8:00 Uhr.
"Gegen 9:00 Uhr" soll es anschließend mit der Kenia Air nach Nairobi gehen. Ein ebenfalls aus München gekommenes Ehepaar fehlt jedoch noch. Wir beschließen, am Eingang des nationalen Flughafens zu warten. Dort räumt inzwischen eine Dohle den Papierkorb total aus.

Nachdem fast eine Stunde vergangen ist, will ich gerade den Angestellten des Reisebüros suchen, als er mir auch schon mit einem Ehepaar und Flugtickets "wedelnd" entgegenkommt. Jetzt muss es schnell gehen. Er gibt unser aller Gepäck auf: Mit uns fliegen zwei Ehepaare: Das eine wird auch die Big 5 -Safari mitmachen und das andere will den Kilimanjaro besteigen. Von Mombasa werden wir zum nationalen Wilson-Airport in Nairobi fliegen. Wir fahren die Rolltreppe hinauf und gehen ganz nach hinten zum letzten Gate, als auch schon unser Flug aufgerufen wird.

Es ist eine Maschine der "Kenya Airways 737-200 ", die fast ausschließlich nur von "Weißen" besetzt ist und ca. 120 Passagiere fasst.

Als wir durch den Zugangsschlauch gehen wollen, fragt uns ein Bediensteter nach unseren Bordkarten und schickt uns anschließend nach rechts, die Treppe hinunter. Wir denken zunächst, dass wir und einige andere Passagiere eine andere Maschine besteigen sollen. Es gibt aber keine andere Maschine. Wir haben Plätze im hinteren Drittel und steigen nur wegen des sonst einsetzenden Gedränges hinten ein. Unsere LTU-Maschine wird weiterhin sorgfältig bewacht.

Unterwegs sehen wir die Spitzen des Kilimanjaro durch die Wolkendecke leuchten, mit seinen 5895 m Höhe ist das auch keine Kunst. In Nairobi angekommen, geht es über eine wacklige Leiter hinunter auf die Rollbahn und von da aus zu Fuß bis zur Abfertigung.

Außer einer UN-Maschine stehen hier tatsächlich ausschließlich nationale Flugzeuge der Kenya- Airways. Später entdecken wir unweit des nationalen Wilson- Flughafens -beinahe gegenüber- den Eingang zum internationalen Jomo Kenyatta Flughafen. Unser Gepäck haben wir wieder sehr schnell, unsere Mitfahrer jedoch noch nicht.

Wir versprechen, draußen zu warten. Diesmal finden wir zunächst nur einen TUI-Vertreter, der uns dann fragt, ob wir die "Privat-Safaris" gebucht haben. Wir sagen nein; denn unsere Safari heißt The Big 5". Wie sich eine Viertelstunde später herausstellt, als uns ein Mann freudestrahlend entgegenläuft, ist es aber doch genau diese. "Privat-Safaris" heißt das kenyanische Unternehmen. Wir sind froh, "erlöst" zu werden; denn inzwischen belagern uns diverse Taxifahrer und Safarianbieter.

Der uns ja fremde Mann nimmt gleich mal unsere Voucher an sich und verlangt auch noch die Rückflugscheine Nairobi-Mombasa vom 08.06.04. Wir geben ihm alles und beobachten etwas misstrauisch, was er wohl tut.

Er aber holt nur am Schalter unsere Rückflugbestätigungen und gibt uns die Flugscheine zurück. Mit einem kleinen Safaribus geht es aus dem Flughafen heraus und zunächst am Nairobi Nationalpark entlang, der gleich neben dem Flughafen beginnt. Neben einer Giraffe sehen wir etliche Impalas.

Unterwegs sehen wir mitten auf der Hauptstraße erst einen Baum voller Ibisse und anschließend einen Marabu, der es sich ebenfalls auf einem großen Baum bequem gemacht hat.

Die gesamte Straße von Süden her Richtung Nairobi ist gesäumt von Gelbfieberakazien. Es ist phantastisch: Kenya und diese Akazien gehören einfach zusammen!

Dann sehen wir noch einige Vorgärten mit Bougainvillea und es ist perfekt. Die Stadt selbst sieht auf den ersten Blick sauber aus.

Aber wir wissen natürlich: der Schein trügt. Es gibt in Nairobi sehr viele Obdachlose, darunter jede Menge Straßenkinder. Und es werden täglich mehr. Bald hat Nairobi 3 Mio. Einwohner.
Der 1. Juni ist in Kenya Nationalfeiertag, es ist der Madaraka Day (Jahrestag der Selbstverwaltung).

Menschenmassen, alle sauber angezogen, sind auf dem Weg ins Stadion, da heute dort der Kenianische Präsident sprechen wird. Wir verfolgen den Einmarsch der kenyanischen Volksgruppen, Pfadfinder- u.a. Gruppen sowie die Rede des Präsidenten später im Fernsehen des Hotels.

Nach dem Stadion kommen wir an Staatsgebäuden und offiziellen Tagungshotels (photographieren verboten), dem 1972 erbauten Kenyatta International Conference Center, vorbei. Schon während der Fahrt vom Flughafen haben wir in der Skyline von Nairobi dies als eines der herausragenden Gebäude (sein Hauptsaal kann 4000 Menschen aufnehmen) gesehen. In der 28. Etage gibt es eine Aussichtsplattform, von der man eine weite Sicht auf die Stadt haben soll.

