Billiger geht immer - Aber um welchen Preis ?

5  26.10.2011

Pro:
Leistung vergleichen

Kontra:
Nicht nur Beiträge vergleichen

Empfehlenswert: Ja 

ET

Über sich: Unabhängiger Versicherungsmakler und ehrenamtlich tätig. Hier findet ihr Tipps zu allen möglichen...

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Ich werde den Bericht stetig erweitern...

KFZ Versicherung wechseln, weil wegen billig...
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Aktuell steht wieder, wie jedes Jahr um diese Zeit, die Überprüfung der KFZ Versicherung an. Die meisten Verträge sind immer noch bis zum 30.11. kündbar und enden dann zum 31.12. .

In den Medien wird fast einheitlich nur von Beitragsersparnissen geredet. Leider selten von Leistungen. Ein Vermittler der so agieren würde, würde genau von diesen Medien und Verbraucherzentralen zurecht angeprangert werden.

Wie sollte man nun vorgehen ?
Was ist zu beachten ?


Als Erstes sollte man die Leistungen begutachten. Welche Leistungen sind für mich zwingend ?


Welcher Betrag wird von der Versicherung im Falle eines Totalschadens erstattet ?
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Wer ein neues Fahrzeug erwirbt, insbesondere z.B. finanziert oder least, sollte mind. Eine GAP Regelung berücksichtigen.
Erläuterung: Ein Neuwagen hat gerade in den ersten Jahren den höchsten Wertverlust. Im Falle eine Totalschadens kommt es dann sehr oft zu dem Fall, dass die Versicherung nur den Zeitwert erstattet, die Finanzierungssumme (incl. Zinsen) jedoch wesentlich höher ist. Diese Differenz wird nun über die GAP Deckung erstattet.

Wer ein neues Fahrzeug erwirbt, bekommt nach 6 Monaten nur noch den Zeitwert erstattet. Wer nach z.B. einem Jahr, im Falle eines Totalschadens, nur noch 60-70% seines Kaufpreises bekommt, der hat also hier erhebliche Verluste hinzunehmen. Bei 30.000 Euro Kaufpreis machen 30% bereits 9000 Euro Verlust aus.
Hier gibt es Versicherer, die die Neuwertentschädigung auf 12, 18 oder gar 24 Monate verlängern.

Ähnliches gilt für den Kaufpreis eines Gebrauchtwagens. Hier sind Fristverlängerungen selten so wie bei Neuwagen möglich. Doch 12 Monate findet man durchaus in dem ein oder anderen Tarif.


Wie werde ich im Schadenfall zurückgestuft ?
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Nach einem Unfall kommt es in der Vollkasko oder in der Haftpflichtversicherung zu einer Rückstufung. Umgangssprachlich steigen die Prozente. Tatsächlich ändert sich die sogenannte Schadenfreiheitsklasse. Die Versicherung wird teurer. Manchmal kommt es richtig dicke. Dann, wenn es in einem Jahr zu 2 Schäden kommt. Die Rückstufungen im Schadenfall sind hier unterschiedlich definiert. Vor allem die Billigangebote stufen stärker zurück.

Viele fahren noch in einer niedrigen Schadenfreiheitsklasse (also hohe Prozente). Nach einem einzigen Unfall steigt der Beitrag dann tlw. 50% oder noch mehr an.
Vielleicht ist hier ein Rabattretter interessant. Einige Anbieter bieten diesen nicht nur als Belohnung für sehr hohe SF Klassen an. Der Mehrbeitrag kann sich rechnen.

Wie ist der Zusammenstoß mit Tieren versichert ?
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Viele Tarife sehen Versicherungsschutz bei einem Zusammenstoß mit Haarwild vor. Hier ist die landläufige Meinung die, dass es sich um Tiere mit Haaren handelt. Das ist falsch ! Richtet sich der Begriff nach der Jagdverordnung, unterscheidet man zwischen Haarwild, Schalenwild, Hochwild, Niederwild, Federwild. Für jeden verständlich ist noch, dass der Zusammenstoß mit einem Vogel (ein Bussard kann auch hohe Schäden verursachen) hier nicht versichert ist. Überrascht sind die Menschen, wenn dann auch der Zusammenstoß mit Pferd, Hund, Schaf usw. nicht versichert sind.

