Pro:
Sehr überzeugende Darsteller in einer düsteren Zukunftsvision des Jahres 1997 aus dem Jahr 1980 ! Durchgehende Spannung von Anfang bis Ende und ein überragender Kurt Russell ! Hervorragender Soundtrack !
Über sich:Watch out... I'm back! :-))
Bei so manchem Bericht hier (und den Schnellklicker-SHs) kann man nur d...
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***** VORWORT
Es ist mal wieder Zeit für einen Klassiker. Heute berichte ich über einen Film, der wirklich seinesgleichen sucht. Er hat einen Maßstab gesetzt, den noch nicht einmal sein Sequel erreichen konnte. Die Rede ist von DIE KLAPPERSCHLANGE mit Kurt Russell, der zweifelsohne zu den besten Science-Fiction Actionthrillern zählt.
***** KURZINFOS
Originaltitel: Escape from New York Land/Jahr: USA 1980 Regie: John Carpenter Darsteller: Kurt Russell, Lee van Cleef, Ernest Borgnine, Donald Pleasence, Isaac Hayes FSK: ab 16 Jahren
***** DER FILM
Wir befinden uns im Jahr 1997.
Manhattan hat sich im Lauf der Jahre durch fortschreitende Kriminalität in ein Großgefängnis verwandelt, das von Gewalt regiert wird. Hier landen alle, die gegen das System verstoßen. Dies ist beispielsweise schon der Fall, wenn man unerlaubt Kinder bekommt oder sonst wie negativ auffällt. Als der Präsident der USA (Donald Pleasence „Gesprengte Ketten“) mit seinem Flugzeug über Manhattan abstürzt, ist eine schnelle Hilfe vonnöten. Zumal sich an Bord ein Kassette befindet, die den atomaren Krieg verhindern soll. Daher beschließt man, eine Sondereinsatzgruppe nach Manhattan zu schicken, um den Präsidenten zu retten und die Kassette zu bergen. Als dieser Einsatz jedoch erfolglos verläuft, müssen sich die Militärs etwas anderes ausdenken. Der Leiter, Bob Hauk (Lee van Cleef „Noch eine Hand voll Dollar“), beschließt, ein riskantes Experiment zu wagen. Der Sträfling Snake Plissken (Kurt Russell „Tango & Cash“), einst ein Mitglied einer Sondereinsatzgruppe und mit diversen Orden geehrt, soll diesen gefährlichen Auftrag erledigen. Um sicher zu gehen, dass er nicht einfach flieht, pflanzt man ihm eine Art Mini-Atombombe in den Körper, die ihm nur wenige Stunden Zeit gibt, seinen Auftrag zu erledigen. Dann macht sich Plissken mit einem Segelflugzeug auf den Weg nach Manhattan......!
***** MEINE MEINUNG UND FAZIT
Die Klapperschlange gehört schon lange zu den Klassikern, die man einfach kennen muß. John Carpenter ist hierbei ein hervorragender Science-Fiction Thriller gelungen, der einen heute, im Jahre 2003, natürlich ein wenig schmunzeln lässt. Andererseits gibt es einem aber auch zu denken, dass man 1980 offensichtlich glaubte, die Welt könne heute so aussehen, wie sie im Film dargestellt wird. Eine erschreckende Vision.
Bei diesem Film wird eine absolut düstere Atmosphäre geschaffen, bei der es noch nicht einmal Tageslicht zu geben scheint. Die gesamte Handlung spielt nachts und dadurch erhält man noch ein zusätzliches Maß an Schrecken, da die Schatten immer wieder neue Gefahren zu bergen scheinen.
Was mir an dem Film zusätzlich sehr gut gefällt, dass ist die von John Carpenter selbst geschriebene Titelmelodie, die in dieser Form sogar für das Sequel der 90er Jahre Verwendung finden sollte. Eine düster Synthesizer-Melodie leitet den Film ein und begleitet einen immer wieder durch diverse Szenen.