Wir wohnen zunächst im altehrwürdigen Stanley-Hotel (siehe Extra-Bewertung, der Text würde sonst zu lang)

Am nächsten Morgen verlassen wir das Hotel gegen 9:00 Uhr in Richtung Norden.
Wir wollen heute direkt am Äquator- bei Nanyuki - in einer Forellenfarm zu Mittag essen und anschließend bis zum Shaba Nationalpark fahren, der sich im Nordosten an den Samburu Nationalpark direkt anschließt. Insgesamt sind wir etwa 360 km unterwegs. Unser Fahrer ist offensichtlich ein Langschläfer; denn bei dieser Strecke wären wir gern eher abgefahren.

Obwohl nur 200 km südlich vom Äquator gelegen, weist Nairobi mit seiner Höhenlage auf 1675 m ein ganzjähriges angenehmes Klima mit kühlen Morgen und Abenden sowie einer durchschnittlichen Tagestemperatur von 24-29° C auf. Von Juni -August ist es oft wolkig, bedeckt und kühl, die anderen Monate, selbst in der Regenzeit, sind gewöhnlich klar und sonnig.

Wir fahren durch die teilweise slumähnlichen Vororte Nairobis Richtung Nordosten und anschließend auf die A2 in Richtung Thika. Die A2 ist Teil des Trans East- African Highways. Anfangs hat sie auch noch eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Schnellstraße. Später, allerdings erst nördlich von Isiolo, hört die Straße fast auf zu existieren, obwohl sie noch immer mit "Trans East- African Highway" ausgeschildert ist.


2. Etappe: Nairobi - Nanyuki - Shaba National Reserve

Es ist mit 337 km eine weite Strecke, welche wir heute zurücklegen müssen.
Wir wären daher gern eher losgefahren, aber scheinbar ist Erasmus, unser Fahrer, ein Langschläfer.
Erasmus erzählt, dass er vom Victoriasee stammt und nun mit Frau und zwei Kindern in Nairobi lebt. Sein Traum ist es, irgendwann ein Häuschen im Stadtteil Karen, einem netten Vorstadtviertel, dass heute auf dem Gebiet der ehemaligen Kaffeefarm von Karen Blixen liegt, zu besitzen.

Die Fahrt geht dann außerhalb Nairobis in Richtung Nyeri über Thika durch fruchtbares Farmgebiet mit Kaffee-, Tee-, Reis-Ananas- und Sisalplantagen.
Kenias zentrales Hochland wird von den imposanten Gipfeln des Mount Kenya und den fruchtbaren, bewaldeten Hängen der Aberdare-Berge dominiert.

Der Aberdare National Park liegt zum größten Teil über 3000 m. Dadurch bilden die Aberdares eine Barriere gegen die herrschenden Ostwinde und sorgen so für umfangreiche Niederschläge in den oberen Regionen. Die daher gut mit Wasser versorgten Vorgebirge eignen sich hervorragend für ausgedehnte Kaffee- und Teeplantagen. Auf unserem Weg von Nairobi über Thika, Nyeri und Nanyuki sehen wir daher immer wieder ausgedehnte Teeplantagen, aber auch Reis- und sogar Getreidefelder durchqueren wir zu unserem Erstaunen.

Diese Hochplateauregion mit ihren grünen Vorgebirgen und Moor ist auch durch eine große Vielfalt alpiner Flora in den oberen Bereichen der Berge gekennzeichnet. Unter den Pflanzen sind Bambusdickichte, knorrige Rosenholzbäume, Baumheiden, Bültgras und Kreuzkraut, von denen einige über 10 m hoch werden. Das Holz der Rosenholzbäume ist härter als Teakholz und ist nach Ebenholz das zweitwertvollste Schnitzholz in Kenya. Es hat eine rötliche Farbe.

Zwei größere Flüsse durchqueren das Gebiet: der ostwärts fließende Athi und der Tana, der von den vom Mount Kenia herunter strömenden Bächen gespeist wird und die hydroelektrische Hauptquelle des Landes darstellt.

Nach etwa ¾ Std. sehen wir bei Thika rechts einen Berg. Er heißt Kilima Mbogo (Mbogo heißt auf Suaheli der Kaffernbüffel).

Wir haben leider keine Zeit, in Thika die schönen Chania Wasserfälle zu besuchen. Im Blue Post Hotel könnte man ein erfrischendes Getränk erhalten und auf der Weiterreise nach Karatina könnte man auch einen Abstecher zu den Fourteen Fällen oder nach Muranga (Fort Hall) dem Garten Eden der Kikuyu mit seiner für die Christusportraits berühmten Kirche machen. Aber natürlich kann man sich nicht alles ansehen!

Nach Thika kommen wir an einem rechts der Straße gelegenen Ananasgebiet vorbei, das durch die
amerikanische Firma "Del Monte) bewirtschaftet wird. Auf der linken Seite sind v.a. Kaffeeplantagen.

