Einsteigerkamera mit vielen Extras
15.03.2005 (14.07.2005)
Pro:
Sehr gute Verarbeitung und Bedienbarkeit; starkes, leistungsfähiges Zoomobjektiv
Kontra:
Kleiner interner Speicher; nur mittelmäßige Bildergebnisse ab ISO 400; fehlender Bildstabilisator
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 Rahvin
Über sich:
Deutscher in Österreich, Medizin- und Japanologiestudent, abgeschlossene Studien in Germanistik und ...
Mitglied seit:31.07.2000
Erfahrungsberichte:7
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 27 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die Anzahl der angebotenen Digitalkameras ist Legion, und es ist schwer, sich einen Überblick zu verschaffen; am einfachsten ist es, man überlegt sich, wofür man seine Kamera häufig benötigt: Macht man viele Außenaufnahmen, oder fotografiert man eher in Wohnräumen? Macht man eher Porträts oder Landschaftsaufnahmen? Ich mache vor allem Architekturaufnahmen und versuche dabei, möglichst auch Details aufzunehmen. Als Auswahlkriterium standen daher eine Auflösung über 4.0 Megapixeln, die Möglichkeit für den Anschluß von einem externen Blitz, sowie ein relativ großer Zoombereich für mich fest. Fast zwangsläufig trifft man so auf die Kodak DX 7590, die in fast allen Tests von Kamerafachzeitschriften lobend erwähnt oder gar als Testsieger aufgeführt wird: 5.0 Megapixel sowie ein 10-fach Zoom mit einer Brennweite von 38 bis 380 mm sprechen eine deutliche Sprache. Gehäuse:
Trotz ihres sehr großen und übersichtlichen 2,2"-Displays mit 153.000 Pixeln fällt die Kodak DX 7590 noch in die Kompaktmodellklasse. Bei ihr handelt es sich um einen Kompromiß zwischen der sehr anspruchsvollen und kostspieligen digitalen Spiegelreflexkamera und der kompakten digitalen Schnappschußkamera. Die Benutzung ist sehr einfach gehalten: Drei Tasten sitzen oben auf dem Gehäuse, mit denen man Blitzmodus, Makroeinstellung und Serienaufnahme anwählen kann. Davor sitzt die Taste, mit der man den Blitz aktivieren kann, ein automatisches Blitzprogramm gibt es nicht. Die große Moduswahlscheibe auf der Kamerarückseite weist auf einsteigergerechte Motivprogramme und Automatiken hin. Erfahrenere Benutzer finden eine Blenden- und eine Zeitautomatik, sowie die Möglichkeit zur komplett manuellen Einstellungsvornahme. Bedienungsmenüs:
Auch die Bedienung des Kameramenüs, das viel mehr Funktionen erschließt, als man bei dem schlicht-eleganten Äußeren erwartet hätte, überzeugt. Auf dem Display gibt es genug Raum, um Zeit, Blende, Belichtungskontrolle und ISO-Wert dauerhaft einzublenden, und mit dem Push-Dial-Rad schnell zu verändern. Bis ISO 800 reicht die Empfindlichkeitseinstellung, allerdings ist ISO 800 in den höchsten Auflösungsstufen nicht verfügbar, so daß man in diesem Empfindlichkeitsbereich mit lediglich 1.8 Megapixeln fotografiert, was für Internetanwendungen zwar mehr als ausreichend ist, Papierabzüge aber unansehnlich werden lässt. Individuelle Kameraeinstellungen lassen sich abspeichern und gegebenenfalls leicht aufrufen. Dazu gibt es noch 14 vorprogrammierte Einstellungen wie zum Beispiel "Museum", bei der alle Töne und der Blitz deaktiviert sind. Zoom und Geschwindigkeit:
Ebenfalls gut zu bedienen ist die präzise arbeitende Zoomwippe: In 2,4 Sekunden ist der stufenlose Brennweitenbereich durchlaufen, wobei auch die Geräuschkulisse sehr gering bleibt.. Beim Einschalten fährt der Zoom aus, alle weiteren Veränderungen im Zoombereich finden im Inneren des Objektivs statt. Die Einschaltverzögerung, also der Zeitraum zwischen Einschalten und Aufnahmebereitschaft, beträgt 2,3 Sekunden. Man kann mit der Kodak DX 7590 also recht gute Schnappschüsse machen. Die 0,59 Sekunden für Auslöseverzögerung inklusive der Fokussierungszeit sind zwar ein guter, aber längst noch kein optimaler Wert. Mit diesem Problem kämpfen allerdings fast sämtliche Modelle anderer Hersteller genauso, so daß dieses Kriterium bei der Bewertung nicht allzu schwer wiegt. Die Funktion der Fotosequenz ist interessant, allerdings ist der Speicher der Kamera scheinbar sehr langsam beim Leeren, jedenfalls kann es bei aufeinanderfolgenden Aufnahmen schon etwas dauern, bis die Kamera wieder bereit für die nächste Aufnahme ist, und das Vorgängermodell konnte 3.2 Aufnahmen pro Sekunde machen, die DX 7590 bringt es gerade mal auf 2. Review-Funktion:
Für besonders erwähnenswert halte ich die "Review"-Taste. Man kann mit ihrer Hilfe schnell und problemlos seine Bilder direkt auf dem Display betrachten. Sollte man während des Betrachtens ein weiteres Foto machen wollen, ist die Kamera durch ein leichtes Drücken des Auslösers sofort wieder einsatzbereit. Blitz:
Der Blitz ist für Objekte in bis zu vier Meter Entfernung ausreichend, allerdings sitzt er zu weit hinten auf, d.h. daß das Objektiv bei sehr nahen Bildobjekten schlicht und ergreifend im Weg ist, so daß diese nicht vollständig ausgeleuchtet werden können. Das ist allerdings nur relevant, wenn man sich für Makroaufnahmen interessiert. Bildergebnisse:
Die Bildergebnisse bei ISO 100 sind allesamt sehr gut, d.h. im Standardbereich macht die Kamera tadellose Bilder, die Farben wirken sehr frisch und natürlich; für Außenaufnahmen ist sie daher sehr gut geeignet. Natürlich könnte die Auflösung höher sein, aber insgesamt bietet die Kodak DX 7590 eine hervorragende Bildqualität, wenn man sie mit anderen Digitalkameras in diesem Segment vergleicht. Bei ISO 400 ist jedoch das Bildrauschen deutlich sichtbar, und der Motivkontrast zu gering; bei Innenaufnahmen kann dies vielleicht zu Problemen führen, so die Lichtverhältnisse schwierig sind. Objektiv:
Das 10-fach-Zoom ist, wenn man es mit einem Stativ verwendet, eine feine Sache, aber es ist schwierig, freihändig mit diesem zu arbeiten. Wenn man freihändig Bilder macht und dabei sehr stark heranzoomt, neigt man dazu, die Aufnahme zu verwackeln, da sich kleine Bewegungen bei starkem Zoom gewissermaßen potenzieren, und so werden die Bilder unscharf. Hier ist eine Kamera mit Bildstabilisator klar im Vorteil, allerdings gehören diese in ein ganz anderes Preissegment; das von der Kodak DX 7590 zu erwarten, wäre bei dem Preis, zu dem sie angeboten wird, fast unverschämt und unangemessen. Ein weiteres Problem ist der Umstand, daß bei maximalem Zoom die Randbereiche leichte Unschärfen aufweisen; es handelt sich dabei um eine sphärische Aberration, die bei den meisten starken Zoomobjektiven auftritt und die nur durch hohen technischen Aufwand korrigiert werden kann. Auch hier kann man geltend machen, daß es sich nicht um eine Profikamera handelt. Für den Normalgebrauch ist die Bildqualität aber in jedem Fall ausreichend beziehungsweise gut bis sehr gut.
Speichermedium: Auf jeden Fall sollte man sich beim Kauf dieser Kamera im Klaren sein, daß eine 512 MB oder 1 GB SD-Speicherkarte zugekauft werden muss, denn der interne Speicher von 32 MB ist gerade mal für den ersten Test der Kamera ausreichend. Aufnahmen mit 5.0 Megapixeln benötigen etwa 1.2 MB oder mehr pro Aufnahme, so daß der kleine Speicher schnell aufgebraucht ist. Vom Abspeichern der Bilder im Standardformat würde ich allerdings abzuraten, da Kodak hier eine zu hohe Kompression verwendet. Man kann diesen Wert allerdings auf "Fein" einstellen, was zwar zu größeren Bilddateien, gleichzeitig aber auch zu besseren Bildergebnissen führt.
Akku: Der mitgelieferte Akku ist laut Hersteller bis zu 300 mal wiederaufladbar und mehr als ausreichend; er hält bei Blitzlicht und normalem Betrieb mehr als 300 Aufnahmen lang. Es ist schade, daß er nicht im Gerät selbst aufgeladen werden kann, wenn man auf eine Docking Station verzichtet, aber das mitgelieferte Ladegerät ist völlig ausreichend, und man kann einen Zusatzakku erwerben, so daß man den Akku im Falle eines Falles austauschen kann.
Softwareupdate: Erwähnenswert für alle Benutzer ist, daß auf der Website des Herstellers wird ein Firmware-Update von Version 1.00 auf Version 1.01 angeboten, welches die Funktionalität des Autofokus erheblich aufwertet. Eine einfach verständliche Installationsanleitung gibt es dort auch. Das Update ist in jedem Fall empfehlenswert.
Fazit: Bedienkomfort, Ausstattung und die Bildqualität bei ISO 100 haben mich persönlich überzeugt. Was der Kamera vielleicht fehlt, sind ein Bildstabilisator, ein etwas lichtstärkeres Zoom und bessere Werte im Bereich ab ISO 400. Für den Normalgebrauch ist die Kamera sehr gut geeignet, sie ist in der Bedienung kinderleicht, die Menüführung logisch strukturiert. In jedem Fall eine Kaufempfehlung.
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15.03.2005 18:44
die ist mir eindeutig zu schwer! Gruß Edgar
15.03.2005 17:51
hey, willkommen auf der plattform, da ist dir ein sehr informativer bericht gelungen über eine sicher nicht schlechte kamera. by the way, zwischen spiegelreflex und schnappschußkamera gibt es schon noch ein paar varianten (konica-minolta a1 / fuji finepix 7000 u.ä. und auch olympus mju 410, mit der ich derzeit fotografiere, siehe meinen bericht dazu). aber dein bericht hat mir gefallen - gruß jörg
15.03.2005 17:50
sehr guter Bericht, Gruss oje