Kill Bill - Volume 2 (2004)

Erfahrungsbericht über

Kill Bill - Volume 2 (2004)

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Als Verbeugung des Meisters

5  04.05.2004

Pro:
ein perfektes Meisterwerk

Kontra:
ich hätte mich auch 4 Stunden ins Kino gesetzt

Empfehlenswert: Ja 

Katia23

Über sich: Ich versuche Filmrezensionen zu schreiben. Alte Filme, neue Filme, lustige und traurige, schlechte u...

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Vertrauende:85

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 63 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich habs getan!
Nachdem ich aus unerfindlichen Gründen nicht bereits eher ins Kino gegangen bin, habe ich es am Samstag endlich geschafft, den zweiten Teil von Tarantinos Kill Bill zu sehen. Und… wieder eine konstruktive Kritik zu verfassen. Aber was rede ich da; Kritik? Na ja, ich versuche zu verstehen, zu erklären und zusammenzufassen, was in meinem verwirrten Kopf so vorgeht, wenn ich an Kill Bill Vol. 2 denke.

The 4 th Film by Quentin Tarantino

Teil 2

Story:

Nach dem die Braut in Vol. 1 O-Ren Ishii und Vernita Green zur Strecke gebracht hat, stehen auf ihrer noch drei weitere Namen.

Budd - der heruntergekommene, kleine Bruder von Bill - (Michael Madsen)
Elle Driver – (Daryl Hannah)
und
Bill – der einzig-, großartige Bill (David Caradine)

Doch zuerst folgen Erklärungen, Sachen, welche wir in Teil 1 hingenommen haben, da sie auch durchaus im Tarantinohimmel einfach so passieren können, werden nun erläutert.

Eine Hochzeit, die gar keine war, sondern eine Probe. Ein Schwangerschaftstest, der einen Auftrag platzen lässt. Eine Kampfsportausbildung, die ein Auge kosten kann. Alles, aber auch alles wird erläutert. Zwischendrin trifft die Braut, die nun den Namen Beatrix Kiddo trägt, Budd, den kleinen Bruder von Bill, wird erschossen, begraben und steht wieder auf. Sie legt sich mit Elle Driver an, zwei kämpfende Frauen im Wohnwagen und am Ende trifft sie Bill.

Facts:

Filmstart: 22.04.2004, Länge 135 Minuten, FSK ab 16 Jahren. Regie führte (hab ich´s nicht schon erwähnt?) Quentin Tarantino.

Darsteller: Uma Thurmann (Gattaca, Eiskalte Leidenschaft, Pulp Fiction, Gefährliche Liebschaften), David Carradine (Kung-Fu – TV+Film, Fackeln im Sturm (TV), Ein Vogel auf dem Drahtseil), Daryl Hannah (Splash, Roxanne, Wall Street, Magnolien aus Stahl), Michael Madsen (Species, Donnie Brasco, Thelma & Louise, The Doors, Reservoir Dogs), Gordon Liu, Michael Parks, Lucy Liu, Vivica A. Fox

Produktionsfirmen waren Miramax, A Band Apart, Super Cool ManChu.

Kritik:

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

- Pause -

Was hab ich zu Vol. 1 geschrieben? Ich habs vergöttert, ich hab es in den Himmel gehoben – doch was ist, wenn Vol. 2 das Ganze noch übertrifft? Wenn Vol. 1 der große Knall war, dann ist Vol. 2 der grandiose Aufprall. Vol. 1 war schnell, blutig, vollgepackt. Vol. 2 ist leiser, ruhiger, erklärender und dennoch nicht weicher.

Schnell wird klar, wie sehr Quentin Tarantino seine Hauptdarstellerin vergöttert, sie ist seine persönliche Marlene Dietrich, sein Kunstwerk und seine Mona Lisa. Für ihn ist Uma Thurman vom Gesicht bis zu den Zehen perfekt. Er lässt die Darsteller sagen: „Diese schöne Frau“ „Dieses hübsche Mädchen“, wieder und wieder, so lange bis man als Zuschauer in das schwarzweiße Gesicht von Uma Thurman im Abspann starrt und ich meinen Blick gewaltsam von diesem Bild lösen muss.

Beginnen wir mit den Erklärungen, pittoresk war das Wort, das mir permanent durch den Kopf schoss. Malerisch, in vielen wunderbaren Szenen. Tarantino führt uns wieder an der Hand durch die verschiedenen Welten des Films. Es gab die Shaolin-Ausbildung, sooft gesehen und sooft habe ich mit dem kleinen Lehrling/Zögling mitgelitten und auch diesmal zucken wir zusammen, wenn sich Beatrix – Die Braut – die Fäuste blutig schlägt an einem dicken Holzblock, wir leiden mit wenn sie mit zittrigen Händen ihren Reis mit Stäbchen isst und wir verstehen ihre Wut. Schließlich kennen wir sie aus anderen Filmen.

