Klein und fein - konkurrenzlos!
04.07.2001
Pro:
Kompakt, gute Bildqualität
Kontra:
Schwaches Objektiv/Blitz, wenig Einstellungen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 N.Rose
Über sich:
Mitglied seit:19.02.2000
Erfahrungsberichte:25
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nun habe ich sie mir endlich gegönnt - eine Kodak DC-3800 Digitalkamera! Wochenlang habe ich Testberichte und Kataloge geblättert, bis ich mich zu dieser Entscheidung (die ich nicht bereut habe) durchgerungen habe. Zunächst sollte sich jeder Interessent einer Digitalkamera klar machen, wofür er das Teil überhaupt braucht. Für mich war wichtig, daß sie kompakt ist, denn wenn ich die Kamera nicht mit mir herumtragen will, nützt mir auch die tollste Qualität nichts. Und gerade hier liegt der größte Vorteil der DC-3800: Mit 165 Gramm (ohne Batterien) und ihren handlichen Abmessungen ist sie so ziemlich die kompakteste und leichteste Kamera der 2,1 Megapixel-Klasse. Trotzdem wirkt das Metallgehäuse nobel und robust, und die Tasten haben eine durchaus auch für gröbere Hände bedienbare Größe.
Überhaupt fällt die Bedienung sehr leicht: Die wenigen Tasten sind eindeutig plaziert, man kann das Gerät quasi blind bedienen. Einzustellen gibt es ohnehin nicht viel: Leider hat man auf Belichtung, Schärfe etc. keinen Einfluß. Lediglich der Blitz läßt sich umschalten zwischen den Betriebsarten Aus/Aufhellblitz/Vorblitz/Automatik. Das Sucherbild ist ordentlich (zumindest wenn man mit dem Auge entsprechend nah herangeht) und der Auslöser optimal plaziert. Insofern also eine ideale Schnappschußkamera. Aber gerade bei Schnappschüssen gilt für die DC-3800 eine Einschränkung, die bei allen Digitalkameras mehr oder minder negativ auffällt: Die Auslöse- und Speicherverzögerung. Vom Durchdrücken des Auslösers bis zur Aufnahme des Bildes vergehen schon mal einige Sekundenbruchteile. Das ist zumindest gewöhnungsbedürftig. Zudem ist die Kamera nach einer Aufnahme erstmal für einige Sekunden (je nach gewählter Qualitätsstufe) außer Gefecht gesetzt, bis das Bild auf der Speicherkarte abgelegt ist. Erst dann kann die nächste Aufnahme geschossen werden. Aus einer Serienaufnahme wird also nix.
Zur Bildqualität: Insgesamt sind die Bilder mehr als zufriedenstellend. Belichtung und Autofocus arbeiten in den meisten Situationen einwandfrei, die Farben sind weitgehend naturgetreu. Die Auflösung reicht dank 2,1-Megapixel-Bildwandler auf für größere Ausdrucke bis knapp DIN-A4-Format aus. Genau betrachtet ist eine leichte Unschärfe zwar nicht zu übersehen, aber das dürfte am winzigen Objektiv (Schwachpunkt der meisten kleineren Kameras, ob digital oder herkömmlich) liegen, das einfach nicht hoch genug auflöst. Wenn man die Bilder per Software nachträglich leicht nachschärft, kommt das dem subjektiven Bildeindruck jedenfalls sehr zu Gute. Das winzige Objektiv der DC-3800 birgt noch einen weiteren Nachteil: Es ist kein Zoom vorhanden. Die Kamera hat zwar einen digitalen "Zoom", den kann man aber getrost vergessen, denn es wird einfach nur ein Ausschnitt des vom Bildsensor aufgenommenen Bildes abgespeichert, so daß die Auflösung des gespeicherten Bildes dementsprechend deutlich geringer ist als die Kameraauflösung. Eine solche Ausschnittvergrößerung macht man besser nachträglich daheim auf dem PC. Zudem schaltet die Kamera bei Zoomaufnahmen automatisch in die niedrigste Qualitätsstufe, so daß das Ergebnis wegen der dabei stärkeren Komprimierung der Datei weiter nachläßt.
