Über sich:What we do in Life, echoes in Eternity! BvB: 2-0 in Nürnberg, in der Liga am 11/02/2012, 15:30: BvB ...
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"Sie hatte nichts außer dem Radio an." Eine Textzeile von Robert Downey Jr., der mir bis zur Ausstrahlung der vierten Staffel von "Ally McBeal" eher ein Unbekannter unter den Darstellern war. Bei seinen Ally Auftritten aber blieb er mir sofort im Gedächtnis und ich hatte gehofft, dass er auch in der fünften Staffel Allys Traummann bliebe. Doch unverhofft kommt oft. Downey sank in den Drogensumpf ab und kam in den Knast, sein Part bei Ally wurde durch keinen anderen als Jon Bon Jovi ersetzt. Und von Robert Downey hat man jahrelang nichts gehört. Bis er vor kurzem aus der Drogenhölle wiederkam und in dem Regiedebüt von Shane Black die Hauptrolle des Kleinganoven Harry übernahm, der von einer Pleite in die nächste schlittert.
Auf der Flucht vor den Cops platzt der Kleinganove Harry (RDJ) in ein Casting für eine Fernsehserie und wird aufgrund seines spontanen Auftritts direkt nach Hollywood beordert. Dort soll er zunächst einmal durch den Privatschnüffler Perry van Shrike - auch Gay Perry genannt - (Val Kilmer) Anschauungsunterricht erhalten. Auf einer der vielen Partys in der Stadt der Engel begegnet Harry seiner alten Highschool Bekanntschaft Harmony (Michelle Monaghan), die für Privatdetektive schwärmt. Also gibt Harry sich als einer aus, um bei ihr zu landen. Als Harmonys Schwester unter ungeklärten Umständen stirbt, bitte Harmony Harry um Hilfe. Der wiederum bittet Perry um Hilfe und kurz darauf haben die beiden es mit einem echten Mordfall zu tun und bekommen arge Schwierigkeiten…
Regieneuling Shane Black (Drehbuchautor von "Lethal Weapon" und "Last Action Hero") hat das Konzept dieser Filme gelungen auf sein Debüt übertragen. Machospruche, Action, Spannung, eine Prise Erotik und dazu eine absolut unlogische Story, die gerade deshalb so witzig ist. Blacks Erzählstil allein ist den Film wert. Harry gleichzeitig als Hauptrolle und Erzähler auszuwählen ist einer der Clous des Streifens. Wie Harry in der Geschichte von einem Problem zum nächsten stolpert, so purzelt auch die Erzählung aus Harrys Sicht. Da wird mal was vergessen und der Streifen mittendrin zurückgespult, um noch eine Kleinigkeit zu erzählen und sei sie noch so unwichtig. Gerade hier fließt viel Witz in die Story und dadurch hält Black auch seine Zuschauer bei Laune und Aufmerksamkeit.
Noch gelungener aber ist die Wahl der Darsteller, die dieses haarsträubende Drehbuch mit den abgedrehten Dialogen auf die Leinwand bringen.
Robert Downey Jr. hat sofort wieder einen Platz in meinem Gehirn als genialer Darsteller eingenommen. Die Rolle des tollpatschigen und draufgängerischen Harry scheint ihm wie auf den Leib geschneidert. Gerade durch seine Mimik macht Downey auf sich aufmerksam und prägt seine Rolle ein. Wie schon bei Ally McBeal schafft Downey es, oftmals nur durch ein fragendes Gesicht Lacher im Publikum zu erzeugen. Seine gesamte Rolle spielt er sehr selbstironisch und übertrieben, wodurch der Spaßfaktor besonders hoch ist.
Auch Val Kilmer reiht sich in das gute Spiel ein. Im Gegensatz zu Downey hat er eher einen ruhigeren Part, den Kilmer absolut genial interpretiert. Er stolziert schon fast durch den Film und stellt den schwulen Perry absolut überzogen dar, was in vielen Situationen zu derben Lachern führt. So kann Kilmer eine schöne gegensätzliche Rolle zu Downey aufbauen, so dass das ungleiche Paar wiederum genial zusammenpasst.
