Kirby Gsix

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Kirby Gsix

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Der saug-sprüh-schleif-wasch-massage-Kompressor.

1  30.01.2005

Pro:
Gute Saugleistung .

Kontra:
Zu teuer, schwer, groß

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Bedienung

Saugkraft

Lautstärke

mehr


Red_Sector

Über sich:

Mitglied seit:09.07.2003

Erfahrungsberichte:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorgeschichte:

Angefangen hat diese Erfahrung mit einem harmlosen Telefonanruf bei meiner Frau. Ob sie an einer kleinen Umfrage teilnehmen möchte bei der es auch eine kostenlose Teilnahme an einem Gewinnspiel gibt. Nun, eigentlich sollte man ja bei diesen drei Stichworten (Umfrage, kostenlos und Gewinnspiel) gleich wieder auflegen, aber sie hat mitgemacht :-)

Wie nicht anders zu erwarten war erhielten wir Wenige Tage nach der "Umfrage" einen Anruf aus einem Callcenter. Wir hatten gewonnen (natürlich!) und der Preis war die Vorführung eines NASA Haushatsroboters. Als mir meine Frau diese Neuigkeit am Abend eröffnete war meine Reaktion erst einmal äußerst skeptisch: Es gibt schlichtweg keine brauchbaren und vor allem bezahlbaren Haushaltsroboter.
Die Suche im Internet war auch nicht sehr erfolgreich. Gleich der erste Treffer war eine Staubsaugerfirma namens "Kirby". Was für ein Blödsinn, ich wollte etwas über Haushaltsroboter wissen, nicht über Staubsauger.

Erstkontakt:

Irgendwann war der Termin dann gekommen. Der Robotervertreter entpuppte sich als Frau mit großer, schwerer Tasche und die Firma hieß nicht mehr NASA, sondern Kirby (irgendwie kam mir dieser Name bekannt vor). Natürlich war der Haushaltsroboter kein Haushaltsroboter, sondern ein Staubsauger. Ich war schon ein wenig enttäuscht. Besonders als die Vertreterin dann auch noch fragte, was das hier wohl sei. Ich weiß nicht, ob das ein Intelligenztest war, aber mit meiner Antwort: "Staubsauger" hatte ich ihn wohl bestanden.

Der erste Eindruck:

Der Staubsauger (von Insidern liebevoll "Kirby" genannt) sieht aus, wie aus einem Werbespot aus den 60er Jahren. Er wurde in dieser Zeit wohl entwickelt und seither nur noch geringfügig modifiziert. Wer also auf Retrolook steht wird diesen Staubsauger lieben. Auch der eingebaute Scheinwerfer ist ein ganz nettes Gimmick.

Die Vorführung:

Als erstes sollte ich unseren "alten" Staubsauger holen und einen bestimmten Bereich unseres Teppichs damit saugen, bis er meiner Meinung nach sauber sei. Nach vollbrachter Arbeit schaltete die Dame dann den Kirby an um denselben Bereich noch einmal abzusaugen. Vorher montierte sie erst einmal einen speziellen Filteraufsatz auf den Sauger, um uns dann das Ergebnis vorführen zu können.
Die Geräuschkulisse dieses Staubsaugers ist enorm! Ich habe noch nie ein lauteres Haushaltsgerät gehört. Dass es sich hier um einen Klopfstaubsauger handelt ist auch nicht zu verheimlichen. Aus zwei Metern Entfernung konnte ich deutlich die Schwingungen im Boden spüren. Nach einer kurzen Reinigung wurde uns das Resultat präsentiert. Dreck, Staub und der halbe Teppich befand sich im Filter. Meine Frau und ich schauten uns nur an, wir mussten ja ganz schöne Schweine sein.