Es ist erschreckend, wie das Manhattan des Jahres 1997 gezeigt wird. Alles ist vollständig herunter gekommen und die Insel ist durch das Militär hermetisch vom Festland abgegrenzt. Hier können die Häftlinge tun und lassen was sie wollen. Niemand hindert sie an der Ausübung ihrer Interessen, solange sie nicht zu fliehen versuchen. Der einzige Fluchtweg von der Insel ist eine Brücke, die man jedoch mit Minen versehen hat.
DIE KLAPPERSCHLANGE sollte 1980 vermutlich nur begeistern und die Zuschauer durch die Action, die in der fernen Zukunft spielt, in den Sesseln gefangen halten. Heutzutage kann man diesen Film mit seiner erschreckenden Vision aber auch sehr gut als Gesellschaftskritik verstehen. Immerhin ist John Carpenter davon ausgegangen, dass die Kriminalität im Jahr 1997 dermaßen hoch sein würde, dass man schon eine ganze Stadt zum Gefängnis machen müsste! Und tatsächlich scheint die Kriminalität bekanntlich noch heute keine wirklichen Grenzen zu kennen. Das Alter der Kriminellen wird immer niedriger und die Verbrechen immer schwerer. Dann gibt es einem natürlich zu denken, ob John Carpenter’s Vision nicht vielleicht doch eines Tages Wirklichkeit wird!
Neben der Spannung und den zahlreichen Actionszenen, machen die Schauspieler aber auch einmal mehr einen besonderen Reiz aus. Einige namhafte Darsteller haben sich zu diesem Film zusammen gefunden.
KURT RUSSELL spielt den Veteranen Snake Plissken. Während eines Kampfes hat er ein Auge verloren, was Snake einen zusätzlich gefährlichen Charakter verleiht. Kurt Russell hat die Aufgabe bekommen, diesen introvertierten Charakter mit Eiseskälte zu spielen. Der durchtrainierte Körper Russell’s, der zum Glück nicht an die Muskelpakete eines Sylvester Stallone oder Arnold Schwarzenegger heran reicht, verleiht der Person eine Form von Authentizität, mit der man sich selbst etwas leichter identifizieren könnte. Plissken soll schließlich ein ehemaliges Mitglied einer Spezialeinheit sein, und dies versteht Russell ganz klar herüber zu bringen. Snake ist meist in sich gekehrt und zeigt nach außen hin keinerlei Gefühlsregungen, was dem Schauspieler Kurt Russell bestimmt ein wenig Probleme gemacht haben dürfte. Schließlich ist dieser durch Action-Komödien und Komödien generell (z.B. EIN GOLDFISCH AN DER ANGEL mit Ehefrau Goldie Hawn) bekannt geworden. Ich halte ihn auf jeden Fall für die perfekte Besetzung.
LEE VAN CLEEF ist ein Schauspieler, wie er besser kaum sein könnte. Ob er nun einen Kopfgeldjäger im Western oder einen Ninja-Meister der 90er Jahre spielt...stets strahlt er eine gewisse Souveränität aus, die ihn so berühmt gemacht hat. Er wirkt immer ein wenig exotisch und zugleich unheimlich. Man weiß nie genau, was in einem Kopf vorgeht, wenn er einen mit seinem Blick fixiert. In DIE KLAPPERSCHLANGE darf er nun einen Kommandanten spielen, dem das Wohl des Präsidenten am herzen liegt und der alles für dessen Rettung tun würde. Eiskalt geht er dabei ans Werk und spielt mit dem Leben seiner Untergebenen und sogar dem Leben eines nicht betroffenen Gefangenen. Die Rolle wird von Lee van Cleef sehr überzeugend gespielt und man kann ihm später sogar eine Art Betroffenheit anmerken, die man nicht unbedingt erwartet hätte.