Plötzlich bremst der Fahrer stark ab. Vor uns ist eine Polizeikontrolle. Damit kein Wagen entkommen kann, sind versetzt Nagelbretter auf die linke Seite der Straße gelegt (Linksverkehr!). Touristenbusse werden jedoch unbehelligt durchgelassen. Wir werden diese Kontrollen immer wieder erleben. Nach dem Ort Kabati beginnt das fruchtbare Kikuyugebiet. Hinter Santamor tanken wir.

Wie in allen Ländern der Dritten Welt ist auch hier Jeder froh, wenn er ein preiswertes Transportmittel ergattert hat; und der Fahrer versucht, so viel Profit wir irgend möglich zu ergattern. Ein kleiner LKW transportiert junge Männer nicht nur auf seiner Ladefläche, sondern hat fast eben so viele Fahrplätze auf dem Dach zu bieten.

Das Gebiet, durch welches wir nun fahren, besteht rechts und links aus Wäldern von Eukalyptusbäumen, bald sehen wir linker Hand etliche prachtvolle Mangobäume, die ebenfalls ein kleines Wäldchen bilden.
Den längsten Fluss Kenyas, den Tana, überqueren wir anschließend über eine Brücke. Östlich der Straße wird der Fluss bald zum See gestaut (Masinga Reservoir).

Bei Sagana ist plötzlich die Straße zu Ende. Ein Schild erscheint: "Road closed" und schon ist es vorbei. Von hier bis etwa 45 km vor Nyeri ist lediglich die rote Erde gewalzt. Etliche Zementsäcke sind bereitgestellt. Wo die Zementdecke die Straße bereits bedeckt, ist sie etwa 2-3 cm dick. Wie lange wird das dann wieder halten? Teer kann man in den Tropen natürlich nicht verwenden, er würde weich werden.
Kurz vor Nyeri brauchen wir eine Toilette und halten an einem Schnitzereigeschäft.

Die Besitzer haben ihre Toiletten recht raffiniert so platziert, dass jeder, der diese aufsuchen muss, zunächst durch alle Räume seines Geschäftes laufen muss.
Die Schnitzereien aus Rosenholz, Ebenholz oder auch Teakholz sind so exotisch und schön für uns, dass wir dort natürlich nicht so einfach hindurch laufen können!

Wir kaufen nach längeren Verhandlungen und zu weniger als dem halben ursprünglich geforderten Preis einige Masken und Holzfiguren. Wahrscheinlich haben wir für afrikanische Verhältnisse noch immer viel zu viel bezahlt, aber uns ist es das wert und irgendwann wollen wir alle ja zum Mittagessen kommen.

Hinter dem Geschäft sehe ich eine Abzweigung Richtung "Kanyama - School". Ich habe den Eindruck, dass es dort zu einer Privatschule geht.
In Nyeri kreuzt die Straße. Wir fahren heute nach rechts in nördlicher Richtung, übermorgen werden wir die andere Straße zum Aberdare Nationalpark fahren.
Die schöne rote Erde hier in der Gegend lässt die Dörfer schöner und sauberer aussehen, aber sie sind es wahrscheinlich nicht. Der Schmutz ist nur weniger sichtbar, wenn die Erde eine schöne frische Farbe hat. Wir fahren nun an einer Bahnlinie entlang; es ist weiterhin der Trans East African Highway.

Auf unserer weiteren Fahrt sehen wir auch mehr oder weniger die Umrisse des Mt. Kenya. Leider ist er in Wolken verhüllt, aber manchmal finden wir eine Wolkenlücke und können ihn erahnen.
Der 5.200 m hohe Mt. Kenya bildet auch den Mittelpunkt des 715 km² großen Mount Kenya Nationalparks. Kenias höchster Berg ist ein riesiger Vulkankegel, dessen Durchmesser über 100 km beträgt.

Die drei schneebedeckten Vulkankegel heißen BATIAN 5200 m, NELION 5190 m und LENANA 4985 m.
Im Jahre 1849 entdeckte der Missionar Johann Krapf als erster Europäer den gewaltigen Berg. In der Heimat glaubte ihm niemand seine Erzählungen über schneebedeckte Gipfel. Der nach dem Kilimanjaro zweithöchste Berg Afrikas befindet sich fast in der Mitte Kenias.
Nördlich des Mount Kenia verläuft der Äquator durch die Ortschaft Nanyuki. Auch beim Hinflug nach Kenia zeigte sich der Mt. Kenia vom Flugzeug aus auf der linken Seite in Flugrichtung, für ein Photo war er aber leider zu sehr in Wolken eingebettet.

Der Mount Kenia war nach den Kikuyu der Thron ihres Gottes 'Ngai wa Kirinyaga', das war der Gott des Kirinyaga.

Kurz vor Nanyuki, also direkt am Äquator, erwartet uns auf einer Forellenfarm ein köstliches Mittagessen. Serviert wird im "Trout-tree" alles in einem sehr schön angelegten Baumhaus.

Natürlich gibt es hier frische Forellen, aber auch ebenso gut zubereitete Steaks.
Die Tische sind auf zwei Ebenen aufgestellt, wir sitzen in der oberen und genießen den Blick auf die Forellenteiche, von denen einer gleich auch zur Kühlung der Getränke verwendet wird. Für uns ist es die Gelegenheit, dass wir uns alle ein bisschen näher kennen lernen, schließlich werden wir 8 Tage lang gemeinsam unterwegs sein.