Das Reinigen wiederholte sich nun über zwanzigmal, wobei der Staub von mal zu mal weniger wurde. Nur durch intensives, mehrmaliges bitten war die putzwütige Dame davon abzubringen, bis zur völligen Sterilität unseres Teppichs weiterzumachen - was nach ca. 35 Durchgängen eingetreten wäre. Was mir allerdings an dieser Stelle zu Denken gab war folgendes: Selbst wenn die Erstreinigung mit einem Kirby gemacht worden wäre, der zweite Durchgang würde immer noch jede Menge Staub einsaugen, welcher dann stolz präsentiert werden könnte. Hier gilt: Wer zuerst saugt verliert!
Man könnte das Spielchen bestimmt mit jedem beliebigen Staubsauger wiederholen.

Danach ging es an die restlichen Vorführungen.
Matratzensaugen, diesmal mit schwarzem Tuch und nicht mit weißem Filter - ja, mein scheint bei Kirby schon zu wissen, welcher Dreck welche Farbe hat.
Bodenshamponieren und Wände- und Decke absaugen folgten. Dass der Kirby auch noch Luftmatratzen aufblasen, Autos polieren, schleifen, Massieren?!? und noch viel mehr kann, wollte sie uns dann doch nicht mehr im Detail vorführen.

Der Preis:

Endlich kam dann die Frage nach dem Preis. Der übertraf dann doch bei weitem meine kühnsten Erwartungen. Für schlappe 2400.- Euro sollte das Wundergerät den Besitzer wechseln. Nachdem ich meinen Lachanfall überwunden hatte wurde mir dann noch ein Sparangebot für nur 1800.- € angeboten. Als ich auch das ablehnte holte sie die ultimative Psychologische Keule aus ihrem Waffenarsenal: Eine kopierte Blattsammlung, in der stark vergrößerte Bilder von Monster-Milben und sonstigen Teppichungeheuern gezeigt wurden. Der vorwurfsvolle Hinweis "darin schlafen sie jede Nacht" sollte mir wohl Angst machen. Weitere Blätter mit Berichten über Hausstauballergien etc. folgten.

Das Ende:

Wir haben keinen Kirby gekauft.


Alle Fakten auf einen Blick:
Ganz im Stile der Verkaufsvorführung hat dieser Kirby natürlich nur Vorteile :-).

+ Sehr gute Saugleistung:
Das Gerät saugt wirklich umwerfend gut. Man benötigt zwar ca. 35 Durchgänge (siehe Vorführung) oder umgerechnet 20min. Zeit um eine Fläche von etwa 0,5m² zu reinigen, aber er schafft es.

+ Viel Zubehör:
Man kann jetzt endlich jeden Tag seine Teppiche shampoonieren. Toll. Wenn ich das will, kann ich mir natürlich auch im nächsten Teppichgeschäft für 20€ pro Tag ein spezielles Gerät ausleihen. Das hat dann auch den Vorteil, dass es die nächsten paar Jahre nicht sinnlos herumsteht. Macht aber wahrscheinlich weniger Spaß.

Luftmatratzen aufblasen ist auch ein beliebter Sport. Schluss mit mundgeblasenen Luftmatratzen, ab sofort nimmt jeder seinen Kirby mit zum Baggersee. Nur ein langes Stromkabel bräuchte man da noch...
Wände und Decke habe ich noch nie gesaugt und werde es auch in Zukunft nicht tun, aber es ist sicherlich beruhigend zu wissen, dass man es jederzeit könnte.

Wer sein Auto von Hand poliert ist altmodisch. Nur mit einem Kirby merkt auch jeder im Umkreis von 500m, dass hier mal wieder ein Fachmann sein Auto auf Hochglanz bringt. Echte Poliermaschinen hierfür sind natürlich kleiner, handlicher und billiger, aber leider auch viel leiser. Damit kann man keinen Nachbarn hinter die Fensterscheibe locken.

