Kingston hält Wort
25.01.2009
Pro:
sehr günstig, schicke Optik, arbeitenperfekt im Rahmen der Spezifiaktion
Kontra:
wenig Übertaktungspotential
Empfehlenswert:
Ja
 Strider
Über sich:
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 49 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Lesenden, zusätzlichen Arbeitsspeicher für den PC kauft man sich meistens weil man das Gefühl hat, dass die Gesamtperformance des Systems zu wünschen übrig lässt, nicht um ein spezifisches Problem zu lösen. In meinem Fall war das ausnahmsweise anders. Mein Fileserver war mit 3GB DDR2 800 RAM (übrigens auch Kingston Hyper X) eigentlich völlig ausreichend bestückt.
Und das obwohl er über ein 64 Bit Betriebssystem verfügt, welches auch mit mehr als 3GB etwas anfangen kann (für 32 Bit Systeme ist mehr als 3GB blanke Verschwendung). Wie gesagt, im normalen Betrieb war die Performance völlig OK. Allerdings rippe ich relativ oft Filme von DVD auf meinen Arbeitsrechner mit maximaler Qualität (unkomprimiertes ISO Format). Diese Dateien schlucken oft über 7 Gigabyte und werden dann über ein Gigabit Netzwerk auf den Fileserver übertragen.
Genau da liegt der neuralgische Punkt. Der Fileserver verfügt über ein RAID 6 Festplattenarray mit 6 Terabyte Gesamtkapazität, das maximalen Schutz vor Datenausfall bietet. Es können zwei beliebige Platten ausfallen, ohne dass es zu Datenverlust kommt. Beim Lesezugriff auf den Server hat man obendrein erhöhte Perfomance (in meinem Fall weit über 100 MB/s).
Dies gilt jedoch leider nicht beim Schreiben, da für den doppelten Ausfallschutz auf jeder Platte inn zwei separaten Bereichen Prüfsummenanteile geschrieben werden müssen, aus denen im Ernstfall die Daten rekonstruiert werden können. Diese Berechnung ist sehr aufwendig, darum hat der RAID Festplattencontroller auch eine eigene CPU dafür. Ich hatte nun das Phänomen, dass bei grossen Dateien der Kopierprozess über das Netzwerk zuerst mit akzeptabler Geschwindigkeit startete und für 6 GB eine Dauer von 6 Minuten prognostizierte. Nach kurzer Zeit fror der Fortschrittsbalken dann aber plötzlich ein und die Prognose ging auf bis zu 70 Minuten hoch.
Nun ist die Windows Vorhersage für Kopiervorgänge ohnehin nicht sehr zuverlässig - jedoch zeigte auch der parallel laufende Netzwerkmonitor einen plötzlichen Einbruch in der Übertragungskurve - und der *ist* zuverlässig ! Meine Vermutung war, dass der Einbruch genau dann kommt, wenn der Hauptspeicher im Fileserver voll ist - und erst wieder freigegeben wird, wenn der Controller den Speicherinhalt samt Prüfsumme auf die Platten geschrieben hat.
Was lag also näher, als den Hauptspeicher kräftig aufzurüsten, damit die gesamten 6 bis 7 GB einer Iso DVD reinpassen ? Damit wären wir beim Thema. Leider hat das Intel Brett in meinem Fileserver nur vier DDR2 Speichersteckplätze (ist eben kein echtes Serverboard). Es könnte zwar mit 16GB Speicher umgehen, aber 4GB Module sind trotz der allgemein günstigen RAM Preise noch extrem teuer (ein 8GB Dual Channel Kit aus zwei Modulen kostet fast 400 Euro)
Mit 2 GB Modulen sieht es da seeeeeeeehr viel besser aus. Und so bin ich auf der Alternate Site auf den Kingston Hyper X PC28500 4GB Kit für schon fast lächerlich günstige 49 Euro gestossen, um den es hier geht. "Hyper X" ist die Performance Reihe von Kingston, mit der vor allem Gamer und Power User adressiert werden sollen. Sie sind auf den ersten Blick an den leuchtend blauen Speicherkühlern zu erkennen, die auch den Schriftzug "Hyper-X" tragen.
Das Standard-Bild von Ciao zeigt übrigens einen älteren Hyper-X Kit, bei der der Schriftzug nur in silberner Farbe aufgedruckt ist. Bei den aktuellen 4GB Kits (KHX8500D2K2/4G) ist er aus einer polierten Metallfolie. Sieht extrem stylish aus und ist das gleiche Material wie z.B. der "SONY" Schriftzug auf HiFi Geräten. Zusätzlich befindet sich an der Oberkante der Speicherkühler ein durchgehender knapp 1cm breiter Streifen dieser Metallfolie und verleiht den Modulen eine extrem edle Optik.
Soweit zu den Äusserlichkeiten. Der Vorteil eines Dual Channel Kits gegenüber einzelnen Modulen ist (von einem minimalen Preisvorteil mal abgesehen), dass beide Module zusammen im Dual Channel Modus getestet wurden. Dual Channel Modus: zwei Speicherbänke werden zu einer gebündelt, wodurch sich die Bandbreite entsprechend erhöht. Die ganz neuen Intel Core i7 Prozessoren können das mit ihrem integrierten Speicherinterface sogar für bis zu 3 Speicherbänke (Triple Channel) und haben deshalb meistens 6 Steckplätze. Darum findet man neuerdings auch Kits mit 3 Modulen, die für ältere Systeme irgendwie sinnfrei wären.