Das frisch verheiratete Ehepaar hatten wir ja bereits am Vortag kennen gelernt. Zwei französische Brüder sind noch dabei und ein Berliner. Einschließlich meines Mannes sind es 4 Raucher, und ich habe erst vor 3 Tagen das Rauchen aufgehört! Ob ich das schaffe?

Bis unser Mittagessen fertig ist, vertreibe ich mir die Zeit mit Photographieren. Plötzlich springen mir einige wunderschöne Affen vor die Linse. Es sind Colobusaffen, die mit ihrem Gesicht und dem schwarzen Fell, aus dem lange weiße Haare herabhängen, irgendwie ein würdevolles Aussehen haben. Fast sehen sie aus wie Priester. Sie ernähren sich von Blättern und Früchten.

Allerdings stelle ich bald fest, das sie einen schlimmen Gestank mitbringen. In ihrer Nähe riecht es wie in einem Raubtierkäfig.

Neben den Colobusaffen sehen wir in der Forellenfarm auch einen hübschen Vogel, den ich noch nicht genau bestimmen konnte, wahrscheinlich gehört er zu den Nashornvögeln. Dreifarbenglanzstare werden uns weiter begleiten.

Nach dem Mittagessen geht es weiter in Richtung Norden. Nach wenigen Minuten erreichen wir den Äquator.
Hier warten etliche Händler auf Touristen. Genau 38 fortlaufend nummerierte Bretterbuden mit Souvenirs stehen hier nebeneinander.
Ein großes Visa/Mastercard Accepted - Schild prangt über den Bretterbuden und hält uns gleich von einem Besuch der Souvenirläden ab.

Natürlich ist das Äquator-Schild ein beliebtes Fotomotiv. Beim Stopp dort wird man sofort herzlich begrüßt. Ein "offizieller" Äquator-Beauftragter wartet darauf, den Touri`s die unterschiedlichen Drehrichtungen des Wassers auf der Nord- bzw. Südhalbkugel der Erde zu demonstrieren sowie den Stillstand des Wassers beim Vergießen direkt auf dem Äquator. Dafür erwartet er dann aber auch eine kleine finanzielle "Belohnung". Auf der anderen Straßenseite ist ein kleines Dorf entstanden.

Die Kinder kommen gerade aus der Schule: sie haben noch ihre Schulkleidung an und ihre Schultaschen dabei.
Sie lachen uns offen an und freuen sich darüber, dass ich sie photographiere. Ihre Schule trägt den Namen "Äquator- Girl- School". Einige Jungen habe ich ganz in der Nähe photographiert; sie sind jünger und haben daher andere Farben in ihrer Schulkleidung.

Der Schulbesuch ist, seitdem der neue kenyanische Präsident an der Macht ist, endlich kostenlos. Nun müssen die Eltern nur noch für Schulkleidung und Bücher aufkommen. Auch dies fällt vielen Familien noch sehr schwer.

Ab Isiolo hört dann die asphaltierte Straße auf und es beginnt die Trockensavanne. "Sleeping policemen" nennt man die
quer über der Straße verlaufenden Bodenwellen, die in der Stadt das schnelle Fahren verhindern.
Die weiße Al Farah Moschee linker Hand, ist das Wahrzeichen der Stadt Isiolo, einer Stadt von ca. 15000 Einwohnern, und erregt Aufmerksamkeit. Am Ortsende hört dann die Zivilisation endgültig auf. Eine Wellblechpiste zwingt uns, bei jedem entgegenkommenden Fahrzeug die Fenster zu schließen, um nicht den Staub zu schlucken. Hier regnet es zudem sehr selten.

Wir fahren an einer großen Gärtnerei vorbei, in der zwischen den Überdachungen Bohnen und Mais angebaut wurden.
Auf etwa 2000m Höhe fahren wir etwa 15-20 Minuten lang durch Weizenfelder hindurch, bis wir dann nach unserer Anreise auf dem "East African Highway" in Richtung Marsabit, der ab Isiolo dann "Great North Highway" heißt, schon ziemlich eingestaubt im Samburu Nationalpark ankommen.

Der Samburu Nationalpark liegt 320 km nördlich von Nairobi, am Rande der heißen und ariden nördlichen Region von Kenia, inmitten des Siedlungsgebietes der bäuerlichen und farbenfroh gekleideten Samburu, Verwandten der weiter südlich lebenden Maasai. Hierzu gehören genau genommen der Samburu NP (104km²) und die Reservate Buffalo Springs (194 km²) und Shaba (130 km²), im "Northern Frontier District" (NFD) gelegen.

Die Fahrt vom südlichen Ngara Mare Gate zum Archers Post als nördlichstes Gate, über das man die Shaba Reserve erreicht, dauert etwa 30 Minuten. Typische Tiere in diesem heißen Klima sind neben den Elefanten die Netzgiraffen, die eng gestreiften Grevy-Zebras, die Giraffenhalsgazellen (Gerenuk) sowie die Somalistrauße.

