Kill Bill - Volume 1 (2003)

Erfahrungsbericht über

Kill Bill - Volume 1 (2003)

Gesamtbewertung (88): Gesamtbewertung Kill Bill - Volume 1 (2003)

 

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"All you can do is pray for a quick death..."

5  26.10.2003

Pro:
unglaublicher Genre - Mix, Tarantino at its best

Kontra:
die Zweiteilung

Empfehlenswert: Ja 

Britman

Über sich:

Mitglied seit:23.01.2000

Erfahrungsberichte:144

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Seit 6 Jahren hat man auf den nächsten Tarantino warten müssen. 1997 begeisterte der begnadete Regisseur seine Fans, u.a. mich, das letzte Mal - mit "Jackie Brown".
Das Warten hat nun endlich ein Ende und es hat sich zudem gelohnt. Der vierte seiner Filme ist zugleich der fulminanteste und brutalste.
Aber langsam...

Die Story

Eine ehemalige und hochschwangere Gangsterbraut - Codename "Black Mamba" - wird eines Tages, nämlich an ihrem Hochzeitstag, von ihren ehemaligen Kollegen heimgesucht und samt ihrer kompletten Hochzeitsgesellschaft "abgemetzelt".
Doch, oh Wunder, sie überlebt trotz eines Kopfschusses das Massaker. Ihr ungeborenes Kind kann jedoch nicht gerettet werden. Als sie vier Jahre später aus dem Koma erwacht, schwört sie Rache.
Und wer Tarantino kennt, der wird wissen, dass dies nur sehr sehr blutig enden kann.
Ihr Rachefeldzug führt sie nicht nur durch die USA, sondern schlussendlich auch nach Japan zum vorläufigen Showdown des ersten Teiles.
Das soll für den Inhalt erstmal genügen, da ich auch noch nicht zu viel verraten will.

Die Umsetzung

Die erste Szene schleudert den Zuschauer direkt ins Geschehen und konfrontiert ihn bereits in den ersten Sekunden mit häßlicher Brutalität: Blut, Schweiß und Tränen in einer kalten schwarz-weissen Nahaufnahme.
In der darauffolgenden Szene verhält es sich genau umgekehrt: eine knallbunte poppige heile amerikanische Welt.
Diese beiden krass unterschiedlichen Bilder vermischen sich jedoch im Fortlauf der zweiten Szene. Und das ist symptomatisch für den ganzen Film.
Tarantino varriiert und springt scheinbar beliebig zwischen verschiedenen und geradezu gegensätzlichen Stilen.
Er lässt die amerikanische Wild-West-Welt auf die Welt der fernöstlichen Martial-Arts stoßen, unterlegt dies mal mit Hip Hop Beats, mal mit asiatischen Schlager. Mal bietet er uns ein bonbon-farbenes Bild, mal blaugefiltertes, mal ein schwarz-weisses oder gar ein Zeichentrick-Bild.
Er springt nicht nur zwischen den USA und Japan, den verschiedenen Kulturen, sondern er springt auch durch die verschiedenen Filmepochen und -genres. Bemerkenswert hierbei: Was bis jetzt kein amerikanischer Film geschafft hat, ist die Authentizität der Martial Arts-angelehnten Szenen, was vielleicht auch daran liegt das der Film über weite Strecken in China mit einem chinesischen Filmteam gedreht wurde.
Das einzige, das sich konsequent durch den kompletten Film zieht, ist das Blut. Die Szenen überbieten sich ständig in ihrer Brutalität.
Doch so pervers es klingen mag, es trägt auch zu der bewundernswerten Ästhetik des Films bei.
Die Kampfszenen, feinstest Martial Arts, können sich beinahe mit denen von "Tiger & Dragon" und "Hero" messen, wenn sie auch tur teilweise vergleichbar sind.
Die Schauspieler

Aus Uma Thurman hat Tarantino mal wieder das Maximum rausgeholt. Sie ist die perfekte Besetzung. Sowohl die kranke und häßliche, als auch die später eiskalte und souveräne, und zudem unheimlich sexy, Killerbraut Black Mamba spielt sie mehr als überzeugend.
Lucy Liu, quasi die größte Nebenrolle im ersten Teil, überrascht durch ihr bislang unbekanntes böses, aber irgendwie auch edeles, Element. Passend an ihrer Seite die unheimlich schöne aber verdammt kalte Julie Dreyfus.
Daryl Hannah und Michael Madsen haben im ersten Teil leider noch kaum Spiel, weswegen ich hier noch nicht richtig urteilen kann.
Erwähnenswert aber auf jeden Fall auch noch Michael Bowen als nekrophiler Krankenpfleger und Sonny Chiba als legendärer Schwertschmid und gleichzeitig Besitzer einer Sushi Bar.

Der Soundtrack

Wer die vorigen Tarantino Soundtracks mag, wird auch hier höchst zufrieden sein. Auch hier hat der Chef persönlich eine aussergewöhnliche Sammlung zusammengestellt. Country, Hip Hop, Funk und asiatische Klänge. Wie für das Bild gilt auch für den Ton: Was sich nicht kombinieren lässt, wird hier perfekt kombiniert.
Wu-Tang Clan Mitglied "RZA" steuert seinen nicht unbeträchtlichen Teil noch dazu, und die (positive) Verwirrung ist komplett.

Fazit

Wer zartbeseitet ist und auf Unterhaltung für die ganze Familie steht, der sollte sich keine Karte für "Kill Bill" kaufen.
Der Film ist von der ersten bis zur letzten Minute hart, sehr hart. Ich habe bislang in keinem Film diese Menge an Blut gesehen.

Allen anderen kann ich diesen Film nur wärmstens ans Herz legen. Dieser Film ist so ziemlich alles. Er ist ein buntes mit Zitaten gespicktes Potpurri aus allen denkbaren Filmgenres und Filmkulturen.
Der Film setzt Maßstäbe und lässt so etwas wie Langweile zu keiner Zeit aufkommen. Die Dialoge sind 100% Tarantino, ebenso wie der Soundtrack.

Bei all der Begeisterung während und nach des Films, ärgert man sich nur über die Zweiteilung des Films, die Tarantino auf Druck der Miramax-Bosse vornehmen musste.
Aber im kommenden Februar hat das Warten dann ja wieder ein Ende - dismal schon nach vier Monaten anstatt sechs Jahren.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Dr.Duke

Dr.Duke

02.11.2003 15:29

Werd mir den Film nächste Woche auch mal im Kino anschauen. Der scheint ganz meinen Filmgeschmack getroffen zu haben. schönes Wochenende weiterhin

Heyzl

Heyzl

26.10.2003 22:25

ich finde du hättest den Inhalt etwas beser beschreiben sollen für einen uninformierten kinogänger der diesen bericht vielleicht liest. mfg, heyzl

youngsan

youngsan

26.10.2003 15:55

Um ein bisschen zu meckern - vielleicht noch ein paar Worte dazu, dass der Film in Kapitel unterteilt is + die Dialoge sind zwar 100% Tarantino, sind aber in diesem Film nicht so ausgeprägt und skuril wie bei Pulp Fiction...Ansonsten sehr schöner Bericht! mfg, Adrian, der nach einem alten klingonischen Sprichwort Rache am besten kalt serviert;)

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"sehr hilfreich" von (94%):
  1. rouvinho
  2. Dr.Duke
  3. Quines
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"hilfreich" von (6%):
  1. Kubrick
  2. Heyzl

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