Königliches Athenäum Eupen (Gymnasium)

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Vor gefühlten Ewigkeiten habe ich diesen Produktvorschlag abgegeben. Doch irgendwie kam immer wieder etwas dazwischen; außerdem verspürte ich erst jetzt die Lust, diesen einen Bericht zu schreiben. Ursprünglich hatte ich ihn sogar als 100. Bericht geplant – wie man sieht, wurde auch daraus ... Bericht lesen





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Königlich?
Erfahrungsbericht von geistreich über Königliches Athenäum Eupen (Gymnasium)
19. März 2009


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Schulsystem, Erreichbarkeit, Gesamtkonzept, Projekte
Kontra: Mensaessen oftmals Geschmackssache, und noch etwas (siehe Bericht)

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Vor gefühlten Ewigkeiten habe ich diesen Produktvorschlag abgegeben. Doch irgendwie kam immer wieder etwas dazwischen; außerdem verspürte ich erst jetzt die Lust, diesen einen Bericht zu schreiben. Ursprünglich hatte ich ihn sogar als 100. Bericht geplant – wie man sieht, wurde auch daraus nichts. Auch, weil mein 100. Bericht dem Ciao-Weihnachtswichteln und in diesem Rahmen natürlich auch meinem Wichtelpäckchen gewidmet war. Nun wird es dann eben der 113. Bericht, wobei ich aus heutiger Betrachtensweise noch einen weiteren, meiner Ansicht nach nicht ganz unwichtigen Aspekt, hinzufügen möchte.

Allgemeines zum belgischen Schulsystem und Anerkennung

Die Sekundarschule (Gymnasium) des Königlichen Athenäums Eupen, kurz: K. A. E., habe ich von 1996 bis 2002 besucht und mit der allgemeinen Hochschulreife abgeschlossen. Wenn jemand mit diesem Abschluss vorhat, an einer anderen als einer belgischen Universität (z. B. in Deutschland oder einem anderen europäischen Land) zu studieren, ist das auch kein Problem. Das belgische Abitur wird problemlos anerkannt. Selbiges gilt natürlich auch für Berufsausbildungen (bzw. verkürzte Versionen davon, die für Abiturienten oftmals angeboten werden), welche ein Abitur voraussetzen. Die Anerkennung kann man sich von der Bezirksregierung des jeweiligen Bundeslandes, für NRW also Düsseldorf, bescheinigen lassen. Bei zulassungsbeschränkten Studienfächern muss man es wohl sogar, zumal auf dieser Bescheinigung auch die Durchschnittsnote draufsteht (da das belgische Notensystem völlig anders aufgebaut ist als das deutsche, muss diese erst errechnet werden).
Das belgische Schulsystem unterscheidet sich vom deutschen vor Allem darin, dass einerseits die Trennung in weiterführende Schulen erst nach dem 6. Schuljahr erfolgt, und andererseits man nach nur 12 Schuljahren das Abitur (im besten Fall) in der Tasche hat. Dafür hat man an jedem Wochentag außer mittwochs auch nachmittags Unterricht. Mittags gibt es eine einstündige Mittagspause. Im Grunde ist es also ähnlich wie beispielsweise in Frankreich. Ein weiterer Unterschied zu Deutschland ist der, dass es keine strikte Trennung der Schularten (wie hier nach Gymnasium, Realschule und Hauptschule – in Belgien gibt es kein Äquivalent, das etwa der Hauptschule gleichkäme) gibt. Wenn ich von Eupen ausgehe, wo es nach der Primarschule (also Grundschule) neben dem K. A. E. noch zwei andere weiterführenden Schulen gibt, so kann ich das R. S. I, welche als eher praxisbezogene Schule und Option eines Fachabiturs am ehesten mit einer Realschule zu vergleichen ist, sowie ein weiteres Gymnasium aufzählen, das vom Niveau und Anspruch her noch ein wenig „höher“ ist als das K. A. E. Natürlich ist es an all diesen Schulen auch möglich, bereits mit mittlerer Reife abzugehen, beispielsweise um eine Berufsausbildung zu starten. Aber an all diesen Schulen kann das Abitur (bzw. in dem einen Fall Fachabitur) erworben werden. Nur die Schwerpunkte sind halt je nachdem anders. So etwas wie eine Hauptschule, also ein „ganz unten“, gibt es dort also nicht.
Das alles sind eigentlich Gründe, die ich am belgischen Schulsystem sehr begrüße. Klar war es manchmal stressig, wenn ich bis spätestens halb Fünf (je nach Stundenplan) Schule hatte und danach noch mal mehr, mal weniger viele Hausaufgaben erledigen sowie lernen musste. Und klar hatte ich nicht immer Lust dazu, war oftmals auch müde – und das, obwohl der Unterricht dort erst um 08.30 Uhr losging. Aber ich hab’s überstanden. ;-) Rückblickend hat mir das dadurch „gewonnene“ Jahr (im Vergleich dazu, wenn ich das Abitur in Deutschland absolviert hätte) zwar nicht allzu viel gebracht, aber das konnte ich ja nicht vorher wissen. Im Prinzip ist das also eine gute Sache.

