Endzeit ohne Max
19.08.2008
Pro:
Cooler Kurt Russel, ordentlich gemacht
Kontra:
Erzähltempo nicht mehr zeitgemäß
Empfehlenswert:
Ja
 web242
Über sich:
Mitglied seit:26.05.2008
Erfahrungsberichte:95
Vertrauende:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 53 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ende der 70iger, Anfang der 80iger Jahren machte ein Regisseur von sich reden, der heute fast schon in Vergessenheit geraten ist, nämlich John Carpenter. Nach "Darkstar", "Assault-Anschlag bei Nacht", vielen besser bekannt als "Das Ende", "Halloween" und "The Fog" sprang er auf den Science Fiction/Endzeit Zug auf und schuf 1981 mit "Die Klapperschlange" ein Genrehighlight. In er Hauptrolle war damals einmal mehr sein Stammschauspieler Kurt Russel zu sehen. Der Film spielt in der Zukunft (jedenfalls damals) und zwar 1997. Manhattan ist zu einem Gefängnis umfunktioniert worden. Die Übergänge über den Hudson wurden einfach vermint, eine große Mauer herum gezogen und alle Gewaltverbrecher der Vereinigten Staaten dorthin gebracht. Man überließ sie sich selbst und es gab und gibt keine Regeln, außer, wer einmal drinnen ist, bleibt drinnen. Das Entsetzen ist groß, als die Airforce One, besser bekannt als die Maschine des Präsidenten (Donald Pleasence) genau über Manhattan havariert und der Präsident mit einer Rettungskapsel mitten drinnen landet. An sich wäre der Präsident ja gar nicht so wichtig, aber er hat eine Audiokassette mit wichtigen Informationen dabei, die im Friedensprozess mit der Sowjetunion von herausragender Bedeutung ist.
Also entschließt der zuständige Polizeichef Bob Hauk (Lee van Cleef) sich dazu, ein Rettungsteam per Helikopter rein zu schicken. Schnell stellt sich heraus, dass die Knackis sich schon lange um den Duke (Isaac Hayes) organisiert haben, und den Präsidenten als Druckmittel nutzen wollen, den Riesenknast zu verlassen. Von der Kassette wissen sie allerdings nichts. Ein Sprecher der Gang gibt zu verstehen, dass das Leben des Präsidenten innerhalb einer Frist von 24h Enden wird.... Das sieht schlecht aus. Aber Hauk hat noch ein Ass im Ärmel, den kürzlich geschnappten Ex-Soldaten und Helden Snake Plissken, der es mit dem Gehorsam nicht so genau nimmt und deshalb auf die Abschussliste geriet. Dieser soll nun, schwer bewaffnet und mit Peilsender ausgestattet den Präsidenten, oder zumindest seinen Koffer rausholen. Um sich seiner Loyalität zu versichern implantiert Hauk Plissken unter dem Deckmantel einer Impfung zwei Sprengkapseln in die Halsschlagadern, die nach 24h explodieren. Plissken bleibt also keine Wahl, um rechtzeitig zurück zu sein, um die Sprengladungen zu neutralisieren...
Per Segelgleiter gelangt Snake nach Manhatten und kann, dank des Taxifahrers Kabbie (Ernest Borgnine) auch relativ schnell Kontakt zu Brain (Harry Dean Stanton) und seiner Flamme (Adrienne Barbeau) aufzunehmen. Doch dann geht einiges nicht so, wie geplant und Snake wird von Duke und seinen Leuten gefangen, all seiner Ausrüstung beraubt und im Madison Square Garden mit einem brutalen Riesen in einen Ring gestellt, um um sein Leben zu kämpfen. Die Zeit verrinnt und den Präsidenten hat er auch noch nicht gefunden. Wird er es noch rechtzeitig schaffen.... Die DVD ist leider nicht gerade auf dem Stand der Technik. Das Bild ist zwar wesentlich besser als auf Video und der Ton ist Deutsch und Englisch in DD 5.1, aber das Bild wurde abgedunkelt, ist im falschen Seitenverhältnis und es sind keinerlei Extras enthalten. Untertitel gibt es in Englisch und Deutsch. Die Laufzeit der ab 16 freigegebenen Scheibe beträgt ca. 95 min. Es gibt auch eine Classic Collection im Steelbook, die ein korrektes Bild enthält und einige Extras enthält. Vor längerem kursierten aber Gerüchte über eine Art ultimate Edition, die, ähnlich wie bei Bladerunner, mit aufwendig restauriertem Bild und Ton glänzen sollte. Leider ist davon bis heute nichts zu sehen.
Ich persönlich mag den Film sehr gerne. Die Effekte sind für das niedrige Budget und die damaligen Verhältnisse recht gut gemacht und brauchen sich auch heute nicht hinter B-Produktionen zu verstecken. Die Schauspieler sind gut, allen voran Kurt Russel, welcher aber sowieso einer meiner Lieblingsschauspieler ist. Die restliche Crew kann ja auch mit einigen bekannten Namen aufwarten. Die Endzeitstimmung kommt sehr gut rüber und so manche naive Sicht der Zukunft mag der damaligen Zeit geschuldet sein. Natürlich entspricht auch dieser Film nicht mehr den heutigen Sehgewohnheiten, mit hektischen Schnitten und Daueraction. Der Film mag einigen etwas zu behäbig daherkommen, aber ich finde das nicht weiter schlimm. Langweile kam bei mir jedenfalls noch nie auf (und ich habe ihn schon etliche Male gesehen). Die Kritik am System und am amerikanischen Präsidenten am Ende ist eigentlich ganz gut gelungen, besonders die zynische Reaktion Plisskens. Den letzten Biss lässt die Schelte aber doch vermissen. Bleibt noch zu erwähnen, dass Carpenter selber eine Fortsetzung mit dem Namen Flucht aus L.A. (1996, auch mit Kurt Russel) gedreht hat, die aber merkwürdiger Weise billiger aussieht, als das Original.
Freunden des Films sei der kommende Neill Marshall Film Doomsday ans Herz gelegt, den zu sehen ich schon das Vergnügen hatte, denn der haut fast genau in die Selbe Kerbe und ist echt unterhaltsam. Für mich 3 Sterne + 1 Nostalgiestern.
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22.08.2008 08:42
Top... Handlung ist drin, Vor- und Nachteile sind drin... und nen aktueller Tip noch dazu... ist mir ein bh wert!
20.08.2008 21:37
der film ist eigentlich ganz i.o. gruß hessus
20.08.2008 04:19
Schreibst ja dasde "Flucht aus L.A." irgendwie billiger findest, mir persönlich gefällter aber besser, egal =) Schöner Bericht, Gruß Fischi ><((°>