Vor dem Tor des Ngare Mara Gate halten wir. Erastus, unser Fahrer, zahlt die Gebühr und wir dürfen passieren. Nun befinden wir uns zunächst im Buffalo Springs National Reserve, fahren jedoch weiter nördlich, um bei Archer`s Post das Naterbe Gate zum Shaba National Reserve zu passieren.

Gleich hinter dem Gate befinden sich die Häuser der hier beschäftigten Parkangestellten. Im Inneren des Parks sind dann noch Häuser der Mission und der Parkranger zu finden. Die halbnomadischen Samburu leben in ihren Dörfern, die entlang der Weideflächen der Rinder erbaut werden.

Der Samburu Nationalpark mit seinen angrenzenden Reservaten liegt im halbwüstenartigen Norden Kenias. Die Landschaft ist abwechslungsreich und besteht aus Flussläufen mit hohem Baumbestand und offenen Grassebenen, die ab und an von kleineren (meist felsigen) Hügeln unterbrochen werden. Sie ist geprägt vom Uaso Nyiro (Ewaso Ngiro River), dessen Name in der Sprache der hier beheimateten Samburu "Fluss mit braunem Wasser" bedeutet, der sich quasi als Lebensader durch das gesamte nördliche Gebiet schlängelt.

Er beginnt seinen Weg bei den Thomson- Wasserfällen in den Aberdares bei Nyahiruru.

Die sonst seltenen Beisa- Spießböcke oder auch Oryx-Antilopen sind immer wieder schön anzusehen.
Spießböcke sind mancherorts sehr scheu. Sie leben einzeln (Bullen) oder in Herden von zwölf oder mehr Tieren zusammen. Beide Geschlechter tragen Hörner. In Kenya findet man diese schönen und anmutigen Tiere ausschließlich in der Halbwüste des Samburugebietes.

Auch Vögel sind hier zahlreich zu beobachten. Neben den Webervögeln, die mit ihren kunstvoll gewebten Nestern mit zahlreichen Arten in ganz Kenya zu beobachten sind, findet man hier auch so hübsche Vögel wie die Nashornvögel.

Das Samburu Nationalreservat zählt zu den schönsten Naturschutzgebieten des Landes. Man hat hier gute Chancen, viel Wild zu sehen. Wenn auch die großen Herden fehlen, so fasziniert hier doch die Vielfalt der Arten. Im Samburu kommen Tierarten vor, die besonders an die Trockenheit angepasst sind und daher in den niederschlagsreicheren Regionen Kenias nicht anzutreffen sind. Hierzu zählen u.a. Giraffenhalsgazelle (Gerenuk), Grevy-Zebra, Somali-Strauß, Beisa-Spießbock (Oryx-Antilope) und Netzgiraffe oder Vögel wie der Batelleur .

Relativ groß ist der Bestand an Geparden und Leoparden. Weitere Säugetiere, die man hier antrifft sind Steppenzebras, Büffel, Impalas, Wasserböcke, Grant-Gazellen, Klippspringer, große und kleine Kudus, Warzenschweine und nicht zuletzt Löwen. In den Windungen des Uaso Nyiro River tummeln sich Flusspferde und auf den Sandbänken dösen mächtige Krokodile. Den Höhepunkt bilden die großen Elefantenherden, die im seichten Wasser des Uaso Nyiro River trinken und baden. Daneben besteht die äußerst reizvolle Landschaft vorwiegend aus Trockensavanne und Dornbusch.

Wenn uns die Grevyzebras mit ihren lustigen Ohren anschauen, möchten wir am liebsten aussteigen und sie streicheln. Sie haben besonders schöne Streifen und sehen immer gepflegt aus. Mir gefallen sie jedenfalls besser als Steppen- oder Bergzebras.

Halbwüste bestimmt die Landschaft, Trockenheit und Wassermangel beherrscht die Natur. Dennoch leben hier in dieser Region zahlreiche Tiere, die dem Ewaso Ngiro, dem ständig wasserführenden Fluss, ihre Lebensgrundlage verdanken. Dieser Fluss bietet immer wieder traumhaft schöne Motive wie die Doumb-Palmen, die Elefanten am anderen Flussufer oder die zahlreichen Krokodile.

Nach der kurzen Fahrt durch den Nordosten des Samburu kommen wir zum Naterbe Gate bei Archers Post, der Einfahrt in das Shaba National Reserve. Auch hier sind wieder die typischen runden Häuser der Parkangestellten zu sehen. Auf der anderen Seite steht eine englische Mission.
Gleich hinter dem Naterbe Gate zweigt die Straße zur Sarova Shaba Lodge ab. Nach dieser Mammutfahrt auf schlechten Straßen sind wir froh anzukommen.
(Die Inhalte der 2 Nächte und 1Tag siehe bitte meine Extra-Bewertung "Shaba Sarova Lodge Kenya", der Text würde sonst zu lang).


3. Etappe: Shaba National Reserve - Aberdares

Nachdem wir hier einen erlebnisreichen und wunderschönen Tag erleben durften, fahren wir nun nach dem Frühstück wieder weiter. Von 700m Höhe im Shaba National Reserve fahren wir bis auf 2500m Höhe in den Aberdares, die heute unser Ziel sein werden.