Das Schulgebäude und seine Lokalisierung

Das K. A. E. befindet sich im Lascheter Weg 20 in B-4700 Eupen. Schräg gegenüber liegt noch die Primarschule – ebenfalls K. A. E, die ich von 1993 (3. Schuljahr) bis 1996 besucht habe. Außerdem gibt es noch einen Kindergarten, mit dem ich allerdings keine eigenen praktischen Erfahrungen gesammelt habe. Mein Bericht ist jedoch nur der Sekundarschule / dem Gymnasium, dem wohl interessanteren Teil, gewidmet. Allein dazu gibt es immerhin schon genug zu sagen.
Unterhalb der Schulanlage, zu der neben einer Schulbibliothek im Hauptgebäude auch ein großer Schulhof, eine Mensa in einem separaten Gebäude, ein Sportplatz mit Feldmarkierung, Fußballtoren und Basketballkörben, und eine kleinere Sporthalle (in einem Nebentrakt befindet sich auch eine Werkstatt) ergänzend zur großen im Hauptgebäude gehören, findet man einen Parkplatz; einen weiteren findet man hinter dem Hauptgebäude. Früher gab es unten nur den grob asphaltierten kleineren; heutzutage ist daneben an der Stelle, wo einst eine nichtsnutzige Wiese war, ein großer Lehrer- bzw. Personalparkplatz eingerichtet. Auf diesen kommt man, wenn ich das recht im Kopf habe, nur durch eine Schranke, während der alte, der übrigens im Dunkeln von einer Lampe beleuchtet wird, frei genutzt werden kann. Auf der anderen Seite, an der Grundschule, befindet sich ebenfalls ein Parkplatz, allerdings nur ein sehr kleiner.
Neben besagtem Parkplatz, am Lascheter Weg, ist eine Bushaltestelle. Die dortigen Busse fahren so regelmäßig, dass es für die Schüler kein Problem sein dürfte, nach dem Unterricht nach Hause und morgens pünktlich hinzukommen. Der Bushof, an dem praktisch alle Buslinien halten, ist ca. 10 Minuten Fußweg von der Schule entfernt. Es gibt auf jeden Fall auch eine Buslinie, die aus Aachen kommt.
Da ich persönlich damals sowieso mit dem Internatsbus kam, interessierte mich die theoretische Anfahrt mit Linienbussen ehrlich gesagt nicht. (Das Mädcheninternat gibt es übrigens heute nicht mehr. Erst wurde es, bereits nach meiner Zeit, mit dem Jungeninternat zusammengelegt – die Mädchen hatten eine eigene Etage. Aber auch das wurde meines Wissens später geschlossen. Wie man sieht, bleibt auch der belgische Staat von Sparmaßnahmen nicht verschont...)
Vorne am Lascheter Weg befindet sich der Haupteingang dieses aus Bruchstein bestehenden Gebäudes. An dieser Seite ist auch ein Eingang, der auf den Schulhof und zu den dortigen Eingängen führt. Der Schulhof ist auch von der anderen Seite aus, vom Park Klinkeshöfchen her, zu erreichen.

