Fast unbegrenzter Lesestoff immer dabei
07.04.2012
Pro:
angenehmes Lesen, großer Speicher, liegt gut in der Hand, viele Bücher verfügbar
Kontra:
kein Verschenken und Verleihen von Büchern möglich, Bindung an amazon
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Bedienung:
Akkulaufzeit:
Verarbeitung:
Display:
Installation:
 mm.silschede
Über sich:
gestrandet im Rheinland...
Mitglied seit:25.10.2004
Erfahrungsberichte:10
Vertrauende:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 59 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet
Ich bin eine Leseratte. Dazu bin ich auch noch seit einigen Jahren Pendlerin, erst zur Uni, jetzt zur Arbeit. Das heißt: täglich 2 Stunden Zeit zum Lesen. Und das heißt auch: ich kaufe dauernd neue Bücher. Meine Bücherregale quellen also regelmäßig über, was mich weniger stört, meinen Mann aber sehr. Das sähe so unaufgeräumt aus. Schade, dass er sonst bei seinen Sachen nicht so ordentlich ist ;-) E-Book-Reader gibt es nun ja schon etwas länger, aber ich stand der Sache immer sehr skeptisch gegenüber. Den ein oder anderen hatte ich im Bücherladen auch schon mal in der Hand, aber so recht überzeugen konnten sie mich nie, und ich habe doch lieber wieder „richtige“ Bücher gekauft. Irgendwie... ist das ja doch etwas anders, wenn man so ein Buch in der Hand hat.
Im November bekam dann eine ähnlich skeptische und lesefreudige Freundin einen Kindle zum Geburtstag, erzählte davon und ließ mich auch mal testen. Ihre Begeisterung war dann doch ansteckend, und die Freude groß, als ich von meinem Mann zu Weihnachten einen
Kindle Keyboard 3Ggeschenkt bekam. Sein Kaufgrund: damit die neuen, größeren Bücherregale, die aus Platzgründen nicht durch noch größere ersetzt werden können, bald schon wieder voll sind. E-Books sind ja deutlich platzsparender ;-)
Erhältlich bei: Sämtliche Kindle-Geräte, also egal ob mit Touch, Tastatur und/oder 3G sind ausschließlich bei amazon käuflich zu erwerben. Der Kindle Keyboard 3G kostet 159 €.
Technische Daten: (zitiert nach amazon.de)- Display: 15cm/6 Zoll E-Ink Display, Auflösung 600x800 Pixel bei 167 dpi, 16 Graustufen
- Größe: 190x123x8,5mm
- Gewicht: 247 Gramm
- Speicher: 4GB, ca. 3.500 Bücher
- Akku-Laufzeit: je nach Nutzung, bis zu zwei Monate bei ausgeschalteter WLAN-Funktion und täglicher Lesezeit von bis zu einer halben Stunde; bis zu 10 Tage bei eingeschalteter WLAN-Funktion
- Ladezeit: ca. 4,5 Stunden
- 3G-Verbindung: HSDPA-Modem mit Fallback zu EDGE/GPRS; nutzt Amazons Whispernet um eine Netzabdeckung über Vodafones 3G Hochgeschwindigkeitsnetzwerk und den Partnernetzwerken außerhalb Deutschlands aufzubauen
- WLAN: Unterstützung von öffentlichen und privaten WLAN-Netzwerken und Hotspots mit folgenden Standards: 802.11b, 802.11g, 802.11n; Unterstützung der Sicherheitstechnologien WEP, WPA und WPA2 mit Kennwortauthentifizierung; keine Verbindung möglich mit WPA- und WPA2-gesicherten Netzwerken mit 802.1X Authentifizierungsmethoden oder Ad-hoc oder Peer-to-Peer-WLAN-Netzwerke
- USB-Anschluss: USB 2.0 Micro-B USB
- Audio: 3,5 mm Stereo-Kopfhöreranschluss, Stereo-Lautsprecher auf der Rückseite
- Unterstützte Formate: Kindle (AZW), TXT, PDF, Audible (Audible Enhanced (AA, AAX)), MP3, ungeschützte MOBI, PRC nativ; HTML, DOC, JPEG, GIF, PNG, BMP nach Konvertierung
- Inhalte: Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Dokumente, Audio
- Menüführung: Englisch
- Garantie: 1 Jahr Herstellergarantie, deutsche Kunden können optional 3 Jahre Extragarantie erwerben (39,99 €)
die erste Nutzung: Der Kindle steckte in einem Pappkarton, mit dabei waren noch ein weißes USB-Kabel, mit dem man Kindle und Computer verbinden kann sowie eine Kurzanleitung.
