CIAO WAR PART 4 (vs. JediCassio)
17.11.2003
Pro:
stylisch (immer und immer wieder), gewohnt "nette" Story, Uma Thurman rockt ungemein
Kontra:
habt ihr was gegen einen fliegenden Skalp ?
Empfehlenswert:
Ja
 Londonfootball
Über sich:
Japanischer Kolega ist doch wieder da. Und der Kolega vom Kolega auch. Also ich.
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Eins vorweg: Dieser Bericht ist Teil 4 eines „Best-Of-Nine“ zwischen JediCassio und mir. Wenn jemand mitvoten möchte (ausschliesslich im GB von JediCassio), möge er beide gegeneinander antretenden Berichte lesen und sich dann für einen entscheiden. Cassi und ich wollen ein für allemal klären, wer von uns beiden „besser“ ist, hehe...daher dieser kleine „CIAO-WAR“. Doch genug geschwafelt, wir sind hier, um was zu lesen, was zudem evtl. noch interessant ist ;o)
Ganz ehrlich, ursprünglich sollte hier ein Bericht über Demolition Man stehen, aber auf Grund des Zeitmangels war es mir nicht möglich, die durchaus komplexe und etwas verwirrende Story (es ist eben mehr als nur Stallone vs. Snipes) aufs Papier zu bringen – daher, heute etwas aus der Reihe, was gegen JediCassio nicht den Hauch einer Chance haben dürfte – doch für mich etwas einfacher von der Hand gehen wird, LOL. STORY Black Mamba (Uma Thurman) war früher eine Angehörige eines japanischen Verbrechersyndikats. Leider erfahren wir im Laufe der Films nicht wirklich mehr als das, sondern sehen, wie sie tot auf dem Boden eines Altars liegt. Wie es scheint, gleicht dieser Mord einer Hinrichtung, die der Oberboss Bill in Auftrag gegeben und mit aufgeführt hat. Leider ist Bill nicht gründlich gewesen, denn Black Mamba überlebt den Kopfschuss und fällt ins Koma. 4 Jahre später jedoch erwacht sie aus diesem und sie treibt in Grunde nur ein Gedanke: Bill und 4 weitere Leute, die an dem Verbechen gegen sie (und ihr ungeborenes Kind) beteiligt waren, zu eliminieren.
Schnell stellt sich heraus, dass die betreffonenen Personen in Japan leben und dort u.a. in der Yakuza schalten und walten, wie sie wollen, so kann man sich denken, dass unsere Mamba ebenfalls kein Kind von Traurigkeit zu sein scheint, denn einem jungen Mann, der sie im Koma vergewaltigen will (ätsch, aufgewacht !) beisst sie zu Tode und nimmt kurze Zeit später auch einen der widerwärtigen Krankenhausangestellten mit der alten „Tür trifft Kopf“-Methode auseinander. Als sie das Krankenhaus verlässt, nimmt sie direkt ein „One-Way-Ticket“ nach Okinawa, besucht einen japanischen Meister, der ihr ein Katana (Schwert) basteln soll. Da dieser altehrwürdige Japaner früher einmal der Lehrer von Bill gewesen ist, kommt er nicht umhin, eine Waffe für die gute Mamba zu bauen, die ihres gleichen an Präzision und Härte sucht (schliesslich steht er indirekt in der Schuld, vor einiger Zeit ein Monster ausgebildet zu haben).
Mamba ist nun also bewaffnet und kann loslegen – und wie sie loslegt..... ...die Yakuzaschergen werden schnell und präzise auseinandergenommen, Beine und Armen werden abgesäbelt, Köpfe fliegen umher und das Blut macht mehr als nur einmal Verwandschaft mit Sakkos, Swimmingpools oder einfach dem Boden – kurzum – eine Art Spritzorgie auf Katana-Art. Als sie ihr Ziel erreicht und 2 von 5 Zielpersonen auslöscht, geht der Film leider zu Ende – ein zweiter Teil ist also angesagt...