Aufbau und Fachbereiche

Im ersten und zweiten Jahr gab es zu meiner Zeit keine Wahlmöglichkeiten. Sie dienten vor Allem auch dazu, sich auszuprobieren, damit es einem später leichter fiel, eine bestimmte Richtung zu wählen. So hatte man dann zusätzlich zu den Standardfächern wie Mathe, Deutsch, Französisch (dies hat man in Belgien von Anfang an, weil Französisch eine der Landessprachen ist!), ab dem zweiten Jahr Englisch, Geografie, Geschichte, Biologie, Physik, Sport usw. auch Kunst, Technik (bei letzterem handelt es sich um ein handwerkliches Fach) und Latein (wobei man zu dem Zeitpunkt lediglich die Grundkenntnisse wie Grammatik etc. mitbekam – vertiefen konnte man es später, wenn man den Fachbereich Latein wählte).
Ab dem zweiten und dritten Jahr konnte man dann zwischen verschiedenen Fachrichtungen wählen. Je nachdem, was man wählt, werden die Schwerpunkte unterschiedlich gelegt. Grundsätzlich hat man aber alle allgemeinbildenden Fächer – und zusätzlich dann ggf. die Fächer, die zur jeweiligen Abteilung gehören, die man gewählt hat. Man kann also beispielsweise NICHT irgendein Fach abwählen. Wäre das möglich gewesen, wäre meine erste Entscheidung die gewesen, Mathe abzuwählen. *lach* Und als zweites Chemie. Leider musste ich aber auch dieses ungeliebte Fach über mich ergehen lassen. ;-)
Während man sich im zweiten und dritten Jahr noch umentscheiden konnte, was die gewählte Fachrichtung / den gewählten Schwerpunkt betrifft, ging das in den letzten beiden gymnasialen Jahren nicht mehr. Dann sollte man schon wissen, was man will; außerdem hätte es wohl wenig Sinn, noch im letzten Jahr die Abteilung zu wechseln. Dazu muss ich auch sagen, dass es, so lange es noch geht, relativ selten vorkommt, dass jemand wechselt. Im dritten Jahr vielleicht schon noch. Aber im vierten Jahr bleibt die Klassenstruktur in der Regel fast gleich.

Folgende Fachbereiche stehen zur Verfügung:
  • Naturwissenschaften (hier gab es laut meiner Erinnerung drei verschiedene Varianten, mit Schwerpunkt auf Biologie, Physik oder Chemie)
  • Mathematik (im Unterschied zum „normalen“ Mathe mehr Stunden, vertieftes Wissen und Laborpraxis – fragt mich aber nicht, was da im Labor gemacht wird)
  • Informatik
  • Sprachen
  • Latein
  • Sozialwissenschaften (später, das heißt im ersten Jahr, indem ich wählen durfte, noch nicht, kam in diesem Rahmen auch Psychologie dazu, auch potentiell sehr interessant)
  • Kombi: Sekretariat-Sprachen oder Touristik-Sprachen
  • Sport