Das Gerät selbst ist dunkelgrau und etwas kleiner als ein Taschenbuch, wesentlich flacher und wird auf der Vorderseite im Wesentlichen durch das Display eingenommen. Darunter ist dann noch die Tastatur, links und rechts an den Seiten befinden sich die Tasten zum Vorwärts- und Rückwärtsblättern und an der Unterseite befinden ein Schalter zum Lauter- und Leiserstellen, Kopfhörer- und USB-Anschluss sowie ein Schiebeschalter zum Ein- und Ausschalten. Die Ecken sind abgerundet. Oben über dem Display befindet sich in weiß der Schriftzug „amazonkindle“. Auf der Rückseite sind oben in den Ecken die Lautsprecher, dazwischen nochmals, allerdings eingeprägt und nicht farblich hervorgehoben, noch mal der Schriftzug, unten dann in ähnlicher Farbe Angaben zu den verbauten Teilen (?), Seriennummer, sowie die Angabe „assembled in China“. Das Material dürfte Plastik sein, fühlt sich aber nicht billig und recht stabil an. Auf dem Display war direkt schon ein Bild zu sehen (ein Baum, darüber stand „amazon kindle“). Nach der Betätigung des An-/Ausschalters kann das Gerät dann mit wenigen Tastendrucken mit dem eigenen amazon-Konto verknüpft werden, dazu müssen, wenn ich mich recht erinnere, lediglich Nutzername oder -E-Mail-Adresse und das Passwort eingegeben werden. Und dann kann es schon losgehen.
Menü: Das Menü ist bei diesem Kindle nur in Englisch erhältlich, eine deutsche (französische, italienische... ) Übersetzung gibt es dafür nicht. Für mich stellt das kein Problem dar, für Leute mit keinen/sehr geringen Englischkenntnissen ist dieses Gerät aber vermutlich weniger zu empfehlen.Nach dem Einschalten landet man zunächst auf einem Bildschirm, auf dem die Bibliothek zu sehen ist. Außerdem wird oben links der Name des Kindles angezeigt (in meinem Fall ganz simpel „Miriam`s Kindle“), die UMTS- oder WLAN-Verbindung, wie man es auch von Smartphones kennt, oder „Off“, wenn gerade keine Verbindung besteht, außerdem der Batteriestand.
Über die „Menu“-Taste kann man dann zwischen verschiedenen Unterpunkten auswählen, dazu verwendet man die Pfeiltasten, in deren Mitte ist die Auswahltaste, mit „Back“ kommt man wieder eine Ebene zurück, mit „Home“ wieder auf den Standardbildschirm. Folgende Unterpunkte hat das erste Menü:- Turn Wireless On/Off– erklärt sich ja von selbst. Der Kindle wählt sich dann entweder, wenn verfügbar, in ein
Bilder von Amazon Kindle Keyboard 3G
WLAN-Netz ein, ansonsten ins Mobilfunknetz bzw. die bestehende Verbindung wird gekappt. Das schont den Akku. Shop in Kindle Store – damit kommt man zur Startseite des Shops – dazu später mehr
- View Archived Items – Zugang zu archivierten Büchern. Diese befinden sich dann nicht mehr auf dem Kindle, können aber aus der bei amazon gespeicherten Bibliothek kostenlos wieder heruntergeladen werden. Das braucht man wohl erst, wenn man den Speicherplatz komplett ausgereizt hat.