Michelle Monaghan spielt ihre Rolle sehr solide, ragt aber nicht so sehr heraus wie die beiden übrigen Darsteller. In ihrem Part vereint sie sehr gut die Liebesgefühle für Harry sowie die Angst um ihre Schwester. So wird gerade Monaghan einer Achterbahn der Gefühle unterzogen, die sie sehr gut darstellt.
Die Story selbst ist wirklich mit viel Selbstironie erzählt und strotzt vor Unlogik. Gerade das macht es aber so unterhaltsam, weil an jeder Filmecke wieder etwas Neues auftaucht, was zuerst nicht zum Plot zu passen scheint und sich dann gnadenlos einfügt. Hier hat der Regisseur wirklich wunderbar eine ironische Momentaufnahme der Actionkrimis der 80er und 90er geschaffen, die allein schon durch die knackigen und pointierten Dialoge auffällt. Zwar ist nicht jeder Gag ein absoluter Brüller und nicht jede Geschmacklosigkeit im Film ist geeignet, aber irgendwie passt das Gesamtbild. Und das erinnert den Kinogänger schon wirklich stark an die guten alten Zeiten eines Mel Gibson und Danny Glover und der selbstironischen Werke der Herren Schwarzenegger und Stallone.
Von der Musik her hat John Ottman genau den passenden Soundtrack geschaffen, der nämlich so gar nicht im Gedächtnis bleibt, aber perfekt zu Bildern passt. Diese wiederum sind eher konventionell von Michael Barrett umgesetzt und stechen nicht durch etwaige Tricks oder Besonderheiten heraus.
Man fühlt sich bei "Kiss, Kiss, Bang, Bang" durchaus ans Ende der 80er zurückversetzt und seien wir doch mal ehrlich: damals haben uns solche Filme auch erfreut! Also, wer Lust auf eine kleine Zeitreise hat, sollt diesen Streifen nicht verpassen. Leider muss ich dann aber wieder einmal auf die doch sehr niedrig angesetzte Freigabe der FSK von 12 aufmerksam machen, die doch recht unpassend ist.
Kiss, Kiss, Bang, Bang/ Kiss, Kiss, Bang, Bang USA 2005 Regie: Shane Black Drehbuch: Shane Black Kamera: Michael Barrett Musik: John Ottman Mit: Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Larry Miller FSK: 12 102 Minuten
ab 12 - wie geht denn so was? bei uns im kinopolis (frankfurt) war der ab 16 freigegeben - was ich auch für richtig halte angesichts von heftigen schusswechseln, einer nackten toten im see und einem zweifach abgetrennten finger... war sicher nciht der beste, sicherlich aber der schwarzhumorigste film des kinojahres. PS: wenn du mehr von downey jr sehen willst: genial war er in "one night stand" oder "chaplin" (oscar-nominierung). gruß ingo
27.08.2009 19:25
Hab den Film auch vor kurzem gesehn und fand ihn echt gut. Vor allem Val Kilmer mit seinem witzigen Sarkasmus hat mir sehr gut gefallen!
01.02.2006 13:01
ab 12 - wie geht denn so was? bei uns im kinopolis (frankfurt) war der ab 16 freigegeben - was ich auch für richtig halte angesichts von heftigen schusswechseln, einer nackten toten im see und einem zweifach abgetrennten finger... war sicher nciht der beste, sicherlich aber der schwarzhumorigste film des kinojahres. PS: wenn du mehr von downey jr sehen willst: genial war er in "one night stand" oder "chaplin" (oscar-nominierung). gruß ingo
26.10.2005 19:29
Den Titel des Berichts hättest du mal als Filmtitel verkaufen sollen.