Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Ja - Sagen zur Taufe, ins Gemeindeleben eingeführt werden |
| Kontra: |
manche nehmen es nicht ernst und tun es nur wegen Geschenken |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Wie ein paar von euch vielleicht schon wissen, steht meine Konfirmation kurz bevor. Meine Intention bei diesem Bericht ist eigentlich, Jugendlichen zu helfen, sich zu entscheiden, ob sie in den Konfirmandenunterricht gehen wollen oder nicht und vielleicht manchen Leuten auch die Aufregung vor dem wichtigen Tag zu nehmen. Ansonsten ist es einfach nur eine (hoffentlich gute) Informationsquelle für Leute, die einfach mal so etwas über Konfirmation etc. erfahren wollen. Mal schauen, ob ich morgen oder danach noch Zeit finde, über meinen Konfirmationstag zu berichten....
~~~~~*Inhalt*~~~~~
"Tagebucheintrag": Der Tag davor
Warum Konfirmandenunterricht
Die Konfirmation
Die Verpflichtungen eines/einer Konfirmand/in
Konfifreizeiten
Wozu das ganze eigentlich?
Wie handhaben das die Katholiken?
Wer sollte zum Konfirmandenunterricht gehen?
~~~~~*Der Tag davor: Samstag, 21. April 2007*~~~~~
14.15: Heute morgen war ich furchtbar aufgeregt. Klar, die richtige Konfirmation ist erst morgen, aber wir haben am Tag davor schon den Abendmahlsgottesdienst, damit am Sonntag der Einsegnungsgottesdienst nicht zu lange dauert. Naja, und wie es dann halt so ist, gehe ich morgens noch einmal zum Frisör, damit wenigstens meine Haare schön aussehen. Dreht der mir erst mal ziepende Lockenwickler rein und ich denke mir: Mist, warum hab ich keine Mütze mitgenommen?! Einige Leute halten mich jetzt wahrscheinlich für bescheuert, weil ich das denke, aber das ist halt mein erstes Mal (ich meine die Sache mit den Lockenwicklern:-). Aber ich kann das Zum-Frisör-Gehen-am-Tag-vor-der-Konfirmation nur empfehlen. Ich habe mich da echt beruhigt (besonders, wenn man so einen hübschen Praktikanten hat, der einem die Kopfhaut massiert:-).
Naja, nachdem ich mich dann mit meiner Mutter noch mal in die Haare gekriegt hat, was, wie ich von Freundinnen gehört habe, aber ganz normal sein soll, hatte ich das Problem mit meinen Haaren auch überwunden. Kaum wieder zuhause, ging der Stress von vorne los: Bad putzen, Kuchen backen, Zimmer aufräumen, Staub saugen... Wer soll das schon schaffen? Ich meine, meine Mutter will mich da ja an nichts ranlassen. Ich sollte mich mal schön in meinem Zimmer austoben (so schlimm sieht's hier jetzt nun wirklich nicht aus). Naja, dann noch Kleiderprobe, feststellen, wie scheiße man aussieht (ist das immer so?) und dann ins eigene Zimmer verziehen.
Ich bin ja nun die Letzte, die sich nur wegen des Geldes konfirmieren lässt, aber ich habe an den vergangenen zwei Tagen schon mehr als fünf Umschläge bzw. Geschenke bekommen.
~~~~~*Warum Konfrimandenunterricht?~~~~~
In ganz einfachen Worten ausgedrückt, ist der Konfirmandenunterricht eine Vorbereitung auf die Konfirmation, an der man seine Taufe bestätigen soll. Aber eigentlich geht es doch etwas tiefer...
Der Begriff "Konfirmation" kommt vom lateinischen Begriff "confirmare", das heißt so viel wie "bekräftigen" oder "bestärken". Es führt also auch näher in das Erwachsenwerden hinein. Mit vierzehn oder fünfzehn Jahren ist man ja (gebe ich auch offen und ehrlich zu), in einer schwierigen Phase (auch Pubertät genannt). Hier entwickelt man sich vom kleinen Mädchen zu Frau bzw. vom Jungen zum Mann (sollte allgemein bekannt sein, also erkläre ich hierzu nichts mehr). Es ist also auch die Zeit der Veränderungen. Nicht nur der Körper verändert sich, sondern auch die Interessen und Vorlieben. Also ist es taktisch auch klug gewählt, dass man gerade in diesem Alter konfirmiert wird. Hier kann man als Pfarrer bzw. Konfirmandenhelfer noch einiges erreichen. Man kann den Jugendlichen die Kirche näher bringen und sie hineinleiten, was in einem Alter der katholischen Kommunion ja noch nicht möglich ist, kleine Kinder sind ehrlich gesagt mit 8 oder 9 Jahren noch nicht so weit, dass sie ihre Interessen selber vertreten oder ändern können. In dem Alter ist man einfach noch ein bisschen naiv oder einfach noch zu jung, um selber mit vollem Herzen hinter der Taufe zu stehen und dazu Ja-Zusagen. Man sieht darin auch keinen Anreiz, sich irgendwie in der Gemeinde zu betätigen, sei es ehrenamtlicher Mitarbeiter oder Sänger in einem Chor oder anderen Sachen.