Wir sehen eine Herde Impala- Antilopen. Es sind alles Weibchen mit einem Männchen, das seinen Harem ständig eifersüchtig bewacht.
Unweit hiervon sehen wir eine etwa gleich große Herde von Junggesellen, die ständig in der Nähe bleiben. In der Paarungszeit haben sie gute Chancen, auch ihre Gene weiterzugeben.

Nun entdecken wir wieder ein Gerenuk oder auch Giraffenhalsantilope genannt.
Vergeblich warten wir darauf, dass es zu fressen beginnt; denn die Gerenuks stellen sich, um an die höheren und saftigeren Blätter zu gelangen, die die anderen Antilopen nicht erreichen, gern auf die Hinterbeine.

Wir besuchen ein Samburudorf, das mittlerweile auch von den Touristenbesuchen recht gut leben kann. Pro Person zahlen wir 10 €, aber neben uns kann sich nur der Berliner Mitreisende für die Idee begeistern. Die anderen bleiben draußen. Ihnen ist es "zu teuer". Wieso besuchen sie dann andere Länder, wenn deren Kultur sie so gar nicht interessiert?

Samburu: Ein alter Name, unter dem sie einmal bekannt waren, ist "Burkineji", eine Sprachverfälschung von Loibor Kineji - jene der weißen Ziegen. Weiße und schwarze und bunte Ziegen gibt es hier (wie auch bei ihren Verwandten den Massai) mehr als genug.

Die Frauen versammeln sich, um mit ihren Säuglingen auf dem Arm oder Rücken, für uns einen Tanz aufzuführen.
Ein kleiner Junge interessiert sich auch sehr dafür und steht mit offenen Mund daneben. Ein anderer versucht mitzutanzen. Beide sind etwa drei bis vier Jahre alt.
Die etwas größeren und dennoch kleinen Kinder werden inzwischen von zwei der Frauen betreut. Selbst kleine Mädchen haben teilweise schon ein traditionelles Tuch um den Körper geschlungen.

Der Stamm der Samburu lebt im Norden Kenyas auf einem Gebiet von ca. 28490 km2, das sowohl das Lerogi Plateau mit seinen Zedernwäldern als auch das trockene Buschland des Norden einschließt. Kulturell wie auch sprachlich sind die Samburu den Maasai eng verwandt, von denen sie sich im 16. Jahrhundert, im Laufe ihrer Wanderungen den Nil hinab nach Süden, abgespalten haben.

Der Lebensstil der Samburu hat sich über die Jahre hinweg ebenfalls nur wenig verändert. Er ist der am nördlichsten lebende Stamm, der Maa spricht. Dieses Hirtenvolk lebt in niedrigen Hütten aus ineinander verflochtenen und zur besseren Isolierung mit Schlamm und Rinderdung bestrichenen Zweigen. Dachmatten aus Sisal geben oft zusätzlich Schutz. Jede dieser Hütten ist mit zwei aus Zweigen geflochtenen Betten ausgestattet, die mit Ziegen- oder Rinderhaut bedeckt sind. Im größeren der beiden Betten schläft die Mutter und im kleineren die Kinder. Auch die Samburu leben polygam, und die Männer besuchen ihre Ehefrauen der Reihe nach.

Ein Hauptbestandteil ihrer Nahrung ist eine yoghurtähnliche Dickmilch, die ab und zu mit Blut vermischt wird. Lediglich bei besonderen Anlässen kommt Fleisch auf den Tisch.

Nun singen und tanzen die stolzen Krieger der Samburu. Sie sind bei ihrem Tanz und Gesang voll konzentriert und man spürt, dass es ihnen Spaß macht.

Der Reichtum einer Samburu-Familie wird an der Anzahl der Kamele, Kühe und Ziegen gemessen, die sie besitzt.
Die Samburu schmücken sich mit Perlenschnüren und Metallreifen um Hals und Arme. Woher der Stamm kam und wie er sich von seinen Nomadenbrüdern, den Maasai, trennte, basiert nur auf Vermutungen. Es scheint so, als kämen sie aus dem Gebiet, das sich heute Sudan nennt. Die alten Samburu bekräftigen, aus einem Gebiet namens Pagaa zu stammen, das sie aus Folge einer Hungersnot verlassen mussten. Die Samburu sind in acht große Familien aufgeteilt, von denen fünf direkter Abstammung ihrer Vorfahren sind, die anderen drei entstanden durch immer wieder vorkommende Zersplitterungen, die durch Stammeskonflikte bedingt waren.

Das Gesellschaftswesen der Samburu basiert auf dem Ältesten- Prinzip. Macht und allgemeine Entscheidungen unterliegen der Verantwortung der Alten. Die Frauen haben einen geringen Einfluss auf die Gesellschaft, weil ihr Verbleiben im Clan unbestimmt ist.

Wie in fast jedem Stamm der Bantu, der Niloten und Kuschiten, ist das jeweilige Alter einer Person zur Einstufung in das Soziale System maßgebend.
Demzufolge steigt mit dem Alter die soziale Verantwortung. Der Rangstufe des Nkerai (des Kindes) folgt die des Layeni (des Hirtenjungen), dann folgt der Rang des Lmurran (des Beschnittenen oder Kriegers). Diese Phase reicht vom 12. bis zum 18. oder 19. Lebensjahr. Auf der obersten Rangstufe steht der Lpayan, der verheiratete Mann, ein Bürger, der für seinen Stamm verantwortlich ist. Die religiösen Überzeugungen und Gebräuche der Samburu machen Nkai (Gott) zum Mittelpunkt; dem folgen Gebete an Gott und Opferriten.