Insgesamt sind drei Qualitätsstufen einstellbar: Gut, besser, optimal. Dabei speichert die Kamera in den beiden höheren Stufen die Bilder in einer Auflösung von 1.792*1.184 Pixeln, in der niedrigsten Stufe nur noch in 896*592 Pixeln. In der mittleren Stufe werden die Bilddateien (JPG-Format) stärker komprimiert als in der höchsten Stufe, wodurch die Dateigröße pro Aufnahme von ca. 500 auf etwa 270 kB sinkt und etwa die doppelte Anzahl von Aufnahmen auf die Speicherkarte paßt. Dafür sind bei genauerem Hinsehen stellenweise leichte Kompressionsartefakte zu sehen. In den meisten Fällen kann man damit leben. In der niedrigen Stufe sind die Bilder ebenfalls stärker komprimiert. Die Qualität ist damit nur noch für die Verbreitung im Internet etc. brauchbar. Systembedingt schwach ist leider das Blitzlicht. Objekte, die weiter als 3m von der Kamera entfernt sind, kann man damit nicht mehr ausreichend erhellen. Das ist bei der Konkurrenz zwar meist auch nicht besser, steht aber auf meiner Liste der gewünschten Verbesserungen neben dem Objektiv ganz weit oben.
Der vielfach kritisierte Stromverbrauch ist ebenfalls zu bemängeln. Das gilt aber für ALLE Digitalkameras! Daß die DC-3800 mit einem Batteriesatz (ich empfehle Mignon Ni-MH Akkus ab 1500mAh Kapazität) nicht so lang durchhält wie andere Modelle liegt daran, daß sie nur zwei Batterien aufnimmt, während die Konkurrenz häufig gleich 4 Batterien benötigt. Wenn man den eingebauten TFT-Schirm deaktiviert, halten die Batterien übrigens deutlich länger. Leider hat die Kamera aber kein zweites (LC-)Display, so daß man bei abgeschaltetem TFT-Display weder über die Kapazität der Speicherkarte noch über Akku- und Blitzstatus informiert wird. Ausgeliefert wird die Kamera übrigens mit einem Lesegerät für die CompactFlash-Karten. Das Lesegerät hat einen USB-Anschluß und wird mit Software für PC und Mac geliefert. Das Teil meldet sich als Wechsellaufwerk an und erlaubt einigermaßen zügigen und bequemen Zugriff auf die Speicherkarte auch ohne die Kamera. Einen PC-Anschluß hat die Kamera selbst nicht, aber das getrennte Lesegerät hat dafür den Vorteil, daß man auch auf die Speicherkarten zugreifen kann, wenn gerade keine Batterien in der Kamera sind.
Alles in allem ein schönes, kompaktes und qualitativ absolut zufriedenstellendes Gerät. In Anbetracht des mittlerweile recht günstigen Preises gibt es zur DC-3800 kaum eine Alternative. Wer mit den angegebenen Schwächen leben kann, sollte bedenkenlos zugreifen. Wer ein Gerät ohne Schwächen erwartet, muß heutzutage leider noch deutlich mehr ausgeben, oder erstmal bei einer herkömmlichen Kamera bleiben.
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27.12.2003 14:05
Sieht echt cool aus...
24.08.2003 09:20
Klasse Bericht, informativ und angenehm zu lesen. LG Sandra
05.07.2001 19:39
Konkurrenzlos in ihrer Klasse ist sie wirklich nicht, für eine 2,1 Megapixel-Kamera leistet sie an sich nur durchschnittliches. Aber für ihren Preis (ich habe nur knapp 600,- DM bezahlt) gibt es derzeit einfach nichts vergleichbares - ich habe lang genug gesucht! Hätte ich ein "paar" Mark mehr gehabt, hätte ich sicherlich etwas besseres gefunden, aber in der Preisregion tummeln sich ansonsten nur 1,3 Megapixel-Modelle. Gruß, Niklas