Wer seiner Frau/Freundin/Freund/Mann etc. mal etwas Gutes tun will sollte unbedingt die Massagefunktion ausprobieren. Nicht jeder wird mir einem Staubsauger massiert! Bei einem Schalldruck von 120 dB ist zwar keine romantische Unterhaltung mehr möglich, aber man hört auch nicht die Schmerzensschreie, wenn man einmal die falsche Stelle zu fest massiert.

+ Lampe:
Wenn Flutlichtsaugen einmal zur Olympischen Disziplin erhoben wird sind alle Kirbybesitzer im Vorteil :-)
Es ist bestimmt auch ein Highlight, bei absoluter Dunkelheit seine Wohnung zu saugen.

- Lärm:
Wer beim Staubsaugen gerne das Gefühl hat, das Triebwerk eines Jumbos neben sich herzuschieben, der sollte den Kirby kaufen. Man macht sich damit bestimmt auch in einem Mehrfamilienhaus sehr beliebt, da hier wirklich jeder mitbekommt, wann sauber gemacht wird.

- Preis:
Was kostet die Welt? Ihr neues Haus hat 600.000 Euro gekostet, die S-Klasse für 120.000 steht in der Garage und die teuren Perserteppiche wollen standesgemäß gesaugt werden. Sind da schlappe 2400 Euro nicht schon fast ein bisschen wenig?
Effektiv kostet das Gerät wohl nicht mehr als 150€, aber die Schneeballhierarchie der Kirbyvertreter möchte ja auch noch leben.
Was ich bisher nicht erwähnt habe ist: Er braucht Filtertüten, und die sind nicht billig.

- Gewicht:
Das Gerät wiegt lockere 10kg. Wer mehr als eine Etage damit saugen muss wird es wohl bald nicht mehr missen wollen. Schon nach wenigen Tagen machen sich neue Muskelpakete in allen Körperbereichen - besonders aber im Rücken - bemerkbar. Angenehmer Nebeneffekt: Man spart sich den Beitrag für ein Bodybuilding-Studio.

- Verkaufsmethode:
Die Zeiten sind hart. Da muss auch eine absolut seriöse Firma neue Wege einschlagen, um an Kunden zu kommen. Pseudoumfragen und Gewinnspiele für "NASA Haushaltsroboter" sind da durchaus erlaubt. Ok, das einzige, was an diesem Staubsauger von der NASA stammt, ist die Forschungsgrundlage für den Staubsaugerbeutel.
Dass auch durch diverse Zubehörteile der beste Staubsauger der Welt nicht zu einem Haushaltsroboter wird kommt wohl nur einem Kleingeist in den Sinn. Schließlich wird mein Auto ja auch zu einem Raumschiff, wenn ich einen Sportauspuff dranschraube.
Aber warum diese Firma sich für die NASA ausgibt kapiere ich immer noch nicht...

Fazit:
Wie unschwer zu bemerken ist, bin ich keinesfalls begeistert vom Kirby. Er ist teuer, schwer, unhandlich und jeder dieser Nachteile wird von den Vertretern als Vorteil gelobt. Eine Firma, die es offenbar nur dadurch schafft, in eine Wohnung vorgelassen zu werden, indem sie ihren Namen verschweigt und sich hinter anderen versteckt, kann auch beim besten Willen nicht als Seriös bezeichnet werden.

Grüße
Red Sector


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Red_Sector

Red_Sector

31.01.2005 18:33

Nach vier Stunden intensiver Vorführung habe ich allerdings genug "Erfahrungen" gesammelt um mir ein deutliches Bild von der Firma und seinen Staubsaugern machen zu können.

larshermanns

larshermanns

31.01.2005 11:45

Danke, aber deine nicht vorhandenen Erfahrungen sind eher weniger hilfreich. Würde ich über alles schreiben, was ich mir (aus welchem Grund auch immer) nicht gekauft habe, hätte ich sehr viel zu tun ...

AndreasBL

AndreasBL

31.01.2005 09:11

NASA?!? Da hat sich KIRBY die volle Breitseite von Dir reichlich verdient :-)

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