Phototermin bei den Royals
26.07.2002 (05.08.2004)
Pro:
Als 400er - Film jedem 100er ebenbürtig
Kontra:
Krümmt sich stark beim Trocknen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Farbwiedergabe:
Schärfe:
Körnung:
Dauer des Besitzes/der Nutzung
Häufigkeit der Nutzung
 Rothirsch
Über sich:
Mitglied seit:21.07.2002
Erfahrungsberichte:30
Vertrauende:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Totgeglaubte leben länger: Während sich die Digitalkamera-Hersteller in immer neuen Superlativen für ihre Produkte ergiessen, von Megapixeln schwadronieren und (angeblich) kürzeste Auslösezeiten und höchste Empfindlichkeiten anpreisen, denken viele, die Analogfotografie sei tot...
Falsch gedacht! Denn heimlich, still und leise, eben so, das wohl nur der eingefleischte Analogfan die Entwicklung überhaubt mitbekam, gelangen in den letzten Jahren bahnbrechende Entwicklungen auch beim Analgofilm. Was in den 80er Jahren noch ein sehr guter 100 ASA-Film war, kam in den 90er schon als 200er (bei doppelter Empfindlichkeit mit gleichen Körnungs- und oft sogar noch besseren Farbwerten),, und dann um den Anfang des neuen Millenniums gar schon als 400er daher. Und da war noch lange nicht Schluss! Das neue Kodak-Produkt schlägt als 400er-Film der Edelklasse sogar die modernen 100er-Filme der Amateurliga aus gleichem Hause (Kodak Farbwelt).
Arbeit mit dem Film: Wer sich eine teure Spiegelreflexkamera mit entsprechend guten Objektiven zulegt, sollte auch beim Film nicht sparen. Gewiss sind die Standardfilme aus der "Farbwelt"-Reihe von Kodak auch sehr gut, doch der "Kodak Royal 400" gibt bei 400 ASA gegenüber den 100ASA bei "Farbwelt 100" noch entsprechende Lichtreserve für lange, "lichtfressende" Zoombrennweiten und hat dabei eine Feinkörnigkeit, die dem "Farbwelt 100" ebenbürtig, wenn nicht überlegen ist. Dem "Farbwelt 400" ist er jedenfalls um Längen voraus. Im direkten Vergleich wirkt der "Farbwelt 400" schon bei 20x30-Vergrösserungen doch schon bei geneuem Hinsehen recht körnig, während man beim "Royal 400" auch noch gut bis 40x60 und höher gehen kann.
Es gelingen auch mit einem 100-300 Zoom bei mittelmässigem Licht noch Aufnahmen aus freier Hand. Besonders wichtig z.B. im Tierpark oder bei Bühnenveranstaltungen. Der Belichtungsspielraum ist allerdings etwas enger als bei Standardfilmen. Aber -1 Blende wird noch gut verkraftet. Hatte mal vergessen, eine Bleichtungskorrektur zurückzustellen, und ungefähr den halben Film mit -1 Blende belichtet. Deutlich war dies nachher auch zu sehen, als ich den Film zum Trocknen aufhing. Doch nach einer kleinen Belichtungszeitkorrektur am Vergrösserer waren auch diese etwas unterbelichteten Bilder qualitätsmässig den korrekt belichteten ebenbürtig.
In der Dunkelkammer: Ja, ich entwickel auch C41 und RA4-Prozesse selbst. Es lohnt sich wirklich, die Filme in frischem C41-Entwickler zu entwickeln und auch die RA4-Prints sauber von Hand auszufiltern und zu belichten. Vor allem so ein "Edelfilmchen" wie den "Royal 400" sollte man nicht in einer Stunde bei "Photo Dingsbums" durch eine obskure "Suppe" jagen lassen, die schon x-mal regeneriert worden ist. Ebenso tödlich sind natürlich die oft folgenden Schnellabzüge mit eingestellten Filterwerten á la "Pi mal Daumen". Dann sind die ganzen Vorteile des Films nämlich schnell wieder dahin.
Als Filmentwickler nehme ich "Phototec DiluColor". Entwickelt wird C41-typisch bei 38°C für 3:15 Min. Nach dem Entwickeln & Fixieren (mit "Photoetec DiluBlix") folgt ein Netzmittelbad mit "Agfa Agepon" und dann kann der Film zum Trocknen an die Leine gehängt werden. Hier zeigt sich ein kleiner Nachteil, da sich der getrocknete Film stark in der Längsrichtung krümmt. Mit den "Farbwelt"-Filmen habe ich diese starke Krümmung noch nie gehabt. Beim Vergrössern in einer Negativbühne mit Glas kann es also zu Newton-Ringen kommen, bzw. bei glaslosen Bühnen krümmt sich der Film evtl. aus der Schärfenebene. Ich habe mir mit eine schwarzen Pappmaske geholfen, die ich mit zwischen Film und Glas in die Negativbühne klemme. Belichtet wird an einen "Jobo LPL C7700" mit "Rodenstock Rodagon"-Vergrösserungsobjektiv (mit einem APO-Rodagon wäre wohl noch etwas mehr drin, aber irgendwo ist ja auch finanziell mal das Ende der Fahnenstange erreicht).
Printen tu ich auf "Ilford IPRA4" und entwickel die Prints in "Phototec DiluPrint". Das Ergebnis sind strahlende Farben, die nur noch von einem projezierten Dia übertroffen werden können und mit dem "Farbwelt 100" locker mithalten (auch den "Farbwelt 100" habe ich schon selbst entwickelt, sogar schon zusammen mit einem "Royal 400" in einer Entwicklungsdose. Dank dem standardisierten C41-Prozess geht das ja problemlos). Gewiss habe ich bei der Kombination Film/Entwickler/Photopapier/Papierentwickler in einer eigenen Dunkelkammer mehr Möglichkeiten das Optimum rauszuholen als ein Schnellentwicklungsdienst, doch auch der Kodak-Premium-Bilderservice holt aus dem Film eine ganze Menge raus! Der Mehrpreis beim "Kodak Premium-Service" lohnt sich für Photografen ohne eigene Dunkelkammer auf jeden Fall.
Fazit: Ein rundum empfehlenswerter Spitzenfilm mit der oft entscheidenden Lichtreserve. Besonders geeignet für hochwertige Kameras, die ihn auch richtig "ausfahren" können. Die Analogfotografie feiert also "fröhliche Urständ", und zeigt den digitalen Pixelfreaks eindrucksvoll, "wo der Hammer hängt" :-)
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Kodak Royal Gold 400
|
|
02.09.2006 14:24
Ich habe C41 immer gehaßt. Das gemansche mit der warmen Plörre... :-) Da waren mir noch die T-Maxe lieber
09.01.2004 13:34
Hm, hab stellenweise nur Bahnhof verstanden... Ist ein "Profifilm", also richtet sich der Beitrag auch nur so Profis...?!
26.07.2002 02:22
hi.echt ein uper bericht von dir.mach weiter so.hab dich erstmal in meinen cis aufgenommen.cu marc