DIE STORY ? Ok, ganz ehrlich, wenn wir die ganze Geschichte nun auf eines herunter reduzieren, kommen wir zu einer sehr einfach Strickweise, die uns Quentin Tarantino bietet -> Frau will sich rächen -> Frau tötet. Einfach, oder ? Und genauso sehe ich das auch. Doch gerade diese Einfachheit macht die Story so angenehm – kein verworrener Schnickschnack, keine langatmigen Dialoge, die im Endeffekt nur Verwirrung herstellen, nein, eine Tüte Chips, ein Bierchen und Du kriegst die Augen nicht mehr vom Bildschirm...denn... ...der Film ist kurzum gesagt sehr „stylish“. Die blitzenden Klingen, die feinen Outfits, der grandiose und stimmungsvolle Soundtrack vermitteln einem schnell das Gefühl, dass man darauf erpicht ist, zu sagen „Los, köpf ihn“ „Los, mach nen Salto und schlitz ihn in der Mitte auf“. Denn so wie man in z.B. „Fast and the Furious“ nicht umhin kommt, die Story als Nebenaspekt zu sehen, sondern sich mehr und mehr an den coolen Autos und dem Auftreten der Hauptdarsteller ergötzt, so schnell kann es einem in „Kill Bill“ auch passieren – und ich würde sehr schnell dazu übergehen, „Kill Bill“ mit „From dusk till dawn“ zu vergleichen, denn auch dort metzeln die Hauptdarsteller in relativ cooler Art alles nieder, was ihnen in den Weg kommt – der Inhalt ist also wohlbekannt – auf die Verpackung kommt es an, oder ? Die „Spannung“, die also dem Film obliegt ist dann also lediglich die Frage nach dem „Schaffen des Auftrags“....zwar etwas wenig, könnte man meinen, doch ich persönlich mag Helden, ob sie nun Kanonen oder Schwerter tragen – ist mir vollkommen latte, Hauptsache, der Held wird gut in Szene gesetzt und schafft es, ein charismatisches Auftreten zu suggerieren, was mich als Zuschauer dazu bringt, mit ihm im mitzufiebern, oder eben in diesen 2 Stunden zu identifizieren.
Mamba ist also die Gute und geht ihren Weg. Sie braucht keine Mittäter, Beschützter oder gar polizeiliche Hilfe. Denn all das wird sie niemals bekommen – also geht sie ihren Weg – und das auf eine erstaunlich coole sowie präzise Art – sie ist ja schliesslich kein Chormädchen... CAST Oh ja, wenn man das Aufgebot liest, nickt man nur ob der genannten Namen. Doch ehrlich, David Carradine (Bill) bekommt man nie zu Gesicht und wenn es um Lucy Liu (O-Renshi – Opfer Nr. 2) geht, dann muss man gestehen, dass allein ihre Mimik uns ein Seufzen entlockt – denn reden – nein, das tut sie nicht gerade oft in dem Film. Also bleibt alles an Uma Thurman hängen – und sie macht ihren Job. Denn während ich eingestehen muss, sie in „Pulp Fiction“ als hässliches Entlein eingestuft zu haben, überrascht sie mich in diesem Film von Kopf bis Fuß sowie den Kampffähigkeiten und der tollen Mimik. Es gibt im Grunde nichts zu schöneres zu sehen, wie sie in ihrem gelben Motorradanzug dasteht, das Schwert zum Kampfe erhoben und ein Gesicht wie aus Stein gemeißelt – einfach nur schön – und wahrscheinlich genauso schwierig zu spielen – denn jeder Gesichtsausdruck, jeder Kleinigkeit lässt mich eine gewisse Schönheit erkennen – präzise, kaltblütig und dennoch hinter einer guten Sache stehend – einfach klasse. Und seien wir ehrlich – der ganze Film ist nur auf Uma Thurman aufgebaut, alle anderen Teilnehmer werden schnell zu Statisten – und wenn man sie einigermaßen kennengelernt hat, köpft unsere Black Mamba sie – nein, bis auf Bill (Carradine), den man ja nunmal nicht sieht (nur seine Hände – höchstens mal seine Stimme am Telefon hört), gibt es wahrscheinlich keine Person, die den ganzen Film überlebt... ...ausser einigen Einblendungen eines japanischen Meisters (typisch japanisch – show no emotion), der unserer Heldin ein paar Ratschläge auf den Weg gibt („Rache ist kein gerader Weg – sie ist wie ein Wald, in dem man sich verirren kann“)...Uma ist also „Kill Bill“ – und sie ist top – naiv gesagt -> einfach nur schön.
