Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Betrunkener Direktor war am Erträglichsten |
| Kontra: |
So aufzuwachsen wünsche ich niemandem |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Update 2
War schon drauf und dran, die Updates auszulassen......
doch just in dem Moment zeigte mir mein Postfach "Neuer Kommentar zu Ihrem Bericht....."
Das macht Mut.....Danke der netten Kommentatorin.
Klausheide....dieser an sich schöne Name für einen Ort steht im Zusammenhang mit Senne (so heißt die dortige Sandlanschaft mit Heide am Rande des Teutoburger Waldes), Katholische Kirche, Religion usw. für die organisierte Unterdrückung von heranwachsenden Jungen.
Der Tag, als meine Eltern mich im Salvator Kolleg Klausheide ablieferten, sollte für mich in einem Meer von Tränen versinken. Irgendwie wollte ich nicht so recht wahrhaben, dass ich tatsächlich abgeliefert werden sollte wie ein Haustier, das man nicht mehr braucht, im Tierheim.
Schon die Einfahrt über eine schier unendlich erscheinende Alle, an deren Ende das Eingangsportal zu sehen war, erzeugte eine Bedrückung in mir, die mich gleichsam zu zerquetschen drohte. Der Eintritt, der Empfang, die Besprechung bei der Aufnahme - alles lief wie in einem Film ab, der irgendwie unwirklich schien - in dem ich dennoch der unfreiwillige Hauptdarsteller war. Die Nonnen und Pater, die vorbeikamen, bewegten sich alle gemessenen Schrittes, den frommen Blick nach unten gerichtet.
Dann der Moment, den ich so sehr gefürchtet hatte. Auch Hunde, die von ihren Herren gequält wurden wie ich von meinen Eltern*, verhielten sich genauso. Trotz eines erbärmlichen Daseins fürchteten sie die Trennung gleichsam wie den Gang des Delinquenten zum Schaffott. Wer mich zum Abschied auf den Mund küßte - ich weiß es nicht; Tränen nahmen mir die Sicht. Ich sah auch nicht, wie sie wieder abfuhren - ohne mich!
Irgend jemand führte mich durch die Tür, die zum Wohnbereich führte. Ich war ein Heimkind, das ich für die nächsten sieben Jahre sein sollte. Die Aufnahme glich eher einer Fleischbeschau. Durch die Gänge hallte immer wieder ein "Der Neue ist da!" Ich fühlte mich wie nackt auf einem Präsentierteller. Tischtennisbälle verstummten, weil die Spieler sich neugierig die Hälse nach dem Neuankömmling reckten. Nach schier unendlich langer Zeit wurde mir dann der Schlafsaal gezeigt, den ich mit sieben anderen Jungen zu teilen hatte. Meine Sachen waren am Eingang abgegeben worden. Auf dem mit karger weisser Leinenwäsche bezogenen Bett lag ein Schlafanzug für mich. Bis zum Abend ließen sie mich in Ruhe. Das war wohl der übliche Umgang mit den Neuen. Dann konnten sie sich erst Mal ausheulen.
Schwester Herminigildis, so hieß die zu unserer Erziehung befugte, rief zum Duschen. Alle mußten in einen Gemeinschaftsduschraum. Sie stand davor und gab Waschkommandos. Da ich ein wenig spät dran war, konnte ich nur sie sehen; die anderen Jungs waren schon drin. Schnell zog ich mich aus und huschte behende an ihr vorbei. Hätte ich ihr Gesicht gesehen, wäre mir aufgegangen, dass irgendwas nicht stimmen konnte. Die katholische Prüderie hatte ihm einen knallroten Anstrich verliehen. Die Jungs brachen in Gelächter aus und zeigten auf mein Geschlechtsteil. Sie selbst hatten eine Badehose an. Ich stand da - so nackt, wie man sich nackter nicht fühlen kann. Die Nonne sagte "zieh dir mal was an", und ich stahl mich wieder aus der Dusche. Mit Badehose huschte ich wieder hinein und folgte ihren Waschkommandos.
Ich war froh, als das Nachtgebet gesprochen wurde. Danach hatten wir mucksmäuschenstill zu sein - bis zum Morgengebet. Im Bett zog der Tag, an dem ich morgens noch in Isernhagen in dem alten Bauernhaus aufgewacht war, an mir vorbei wie ein schlechter Film.
Update 1
(Wer vollständig lesen möchte, fange bitte unten an - Danke!)
