Kill Bill - Volume 1 (2003)

Erfahrungsbericht über

Kill Bill - Volume 1 (2003)

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Sankt Quentin is back

5  19.11.2003

Pro:
er ist perfekt

Kontra:
es ist eben noch nicht Februar, Zeit für Vol . 2

Empfehlenswert: Ja 

Katia23

Über sich: Ich versuche Filmrezensionen zu schreiben. Alte Filme, neue Filme, lustige und traurige, schlechte u...

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Erfahrungsberichte:225

Vertrauende:85

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 65 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich gebs ehrlich zu, es war eine schwere Entscheidung.
Nein, nicht die Entscheidung, ob ich ins Kino gehe und mir Kill Bill Vol. 1 anschaue, nein sondern die Entscheidung, ob ich gut genug schreiben kann, um eine konstruktive Kritik zu verfassen. Hach, ihr wisst doch, wer den Meister kritisiert, der ist es nicht wert zu verstehen.

Aber zuerst einen winzig kleine Einleitung zum Kinogang. Cinemaxx Halle zum Kinotag, 20:15 Uhr. Ich hatte ne Logenkarte. (Und das war auch gut so.) Sass ich erst noch blasiert auf meinem gepolsterten Stühlchen und nippte in kurzen Zügen am Becks-Bier um bald darauf festzustellen, dass sämtliche Typen über 1,90 m die Reihe vor mir favoritisierten. Wisst ihr was ich meine? Köpfe, überall nur Köpfe. Egal, das Kino total voll, bis auf die erste Reihe. Und es ging los!

Story:

The 4th Film by Quentin Tarantino.
Schwarz/weiss geht’s los. Uma Thurman (die Braut) liegt am Boden, jemand hält ihr eine Pistole an den Kopf – und drückt ab. Nancy Sinatra dazu; „Bang, bang (my Baby shoot me down)“. 4 Jahre und 6 Monate später. Die Braut hat überlebt und wacht aus dem Koma auf, und sie hat eine Liste. Auf der stehen fünf Namen.
- O-Ren Ishii (Lucy Liu)
- Vernita Green (Vivica A. Fox)
- Elle Driver (Daryl Hannah)
- Budd (Michael Madsen)
- Bill (David Carradine)

Die Namen ihrer Ex-Kollegen und ihres Chefs, die Profikiller-Organisation „Deadly Viper Assassiniation Squad“. Und so geht’s dann auch los. „Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert!“ (altes klingonisches Sprichwort).

Mehr muss zur Story nicht gesagt werden. Glaubt mir.

Facts:

Kinostart in Deutschland 16. Oktober, 110 Minuten, Regie: Quentin Tarantino (Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Jackie Brown). FSK ? Hmm. Ich glaub; ab 18. Aber ich bin nicht sicher. Kill Bill Vol. 2 ist voraussichtlich ab Februar 2004 bei uns in den Kinos.

Katia´s Meinung:

Was soll ich mich solange mit Fakten, Tatsachen und schnöden Storybeschreibungen aufhalten, geht es doch allein darum, dass Tarantino ein neuer Geniestreich gelungen ist. Die Zusammensetzung aus Martial Arts-Filmen, Spaghetti-Western, einem 10 minütigen Anime und ein Rache-Epos der besonderen Art. Es ist; und ich denke das stimmt; genau die Art von Film, die Vincent Vega aus Pulp Fiction gefallen würde. Ich möchte eigentlich auch nicht die Lobeshymnen vieler anderer Menschen wiederholen und es ist viel Gutes geschrieben wurden. Ich möchte meine Meinung zum Film darlegen.

Nein, euch wird nicht schlecht, obwohl literweise „Ersatz“ – Blut fliesst. Köpfe rollen, einige Arme und Beine werden abgehackt, Blut spritzt in Fontänen. Doch es ist stilvoll. Es ist Ästhetik und es ist Tarantino.

Kill Bill ist eine Orgie und so habe ich den Film auch verfolgt. Mit weit aufgerissenen Augen zur Leinwand gestarrt und obwohl ich jetzt weiss, dass viele Szenen witzig waren, viele Dialoge genial habe ich kaum mein Gesicht verzogen, nur um nichts zu verpassen. Und, auch wenn mir vielleicht einige Leute nicht zustimmen werden, ich fands genial, den Film zu teilen. Nicht, weil ich auch eine kleine Schwäche für einen Dreiteiler habe, der im Dezember wiederkommt, nein weil es passend war. Ein Satz, eine Überraschung, noch einmal kurz Luft holen und aus…
Ätsch… vorbei. Ja, das ist es.

Und außerdem Kill Bill 40 Minuten gekürzt? Das hätten wir einfach nicht ertragen.

Die Story selbst, ein Weg aus Rückblenden, der Weg der Braut von Amerika nach Japan (Ohh… wundervolles startendes Flugzeug im orangenem Himmel), die Koma-Station im Krankenhaus, das Haus von Vernita Green. Es ist alles so bekannt. Es ist so, als hätte man es schon mal irgendwo gesehen. Die Samurai-Schwert-Geschichte oder die japanische Bar und die 88 Kämpfer. Herrgott, man sitzt da und grübelt und grübelt und doch wirkt alles einzigartig schräg und doch passend.