Rückblickend betrachtet war es damals – beruflich gesehen – nicht sehr vorausschauend von mir, in die Sozialwissenschaftsabteilung gegangen und dort geblieben zu sein. Logischer wäre es für mich gewesen, gleich eine sprachliche Richtung zu wählen. Und wäre ich gar in die Richtung Sekretariat-Sprachen gegangen, hätte ich mir schon fast meine Berufsausbildung sparen können. Aber auch nur fast: Denn in meiner späteren Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin wurde ich auch gezielt mit kaufmännischem Vokabular ausgerüstet, es wurde die fremdsprachliche Korrespondenz erlernt, dazu habe ich eine Menge sachliche Dinge bzgl. des Außenhandels gelernt (beispielsweise weiß ich nun, was ein Akkreditiv ist, und kenne die Incoterms) – alles Sachen, die ich in jener Abteilung an dieser Schule hier nicht gelernt hätte. Als Vorbereitung wäre es trotzdem nicht schlecht gewesen...
Was mich ebenfalls im Nachhinein ein wenig ärgert, ist dass ich die Möglichkeit, in den Französisch-Leistungskurs zu gehen (da kommt man mit den französischsprachigen Schülern zusammen in eine Klasse), nicht genutzt habe. Das ist soweit ich weiß in jeder Abteilung optional möglich. Im normalen Französischunterricht habe ich mich jedenfalls häufig gelangweilt, wenn z. B. mal wieder irgendein Grammatikthema wiederholt wurde, das ich schon längst beherrschte. Aber auch das lässt sich natürlich nicht mehr rückgängig machen.
Ich habe es jedoch keineswegs bereut, in die Sozialwissenschaftsabteilung gegangen zu sein. Ich habe dort eine Menge über gesellschaftliche, teils auch historische Themen gelernt, die Bandbreite war sehr vielfältig, und es gab auch ausreichend Projekte und Möglichkeiten, sich aktiv zu beteiligen. Auch Psychologie war in diesem Rahmen sehr interessant – leider war es mir aufgrund des Numerus Clausus nicht möglich, dieses Fach anschließend zu studieren. Ich hätte keinen Studienplatz dafür gekriegt. *seufz*

Zur Pädagogik

Hier muss ich anfügen, dass die Aufgabenteilung dort etwas anders ist als an deutschen Schulen. Denn es gibt die so genannten Erzieher/innen. Diese kümmern sich einerseits um die ganzen Verwaltungsangelegenheiten wie etwa Anwesenheitslisten (dazu, und auch, wenn irgendetwas angekündigt werden muss, gehen sie jede Stunde von Klassenraum zu Klassenraum), und sind andererseits auch für die Aufsicht auf den Schulhöfen (es gibt auch einen Innenhof) sowie im Hausaufgabenraum zuständig, der in den Freistunden während der gesamten Schulzeit mit Ausnahme der Mittagspause zur Verfügung steht. Ach ja, noch etwas: Um während der Freistunden oder auch in der Mittagspause das Schulgeläde verlassen zu dürfen, benötigt man eine Erlaubnis, die einmalig zu Anfang eines Schuljahres ausgefüllt und von den Eltern unterschrieben abgegeben werden muss. Ausnahme hier ist natürlich, wenn jemand Nachsitzen hat oder Ähnliches. Aber letzteres ist wohl an jeder Schule so.
Durch das Vorhandensein der Erzieher/innen können sich die Lehrer also voll und ganz auf ihre Aufgabe, nämlich zu lehren, konzentrieren, und sind nicht zusätzlich belastet. Ich finde diese Organisationsform jedenfalls nur vorteilhaft.
Die Lehrer habe ich teilweise sehr engagiert in Erinnerung, und der Lernstoff wurde meist verständlich vermittelt. Auch waren die meisten Unterrichtsstunden gut strukturiert; natürlich gab es, wie wohl an jeder Schule, Ausnahmen von dieser Regel. Und es ist klar, dass nicht jeder Lehrer gleich sympathisch herüberkommt und man mit den einen besser klarkommt, während man mit anderen wiederum weniger gut zurechtkommt und ein paar wenige sogar „komisch“ wirken. Das tut hier aber nichts zur Sache, zumal im Einzelfall das „Komischsein“ auch persönliche Ursachen haben kann (die man dann mitunter noch nicht kannte). Besonders positiv möchte ich nur zwei Beispiele allgemein hervorheben: Meine Mathelehrerin der letzten Jahre, die sogar einen Teil ihrer Freizeit opferte, um mir die Zusatzübungen zu korrigieren und auch, um all denjenigen, die Probleme mit der Mathematik hatten, die wichtigen Sachen noch einmal zu erklären. Und zweitens: Meine Sozialwissenschaftslehrerin und mehrjährige Klassenlehrerin, auch sehr engagiert, ihr Unterricht gut strukturiert, abwechslungsreich und interessant, sehr nett und trotzdem sachlich, aufmerksam. Namen nenne ich hier selbstverständlich NICHT – auch nicht bei positiven Äußerungen!
Zum Schluss möchte ich noch das psychologische Angebot der Schule betonen, welches in meinen Augen einen ganz großen Pluspunkt darstellt! Die damalige Psychologin habe ich jedenfalls als sehr nett, einfühlsam und kompetent in Erinnerung. Wie es mit den jetzigen Ansprechpartnern ist, kann ich natürlich nicht wissen. Ich finde es auf jeden Fall sehr gut, dass es dieses Angebot gibt.

