88 Tasten sind nicht alles...

5  21.10.2002

Pro:
Das schönste aller Instrumente

Kontra:
Nicht ganz billig

Empfehlenswert: Ja 

HStephan

Über sich:

Mitglied seit:28.07.2000

Erfahrungsberichte:64

Vertrauende:6

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Das Klavier zählt zu den gefragtesten Instrumenten überhaupt. An deutschen Musikschulen sind die meisten schüler Klavierspieler.

Das schöne am Klavier ist, daß es Spaß macht alleine zu spielen. Da die meisten Menschen 2 Hände haben, ist es möglich mit der einen Hand die Melodie und mit der anderen Hand die Begleitung zu spielen.

Doch vor dem Klavierspielen steht der Kauf eines Klaviers.

Was nmacht ein gutes Klavier aus?

Ein Klavier besteht aus drei Bereichen. Die akustische Anlage, also das was klingt, der Mechanik mit den Tasten und dem Gehäuse. Das Gehäsue ist für den Klang und die Spielbarkeit fast unbedeutend.

Der Druck auf die Taste bringt die Mechanik in Bewegung und den Hammer dazu die Saite anzuschlagen. Die Saite schwingt. Diese Schwingungen werden über einen Steg auf den Resonanzboden übertragen und von ihm verstärkt. Das Zusammenspiel dieser Komponenten ist beim Klavier extrem wichtig. Sowohl die Konstruktion als auch die Verarbeitung tragen maßgeblich dazu bei, ein gutes Klavier entstehen zu lassen.

Die Mechanik

besteht aus über 6000 Einzelteilen, die der Kalvierbauer zusammensetzt, anpasst und justiert. Diese Arbeit muss sehr sorgfältig vonstatten gehen. Die Spielart des Instruments hängt davon ab, ob die Mechanik richtig berechnet und ordentlich eingebaut wurde. In deutschen Instrumenten werden vorwiegend Mechaniken der Firma Renner in Stuttgart verwendet. MEchaniken aus Polen, der Tschei oder China und Russland kann man getrost vergessen.

Die akustische Anlage

besteht aus den Saiten, den Stegen, einem Resonanzboden und der Gußplatte sowie dem Rasten.

Da die Saiten eines Klaviers enorme Zugkräfte brauchen (bis zu 20 t bzw. 20000 N) um zu klingen braucht man Stabilität. Um dies zu erreichen wird eine Konstruktion aus Gußstahl und einem Holzrahmen (Rasten) verwendet. Für den Klang entscheidend ist der Resonanzboden aus feinjähriger Fichte, die Stege und die Qualität der Saiten. Billige Klaviere haben schon mal einen Resonanzboden aus Sperrholz. Der Klang ist entsprechend dürftig.

Was für ein Klavier sollte man kaufen?

Klaviere gibt es beretis ab 1500 Euro. Die billgisdten (billig, nicht günstig) stammen aus Rußland und China. Die Verarbeitung ist oftmals katastrophal und die Materialien sind auch nicht das beste. Und egal was der Klavierverkäufer erzählt, gerade russische Klaviere sind einfach schlecht. Die Haltbarkeit gegenüber vernünftigen Klaviere ist gering, die Verarbeitung miserabel und das Metrial ein Desaster.

Interessant wird es bei Klavieren von japanischen und koreansichen Herstellern (Yamaha, Kawai etc.). Diese Klavier sind zwar nicht mehr supergünstig, aber ab 3000 Euro bekommt man hier ein ordentliches Klavier was den Ansprüchen in den ersten Jahren genügen sollte.

Ein Klavier aus deutscher Produktion beginnt bei etwa 5000,- Euro. Dafür bekommt ein hochwertiges und langlebiges Instrument mit vervorragenden Spiel- und Klangeigenschaften. Eigentlich alle deutschen Hersteller bieten nur vernünftige Qualität an. Sollte irgend ein Händler ein angeblich deutsches Klavier für deutlich unter 5000,- Euro anbiten ist etwas faul.

Bei einem Gebrauchtkauf sollte man darauf achten ein Markeninstrument zu kaufen. Große Klaviere (höher als 125 cm) sind in der Regel sehr alt und nur bedingt zu empfehlen. Ein gutes Klavier hält mindestens 50 Jahre, gute Behandlung vorausgesetzt.

Die meisten Klavierhändler bieten ein Mietsystem an. Hierbei kann eman ein Klavier meine bestimmte zeit mieten, um sich dann später zu entscheiden. Die gezahlte Miete wird in der Regel auf den Kaufpreis angerechnet.

Einige Hinweise für den Klavierkäufer:

Viele Klavierhersteller aus Asien und Russland werben mit deutschen Materialien. Trotzdem sind diese Klaviere meistens von absolut minderer Qualität. Finger weg!

Vergleichen ist wichtig. Auch ein Laie hört den unterschied zwischen guten und schlechten Klavieren.

Vorsichtig bei alten Klavieren. Alles was vor dem zweiten Weltkrieg gebaut wurde ist selten in einem ordentlichen zustand. Hier sind schnell einige Hundert oder gar tausen Euros für Reparaturen weg. Händler die alte klaviere günstig anbieten, wollen diese oft nur günstig entsorgen. Also Vorsicht!

Ein deutscher Name macht noch kein deutsches Klavier. z.B. Carl Ebel kommt aus China, Lippman aus den GUS, Euterpe aus der Tschechei usw.

Hier noch einige Adressen -

- www.pianos.de
- www.piano-hartz.de
- www.bdk-piano.de

Viel Spaß beim Klavierspielen.........
s.

P.S.: Dieser Bericht kann keine ausführliche Beratung ersetzen, und will nur Hilfen geben. Das ganze Thema klavier ist sehr komplex und füllt ganze Bücher.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
billjoel49

billjoel49

21.02.2005 18:17

und für ne kleine Wohnung vielleicht doch ein elektronisches Klavier? DA bekommt man für 3000 € bereits ein Spitzeninstrument! Gruß Edgar

Andi2409

Andi2409

14.05.2004 16:58

Einige ePianos sind auch nicht schlecht, können aber ein "richtiges" Klavier noch nicht ersetzen

Frannie

Frannie

02.11.2002 13:48

Ich wollte auch schon immer Klavier spielen, aber den Traum kann ich mir wohl erst erfüllen, wenn ich eine größere Wohnung habe... Gruß, Frannie

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