- Search – hier kann man seine gespeicherten Dokumente, den Store, Google, gespeicherte Wörterbücher, Wikipedia durchsuchen oder ins Internet gehen
- Create New Collection – die Bücher kann man nicht nur so auf dem Home-Bildschirm ablegen, sondern, damit es übersichtlicher wird, auch in verschiedene Kategorien einsortieren. Diese kann man hier selbst erstellen und benennen, wofür die Tastatur dann sehr nützlich ist. Ich habe beispielsweise eine Kategorie „Krimi & Thriller“, eine „Romane“. Alternativ könnte man auch z.B. nach Autoren sortieren, jeder so, wie er mag und seine Sachen wiederfindet. Wählt man eine Kategorie aus und geht dann wieder auf „Menu“, kann man ebenfalls wieder über die Pfeil- und Auswahltasten einzelne Titel zu dieser Kategorie hinzufügen oder wieder entfernen.
- Sync & Check for Items – für die Synchronisierung. Ich habe diese Funktion noch nie benutzt, da das Herunterladen ohnehin automatisch startet, sobald eine Internetverbindung besteht.
- View Downloading Items – hier kann man ansehen, welche Titel gerade heruntergeladen werden. Nur dann ist diese Funktion auch auswählbar, sonst ist sie grau hinterlegt.
- Settings – diverse Einstellungen. z.B. Registrierung, Name des Kindles, WLAN-Einstellungen, Passwort, Zeit, Verknüpfen mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter (funktioniert in Deutschland aber zur Zeit noch nicht, nicht, dass ich das bräuchte!), öffentliche Markierungen und Notizen
- Experimental – Zugang zum Webbrowser, MP3-Player, Text-to-Speech
In den einzelnen Menüs, z.B. eben in einer Kategorie oder wenn man ein Buch aufgerufen hat, kann man dann über die „Menu“-Taste weitere Auswahlmöglichkeiten aufrufen. Mit „Home“ kehrt man jeweils wieder zum Standardbildschirm zurück.
Ich finde die Navigation ziemlich einfach und selbsterklärend. Die beigelegte Kurzanleitung oder auch die ausführliche, bereits auf dem Gerät befindliche Anleitung habe ich kaum gebraucht. Durch mein Handy war ich allerdings so an Touch-Displays gewöhnt, dass ich anfangs immer mal wieder gedankenverloren versucht habe, so auch hier auszuwählen. Das funktionierte natürlich nicht... ist aber reine Gewöhnungssache, mit den Tasten komme ich auch gut klar.
Die Bibliothek Die Bibliothek ist so sortiert, dass zunächst die ganzen selbst erstellten Kategorien angezeigt werden, in Klammern dahinter die Anzahl der darin befindlichen Titel. Danach kommen die einzelnen Bücher, zunächst der Titel des Buches, rechts daneben der Name des Autors. Darunter sind jeweils Punkte. Diese zeigen die Länge des Buches an – je mehr Punkte, desto dicker das Buch. Je weiter man in diesem Buch schon gekommen ist, desto mehr der Punkte werden fett angezeigt. So ist auf einen Blick klar, ob man das Buch schon angefangen hat und wie viel man noch zu lesen hat. Zuerst werden immer die Bücher angezeigt, die neu sind, oder zuletzt geöffnet wurden. Neben neu heruntergeladenen Büchern erscheint außerdem noch ein kleiner Schriftzug „NEW“, bei Leseproben „Sample“. Schade finde ich allerdings, dass es nicht möglich ist, eine andere Sortierung einzustellen. Da ich regelmäßig die gelesenen Bücher in die Kategorien einsortiere, fände ich es praktischer, wenn zuerst die einzelnen Titel, dann die Kategorien erscheinen würden. Da auf eine Seite 10 Titel passen, ist die erste Seite mit 7 Kategorien schon relativ voll. Lieber würde ich hier nur die Bücher auf einen Blick sehen, und zu den Kategorien dann umblättern.
Experimental: Hier stehen ein Webbrowser, MP3-Player sowie eine Vorlesefunktion zur Verfügung.Den Webbrowser finde ich etwas umständlich. Abgesehen davon, dass die Darstellung ja nur s/w bzw. in Graustufen ist und nicht bunt, kann man nur immer einen Teil der Webseite vergrößern, so dass man sie auch lesen kann. Die Navigation ist damit etwas umständlich, außerdem laden Seiten mit viel Inhalt auch entsprechend lange. Ich nutze ihn daher nur, wenn ich weder mein Notebook noch Internet über mein Handy zur Verfügung habe. Ein Flashplayer ist auch nicht installiert.
