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So oder ähnlich waren meine Gedankgengänge als Teenager, wenn meine Mama mir mal wieder etwas verboten hatte!
Aber seien wir doch mal ehrlich! Wer hat das in seiner Kinder- und Jugendzeit nicht auch desöfteren gedacht? Meine Oma sagte immer: Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein, dagegen sehr! Und wie recht sie damit hatte!
HALT! Nein, ich bin nicht Mutter und auch nicht schwanger, aber da ich schon 14 Jahre alt war, als meine Schwester zur Welt kam und meine Mutter bald nach der Entbindung wieder arbeiten ging, hatte auch ich einen großen und wichtigen Teil bei der Erziehung meiner Schwester zu tragen.
Nunja, ein Baby wickeln, füttern und mit ihm spielen ist nicht schwer, das kann jeder lernen! Was aber, wenn sie größer werden? So mit zwei, drei Jahren? Dann fängt die Trotz- und Quengelphase an!
Ich hatte also öfter in der Woche die ehrenvolle Aufgabe, mit der Kurzen zum Einkaufen loszuziehen. Ja, liebe Leser, ich weiß, jetzt kommt wieder die ewige Story um die Süßigkeiten an der Kasse! Richtig, denn da gab es einmal ganz übel Ärger. Madame Trotzig war den ganzen Tag schon nicht gut drauf und beschloß, auch mir den Tag noch zu versauen, indem sie im ganzen Laden ein Heidentheater machte, weil sie nicht in die Spielecke durfte! Ich kenn' doch meine Schwester, wenn es langweilig wird, haut sie ab und ich renne dann durch den Laden und suche das Fräulein! Und da es eh nur ein paar Teilchen waren, die ich brauchte, blieb es beim "Nein"! Das war ja schonmal ganz böse! Und als ich ihr dann auch noch das Eis versagte und ihr ein Brötchen anbot, da war Schicht. Trotzkopf fing an zu heulen, daß die Feuerwehr Konkurrenz hatte und trat nach mir. Aber nur einmal, denn ich nahm mir mein Schwesterherz zur Brust, und trat zurück! Natürlich nicht mit aller Kraft, aber so, daß sie merkte: Das tut ja weh! Von da an war die Sache mit dem Treten Geschichte, dazu sei gesagt, ich habe sie mehr mit dem Fuß gestupst als alles andere! Sie sollte halt nur merken, daß so etwas weh tun kann und nicht die feine Art ist! Haltet mich nicht für jemanden, der kleine Kinder mißhandelt, aber lieber so! Denn oft mußte ich auch schon sehen, wie Kinder auf solche Aktion eine ordentliche Ohrfeige bekamen, da finde ich meine Methode aber sanfter und auch wirkungsvoller!
Ich hätte sie auch plärren und treten lassen können, aber was wäre dann gewesen? Meine Ansicht: Sie hätte sich das gemerkt und immer wieder gemacht, nicht nur bei mir, sondern auch bei Mama und Papa, wobei die sich dann auch zu wehren wissen, nur Oma und Opa hätten dann ein Problem gehabt! @tyra
Das nächste Problem trat im Kindergarten auf. Hier ließ sie sich einfach alles gefallen, sie ließ sich an den Haaren ziehen, treten, schlagen und was gelangweilten Kiddis noch so einfällt. Erschwerniss war, daß die Kindergärtnerinnen das überhaupt nicht zu interessieren schien! Wie bringt man jetzt einem Kind bei, Du darfst Dich zwar wehren, aber nicht anfangen? Genau, ich fragte sie, ob sie sich daran erinnern könne, was da mal im Supermarkt abgelaufen war. Ja, könne sie! Na, und sie hat ja damals angefangen und Nessa hat sich nur gewehrt! Aha! Der nächste Tag im Kindergarten war von Klagen überschattet. Als ich meine Kleine abholte, wurde ich von einer übereifrigen Praktikantin reichlich pampig angemacht, warum ich das Kind dazu animiert hatte, andere zu verprügeln? Bitte? Ich zog also meine Schwester zur Seite und fragte, was denn passiert sei. Sie sagte, sie wäre gerade im Waschraum gewesen, da hat ein Junge an ihren Ohrringen gerissen! Daraufhin habe sie ihm einmal in den Magen geboxt und im gleichen Moment ist die Praktikantin natürlich reingekommen! Und glaubt mir, es ist meine Schwester, ich merke, wenn sie lügt, aber da hat sie es nicht getan!