Das Gebiet, von dem die Samburu glauben, dass Gott dort lebe, ist unterschiedlich: normalerweise an wunderschönen Orten: dazu zählen die Berge von Ngíro, Marsabit und Kulal.

Nun wird uns vorgeführt, wie die Samburu Feuer anmachen. Das heißt: sie wollen es vorführen. Irgendwie klappt es wohl nicht; wahrscheinlich nehmen sie sonst auch schon Streichhölzer oder ein Feuerzeug.
Mit einem Hartholzstab wird in einem weicheren Holz das Stäbchen schnell und so lange gedreht, bis Funken kommen. Diese Funken entzünden sich an einem Gemisch aus getrocknetem Dung und Heu. Immer mehr Helfer müssen kommen, langsam wird es schon selbst uns peinlich. Endlich ist es geglückt! Wenn aber das auf ihren Wanderschaften auch so lange dauert, wie wollen sie dann überleben?

Die größte Hoffnung eines alten Menschen, der sich dem Tode nahe fühlt, besteht darin, dass ihm die Ehre eines Begräbnisses zuteil werde (und nicht den Tieren zum Fraße vorgeworfen zu werden) mit dem Gesicht zu den Bergen, dem Sitz Gottes, gerichtet. Andere Stätten, von denen man glaubt, dass Gott dort lebe, sind die großen Bäume, Gruben und die Wasserquellen.

Wie in vielen Stämmen Kenyas, und Afrikas überhaupt, gibt es bei den Samburu auch einen Medizinmann, der sich jedoch nicht gern öffentlich zeigt. Er vermacht sein Wissen über den Gebrauch der Kräuter und Gifte dem fähigsten Sohn. Er ist eine gefürchtete Persönlichkeit, und man spricht nicht gern mit ihm. Wenn er stirbt, wird er unter einem Steinhaufen begraben. Man ruft ihn bei unheilbaren Krankheiten, Sterilität, Tierpest und bevor man dem Feind gegenübertritt. Seine Waffen sind Steinchen, allerlei Plunder und Wurzeln, die in Kürbissen gehalten werden. Er wird mit Ochsen und Hammeln entlohnt.
Eine weitere Persönlichkeit ist der Laidetidetani, der Wahrsager oder Traumdeuter, mit Kenntnissen über die Sterne, und der Fähigkeit, die Ankunft des Regens vorherzusehen. Der Lais ist ebenso eine mit Macht ausgestattete Person, nämlich verlorene Sachen wieder zu finden und Glück oder Unglück zu bringen. Nur der Laidetidetani ist gern gesehen, die anderen weniger. Sie stammen von den Ndorobo, Rendille oder Turkana als Nachfahren ab.

Die einzigen Waffen des Samburu-Mannes bestehen aus dem klassischen Speer (mpere) mit der lanzenförmigen
Spitze, dem Degen - ähnlich dem der Maasai, dem Knüppel (rungu), dem Schild aus Büffel- oder Giraffenhaut
gefertigt (meistens in rechteckiger Form mit einer Länge über 1m und einer Breite von 30 bis 40cm), außerdem
benutzen sie Pfeil, Bogen und Köcher.

Eine außerordentlich wichtige und feierliche Zeremonie - die Beschneidung: Umherreisend, trifft man manchmal Jungen an, die mit schwarzem Leder bekleidet sind. Es sind die Kandidaten für die Beschneidung. Ihre Mütter haben diese Bekleidung, die aus eingefetteter und mit Kohlepulver bestrichener Schafshaut besteht, für sie vorbereitet.

Große Kopfschmerzen bereiten die Zeitwahl der Beschneidung, morgens oder abends, die Jahreszeit, die Paten usw., und auch der Rang der Väter der Kandidaten muss berücksichtigt werden. Es ist eine große Schande für die Familie, bei der Beschneidung Angst zu zeigen. Es ist bewegend zu sehen, wie die Mütter der Kandidaten laut schreiend Flüche und Stoßgebete von sich geben, in der Hoffnung, dass sich ihre Söhne pflichtgemäß verhalten mögen. Der Zeremonie folgt die Verteilung von Geschenken und Nahrungsmitteln. Gegen Abend oder am folgenden Morgen bringt der Pate dem Beschnittenen Pfeil und Bogen und Sandalen. Der Jüngling wird dann auf die Vogeljagd gehen, diese Tätigkeit dauert ca. drei Monate und heißt Laibartani.

Auch der Tod hat seine eigene Zeremonie. Normalerweise werden die Toten nicht beerdigt, mit Ausnahme der ganz berühmten Alten und der nur einige Monate alten Kinder (welche in der Hütte neben dem Feuer begraben werden. Diese Hütte wird dann aufgegeben). Der Tote wird rasiert und sanft auf die Tierhaut, die ihm zum Schlafen dient, gebettet, und zwar so, dass sein Gesicht zu den Bergen gerichtet ist.
Die Leute legen Zweige um ihn herum, begleitet von den Worten: "schlaf allein!". Der Ort wird für einige Zeit in Erinnerung gehalten und jeder, der daran vorbeikommt, wird einen grünen Zweig hinwerfen.