Den MP3-Player benötige ich ebenfalls nicht, dafür habe ich ein anderes Gerät... Text-to-Speech ist ebenfalls noch experimentell, und nicht für alle Bücher erhältlich. Diese Funktion ist mit einem Audiobook nicht zu verwechseln, das ist leider nicht inklusive. Statt dessen wird wirklich nur der reine Text vorgelesen. Zwar besser als diese SMS-Vorleser, die man nachts schon mal im Fernsehen bewundern kann, mich irritierte aber total, dass Punkte und Kommas regelmäßig total überlesen werden. Das kann also ebenfalls noch verbessert werden. Wenn ich ein Buch allerdings hören will, würde ich wohl auch zukünftig eher zu einem Audiobook greifen – da könnte dann doch der MP3-Player nützlich werden.
Buchkauf: Hier gibt es zwei Möglichkeiten: über PC auf der Webseite von amazon. Die Funktionsweise dürfte ja bekannt sein und unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Online-Shops. Kurz zusammengefasst: man sucht sich ein Buch heraus, dass man gerne haben möchte, wählt die E-Book-Version aus, klickt auf „Jetzt mit 1-Click kaufen“ und schon befindet sich das Buch in der Bibliothek und wird, sobald eine Internetverbindung besteht, automatisch auf den Kindle heruntergeladen. Die amazon-Seite bietet hier eine eigene Unterkategorie für den Kindle an, auf der es nicht nur zig Bücher, sondern auch noch Zubehör wie Hüllen oder Leselampen gibt.Aber auch über den Kindle direkt kann man Bücher kaufen. Über das Menü hat man, wie oben schon erwähnt, die Möglichkeit, sich mit dem Kindle Store verbinden zu lassen. Das funktioniert auch unterwegs ganz gut, selbst im U-Bahn-Tunnel, in dem mein Handy die Verbindung regelmäßig verliert (anderes Netz...).
Auf der Startseite kann man dann Deutsche oder Englische Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften durchsuchen, sich die Kindle Bestseller ansehen, Neuheiten oder Empfehlungen – ähnlich also wie auf der „normalen“ amazon-Seite. Außerdem gibt es hier noch den „Kindle Post des Tages“. Dies ist ein Blog von amazon, in dem täglich ein anderes, fast immer englisches Buch zu vergünstigten Preisen angeboten wird. Navigiert wird, wie sonst auch, über das Steuerkreuz und die „Back“-Taste, über Menü erscheinen jeweils wieder die genannten Auswahlmöglichkeiten, so dass man sich Umwege über die Startseite sparen kann (diese kann man aber hier auch anklicken). Wie schnell die einzelnen Seiten laden, hängt im Wesentlichen von der Internetverbindung ab. Unter den einzelnen Kategorien gibt es dann auch noch weitere Unterkategorien, z.B. nach Genre – auch das dürfte ja soweit bekannt sein. Alternativ gibt es auch noch die Möglichkeit, über die Tastatur Autorennamen, Teile des Titels o.ä. einzugeben und darüber zu suchen, wenn man schon weiß, was man haben möchte. Das hat bei mir bislang gut funktioniert. Möchte man nun ein einzelnes Buch ansehen, wählt man dieses aus, und erhält dann weitere Informationen. Preis, Kurzbeschreibung, Rezensionen... hier navigiert man dann über einzelne Links auf der angezeigten Seite sowie über die Blättern- und „Back“-Taste. Über den Link „Buy“ kann man den kompletten Titel erwerben und wird dann auf eine nächste Seite weitergeleitet. Hier könnte man, wenn man sich verklickt hat, den Kauf innerhalb von 10 Minuten noch wieder rückgängig machen. Ansonsten startet auch gleich der Download und innerhalb von nicht mal einer Minute (bei guter Internetverbindung) taucht das Buch in der Bibliothek auf, so dass gleich mit dem Lesen begonnen werden kann. Der Download ist auch über USB-Kabel vom Computer möglich, wo der Kindle dann als Laufwerk erscheint – aber wozu, wenn es drahtlos ja auch schnell und praktisch geht? Das nutze ich also so gut wie nie.
