I survived Kill Bill (gaaanz knapp)
27.10.2003
Pro:
Lucy Liu?
Kontra:
hmm, . . . der Film . . .
Empfehlenswert:
Nein
 Frodo!
Über sich:
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Vielleicht war es ja so, dass ich Johnny Depp damit in Verbindung bringe, da's die Vorschau für Kill Bill unmittelbar vor Irgendwann in Mexico spielte, auf jeden Fall habe ich mich von meinen Freund überreden lassen und hoffte sogar auf einen relativ kurzweiligen Abend, als wir Kill Bill anschauen gingen. Obwohl: ich mag Quentin Tarentino nicht, ich habe Pulp Ficition genau 5 Minuten gesehen, mir wortwörtlich 'was ist den das für ein dummer Scheiß?!' gedacht, und abgedreht. Ich fand 'From Dusk till Dawn' ok, aber das großartige Genie dahinter - tut mir leid - ich konnte es nicht erkennen. Ich weiß, Unmensch, weil Tarentino bester Mensch und Filmemacher überhaupt auf der ganzen Welt, und Pulp Ficiton nicht mögen, ich elendiger ..... aber wie auch immer.
In Kill Bill spielt aber auch Lucy Liu mit, also kanns so schlecht doch nicht sein, oder? ODER? Tja. Gnädig stimmte mich dann wieder eine Vorschau (Revolutions - ein nasser Kenau *uuhhhuuu*), was aber auch schon der Höhepunkt des Abends war. Leider kam dann nämlich bald der Hauptfilm. Die Story ansich wäre gar nicht so schlecht und ziemlich ausbaufähig - anders umgesetzt vielleicht gar nicht uninteressant. Also: Masaker in der Kirche, 9 Menschen bei Hochzeit umgebracht. 9? Nein! Die Braut hat trotz Kopfschuß und Hirn-Plitschi-Platschi überlebt, liegt aber im Koma. Wacht nach 4 Jahren auf und will sich an den Attentätern rächen. Ziele in diesem Film also: eine Mutter und die Anführerin eines japanischen Ober-Gangster-Ring. Und das dauert dann 2 Stunden. Um das klarzustellen: mein 'Interessant' wäre darauf abgezielt, langsam Hintergründe zu erörtern und sich in ein Netz von Verrat, Gewalt, Liebe, was auch immer, zu verstricken etc, etc.
Wem bei der Story schon das pure Grauen packt, der wird sich dann erst an der Umsetzung erfreuen! Weil in Amerika kann man nicht einfach im Koma liegen. Natürlich verkauft der Krankenpfleger den scheintoten Körper an Truckfahrer und gibt feine Tips, wie man die Vaseline am besten verwendet, und das man sich ungestört Vergnügen kann, weil: 'die Schläuche da unten sind eh alle hin', aber bitte nicht grün und blau prügeln, weil das merkt die Schwester morgen. Vielleicht bin ich ja ein Mimoserl, aber sowas find' ich echt verstörend. Tja, dann wacht man aus den Koma auf, hat Muskelschwund in den Beinen - klar nach 4 Jahren - aber die Arme sind noch voll fit, mit denen kann man ohne Probleme einen Bären erlegen und sich dann durch's Krankenhaus schleppen - eine halbe Stunde später ist man dann wohl auf und hüpft durch die schöne Welt.
Dann wird schnell eine Mami umgebracht, und die kleine Tochter schaut zu - ja, wenns sonst nix ist. Weiter geht's mit Lucy Liu's Geschichte. Die ist dann in diesem Zeichenstil gehalten, in dem es auch einen ganz alten Dschungelbuchfilm gab - damals konnte ich dannach Nächtelang nicht alleine schlafen ;). Tja, da sieht man wie klein Lucy unter dem Bett sitzt, wärend Mama und Papa geschwind abgemetztelt werden, sie schwört sich Rache, tja, und zum Glück macht sie sich dann mit 10 Jahren zu nutzen, dass der Ober-Gangster-Boss auf Kinder steht - ach, du schöne Welt! - und während lustigem Hoppa-Hoppa-Reiter wird der schnell abgestochen, die alte Sau. Und dann ist Lucy Gangsterboss. Natürlich kommt aber dann die gar nicht mehr komatöse Uma und killt zuerst ihre gesamte Leibwache und die Armee, und dann Lucy. Ende.
