Die Menschen im Hintergrund

4  13.01.2001

Pro:
Spaß, Einblicke in die Fernsehwelt, viel Gage

Kontra:
anstrengend, zeitraubend, manchmal nerivg

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Einstellungschancen:

Aufstiegschancen

Verdienstmöglichkeiten:

Sozialleistungen:


Molekül

Über sich:

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Vertrauende:17

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wenn man auf eine Schule geht, in der gerne Filme bzw. Serien gedreht werden, hat man als Schüler(In) der Schule gute Chancen eine Komparsenrolle zu bekommen, denn die Filmleute suchen Personen, die keinen weiten Anfahrtsweg haben. Lernt man in der selben Schule, kann man natürlich gleich nach dem Unterricht zum Drehort.

Hinweis: In dieser Meinung spiegel ich meine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen wieder!

Aber zuerst: was sind überhaupt Komparsen?
Komparsen sind Personen, die ganz kleine Rollen in einem Film/in einer Serie spielen. Meistens besteht diese kleine Rolle aus "durch-das-Bild-laufen". Man erhält also den Auftrag an den Schauspieler vorbeizugehen, damit das Bild bewegter wird und aussieht als wäre es Realität. Denn wenn ein paar Otto-normal-Verbraucher das Bild abrunden und sich auch Menschen außer den Schauspielern z.B. in einem Kaufhaus befinden, wirkt es doch gleich viel realer.
Man bekommt dann, je nachdem wie lange man "mitgedreht" hat einen guten Geldbetrag als "Verdienst für seine tollen Leistungen".

Nun aber zu den persönlichen Erfahrungen.
Wie bin ich zur Komparsenrolle gekommen?
Das war so, dass an meiner Schule die super-tolle Serie "Sylvia - Eine Klasse für sich" mit der super-tollen Uschi Glas gedreht wurde. Eine Freundin von mir hat dort schon bei der 1. Staffel mitgedreht und mich gefragt, ob ich nicht auch Lust hätte. "klar" hab ich gesagt und bin nach Schulschluss in unseren Fahrradkeller zum Treffpunkt gegangen.

Der Ablauf:
Der Ablauf war wie folgt. Der "Komparsenleiter" hat sich vorgestellt und die Regeln, die herrschen bekanngegeben. Regeln waren z.B.:
- "keiner redet wenn ich rede"
- "am Set herrscht absolute Ruhe"
- "Disziplin wird groß geschrieben"
- "geraucht wird nur vor der Tür"
- "zum Kiosk oder zur Toilette darf nur nach meiner Einwilligung gegangen werden"
usw.
Gegen jeden Verstoß (je nach Gewichtung) gab es Gagenabzug (meistens 10 DM) oder es folgte gleich der Rausschmiss

Also herrschte eine klare Rangordnung, bei der die Komparsen den untersten Platz einnahmen.
Nach der Einführung wurden die Namen der Komparsen notiert und dann gab es Essen (meistens Tortellini oder Pommes). Nachtisch gab es natürlich nur für die "echten Stars". Das Essen war ok und es bekam auch tatsächlich jeder, der was wollte genügend. Für Getränke war auch gesorgt.

Dann hieß es erstmal warten, warten, warten. In der Zeit konnte man Hausaufgaben machen, reden, Musik hören (aber nur mit Kopfhöhrern) usw. aber alles durfte nicht lauter als Raumlautstärke sein...nachdem man ca. 1 Stunde gewartet hat, gab es die Anweisung, dass es in-so-und-so-viel Minuten in den Pausenhof zum Drehen geht.
Also nahm ich meine Tasche und ging zügig und "leise" in den Pausenhof. Dort wurde ich eingewiesen wann ich wo und wie schnell zu gehen haben. Dann hieß es wieder warten. Nach "Und Bitte" ging es los. Die ersten liefen durch das Bild und mir wurde ein Zeichen gegeben. Also gehe ich so schön wie noch nie in meinem Leben ;-) an der Kamera vorbei. Dann hieß es "und Danke", alle gingen zurück auf ihre Plätze und die Szene wurde noch ein paar mal gedreht.
So läuft das eigentlich immer ab:
warten, zum Drehort gehen, warten, drehen, warten, drehen, warten, drehen, usw. an einem Nachmittag werden 3 - 6 Szenen aufgenommen und danach heißt es immer Keller aufräumen, Bänke zurück stellen, Kippen wegräumen etc. bis der Keller wieder ordentlich ist. Danach wurden die einzelnen Namen aufgerufen und man bekam sein Geld. Von 14:00 Uhr - 18:00 Uhr habe ich z.B. 60 Mark bekommen.

Wer jetzt glaubt, dass das überhaupt nicht anstrengt, irrt sich, denn es ist nicht unbedingt angenehm erst Stunden rumzusitzen, danach ewig rumzustehen, dann kurz gehen und wieder warten.
Es macht aber trotzdem ein wenig Spaß, da man mal ein bißchen "hinter die Kulissen" schauen kann, aber große Bekanntschaften kann man mit den Stars nicht knüpfen und Kameraleute, Regisseur und Kabelträger dürfen ohnehin nicht angesprochen werden ;-) Meine "Kontakte zu den schauspielern" waren folgende:
- 2 mal hinter Uschi Glas hergegangen
- 1 mal Uschi Glas angerempelt
- 2 Worte mit Ralf Bauer gewechselt (wen es interessiert: R.Bauer hatte eine Freundin von mir gefragt wieviel Gage wir kriegen. Sie sagte 60 Mark, da hat Ralf Bauer gelacht und gefragt was man denn mit 60 Mark, mit dem Hungerslohn, machen könnte. Da habe ich dann geantwortet:"Einmal schwarzfahren" denn einmal schwarz zu fahren (voraussichtlich man wird erwischt) kostet in München 60 Mark, das war das tolle "Gespräch" danch hat er (R.B.) seinen einsatz fast verpasst *g*)

Fazit: Mit Komparsenrollen kann man auch ohne schauspielerische Begabung leicht Geld verdienen und man hat einen kleinen Einblick in das Filme machen, aber es ist auch anstrengend und zeitraubend.

©2001 by Molekül
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sloope

sloope

28.08.2006 01:37

Ralf bauer hat da auch zu lachen, der kriegt ja auch "bestimmt" mehr als 60 DM gg Übrigens: toller Bericht! Und finde auch, dass sowas sicher total interessant ist.

saubazi

saubazi

16.01.2001 20:11

interessant, ich finde es auch voll cool, hinter die Kulissen zu schauen, ich hab aber leider noch nie Komparse sein dürfen, immer nur Bühnenhelfer, aber da kann man bei unserem Sporttheater dumme Unterrichtszeit schwänzen, denn die Proben lange und es sind lauter Mädchen, die da rumturnen und hüpfen, hähä;) cu, man liest sich saubazi!

Deepjungle

Deepjungle

14.01.2001 14:04

wollte mich nur für deine positive Bemerkung bedanken :) Ich finde es klasse das es noch Autoren gibt, die sich zum Ziel gemacht haben, anderen zu helfen !! Bis denne Deep

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