Weiterhin ist es auch für Jugendliche eine Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen. Der Konfirmandenunterricht hat also in irgendeiner Weise auch sozial fördernde Eigenschaften. Man fährt zusammen mit anderen Jugendlichen auf Freizeiten oder Projekten. Für mich alles schon mal Gründe, warum es sich lohnt.
Außerdem ist, wie oben schon mal angeklungen, Zeit, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie sich auch in ihrer Gemeinde in irgendeiner Weise betätigen können. Bei uns zum Beispiel gibt es eine Jugendfrezeitstätte (JFS), in der man sich in seiner Freizeit aufhalten kann und auch andere Leute kennen lernt. Es gibt bei uns auch die Möglichkeit, ein mal im Jahr mit zum Kirchentag zu fahren, der dieses Jahr in Köln stattfindet. Mann kann auch in verschiedenen Chören mitsingen oder sich für ehrenamtliche Tätigkeiten melden, wie zum Beispiel das Gemeindeblättchen austragen.
~~~~~*Die Konfirmation*~~~~~
Dazu gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Hier gehe ich dann eher auf den Tag der Konfirmation ein, statt noch einmal die Vorzüge des Konfirmandenunterrichtes aufzuzählen.
An einem Sonntag (in der Regel zwischen Ostern und Pfingsten) finden jährlich in jeder evangelischen Kirche mindestens ein Mal Konfirmationen statt. Bei uns sind die Konfirmanden in drei Pfarrbezirke eingeteilt, somit sind es dann drei Sonntage, an denen Konfirmationen stattfinden. Bei uns ist der Gottesdienst eigentlich wie jeder andere, bis zur Predigt. Natürlich gibt es erst den Einzug der Konfirmanden, die Grußworte des Kirchenvorstandes usw. Dann geht es weiter mit der Einsegnung. In Zweier- oder Dreiergruppen gehen wir nach vorne, knien uns hin und bekommen von dem zuständigen Pfarrer/in die Hände aufgelegt und gesegnet. Unsere Konfirmandensprüche werden vorgelesen und wir bekommen die Urkunde überreicht. Eigentlich eine ganz schöne Zeremonie, an der ich in den vergangen Jahren eigentlich immer zugeschaut habe. Am Ende gehen wir Konfirmanden dann alle raus und die Gemeinde kann uns gratulieren (oder es sein lassen). Dann geht es ab nach Hause mit Freunden und Bekannten und es wird gefeiert und alles.
~~~~~*Die Verpflichtungen eines Konfirmanden*~~~~~
Das ist ein heikles Thema, wogegen sich die meisten Konfirmanden sträuben (ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen Außnahmen):
1. In seiner gesamten Konfirmandenzeit verpflichtet sich jede/r Konfirmand/in, mindestens 40 Mal den Gottesdienst zu besuchen. Ich bin seit einem halben Jahr schon fertig, aber gehe trotzdem noch regelmäßig. Zugegen, ich war das Jahr davor auch schon fast jeden Sonntag. Gehört für mich einfach dazu.
2. Während der Konfirmandenzeit muss jede/r Konfirmand/in dazu, bestimmte Teile der Bibel auswendig zu lernen und aufzusagen. Bei uns sind es folgende Sachen: Das Vater Unser, Das Glaubensbekenntnis, Die Zehn Gebote, Der Psalm 23, Der Taufbefehl und die Einsetzungsworte. Ich weiß nicht, wie es in anderen Gemeinden gehandhabt wird.
3. Die regelmäßige Teilnahme am Konfirmandenunterricht. Das heißt, man sollte jede Woche anwesend sein und man darf nicht mehr als drei Mal unentschuldigt fehlen.
Sollte mindestens einer dieser Kriterien nicht erfüllt sein, wird man nicht konfirmiert und muss das Jahr wiederholen. Allerdings wird es bei uns nicht annähernd so streng gehandhabt, da fehlen schon öfters mal welche und die ganzen Sachen können auch nicht alle Leute, obwohl wir morgen konfirmiert werden.
~~~~~*Unsere Konfirmandenfreizeit*~~~~~
Wir sind Anfang des Jahres in die Jugendburg Hohensolms gefahren. Die liegt in der Nähe von Wetzlar in Hessen. Dort haben wir gemeinsam mit der Gruppe Nord unseren Vorstellungsgottesdienst erarbeitet. Früher wurde das als Konfirmandenprüfung betrachtet, das heißt mit Abfragen der gelernten Sachen und allem. Das ist heute aber anders. Wir sind gemeinsam von Montag bis Mittwoch weggefahren und haben zu unserem Thema "Tod und Auferstehung" den gesamten Gottesdienst mit Ablauf erarbeitet. Von Gruppe zu Gruppe ist es eigentlich verschieden, wie er dann am Ende aussieht, aber ich glaube, unsere Pfarrerin war mit dem Ergebnis recht zufrieden.