Uma Thurmann fand ich schon immer hässlich, und sie ist absolut die unsympathischte Hauptdarstellerin überhaupt. Während des Filmes war ich eigentlich immer auf der Seite der 'Bösen' und habe zuerst gehofft, dass die Mutter (ja keine Ahnung, was die wieder für einen Namen hatte) schneller ist als die Thurmann, oder das wenigsten Lucy Liu überlebt. Aber nix da (wobei - wer hofft ja eigentlich blöd, weil das ganze von Anfang an komplett vorhersehbar ist und die Spannung einen bisher schier unerreichbaren Tiefpunkt erreicht). Lucy Liu war - für die Maße dieses Filmes - cool und stylisch, und ich find's echt schade, dass sich eine meiner Lieblingsschauspielerinnen für sowas hergibt... nur weil alle Welt meint, Tarentino ist soooo toll? Die Effekte waren UNGLAUBLICH realistisch (nicht, dass das vom Regisseur gewünscht wäre..), und ich find es auch immer ganz toll, wenn aus jeder Schnittwunde hektoliter an Blut rausfliessen - das gibt den ganzen so einen künstlerischen Touch... Ich fand auch die Kampfszenen unglaublich schlecht und billig choreographiert - bis auf eine Szene, wo man nur Schatten sah (da viel wohl das Blut nicht so auf), die machte aber leider nur wenig Zeit in diesen schier unerträglichen 2 Stunden aus.
Gut durchdacht waren dann auch die Arten, jemanden umzubringen: während eine sauber abgetrennte Schädeldecke natürlich ein sofortiger Todesgrund ist, der betreffende aber noch einwandfrei Sprechen kann (ich hab zwar bei Brocka und Wernike nicht so aufgepasst, aber die waren da locker dabei...), überlebt jemand mit Kopfschuss ohne Probleme oder irgendwelchen Folgen, auch wenn das halbe Hirn wahrscheinlich noch am Kirchenboden herumgammelt... Vülgär, blutig, abstossend und primitiv - das macht dann also einen Tarentino aus. Jeder B-Movie-Splatter-Shocker aus der hintersten Ecke der abgerammelsten Videothek hätte dann wohl das gleiche getan, so leids mir tut. Ich kann mich echt nicht erinnern, je einen derart miesen Film gesehen zu haben (und ich habe sehr, sehr viel gesehen...). Wenn dass dann also ein Kultfilm ist - dann gute Nacht liebe Welt.
Bekomm ich ein 'I-survived-Kill-Bill'-T-Shirt? Beste Grüße, der Frodo
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02.06.2004 00:00
Deine Meinung muss man natürlich akzeptieren. Was man nicht akzeptieren kann ist die Tatsache, dass Du einerseits den Film verkennst und misinterpretierst (und das sagt jemand, der eine gottverdammte, fünfzehnseitige wissenschaftliche Arbeit darüber geschrieben hat) und ihn wohl andererseits nicht hättest sehen sollen. Denn eigentlich ist das ja so: wenn ich einen Film von Rosamunde Pilcher (ein Beispiel, es ist nur ein Beispiel...) sehe, wird mir auch ganz anders. Was nicht mal am Film liegen muss, sondern einfach an der Tatsache, dass der Film nicht für mich (respektive Menschen wie mich, was auch immer das heißen mag) gemacht wurde. Same here, nehme ich an. Ich würde es aus genau diesem Grund allerdings nie wagen, eine Rezension über einen solchen Film zu schreiben... ein unterfangen, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt wäre... dummschwätze ich zuviel? *g* Nichts für ungut und schöne Grüße, Thomas
24.11.2003 01:56
Mich nervt dieses ständige Gerede über einen "künstlerischen" Film. Es scheint mir eher, daß damit die Gewalt gerechtfertigt werden soll. Gruß Sprox
13.11.2003 13:29
also ein Film den ich mir nicht unbedingt anschauen muß