Eigentlich wollte ich nicht schwärmen. Doch manchmal kann ich eben nicht anders.

Irgendwie wirkt alles in diesem Film angelehnt, es erinnert einen daran, wie Klein-Tarantino früher vor dem Fernseher gehockt haben muss und sich, was er auch in die Finger bekommen hat, angesehen haben muss. Und genau aus diesen B-Movies ist Kill Bill entstanden. Er kommt daher wie ein Comic, ein Film in dem der Held/die Heldin unverwundbar ist.

Tarantino hat sich Uma Thurman gewünscht und er hat sie bekommen. Er hat gewartet bis ihre Schwangerschaft vorbei ist, um endlich mit ihr zu drehen. Das schöne, blonde All American Girl passt auf diese Rolle, wie keine Zweite. Und Tarantino hat sie wieder zurückgeholt die kühle Meerjungfrau der 80er Jahre Darryl Hannah, alterslos schön und in dieser Rolle böse, aber symphatisch böse(bis jetzt). David Caradine Ex-Kung-Fu-Typ aus dieser Fernsehserie als Bill. Genauso wars ja mit John Travolta (Pulp Fiction) und auch schon mit Pam Grier (Jackie Brown). Wir werden sehen wie es weitergeht. Bis jetzt gefällt mir die Besetzung ausnehmend gut. Lucy Liu spielt ihre Rolle als ewig lächelnde, japanische Yakuza-Chefin so gut, dass man sich fragt, wie sie jemals in Ally McBeal so zickig sein konnte. Ihr zur Seite steht Julie Dreyfuss als Sofie und ein hübsches Schulmädchen, die glaub ich, den schönsten Part im ganzen Film hatte. Aber das muss man sich alles schon selbst anschauen.

Und auch der Soundtrack wird euch vom Hocker reißen, Nancy Sinatra, Panflötenhits und beim Showdown inmitten eines japanischen Gartens voller Schnee das Flamenco-Stück Don´t let me be misunderstood von Santa Esmeralda zu spielen, kann wohl niemand anders als Quentin, anbetracht der Tatsache, dass er mich nun schon seit Jahren inspiriert, kann ich wohl aufhören ihn Mr. Tarantino zu nennen und kann zum Quentin wechseln. Ach und natürlich die Japanische-Pop-Mädchen Band im Teehaus/Restaurant. Zum Schreien gut.

Aber genug für heute. Ich kann euch Kill Bill einfach nur empfehlen und warte selbst sehnsüchtig auf Vol. 2. Doch wer ein Jahr auf Herr der Ringe warten kann, wird doch mal 5 Monate auf Kill Bill Vol 2 warten?

Es ist als versuche man den ganzen alten Filmen im Fernsehen zu widerstehen, nur um dann ins Kino zu gehen und alles in zwei Teilen zu bekommen. Einfach, detailliert und ganz gewiss nicht so langsam wie die alten Filme. Und irgendwie braucht man Tarantino auch, denn wie soll man sonst alles andere was einem so serviert wird verkraften, wenn nicht ab und zu ein Film wie Kill Bill, Pulp Fiction oder Jackie Brown uns retten würde. Die Rettung vor dem Überdruss, willkommen im Universum der merkwürdigen Träume.

Kurzfazit:
Unbedingt ansehbar. Alles was es an Sternchen, Ausrufezeichen und Hinweisschildern gibt, vergebe ich hier. Tarantino hat sich selbst übertroffen und der erste Teil ist so interessant und krass wie Pulp Fiction, so blutig und grausam wie Reservoir Dogs und so fair und ehrlich wie Jackie Brown. Er ist das, worauf alle gewartet haben, wohl jetzt schon Kult.

Bis zum Februar, Ihr Lieben. Vol.2.
K.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
chrissiepeace

chrissiepeace

28.04.2005 19:39

heello, feiner bericht! "eigentlich wollte ich nicht schwärmen" -->löl :D! dein bericht war amüsant und dieser film ist genauso. fand den sehr gut! nuja, liebe Grüße, Chrissie

macsmac

macsmac

09.09.2004 18:39

teil I hat ja schon fast cult status. mfg m

crash_better

crash_better

15.08.2004 20:13

Aber hallo! Kill Bill war wohl der Film, auf den ich mich ach sooo lang soo wahnsinnig gefreut habe und mit keiner Sekunde des Films kam ich mir aufgrund der Wartezeit veräppelt vor. Ganz im Gegenteil, ist ein guter Käse oder Champagner: Je länger die Wartezeit, umso besser mundet er. Tarantino is god, nach wie vor! Schön zu wissen, dass sich dein Filmgeschmack nicht verändert hat! ;)

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"besonders hilfreich" von (3%):
  1. macsmac
  2. crash_better

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