Es gab dieses einmalige Bild, in der kleinen Hochzeitskapelle, die Braut schreitet auf den Altar zu, die Kamera geht zurück an den Eingang und die vier Killer der Deadly Vipers Assassination Squad, kommen langsam nebeneinander ins Bild, dann sieht man nur noch das Mündungsfeuer der Pistolen. Die Erinnerung, die dabei hochkommt, an Western, kann man nicht mehr unterdrücken. Genauso ging es mir bei dem Wohnwagenszenen von Budd, ringsum nur die Wüste ein paar karge Felsen und dann eine Staubspur. Elle Driver arrives.

Das alles hat Tarantiono nicht etwa ironisch dargestellt; ich denke, dass es seine Hochachtung vor den großen Meistern der Filmkunst zeigt. Während sich Kill Bill Vol.1 vorwiegend an Samurai- und Actionfilmen Japans orientiert, ist es in Vol.2 der Film Noir, Western, Kung-Fu-Filme und die amerikanischen Actionfilme der 80er Jahre. Insgesamt ist alles ein wenig amerikanischer, aber auf eine geschmackvolle Art und Weise. So, als ob sich Tarantino verneigt, vor Sergio Leone, John Woo, John Ford und John Huston und all den anderen die Meisterwerke des großen Kinos schufen.

Einem Filmfreak, wie mir geht dabei natürlich das Herz auf (Ich glaub, man kann das durchaus herauslesen). Selbstverständlich kenne ich nicht alle Filme, die Quentin Tarantino gesehen hat, aber Kill Bill reißt mit, es verwandelt schnödes Actionkino in Kunst.

Schon wieder fällt mir dabei eine ganz besondere Szene ein; auf dem Friedhof „Das einsame Grab der Paula Schultz“. Beklemmung, war das Einzige, was ich gespürt habe, als die Braut in den Sarg gesteckt wurde und dieser zugenagelt wurde. Bei jedem Schlag, der dumpf dröhnte, bin ich zusammengezuckt und als dann die Leinwand schwarz wurde und das Rieseln der Erde verkündete, das Grab wird zugeschüttet, kam Klaustrophobie auf. Bei den Zuschauern und auch bei der Braut. Daran erkennt man den guten Film, man leidet mit.

Zum Ende möchte ich gar nicht soviel sagen, denn jeder sollte einen Grund haben, diesen Film anzusehen. Man möchte wissen, wie er ausgeht. Man wünscht sich ein Happy End für Beatrix Kiddo, mit ihrer Tochter und mit dem faszinierenden Bill. Doch es kann ja kein Happy End geben, schließlich ist Kill Bill ein Rachefeldzug einer Frau, einer erbarmungslosen Frau.

Jede Falte des 67jährigen David Carradine wird irgendwann im Film ausgeleuchtet und nie stellt sich die Frage, wer den Bill spielen könnte. Es gibt dafür nur einen. Eben Bill, furchteinflößend, frei von Skrupeln und Mitgefühl und doch vertrauensvoll.

Langsam fällt mir auf, wenn ich jetzt noch weiter schreibe, werde ich jede Szene einzeln durchleuchten, jedes Kapitel für sich betrachten und dazu den passende Stil zusammenpacken, doch das sollte ich nicht tun. Denn Kill Bill (betrachten wir die beiden Teile, doch einfach als einen Film) ist ein Meisterwerk.Zehn Jahre nach Pulp Fiction und 6 Jahre nach der unvergesslichen Jackie Brown, gibt es Licht am Horizont. Tarantino hat ein neues Wunder vollbracht, einen Film für alle Filme, ein subtiles Werk und eigentlich auch ein ganz normaler Film.

Fazit:

Kill Bill Vol.2 ist ein Film, der sein Geld wert ist und zwar jeden Cent Eintrittsgeld, ein Film für Leute, die Pulp Fiction mochten, Lost Highway mögen (wie komm ich nur auf David Lynch?) und auch sonst einen gelungenen Cocktail aller Filme und aller Klassen zu schätzen wissen. Und… schaut Euch vorher Vol. 1 an, sonst macht´s nur halb soviel Spaß und das Verständnis fehlt.

P.S. Und was habe ich gelacht, im Abspann taucht ein alter Bekannter aller Tarantinofilme auf. Ich hätt ihn fast nicht erkannt. Samuel L. Jackson. Irgendwie schön, so etwas Vertrautes.

Jetzt reichts aber…
Viele Grüße.
Katia


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Torainspace

Torainspace

02.11.2004 23:08

ebenso, wie die autorin hier trotz vorsatz nicht mit schreiben aufhören kann, kann ich trotz vorsatz heut kein bh mehr zu verteilen keines steckenlassen. ich war hin und weg vom film und ich trau mich gar nicht erst, was dazu zu verfassen. allein dieser mut muss schon belohnt werden.

DasistnichtDeinBericht

DasistnichtDeinBericht

26.10.2004 12:36

Da schmückt sich jemand mit Deinen Federn: http://www.dooyoo.de/video-film/kill-bill-volume-2/1016174/

VfBStuttgart

VfBStuttgart

14.09.2004 15:17

Ja, Samuel L. Jackson hat mich auch überrascht, war sozusagen die Krönung:

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