Ein aus Zweigen gestaltetes riesiges Gebilde gibt uns Rätsel auf: Wahrscheinlich ist es eine Art Kinderhort mit Spielplatz. Jedenfalls sieht es ganz danach aus. Allerdings sind die Kinder alle unterwegs, um die Fremden, also uns, zu betrachten.

Unweit davon befindet sich der Versammlungsraum des Dorfes. Hier werden von den Dorfältesten mit den Männern des Dorfes die Probleme besprochen und gelöst, die in einem Dorf eben so entstehen.
Heute ist er zu einem Verkaufsraum umgestaltet worden: mehrere Tische mit Perlenketten und anderen Schmuckstücken belegt, sollen uns dazu bringen, etwas zu kaufen. Aber was sollen wir mit solchen Ketten / Armbändern etc. anfangen? Die Enttäuschung tut uns leid, aber ändert nichts an unserer Entscheidung.

Eine der Samburufrauen spricht sehr gut englisch. Sie erzählt uns, dass sie Lehrerin sei. Als wir uns anschicken zu gehen, zieht sie kurzerhand ihre traditionelle Kleidung aus. Darunter trägt sie Jeans und T-Shirt.

Einige Samburumänner stehen neugierig, aber sehr zurückhaltend und höflich, um unseren kleinen Bus herum. Vielleicht wundern sie sich über die 4 Europäer, die sich so gar nicht für ihre Kultur interessieren.
Bald verlassen wir das Samburugebiet und fahren weiter über Nyeri zum Aberdares Nationalpark.

Da uns unser Fahrer überredete, auf die eigentlich vorgesehene Frühpirsch zu verzichten und stattdessen eher als geplant zum Aberdare Nationalpark aufzubrechen, sind wir gut in der Zeit.

Nachdem wir das Samburugebiet verlassen haben, fahren wir via Isiolo wieder durch fruchtbares Kikuyu-Land nach Nyeri. Es ist die gleiche Strecke, die wir vor zwei Tagen in anderer Richtung fuhren. Diesmal fahren wir jedoch bergan in Richtung Süden und unser Kleinbus hat Probleme diese Steigungen zu bewältigen. Immerhin müssen wir von einer Höhe von 700 m ü.M. auf 2500m kommen.

Bald ist unser Zeitvorsprung aufgebraucht; denn der Bus schleicht mit 40 bis manchmal 60 kmh dahin. Wir sind ja froh, dass er überhaupt noch fährt, nachdem er mehrmals im Gebiet der Nationalparks aufgesessen war. Deshalb werden diese auch ziemlich ungemütlichen Busse nach jeder Safari in die Werkstatt gebracht. Ein Jeep wäre eindeutig besser gewesen, allerdings natürlich in der Anschaffung zunächst teurer.

Noch einmal haben wir das Glück, dass uns Elefanten über den Weg laufen.
Als wir einen kleinen Fluss überqueren, entdecken wir an seinem Ufer auch noch ein Krokodil. Das Nilkrokodil vergräbt in geeigneter Tiefe zwischen 60 und 80 Eier im Sand, aus denen dann je nach Temperatur unter 31 Grad weibliche und über 34 Grad männliche Nachkommen schlüpfen. Zwischen 31 und 34 Grad sind beide Geschlechter möglich. Nilwarane sind die erfolgreichsten Eierräuber.

Bis Isiolo gibt es praktisch keinen Straßenbau. "Sleeping policemen" , quer über der Straße verlaufende Bodenwellen, verhindern in Isiolo das schnelle Fahren. Die Wellblechpiste zwingt uns, bei jedem entgegenkommenden Fahrzeug die Fenster zu schließen, um nicht den Staub zu schlucken.
Dann geht es auf der A2 weiter, am Ndare Forest entlang, mit Blick auf den Mt. Kenya. Er ist mit 5199 m der höchste Berg des Landes und mit ewigem Schnee und Eis bedeckt, obwohl er am Äquator liegt. Er ist der heilige Berg der Kikuyu.

Über den Äquator bei Nanyuki fahren wir nun wieder weiter, um bei Nyeri rechts in Richtung Aberdare Forest anzubiegen. Bereits nach wenigen Kilometern biegen wir schon wieder rechts ab und kommen bald zum Eingang des Aberdare Country Clubs.
(Die Inhalte des Aufenthaltes im Aberdare Country Club und der dazugehörigen Arche, in der wir übernachten siehe bitte meine Extra-Bewertung "The Ark / Aberdare Country Club Kenya", der Text würde sonst zu lang).


4. Etappe: Aberdares - Nakuru Nationalpark

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Simo1301 veröffentlicht 04.04.2017
    Großartiger Bericht.
  • Ciaochsi veröffentlicht 05.03.2017
    bh nun da
  • Ciaochsi veröffentlicht 04.03.2017
    bh folgt
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Produktdaten : Kenia - Safaris

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