Ich mache derzeit eine Ausbildung zum Erzieher und mein zweites Berufspraktikum absolviere ich
derzeit in der Freizeit - und Begegnungsstätte. Und darüber möchte ich nun einmal berichten.
Die Einrichtung:Es ist eine Kinder und Jugendeinrichtung, die aus einem Raum besteht (ca. 7 mal 7 m). Angebote sind z.B.Billard, Dart, Gesellschaftsspiele, ein Tresen mit Verkauf von Getränken (Unalkoholisch versteht sich) und Essen u.s.w.
Hier können Kinder und Jugendliche ihre Friezeit verbringen und gestalten. Das Alter der Kinder und Jugendlichen liegt zwischen 5 und 20 Jahren, wobei die Anzahl der Besucher sehr stark variieren kann. Zur Zeit ist regelmäßig eine "Jugendklique" da, die aus ungefähr 12 Mädchen und Jungen besteht. Diese Jugendllichen werden von Erziehern und einer Sozialarbeitern betreut. Diese versuchen den Jugendlichen sinnvolle Projekte anzubieten, was aber sehr schwer ist, da die Jugendlichen sehr interessenlos sind. Im weiteren Bericht möchte ich speziell auf diese Klique eingehen:
Was ist mir in meiner ersten Praktikumswoche aufgefallen?In meiner ersten Praktikumswoche ist mir sofort aufgefallen, dass diese Jugendlichen kaum Interesse an Angeboten haben und nam liebsten nur "abkacken" wollen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie einfach nur einen Ort haben möchten, wo sie ungestört von der "Außenwelt" (sprich den Erwachsenen und deren Vorschriften) sind.
Es sit auch sehr schwer für mich gewesen, an die Jugendlichen heran zu kommen, was mir dann aber doch durch Gesprächsrunden gelungen ist.
Ich habe dann durch Gespräche mit Mitarbeitern erfahren, das einige Jugendliche aus "sozial - schwächeren" Familien kommen und dadurch die "Lebenswelt" der Jugendlichen etwas durcheinander ist. Sie randalieren und klauen häufig und es kamen auch schon einege Wutausbrüche zum vorscheinen. Vielleicht ist das die Art, wie sie ihren Druck loswerden.
Ebenfalls wird auch sehr viel mit Drogen herumexperiementiert, in welchem Umfang habe ich noch nicht erfahren können.
Wie gehe ich mit diesen Jugendlichen um?Ich versuche mir immer klar zu machen, dass diese Jugendlichen evtl. benachteiligt sind, z.B. im Familienleben keinen Halt finden oder evtl. auch tägliche Gewalt erleben o.ä.
Und Nachmittags haben sie dann einen Raum, wo sie ungestört sind und machen können was sie wollen. Über solch ein Thema zu schreiben ist für mich sehr schwierig, da ich vorher noch keine Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen hatte. Manchmal bin ich dann auch an dem Punkt gewesen, z.B. nach ständiger Beleidigung mir gegenüber, zu sagen, dass ich einfach alles hinschmeiße -- "Hat doch sowieso keinen Sinn - denen kann man halt nicht helfen". Aber dann motiviere ich mich wieder und denke, vielleicht schaffe ich es ja doch, den Jugendlichen etwas mitzugeben.(z.B. nicht soviele Ausdrücke zu benutzen)Sie sollen Normen wie z.B. Höflichkeit, Respekt vor anderen und vor materielle Sachen lernen. Das wäre ein großer Schritt in meiner Arbeit. Wobei ich mir natürlich klar darüber bin, dass meine 8 Wochen Praktikum dafür nicht reichen..
Wie gehen die anderen Mitarbeiter mit diesen Jugendlichen um?Also ich muß sagen, dass es Mitarbeiter gibt die alles versuchen, um an die Jugendlichen heran zu kommen. Aber es gibt auch Mitarbeiter die schon sagen, dass das sowieso keinen Sinn hat und das sie einfach nur da sind, um aufzupassen damit nicht randaliert wird oder das sich keiner verletzt. Ich denke aber, bei einer solchen Einstellung kann man sagen, dass das nichts mit Sozialarbeit zu tun hat und das man dadurch keinem Jugendlichen helfen kann.
Manchmal denke ich mir auch, das solche Mitarbeiter ein "schweine Geld" dafür bekommen, wohlmöglich noch Diplom Sozialarbeiter / Sozialpädagogen sind und dann so über Jugendliche denken.
Das schlimmste was ich da gehört habe war: " Diese Mistviecher, sollen sie doch einfach abhauen"
Okay zugegeben, manchmal denke ich auch so - um Druck oder Wut abzulassen, aber ich würde es NIE eienm Jugendlicehn in die Augen sagen oder überhaupt laut aussprechen.
Okay, das war es erstmal. Hoffe ich konnte einen kleinen Einblick geben und über andere Erfahrungen (Kommentare) würde ich mich sehr freuen!!!
Ich werde den Bericht von Zeit zu Zeit vervollständigen und neue Erlebnisse und Eindrücke preisgeben.P.S.: Die Empfehlung und Bewertung ist Ausdruck meiner bisherigen Erfahrung.
15.09.2004 17:19
Das wäre nichts für mich!!! LG Cheris
28.06.2004 16:50
Also sorry.. schweine-Geld verdienen die Sozpäds auf keinen Fall!!! Ich glaube der Frust nagt schon an diesen, wenn sie jahrelang sich bemühen und merken, sie können nicht so viel erreichen wie sie eigentlich wollten. Wie emilia35 sagt.. sie sind ausgebrannt. Vielleicht würden sie auch gerne woanders arbeiten, aber in der heutigen Zeit haben sie kaum die Chance ihren Wunschjob zu bekommen. Kürzungen etc. machen nur noch mehr Frust...Klar, ein Berufswechsel wäre angebracht, aber man will ja auch nicht arbeitslos sein. Ich hab meinen Erzieherjob immer gerne gemacht und denke auch, dass ich nicht neg. über die Jugentlichen denken und reden werde, wenn ich meinSTudium abgeschlossen habe. Unterstützen kann ich natürlich eins solch neg. Einstellung auch nicht. *grusel* Gruß Tanja
28.10.2003 00:20
Gnadenlos gut - sehr hilfreich