Wie sind Bissschäden, z.B. durch einen Marder versichert ?
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Ein weiterer Punkt sind z.B. die Marderschäden. Wer den Marderbiss versichert hat sollte folgendes Wissen: Zunächst einmal kann es auch zu anderen Tierbissen kommen. Diese wären nicht versichert.
Doch wenn nur der Marderbiss versichert ist, dann handelt es sich bei den versicherten Teilen um z.B. den Schlauch, in den der Marder gebissen hat.
Nicht aber um die Folgeschäden, die weitaus größer sein können.

Dies waren nun einige Punkte. Es gibt weitere Punkte, die für den ein oder anderen Menschen interessant sein können.

Warum diese Punkte in den Medien regelmäßig nicht angesprochen werden, ist mir ein Rätsel.
Das Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest (Finanztest) diese Themen auch allenfalls umreißen ist mir auch ein Rätsel.

Einen Vermittler, insbesondere ein Makler, der so vermittelt, kann man wohl getrost als unseriös bezeichnen.

Hat man nun die notwendigen Leistungen definiert, kann man im nächsten Schritt die evtl. sinnvollen Leistungen definieren.
In einem Vergleich sollten dann die notwendigen Leistungen bestmöglich erfüllt sein. Je nach Differenz zwischen den Beiträgen, kann man nun überlegen, ob einem evtl. sinnvolle Leistungen einen bestimmten Mehrbeitrag Wert sind oder nicht.

Erschreckend finde ich übrigens den immer wieder aufkommenden Hinweis, dass Vermittlungen in diesem Bereich provisionsgesteuert sein.

Einmal davon abgesehen, dass die Provison im KFZ Bereich so niedrig wie in keinem anderen Bereich sind, sind diese Aussagen auch inhaltlich falsch.

Es gibt Versicherer, die stecken Millionen in die Werbung und verzichten weitestgehend auf Provision. Neben der Werbung sind auch mehr Mitarbeiter in Callcentern notwendig.
Im Schadenfall gibt es dann halt auch nur ein Callcenter mit Angestellten (Also Interessenvertretern des Arbeitgebers) Mitarbeitern. Übrigens, der ein oder andere Anbieter verschwindet dann auch wieder (Bsp. INEAS oder einmal SunDirect)

Es gibt aber auch Versicherer, die z.B. weitestgehend auf Werbung verzichten und das Geld dann in Form von Provisionen auszahlen.
Es gibt auch Sondertarife, die nur bestimmte Makler verwenden können. Diese sind nicht nur tlw. Bis zu 40% günstiger als der Normaltarif, sondern beinhalten vereinzelt auch mehr Leistungen. Diese tauchen in der Regel in keinem Vergleich auf.

Im Ergebnis gibt es bei einem Online oder Finanztestvergleich nur selten einen Beitragsvorteil (nach internen Auswertungen des eigenen Kundenstamms unter 10%). Dagegen gibt es für gleiche, oder sogar weniger Beitrag mehr Leistung (in fast 100% der ausgewerteten Fälle).

Übrigens, der Makler haftet für seine Produktempfehlungen. Der Angestellte Vertreter bedingt. Die Verbraucherzentrale und Testzeitschriften nicht.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Pasibaumi

Pasibaumi

12.12.2012 09:42

Sehr informativ deine Tipps. Lg

moosehead

moosehead

03.05.2012 10:13

Anstatt jedes Jahr die Versicherung zu wechseln spreche ich lieber mit meinem Makler, aber auch in Hinblick auf gleichbleibende Leistungen, denn wenn ich mit einem Anbieter zufrieden bin, warum sollte ich wegen ein paar Euro wechseln?

mima17

mima17

19.03.2012 21:01

bh + lg, mima

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