Das Essen in der Mensa

Für mich als Internatsschülerin war das Mittagessen in dem schuleigenen Esssaal kostenlos, bzw. im Internatspreis bereits inbegriffen. Ansonsten muss man dazu Essbons kaufen, was einmal pro Woche geschieht. Soweit ich mich erinnere, war das damals umgerechnet 5,00 DM, also 2,50 € pro Woche (ohne Gewähr). Auf jeden Fall wirklich nicht viel und wohl gerade mal der Selbstkostenpreis. Ich wüsste auch nicht, dass sich an dem Prinzip mit den Essbons irgendetwas geändert hätte.
Vom Essen darf man eigentlich nichts Herausragendes erwarten. Unten an der Eingangstür standen immer die Menüs für den jeweiligen Tag (und der Woche), die aus Vorsuppe, Hauptspeise (wird in verschiedenen Aluminiumtöpfen serviert, von denen man sich an den langen Tischen bedienen kann – auch Nachschlag ist natürlich möglich) und Nachtisch bestanden. Es gab schon leckere Sachen – einiges war aber auch nicht so berauschend. So schmeckte beispielsweise der Kartoffelbrei meistens pappig, und der Vanille- oder Schokopudding hatte meist eklige Klümpchen. Aber oftmals gab es schon irgendetwas, was dem eigenen Geschmack entsprach und man durchaus essen konnte. Ich habe sehr oft dort gegessen, da mein Taschengeld nun einmal nicht sooo hoch war, um mir jeden Tag etwas in der Stadt holen zu können. Zudem war es ja für mich kostenlos. Durch den Anschlag vorne konnte ich auch schon im Vornhinein planen, an welchem Tag das dortige Essen für mich persönlich zumutbar war, und wann ich lieber eine Alternative wählte. ;-) Eventuell könnte ich außerdem bemängeln, dass ein wenig mehr Abwechslung in der Menüzusammenstellung nicht schlecht gewesen wäre.

Ausflüge

Was wäre die Schulzeit ohne Ausflüge? *lach* Eben: Nur halb so schön, und nur halb so erträglich, wenn man nicht dem nächsten Lichtblick in Form einer Klassenfahrt entgegenblicken könnte. *gg*
Die Unternehmungen, die heute laut Website angeboten werden, können natürlich von Jahr zu Jahr variieren; vieles, das heute dort steht, gab es damals nicht und umgekehrt. Einiges, was sich bewährt hat, gehört praktisch zur Tradition, wie etwa die Woche in Worriken im ersten Jahr. Die Fahrt in den Herbstferien nach England fand auch in mehreren Jahren statt – da diese nicht auf der Website der Schule gelistet ist, weiß ich nicht, ob es sie heute noch gibt. Möglicherweise steht sie auch deshalb nicht drin, weil diese nicht auf eine einzige bestimmte Stufe beschränkt ist. Oder die Website ist in dem neuen Gewand noch etwas unvollständig. Ich weiß es wirklich nicht. Die Abireise – keine Ahnung, warum ich nicht daran teilgenommen habe. Mir war wohl nicht danach – langfristig betrachtet bereue ich es schon, da man so etwas schließlich nur ein Mal erlebt. Wenn ich mich recht erinnere, ging die nach Ungarn. Das Ziel der Abireise wechselt jedes Jahr.