DIES UND JENES Zwei Fragen stellen sich dem Zuschauer im Laufe des Filmes ab und an Mal. 1. Ist der Film nicht zu brutal ? Nunja, wir sehen alle paar Minuten ein paar abgeschlagene Köpfe in der Luft herumfliegen, das Blut spritzt in einer Fontäne vor sich hin und Mamba schlägt wohl so an die 50 Gegenspieler zu Krüppeln. Gut, man mag darüber geteilter Meinung sein, was solch eine Verherrlichung von Gewalt angeht, doch ich sehe das relativ „locker“ -> denn, wo gehobelt wird, da fallen nunmal Späne. Und wenn man sich darüber im Klaren ist, dass im heutigen Japan eine gewisse Tradition eine große Rolle spielt, und wenn man folgedessen auch sieht, dass Kämpfe nicht mit Kalaschnikovs, Bazookas oder Uzis, sondern mit einem guten perfekt geschmiedeten Schwert ausgetragen werden, nimmt man die gezeigten Bilder als Tatsache hin. Und...seien wir ehrlich -> die Möglichkeit, an Syndikatsbosse heranzukommen sind relativ gering – und dieses Ziel wird man sicherlich nicht mit einer polizeilichen Vorladung erwirken, sondern mit harter und präziser Waffengewalt. Da Quentin Tarantino wohl auch daran dacht, unsere Uma nicht nur als Racheengel, sondern als knallharte Ex-Killerin eines solchen Syndikats darzustellen, war der einfachste Weg sicherlich auch der, sie kaltblütig ein paar Arme abschlagen zu lassen, was dem Zuschauer die „Wichtigkeit“ ihres Wollens umso deutlicher darstellt -> Black Mamba WILL sich rächen und da ist für Sentimentalitäten kein Platz.
2. Schwertkampf im 21sten Jahrhundert ? Wie ich eben schon schrieb, ist der Nutzen traditionsreicher Waffen und das Aufrechterhalten von Traditionen im modernen Japan nur Gang und Gäbe. Während unsere irischen Brüder aus „Der blutige Pfad Gottes“ mit einer M-16 einmarschieren würden, gibt uns Tarantino die Möglichkeit, Präzision und Schönheit eines Zweikampfes Mann gegen Mann und Schwert gegen Schwert zu genießen – und da dies wohl kaum im modernen Mexiko funktionieren würde, bieten sich japanische Gepflogenheiten umso mehr an. Der Film wird also nicht durch Rumgeballer verschandelt, wo man am Ende nicht mehr weiss, wer wen killt, nein, hier dürfen wir „Mord“ für „Mord“ die Präzision dessen „genießen“, verbunden mit der Möglichkeit, dass „Zwischenmenschliche“ dabei zu erfahren. Denn wie in alten Cowboyfilmen es bei high noon 1 vs. 1 hoch herging, so stellt sich unsere Mamba der guten O-Renshi in einem solchen Duell und die Klingen dürfen sich messen. Nebenbei sollte auch hinzugefügt werden, dass wir nicht nur reine Schwertkämpfe genießen dürfen, sondern auch kleine Kampfmätzchen á la „wir machen es wie Bruce Lee“ – schöne eingesprungene Drehtritt, Salti und Handkantenschläge en masse – Fernostfilmherz, was willst Du mehr ? STYLISH Wie ich eingangs schon beschrieb, ist der Aufbau des Films geprägt von seiner Optik. So ist es kaum verwunderlich, dass ich mich schon nach kurzer Zeit in die so kaltherzig dreinschauende Mamba verliebte, die zu Beginn noch wie ein schwacher Engel ohne Flügel daherkommt und schon kurze Zeit später wie ein Drachen Gebäude um Gebäude mit seinem Feuer zum Brennen bringt. So ist unsere gute Mamba nicht nur ausgerüstet mit einem wunderschönen (wunderschön tödlichen) Katana, nein, auch ihr geklauter Jeep (Aufdruck: PussyWagon) in den Hulk Hogan Farben (gelb und rot), sowie ihr 180PS Reiskocher machen eine Menge her. Das ganze noch versehen mit einem schnittigen, sexy Overall (in einem gelb, was die Welt noch nicht gesehen hat), ihre kalten, ausdrucksvollen Augen – und Du bist in ihrem Bann. Tritt Mamba nun auf den Plan mit ihrem Schwert im Anschlag, mustert sie ihren Gegner von Kopf bis Fuß, stets angespannt wie eine Raubkutze und doch so gelassen wie eine Eule, erklingt noch ein wirklich sehr fetter, cooler Sound, der einem vermittelt: Der Drache betritt die Bühne, macht Platz, Ihr Warmduscher – hart, aber herzlich, mit einer Prise Style – der Wolf im Schafspelz oder das Schaf im Wolfspelz – ich könnte mir das Ganze immer und immer wieder anschauen.