Die Schule war räumlich in das Gebäude des Heimes integriert. Das Heim selbst war ein katholischer Orden, der ein Gutteil seines Geldes damit verdiente, verstoßene, ungewollte oder unliebsam gewordene Kinder, meist aus zerrütteten Ehen, ein neues "Zuhause" zu geben. Das ließ sich der Orden dann mit einem monatlichen Salär vergüten. Der unterschied sich durch den Status, den das eingelieferte Kind bekam. Die mir bekannten Untergliederungen waren FEH und FE.
Die FEH`s (Freiwillige Erziehungshilfe) kosteten die Eltern den Batzen von über 400 Mark im Monate (Stand Ende der sechziger Jahre), weil sie das erzieherische Mitspracherecht behalten und ihren Sprößling jederzeit wieder in ihr eigenes Gewahrsam nehmen konnten. Ich wurde, weil meine Eltern, genauer genommen meine Stiefmutter und mein Erzeuger, mich sowieso abschieben wollten, als FE (Fürsorgeerziehung) klassifiziert. Das heißt, der Orden hatte die volle Erziehungsgewalt über mich. Das äußerte sich auch im wöchentlichen Taschengeld, das für mich nur 3 Mark, für die FEH`s jedoch 6 Mark betrug. Taschengeld ist vielleicht zuviel gesagt. Man durfte sich für den Gegenwert in einem provisorischen Kiosk Süßigkeiten aussuchen.
Das Auswahlverfahren, ob FE oder FEH, konnten sich die Eltern allein aussuchen. Sie mussten dem Heim gegenüber keine Rechtfertigung darüber abgeben, warum denn der Junge schwer erziehbar ist. Ich war als schwer erziehbar abgestempelt für die nächsten sieben Jahre. In alten Umgebungskarten von Hövelhof ist der Gemeindeteil Klausheide mit dem "Salvator Kolleg" als ERZIEHUNGSANSTALT ausgewiesen.
Vorher war ich evangelisch. Für die Abschiebeaktion ins Ostwestfälische hatte meine mich "über alles liebende" Stiefmutter eine Umtaufe organisiert, die sie mir als spannendes Ereignis verkaufte. Das war es ohne Zweifel, denn so eine Kirchenorgel, Weihrauch und das lateinische Geplapper des verkleideten Priesters können einen ganz schön frommtrunken machen. Ich kam als katholisch aus der Kirche und wenig später ins Heim.
+++Vielen Dank - Fortsetzung folgt+++
Ich wollte nie mehr etwas mit diesem Thema zu tun haben. Verdrängen ist besser - dachte ich. Doch die Situationen, die diesen Teil meiner Vergangenheit immer wieder hochkochen lassen, sind einfach zu intensiv, zu unberechenbar, gefährlich. Gefährlich deshalb, weil niemand, ich am allerwenigsten, die Auswirkung kennt, wenn man alles Unangenehme ständig unter den Teppich kehrt. Es braucht situationsbedingt nur eine kleinste Assoziation, um eine Kettenreaktion auszulösen, deren Auswirkung niemand vorhersehen kann.
Es handelt sich hier um keinen Bericht über die Schule des hier als Kathegorie angebotenen "Salvator Kollegs" Klausheide allein. Wer das erwartet, möge bitte das Lesen unterlassen oder was auch immer. Erschüttert und berührt hat mich vor allem der Bericht des Mitglieds Peter R...., weil mir alle Namen, die darin vorkommen, geläufig sind (siehe Assoziation). Das Leben, das er lebte, lebte ich zwangsweise sieben Jahre am gleichen Ort - von meinem achten bis zum fünfzehnten Lebensjahr.
Ausserdem habe ich im Mai diesen Jahres den ersten Bundeskongreß ehemaliger und mißhandelter Heimkinder besucht. Die dort erörterten und von Betroffenen geschilderten Schicksale waren so etwas von haarsträubend, dass sich meine Geschichte dagegen noch eher harmlos ausnimmt.
Erst dort wurde mir klar, dass jemand, der aus dieser seelischen Grausamkeitsmühle so entkommen ist wie ich, gleichsam als Sprachrohr für die anderen mit sein Schicksal veröffentlichen muss.