Neben „Buy“ kann man auch noch „Try a Sample“ (Leseprobe, meist das erste Kapitel) oder „Add to Wishlist“ auswählen, womit das Buch zur Wunschliste zugefügt wird. Ich komme damit gut zurecht, kaufe aber doch meistens eher über den PC ein, weil es irgendwie bequemer ist – der Bildschirm an meinem Notebook ist ja einfach größer und ich habe hier mehr Informationen auf einen Blick.
Egal, ob man direkt über den Kindle oder über den Computer einkauft: nach dem Kauf erhält man eine Bestätigungs-E-Mail an seine bei amazon hinterlegte E-Mail-Adresse und der Kaufpreis wird vom Bankkonto abgebucht.
Buchpreise: Die meisten E-Books, nach denen ich bislang gesucht habe, sind zumindest etwas günstiger als Taschen- oder gebundene Bücher. Vor allem bei deutschen Büchern ist der Unterschied aber regelmäßig nicht groß. Nach den Angaben auf der Webseite legt der jeweilige Verlag die Preise fest, nicht amazon. Diese Preise sollten aber meines Erachtens nach noch deutlich sinken. Immerhin dürfte ja auch die Herstellung eines E-Books deutlich günstiger sein, der Druck entfällt ja... Englische E-Books sind häufig günstiger. Bisher habe ich mich regelmäßig bei Aktionen mit Büchern eingedeckt. Das Buch, dass im „Kindle Post des Tages“ angeboten wird, kostet regelmäßig nur 0,99 €, zu Weihnachten und jetzt zu Ostern gibt es außerdem Aktionen mit ebenfalls stark vergünstigten Büchern, bei denen man sich mit einem kleinen Vorrat anlegen kann, wenn etwas dabei ist, was einem gefällt. Außerdem gibt es auch noch eine Reihe kostenloser Bücher, beispielsweise diverse Werke von Shakespeare, Wilhelm Busch, Jules Verne, Krieg und Frieden... Lesestoff für viele Stunden, der keinen Cent kostet.
Zeitungen/Zeitschriften: Neben Büchern kann man auch Zeitungen und Zeitschriften abonnieren, die dann regelmäßig auf den Kindle heruntergeladen und hier gelesen werden können. Neben Tageszeitungen wie der Süddeutschen, FAZ oder LeMonde stehen auch Wochenmagazine wie der Focus oder Forbes zur Verfügung. Die Auswahl ist noch nicht wirklich groß. Ich selber habe so auch noch kein Abo abgeschlossen. Grundsätzlich können 14-tägige, kostenlose Probeabos abgeschlossen werden. Kündigt man nicht vor Ende, läuft ein reguläres Abo weiter.
3G: Diese Verbindung ist für unterwegs sehr praktisch, wenn man gerade kein WLAN zur Verfügung hat, und einem doch einmal der Lesestoff ausgegangen sein sollte. Allerdings denke ich, dass sie nicht unbedingt notwendig ist – ich habe bislang eigentlich immer noch genug ungelesene Bücher darauf, so dass selbst, wenn ich ein Buch während der Fahrt zur Arbeit beende, gleich mit dem nächsten anfangen kann.
Mobilfunkkosten fallen KEINE an, bzw. werden von amazon übernommen, was diese Funktion für mich dann doch wieder attraktiv macht – eben gerade auch im Ausland. Selbst im Urlaub ist also das Herunterladen von Büchern kein Problem, so lange ein Mobilfunknetz in Reichweite ist.
Zusenden von Dateien: Man kann sich auch über eine bestimmte E-Mail-Adresse (diese erfährt man z.B. in den Einstellungen oder im eigenen amazon-Konto) beispielsweise pdf Dateien zusenden, die dann ebenfalls in der Bibliothek auftauchen. Entweder geht dies im pdf- Format, man muss sich dann allerdings die Seiten vergrößern, um etwas gut erkennen zu können, und entsprechend immer scrollen, oder, indem man in den E-Mail-Betreff „convert“ schreibt, ins E-Book-Format umgeändert werden. Dabei gehen dann allerdings einige Formatierungen verloren. Die Schriftgröße ist dann aber so, wie man sie sich sonst auch für die anderen Bücher eingestellt hat. Je nachdem, um was für eine Datei es sich handelt, muss man hier wohl abwägen, was gerade passender ist.