NUN DENN... Ein Fazit ist nicht allzu schwierig und im Endeffekt nicht mehr als eine kleine Zusammenfassung des bisher dargestellten. Die Story ist relativ „einfach“, doch die Dramaturgie von der gebrochenen Frau, die so schändlich verraten und mißhandelt wurde und sich nun auf dem Rachefeldzug befindet, ist sicherlich keine Neuerfindung, aber immer wieder sehr einnehmend, um nicht zu sagen, beinahe schon zur Identifizierung zwingend. Dass unsere Mamba aber kein Kind von Traurigkeit ist, bemerken wir schnell, spätestens nachdem sie jemandem die Lippe abgebissen oder mit einem Schwert ein paar Yakuza skalpiert hat. Und doch tötet sie für eine „gute Sache“, dazu noch mit Stil – denn Mamba ist eine sehr hübsche Frau, mit Augen die den Gegner vorab durchdringen – und selbst wenn sie mit Blutspritzern im Gesicht vor Dir steht, sie gibt immer noch eine sehr gute Figur ab – Du würdest mit ihr nie Stress haben wollen – aber als ein weiblicher Kompagnon wär sie wie geschaffen – der Punisher (ab Mitte 2004 im Kino) hätte seine helle Freude an ihr. Also, kurzum gesagt -> wer sich nicht von herumfliegenden Skalpen abschrecken lässt und wer starke Charaktere und Style mag und sich mit der „Selbtsjustiz-Formel“ anfreunden kann, der ist bei „Kill Bill“ sehr gut aufgehoben. Zwar kommen die Dialoge in ihrer Art nicht an vorherige Tarantino-Werke heran, doch das Gesamtbild ist mehr als überzeugend – ich persönlich werde mir dieses coole Kunstwerk nochmal zu Gemüte ziehen müssen, denn seltsamerweise laufen einige Szenen selbst jetzt noch in meinem Kopf ab – und Matrix Revolutions sah ich auch vor kurzem, während dies absolut gegen „Kill Bill“ verblasste....
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02.07.2007 21:59
mmmh ... mir hat der film überhaupt nicht gefallen ...! lg mozarteum
11.06.2007 22:22
Tarantino ist eh der beste, habe Kill Bill auch im DVD-Regal... glaube den schau ich mir glecih an =)
21.05.2004 15:08
Und ich dachte schon, Du würdest nie ein Wort über die Dialoge verlieren - die ich neben dem simplen"HauwegdenVampirscheiß" bei "From Dusk till Dawn" sehr gelungen fand. Wenn das aber bei "Kill Bill" wegfällt, müsen die Kampfszenen wohl sehr gut sein - wenn Du den Film so magst. Ich hatte bisher - auch nach dem Lesen der einen oder anderer Meinung hier - noch nicht den brennenden Wunsch verspürt, den Film zu sehen, obwohl ich Tarantino-Filme und Eastern mag. Das hat sich jetzt geändert.