Die Schule im Salvator Kolleg Klausheide beherbergte, wenn mich nicht alles täuscht, die Klassen Fünf bis Neun. Ob sie als Sonder- oder Volksschule oder wahlweise fungierte, weiss ich auch nicht. Was allerdings klar ist: der vermittelte Stoff hatte wahrscheinlich ziemlich wenig mit dem an normalen Schulen zu tun. Erweitern von Brüchen oder Prozentrechnung war das schwierigste, was ich im Bereich Mathematik zu erlernen hatte. Anspruchsvoller und umfangreicher war da schon der Religionsunterricht, der naturbedingt breitesten Raum einnahm.
AG's, Referate, Praktika, wie man es von anderen Schulen kennt, waren nie ein Thema. Unterricht war eher ein Fremdkörper, der notgedrungen mit abgehalten wurde. So waren die Lehrer - Namen nenne ich lieber nicht - aussortierte oder draussen nicht mehr brauchbare Pädagogen, die wenigsten uns noch Unterricht erteilen durften. Einem einzigen oder zweien von ihnen würde ich im Nahhinein noch Befähigung für eine normale Schule zutrauen, auf der sie sich wahrscheinlich unbeliebt gemacht hatten und zu uns sozusagen in eine Art Straflager mußten. Der Direktor war ein Alkoholiker, der das zwar meist recht gut verbergen konnte, aber seine Schnapsausdünstungen verrieten ihn dennoch. Alle zwei Wochen kam er stockbesoffen in den Unterricht. Dann war er lammfromm und hätschelte und tätschelte den einen oder anderen Niedlicheren von uns. Aber das Misstrauen war nicht wegzukriegen, weil er ansonsten superstreng war und auch vor massiven Handgreiflichkeiten nicht zurückschreckte.
Da ich in einem Internetcafé in Berlin sitze, der Rechner ab und zu abstürzt, speichere und veröffentliche erst Mal bis hierhin und verspreche regelmäßige Updates
| weitere Erfahrungsberichte |
Meine Zeit in Klausheide
Bewertung für Klausheide - Salvator Kolleg von
scuba1
Pro: keine
Kontra: pure Unterdrückung
Ein Hallo an alle ehemaligen
Auch ich war mal in diesem Haus und ich muss bestätigen was einige geschrieben haben, alles in allem eine ganz miese Einrichtung mit viel Prügel von Seiten der Erzieher bzw. der jeweiligen Aufsichtspersonen oder von den Non ...
Bericht lesen
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hilfreich
22.09.2007
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Kurzbewertung zu Klausheide - Salvator Kolleg
Bewertung für Klausheide - Salvator Kolleg von
Wisobir
Abs: WISIBIR duale.dienste@gmx.de
Ich bin Holger aus Bremen,Ich war 1976-1977 im salvator-Kollegge
von Kolpinghaus Bremen in so einem Haus,das ist unterschied wie krieg und Frieden.Freiheit und Jesus.es ist eine gut
und eine DUMMEERFAHRRUNG:dUM WAR
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hilfreich
29.01.2009
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Kurzbewertung zu Klausheide - Salvator Kolleg
Bewertung für Klausheide - Salvator Kolleg von
Overfeld
Heute ist das Salvator-Kolleg ein vorzeigbares Haus.Ich war kürzlich
wieder dort und konnte mit Schülern und Erziehern sprechen. Eine
empfehlende Einrichtung... aber...
In der Zeit von 1965 - 1971 war es eine Hölle. Kinder wurden verprügelt
eingesper
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hilfreich
13.07.2008
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vergeudete Jahre
Bewertung für Klausheide - Salvator Kolleg von
Moishe7550
Pro: Nichts erfassbares
Kontra: weder christlich noch menschlich hinnehmbar
von 1963 bis 1969 mußte ich dort leben.Zuerst bei Thome dann bei Pater Inigo und zuletzt beim Schläger Bruder Antonius in der Landwirtschaft.Ich gehörte zur Kuhstallmannschaft.Sechzig Kühe mit drei Mann und einem nervösen,kettenrauchendem Melkermeister, d ...
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hilfreich
16.07.2009
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Kurzbewertung zu Klausheide - Salvator Kolleg
Bewertung für Klausheide - Salvator Kolleg von
Chief-Alfredo
Auch ich war von 1963 - 1965 in Klausheide. habe in der Aufnahmegruppe bei Herrn Thome angefangen - war zwei Wochen in der Untergruppe - 4 Monate in der Mittelgruppe - und da ich ein guter Fussballspieler war - holte mich Bruder Ignazius bald in die Oberg
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hilfreich
05.11.2007
(04.11.2007)
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