Zu diesem Zeitpunkt überlegte ich ernsthaft, mir das mit der Familienplanung nicht noch mal genau durch den Kopf gehen zu lassen, denn man hat nicht nur mit den Kindern zu kämpfen, sondern auch noch mit allen möglichen Leuten, die einem sagen, man erziehe sein Kind falsch!
An dieser Stelle möchte ich meine Nähkästchenplauderei beenden und mal an alle Eltern oder all diejenigen, die in irgendeiner Form mit Kindern und Jugendlichen Kontakt haben, eine Frage stellen. Hättet ihr Euch jemals träumen lassen, mit all diesen Problemen konfrontiert zu werden? Da werden oftmals die kleinsten Dinge zum Streitpunkt. Erst das Eis, das man nicht erlaubt hat, dann die Ermahnung, noch eine Seite Schönschrift zu üben und noch eine Stunde Flöte zu üben. Später sind es die stundenlangen Blockaden im Badezimmer, der Streit um die Noten in der Schule, die Freunde, die man hat, die erste Liebe, die viel zu früh ist, der Ärger um die Ausgehzeit, der Autoschlüssel.....
Aber all diese Konfrontationen sind wichtig, denn so lernen Kinder, daß sie nicht immer ihren Willen durchsetzen können und die Eltern im Urlaub nicht dreimal am Tag ein dickes Eis spendieren können..... Ich will jetzt nicht jeden einzelnen Punkt nochmal aufführen, ich denke, ihr wißt, was ich meine und jeder ist selbst entscheidungsfähig nud kann auf die jeweils auftretenden Situationen reagieren!
Trotz allem ist der Grat, auf dem man als Erzieher wandelt, sehr, sehr schmal. Wo müssen die Kids ihre eigenen Erfahrungen machen, wo muß ich als Erziehungsberechtigter eingreifen und sagen, daß es so nicht geht? Ich will ganz ehrlich sein, ich weiß es auch nicht, daß muß jeder selbst herausfinden! Ich weiß jedoch aus meiner eigenen Teenager-Zeit, daß meine Eltern mich vor einer Person gewarnt haben, die damals meine beste Freundin war. Ich habe nicht gehört und erst drei Jahre später herausgefunden, was an dem Mädel nicht stimmte. Ebenso ein guter Freund von mir, meine Mutter sagte von Anfang an, Kind, der ist in dich verknallt! Aber es war doch für mich nur ein guter Freund! Und sie hatte wieder Recht! Aber auch ich bin ja schlauer geworden! Mittlerweile höre ich doch auf das, was meine Mama mir rät und frage sie auch desöfteren um Rat. Ich höre mir ihre Meinung an und entscheide dann, früher habe ich die Ohren auf Durchzug gestellt und ihr gar nicht erst zugehört. Daraus habe ich jedoch heute meine Lehre gezogen:
Mamas und Papas haben doch öfter die besseren Ideen!
Dein Bericht ist für eine "Nichtmami" echt ganz toll. Du machst Dir diese Gedanken genauso wie ich es als Mami tu und ich muss ehrlich sagen, ich habe echt angst und bedenken was da noch alles auf mich zukommen wird. Aber ich teile Deine Meinung voll und ganz;-)) Grüssle katja
Der Spruch Deiner Oma trifft den Nagel auf den Kopf und Daß Eltern vieles besser einschätzen können,lernt man auch erst später!Aber man muß eben auch seine eigenen Erfahrungen machen und nicht nur auf die Ratschläge der Eltern hören,da man sich ansonsten nicht zu einem selbstständigen Menschen entwickeln kann!Es kommt darauf an,das gesunde Mittelmaß zu finden!LG Sibylle
29.12.2002 00:07
Dein Bericht ist für eine "Nichtmami" echt ganz toll. Du machst Dir diese Gedanken genauso wie ich es als Mami tu und ich muss ehrlich sagen, ich habe echt angst und bedenken was da noch alles auf mich zukommen wird. Aber ich teile Deine Meinung voll und ganz;-)) Grüssle katja
06.12.2002 11:01
echt klasse,dein Bericht sicher werden sich viele Leser, so wie ich ,in dem Beicht wiederfinden.*i* Leonie
03.08.2002 16:34
Der Spruch Deiner Oma trifft den Nagel auf den Kopf und Daß Eltern vieles besser einschätzen können,lernt man auch erst später!Aber man muß eben auch seine eigenen Erfahrungen machen und nicht nur auf die Ratschläge der Eltern hören,da man sich ansonsten nicht zu einem selbstständigen Menschen entwickeln kann!Es kommt darauf an,das gesunde Mittelmaß zu finden!LG Sibylle