Das Highlight eines jeden Schuljahres: Bunter Abend

Im Frühjahr findet bis heute der alljährliche „Bunte Abend“ statt. Das ist eine Art Bühnenveranstaltung (der große Sportsaal ist zugleich der Saal für festliche Veranstaltungen sowie für diese Bühnenveranstaltung – die Bühne ist recht groß und technisch mit allem ausgerüstet, was dazu so benötigt wird), die jedes Jahr unter einem anderen Motto steht. Dazu steuern verschiedene Klassen und Gruppen ihre darstellerischen Beiträge (Szenen, Tänze, Sketche – der Phantasie sind hierbei so gut wie keine Grenzen gesetzt) bei, und am Ende ergibt sich dann ein großes Ganzes, das Thema wird von verschiedenen Seiten beleuchtet. Entsprechend beginnen schon Monate vorher die Vorbereitungen: Nachdem das Konzept und die Rollenverteilung steht und eventuell das Drehbuch ausgearbeitet wurde, geht es ans Proben, außerdem müssen ggf. Requisiten organisiert und erstellt, u. U. die passender Musik ausgewählt sowie die Kostüme dafür zusammengestellt werden. Es hat auf jeden Fall immer einen riesengroßen Spaß gemacht, dabeizusein. Man fieberte praktisch dem großen Tag entgegen, und das war schon eine Bombenstimmung. :-)
Heraus kam dann eine ca. zweistündige Veranstaltung mit einer Pause zwischendrin, in der sich die Leute beispielsweise eine Erfrischung von der im sonst als Hausaufgabenraum dienenden Raum aufgestellten Bar genehmigen konnte. Natürlich nicht kostenlos! (Für die Mitwirkenden gab es, wenn ich mich recht erinnere, ein Gratisgetränk.) Aber die Preise waren verglichen mit anderen schon sehr moderat.

Und doch gibt es eine wesentliche Kritik

Bis vor kurzem hätte ich dieser Schule nahezu fünf Sterne vergeben (nahezu, wegen des nicht immer guten Mensaessens). Inzwischen sehe ich mich aber gezwungen, einen Stern abzuziehen. Und zwar, weil ich der Meinung bin, dass es im Zuge einer vollständigen (!) Verarbeitung der belgischen Geschichte angemessen und sogar notwendig gewesen wäre, dass die belgische, blutige Kolonialgeschichte im Kongo an dieser belgischen Schule als eigenes Thema behandelt worden wäre. Ich meine, in Belgien nimmt dieses Thema einen ähnlichen Stellenwert ein wie die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland (die natürlich ebenfalls im Geschichtsunterricht behandelt wurde).
Zum Thema Belgisch-Kongo empfehle ich auch den Ciao-Bericht von templerthomas: http://www.ciao.de/Konig_Baudouin_Suenens_Leon_Joseph__Test_8491980. PS: Der jetzige König Albert II ist der Bruder von dem ehemaligen, dort kritisierten König.

Fazit

Insgesamt kann ich die Schule aus den genannten Gründen empfehlen. Das Schulessen mag vielleicht nicht immer jedermanns Geschmackssache sein, aber OK. Das mit den Kongo, der thematisch praktisch übergangen (zumindest nicht als eigenständiges Thema ausführlich behandelt) wird, ist hingegen schon ein wichtiger Kritikpunkt. Das Schulsystem an sich finde ich nach wie vor lobenswert. Dennoch wiegt diese eine Tatsache, dass die belgische Geschichte nicht vollständig (also mit der dunklen Seite) verarbeitet wird, so viel, dass das zu einem Sternabzug von mir führt.

Weitere (kompakte) Informationen zur Schule

www.kae.be
 


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