Den Dual Channel Modus beherrscht jedes halbwegs aktuelle System (erkennbar an den verschiedenfarbigen Speichersteckplätzen), darum sollte man immer paarweise identische Module stecken - am besten eben Dual Channel Kits. Mit zwei einzelnen erworbenen Modulen kann es funktionieren, muss aber nicht - selbst wenn sie gleiche Kapazität haben, weil man nie wissen kann, wie die Speicherchips intern aufgebaut sind. "PC2 8500" bedeutet, dass bis zu 8500 MB/s übertragen werden können, "1066 MHz" gibt die Taktfrequenz an - wobei dieser Wert (wie schon öfters erwähnt) bei DDR / DDR2 Speichern eigentlich nicht korrekt ist. Eigentlich arbeiten DDR2 1066 Module mit 533 MHz realem Takt, es werden nur 2 Datenpakete gleichzeitig übertragen. Wenn zwei Autos mit 200 KM/h auf derselben Spur der Autobahn fahren, redet ja auch keiner von 400 KM/h Gesamtgeschwindigkeit. Marketing eben...
Für meinen Filserver ist PC2-8500 Speicher eigentlich Overkill, denn der läuft brav mit 200 MHz realem Systemtakt und einem Divider 4:1 für die Speichermodule - macht 800 MHz Warum ich dann nicht PC2-6400 (DDR2 800) gekauft habe ? Erstens waren die langsameren Module nur 3 Euro günstiger, zweitens wollte ich im Spielerechner mal testen, wie hoch sich mein neuer Q9550 Prozessor takten lässt - meine bisherigen DDR2 800 Module machen seit dem BIOS Update 1102 für das Asus P5E Mainboard bei 421 (842) Mhz schlapp. Ich habe deshalb auch gleich drei der schicken Hyper X Kits bestellt.
Alternate war gewohnt schnell und bestätigte die Auslieferung noch am selben Tag, an dem ich die Onlineüberweisung tätigte. Leider liefern die mit DHL (Dauert Halt Länger ;-) und so verging denn doch 6 Tage, bis ich das Paket bekam (vier davon lag es laut Onlinetracking im Paketzentrum Saulheim, nur wenige Kilometer Luftlinie von mir entfernt - Arrrgh !) Der Einbau im Server war erwartungsgemäss problemlos, da alle Speichereinstellungen auf "automatisch" standen, fuhr der Rechner danach anstandslos hoch und meldete die vollen 8GB Hauptspeicher.
Also direkt mal vom Arbeitsrechner aus Indiana Jones Teil 4 als ISO Datei losgeschickt - über 7 GB gross ! Und siehe da - keine 4 Minuten und die Kopierroutine meldete Vollzug ! Quod erad demonstrandum (würde der Lateiner sagen). Der spannendere Teil war natürlich der Härtetest im Spielerechner. Der protestierte erst mal wild piepsend gegen einen "erfolglosen Übertaktungsversuch". Kunststück, ich hatte vorher im BIOS nur den FSB erhöht (auf reale 433 MHz, bzw. Intel typisch "quad pumped" 1733 MHz und den Speicherdivider angepasst. Das beschert der CPU laut BIOS einen Takt von 3680 statt 2800 MHz und dem Speicher einen Realtakt von 543 MHz (DDR2 1086).
Leider hatte ich vergessen, das Speichertiming von manuellen 3-4-4 (was für den DDR2 800 OCZ Speicher OK war) auf 5-5-5 für die DDR2 1066 Kingston Module zu stellen. Keine grosse Sache, Timing auf Automatik und auch die Spannung von 2,4 Volt auf 2,2 zurückgenommen (mehr erlaubt Kingston nicht laut Spezifikation) und neu gestartet. Diesmal startete der Rechner durch. Der Belastungstest mir SuperPI (verursacht 100% CPU Last auf allen 4 Kernen) war erfolgreich, also ran an die Benchmarks.
Sisoft Sandra XII SP1 meldete einen Speicherdurchsatz von 8596 MB/s - vorher waren es mal eben 7300. Nicht schlecht ! Der 3D Mark 2006 verbesserte sich von etwas über 20000 Punkten auf fast 22000 (21889). 10% Steigerung sind denn doch recht ordentlich.
Aber Leistung kann man bekanntlich nie genug haben - also mal schauen, was noch geht ! Das nächstschnellere Speichersetup hätte mir 1154 MHz beschert - bei gleichem CPU Takt. Der BIOS Screen kam noch, dann fror das Bild ein. Schade eigentlich... Ein Übertaktungswunder sind die Hyper X DDR2 1066 Module also leider nicht...
Der Hersteller Kingston hält auch hier, was er verspricht - nicht viel mehr aber bestimmt nicht weniger ! Da es weit und breit das günstigste 4GB Kit dieser Klasse war, geht das zusammen mit der lebenslangen Garantie von Kingston voll und ganz in Ordnung. Wer es noch extremer mag: es gibt auch noch DDR2 1200 Module - aber die kosten erheblich mehr. Alles in allem ein Schnäppchen. Wer günstig viel DDR2 Speicher braucht, der auch eine schicke Optik haben soll, kommt am Kingston Hyper-X 4GB Kit kaum vorbei.
In diesem Sinne ! Strider
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20.11.2011 20:13
Hallo, schau dir mein Bericht über die Kingston Speicher mal an. LG