~~~~~*Wozu das ganze eigentlich?~~~~~
Naja, im einfachsten Sinn ausgedrückt, sagt man ja an seiner Konfirmation "Ja" zur Taufe. Die meisten Leute wurden getauft, als sie noch ganz klein waren. Damals wussten sei natürlich noch nichts von Gott und konnte nicht selbst entscheiden, ob man ihn jetzt haben möchte oder nicht. Im ursprünglichen Sinne war die Taufe eigentlich das Bekenntnis zu Gott. Mit dem Wasser wurde dann sozusagen das alte Leben "abgewaschen" und man sollte sich nun wie neu geboren fühlen, da Gott sich einem nun angenommen hat. Doch im Mittelalter fing man auf einmal an, kleine Babys zu taufen. das rührte daher, dass damals Babys sehr leicht sterben konnten und die Menschen glaubten, dass ungetaufte Menschen zwingend erst durchs Fegefeuer und die Hölle mussten, bevor sie in den Himmel kommen konnten. Für uns heutzutage natürlich unbegreiflich, da Gott sich meiner Meinung nach um alle Menschen kümmert, ob getauft oder nicht. Aber damals war es halt anders und als Ritual der Taufe ist es heute größtenteils bei der Kindstaufe geblieben. Also wurde bei den evangelischen die Konfirmation eingeführt. Mit ungefähr dreizehn oder vierzehn Jahren ging man in den Konfirmandenunterricht, in dem einen der Pfarrer im größten Sinne beibringen sollte, warum man getauft wurde und Gott den Jugendlichen näher bringen sollte. Manchmal klappt es, manchmal nicht.
~~~~~*Wie handhaben das unsere Katholiken?`*~~~~~
Bei den Katholiken ist es etwas umfangreicher. Mit 8 oder 9 Jahren geht man in die Kommunionsstunde und bald hat man dann seine erste heilige Kommunion, was hier dann aber so viel wie Abendmahls- oder Eucharistiefeier heißt. Damit wird man zum Heiligen Abendmahl zugelassen. Nun ja, ich bin ja evangelisch und somit nicht ganz objektiv, aber wenn ich ehrlich bin, finde ich das doch übertrieben. Im Alter der Konfirmation haben Katholiken noch einmal Firmung, was dann ungefähr so was ähnliches ist wie die Konfirmation. Aber warum das ganze noch im Alter von 8 Jahren, in dem man sowieso größere Zusammenhänge noch nicht begreift. Dabei ist noch ein grundlegender Unterschied zwischen Katholiken und Evangelischen festzustellen. Wir evangelischen sehen das Abendmahl nicht als heilig an, es ist lediglich eine Erinnerung an Jesus Christus, der für uns gestorben ist. Die Katholiken stellen sich den Wein und das Brot wirklich als "Transformation" (mir fällt kein besseres Wort ein) in den Leib Christi vor. Deshalb ist es für die wahrscheinlich noch etwas besonderes, wenn Leute dafür zugelassen werden sollen. Aber trotzdem finde ich selbst dafür kleine Kinder von 8 oder 9 Jahren noch viel zu jung. Es gibt Leute, die wollen nicht, das Evangelische zu ihren Eucharistiefeiern zugelassen werden, da der grundsätzliche Glaube bzw. das Verstehen einfach unterschiedlich ist, was ich auch verstehen kann. Evangelische sind da ein wenig offener, zu den Abendmahlsfeiern darf jeder kommen, der möchte, auch Nicht-Getaufte und Katholiken.
~~~~~*Wer sollte zum Konfirmandenunterricht gehen?*~~~~~
Worauf ich in dem Bericht wahrscheinlich nicht so eingegangen bin, ist diese grundsätzliche Frage. Bei uns verläuft der Konfirmandenunterricht leider manchmal etwas durcheinander. Es gibt halt Leute, die wollen wirklich auch was lernen und arbeiten, aber natürlich auch Leute, die sich darauf erst gar nicht einlassen wollen und nur denken: "Schwamm drüber. Scheiß Konfi. Bald werde ich konfirmiert, dann krieg ich mein ganzes Geld." Solchen Leuten kann ich das nun wirklich überhaupt nicht empfehlen, da die einfach nur andere stören und gar nicht richtig arbeiten lassen.
Doch Leute, die wirklich arbeiten wollen, in der Bibel lesen wollen und ernsthaftes Interesse am Unterricht haben, sollten sich das auf keinen Fall entgehen. Ich bin rückblickend auf meine Konfirmandenzeit doch um einige Erfahrungen reicher und bin der Gemeinde auch um einiges näher gekommen.
Ich hoffe, ich konnte euch mit dem Bericht weiterhelfen. Ich würde mich wie immer über Bewertungen und Kommentare freuen. Kritik kann ich auch vertragen...
Lg
eure Cata
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
30.04.2003
(26.03.2006)
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