ERNEST BORGNINE dürfte vielen Lesern aus der Fernsehserie AIRWOLF bekannt sein. Nun schlüpft er in die Rolle des Taxifahrers Cabbie, der in Snake Plissken eine Art Idol gefunden zu haben scheint. Er kennt ihn, genauer gesagt seinen Ruf, schon seit Jahren und ist stolz, ihn durch Manhattan begleiten zu dürfen. Dabei bringt Ernest Borgnine fast schon so etwas wie Komik in den Film, da er einfach ein herzliches Gemüt hat. Allerdings konnte er in dem Roadmovie CONVOY auch schon unter Beweis stellen, dass er auch den knallharten Burschen zu spielen versteht.
DONALD PLEASENCE spielt den Präsidenten. Normalerweise kennt man Donald Pleasence in den Rollen der unterdrückten Männer, die einem höher Mann gehorchen müssen. Diesmal ist er – wenn auch nicht allzu lange – in der Rolle des amerikanischen Präsidenten zu sehen. Obwohl er in dieser Rolle sehr überzeugend wirkt, hätte ich mir hier doch einen anderen Schauspieler gewünscht, der dieser tragenden Rolle noch etwas gerechter würde.
ISAAC HAYES spielt den farbigen „The Duke of New York“, der in Manhattan das Kommando führt. Er hält den Präsidenten gefangen und muß von Snake Plissken erst noch erledigt werden. Hayes stahlt dabei wirklich eine Aura der Bedrohung aus, die ihn für diese Rolle wie geschaffen macht. Man nimmt sofort an, dass er einst eine Gang in Harlem gehabt haben könnte. Allein sein Cadillac mit auf den Kotflügeln montierten Kronleuchtern, vermittelt schon einen etwas komischen Charakter, der ein wenig an Napoleon erinnert. Im Exil befindlich, muß er nun in Manhattan das Zepter schwingen.
HARRY DEAN STANTON ist aus diversen Filmen bekannt. Zuletzt habe ich ihn in Steven Seagal’s Ökothriller FIRE DOWN BELOW gesehen, in dem er den alten Mann „Cotton“ spielt. Er hat aber auch in verschiedenen Western mitgewirkt. So z.B. in den John Wayne Klassiker „DIE VIER SÖHNE DER KATIE ELDER“. Nun darf er sich in einer weitere Rolle neben Stars etablieren. Er spielt Harold „Brain“ Helman, einen alten Bekannten von Snake, der ihn mit dem Duke zusammen bringen soll. Dabei weiß man nie, ob man ihm trauen kann.
Für mich ist DIE KLAPPERSCHLANGE definitiv ein Meilenstein der Filmgeschichte. Die düstere Atmosphäre macht den ganzen Film aus. Man fühlt sich von Anfang bis Ende in den Sitz gepresst und möchte niemals auch nur eine Sekunde versäumen müssen. Ständig tauchen neue Gefahren auf, die sich durch die Exilbildung in New York gebildet haben. Ständig muß man mit dem Unerwarteten rechnen und entwickelt dabei eine Spannung, die nervenzerreißend sein kann.
Ich empfehle DIE KLAPERSCHLANGE auf jeden Fall uneingeschränkt weiter, da John Carpenter bei dieser ersten Verfilmung der Plissken-Reihe wirklich ein Meisterwerk geschaffen hat. Er hat einen Helden geschaffen, der dieser Rolle unfreiwillig gerecht wird, obwohl man (die Regierung) ihn eigentlich eher mit Füßen treten würde.
Eine wahrlich gelungene Kombination aus Science-Fiction, Action und Topbesetzung!!!
***** BEMERKUNG
Sollte diesem Filmbericht noch irgendetwas fehlen, so lasst es mich doch bitte bei Euren Kommentaren wissen. Natürlich freue ich mich aber auch über jeden weiteren freundlichen Kommentar.
25.11.2007 17:50
ist bestellt - n klassiker, den ich noch nciht gesehen habe ... grüsse mOFFt
01.02.2003 18:39
Ein spannender Film, der wenigstens auch eine witzige Pointe hat. VG, mima
18.01.2003 18:08
Mein Lieblings-Carpenter außerhalb der Grusel-"Schinken". ;-) mfg, Kai