Lesen: Kommen wir nun endlich zum Wichtigsten: dem Lesen. Hier war ich anfangs besonders skeptisch – ist das angenehm, auf einem Bildschirm? An einem PC mag man ja irgendwann nicht mehr sitzen oder es wird anstrengend für die Augen. Dies konnte ich aber hierbei bislang nicht beobachten, auch nicht, wenn ich gemütlich auf der Couch liegend stundenlang gelesen habe. Dafür dürfte das E-Ink-Display verantwortlich sein. Anders als ein Laptop- oder Fernsehbildschirm leuchtet er nicht selbst, sondern bei dieser elektronischen Tinte wird Licht von außen benötigt. Dadurch flimmert nichts, und auch der Akku wird geschont, da nur dann Energie verbraucht wird, wenn eine neue Seite aufgebaut wird. Die Buchstaben sind außerdem schön scharf, nichts ist ausgefranst.Schriftgröße, Schriftart, Zeilenabstand kann alles so eingestellt werden, wie es einem selbst am ehesten liegt.
Damit finde ich das Lesen auf dem Kindle sehr angenehm, meine Augen werden dabei nicht müde. Er liegt auch gut in der Hand, bei Sonnenlicht spiegelt nichts. Und, was ich auch sehr schön finde, besonders wenn ich im Bett oder auf der Couch liege und lese, ist, dass ich nur eine Hand brauche. Selbst Taschenbücher sind mir dafür meistens zu schwer, außerdem klappen da so gerne die Seiten um. Das kann aber hierbei nicht passieren. Man muss lediglich etwas aufpassen, dass man nicht versehentlich an die Blättern-Tasten kommt und umblättert, bevor man die Seite zu Ende gelesen hat. Aber das hat man schnell raus. Das (absichtliche) Blättern funktioniert auch sehr gut. Da jeweils links und rechts Blättertasten angebracht sind, lassen sie sich gut mit der Hand betätigen, mit der man den Kindle gerade festhält. Die Taste für´s Vorblättern ist etwa doppelt so groß wie die für´s Zurückblättern, aber die braucht man ja üblicherweise auch deutlich öfter. Die neue Seite baut sich auch schön schnell auf, der Lesefluss wird durch das Blättern nicht merklich unterbrochen. Innerhalb der Bücher gibt es dann auch wieder verschiedene Navigationsmöglichkeiten. Z.B. kann man zum Deckblatt oder zum Beginn springen, zu den verschiedenen Kapiteln oder zur letzten aufgerufenen Seite. Es ist außerdem möglich, Lesezeichen zu setzen oder bestimmte Passagen zu markieren oder zu kommentieren (hier ist dann wieder die Tastatur praktisch). Die Markierungen und Kommentare kann man außerdem, wenn man denn möchte, öffentlich machen, und sich auch die anderer Leute anzeigen lassen. Ich selbst brauche das nicht wirklich, ich habe auch sonst nur in Schul- oder Unibüchern rumgekritzelt... Auch die Buchbeschreibung, sprich die Seite aus dem Store, kann man hier wieder aufrufen.
Praktisch ist aber, dass man unbekannte Wörter (ich lese sehr viel auf Englisch) gleich nachsehen kann – einfach den Cursor mit den Pfeiltasten vor ein Wort bewegen und schon werden oben oder unten auf dem Bildschirm die ersten 2 Zeilen zu diesem Eintrag aus dem Wörterbuch eingeblendet. Reicht das noch nicht aus, um den Begriff zu verstehen, springt man mit einem Klick auf Enter auf den vollständigen Eintrag, inklusive Erklärung und Anwendungsbeispiele, über „Back“ ist man wieder auf der zuletzt gelesenen Seite. Sehr toll, beim Lesen richtiger Bücher ertappe ich mich inzwischen dabei, dass mir diese Funktion fehlt. Ein dickes Wörterbuch lege ich mir beim Lesen ja doch nie daneben, weil es mir zu umständlich ist, beim Kindle ist es aber gleich mit dabei. Zusätzlich gibt es auch noch, wie bereits erwähnt, die Möglichkeit, auf Wikipedia zuzugreifen, um sich weiter zu informieren. Immer dann, wenn man länger keine Taste betätigt hat, schaltet sich der Kindle automatisch aus und es erscheint ein Bild. Eigentlich ist das ja völlig unnötig – Energie wird ja immer nur beim Aufruf von Seiten verbraucht, nicht aber für die reine Anzeige, so dass Untätigkeit dem Akkustand nicht schadet. Die Bilder, die dann erscheinen, zeigen z.B. berühmte Autoren. Aufwecken kann man den Kindle dann wieder über die An/Aus-Taste, und, wenn das so eingestellt ist, durch die Einganbe des Passwortes. Dann landet man auch direkt wieder auf der zuletzt gelesenen Seite.
Was mir nicht ganz so gut gefällt: Leider hat der Kindle nicht nur gute Seiten. Schade ist, dass zum Lieferumfang nur ein USB-Kabel gehört. Ein Netzteil ist zwar auch erhältlich, muss aber extra bestellt werden und kostet aktuell immerhin 14,99 €. Das hätte meiner Meinung nach wirklich inbegriffen sein können. Bestellt habe ich es mir aber nicht – mein Handynetzteil passt auch, und funktioniert ebenso gut. Laden kann man den Akku auch am Notebook über das USB-Kabel. Und da der Akku wirklich lange hält (bei mir immer mehrere Wochen) ist das auch nicht so oft notwendig.
Bislang kann man Bücher auch weder verschenken noch verleihen. Ich kann zwar Bücher, die ich gerne hätte, aber mir gerade nicht kaufen möchte, auf die Wunschliste schieben, es ist aber kein anderer in der Lage, es dann für mich zu bestellen, so wie es bei normalen Büchern ja auch funktioniert. Damit fungiert die Wunschliste eher als Merkliste für mich selbst. Außerdem ist ein Verleihen nicht möglich. Dabei dürfte das technisch ja nicht so schwierig sein. Ich verstehe auch nicht wirklich, was dagegen spricht. Vorgeschoben wird ja hier das Urheberrecht. Es müsste aber ja eigentlich nur so eingerichtet werden, dass ich ein E-Book z.B. auf den Kindle einer Freundin übertrage, sie es dann eine bestimmte Zeit lesen kann, während der ich nicht darauf zugreifen kann, und anschließend ist es wieder in meiner Bibliothek. Anders läuft es ja auch nicht, wenn ich ein Papierbuch verleihe. Und auch die darf ich ja verschenken, ohne dass Urheber meckern... Ein weiterer Punkt ist der, dass man sich durch den Kauf des Kindle natürlich auch auf einen bestimmten Bücherladen festlegt – E-Books kann ich dann nur bei amazon kaufen, aber nicht im iTunes-Store, bei Thalia oder sonstwo. Da ich auch vorher schon viel bei amazon bestellt habe, schränkt mich das allerdings nicht wirklich ein, sollte aber trotzdem vor dem Kauf überlegt werden.
Fazit: Insgesamt war der Kindle ein tolles Geschenk. Ich weiß nicht, ob ich mir selbst diese Version oder die günstige ohne Tastatur und 3G gekauft hätte. Praktisch ist beides aber definitiv. Nur vielleicht nicht unbedingt notwendig. Seinen festen Platz in meiner Handtasche hat er sich aber schnell erobert, und kommt vor allem beim Bahnfahren, aber auch sonst eigentlich überall hin mit. Seine Maße und sein Gewicht sind zum Mitnehmen sehr gut. Ich habe mir lediglich noch eine Stoffhülle dafür besorgt, weil ich doch etwas Sorge hatte, dass das Display durch meinen Schlüssel sonst verkratzen könnte. Kratzer dürften beim Lesen sehr störend sein. Wenn ich jetzt ein Taschenbuch oder gar ein gebundenes Buch in die Hand nehme, kommen sie mir auf einmal sehr schwer und unhandlich vor. Und der Platz in meinem Bücherregal reicht zumindest noch eine kleine Weile ;-)
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