Königspython

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Prämierter Erfahrungsbericht

Zu "schön" um wahr zu sein

5  10.10.2004

Pro:
Sehr ruhiges Tier,schöne Färbung,pflegeleicht

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

Kewell1

Über sich:

Mitglied seit:22.10.2003

Erfahrungsberichte:13

Vertrauende:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 62 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

---Allgemeines---
Name: Königspython(Python regius)
Aussehen: Kräftiger Körperbau, dunkelbraun(bis schwarz) mit gelben Flecken. Doch guckt euch lieber die Bilder an
Größe: Ein Königspython wird 120-180 cm lang
Alter: Ein Königspython wird 20-30 Jahre alt in Gefangenschaft. Der Altersrekord eines Königspythons liegt bei 47 Jahre und 5 Monaten. Dieser Köpy soll von 1945 bis 1992 im Zoo von Philadelphia gelebt haben
Verbreitung: Der Königspython kommt aus dem Buschland von West- und Zentralafrika
Preis: Je nach Alter und Farbvariante liegt der Preis zwischen 80-200 Euro

---Einführung---
Wie auch bei den Bartagamen kam ich durch meinen Bruder zu Schlangen indem sich mein Bruder eines Tages einen Königspython kaufte. Anfangs hatte ich große Angst vor Schlangen aber mit der Zeit und viel Kontakt mit der Schlange legte sich das. Und es legte sich nicht nur die Angst, sondern Schlangen fingen an mich zu begeistern und darum habe ich zu Weihnachten 2003 einen Königspython geschenkt bekommen.
Die Argumente einen Königspython und nicht etwa eine Boa oder eine Natter zu kaufen lagen damals für mich klar auf der Hand. Zum einen wollte ich eine Schlange die man auch mal herausnehmen kann, die eine schöne Färbung hat und die nicht zu groß wird.
Und der Königspython entspricht diesen Erwartungen voll und ganz.
Mittlerweile allerdings habe ich sowohl zwei Nattern als auch ein Boa-Pärchen. Doch ein Königspython ist meiner Meinung nach auch gut für Anfänger geeignet, weil er sehr ruhig ist und nur schnappt wenn man sich wirklich dumm anstellt.

---Terrarium---
Haltung:
Es ist eigentlich egal ob man den Königspython einzeln oder zu mehreren hält. In Büchern sieht man ein Terrarium meistens mit zwei Tieren aber alle Bekannten von mir, auch erfahrene Schlangenhalter, halten ihre Tiere einzeln. Also wenn man nicht auf eine Zucht aus ist, kann man die Tiere auch guten Gewissens einzeln halten.
Die Terrariengröße ist immernoch ein Streitthema. Viele sagen umso größer, umso besser. Doch gerade bei jungen Tieren mit Problemen beim fressen ist es sicherlich nicht hilfreich ein so riesiges Terrarium zu haben. Da der Königspython sowieso am liebsten zusanmmengerollt herumliegt und nicht ausgestreckt muss die Länge des Terrariums auch nicht so lang sein.
Eine Faustregel besagt die Diagonale des Terrariums muss mindestens so lang wie das Tier sein.
Die Maße des Terrariums lassen sich am besten mit der Formel (BxTxH)=1*Körperlänge x 0,5*Körperlänge x 0,75*Körperlänge berechnen.
Die Mindestmaße eines Terrariums für zwei etwa 1,30 m große Königspythons beträgt daher:
(BxTxH)= 130x65x100 cm.

Einrichtung:
Fangen wir ersteinmal bei den großen Details im Terrarium an. Eine Steinrückwand halte ich für sehr wichtig
Bilder von Königspython
  • Königspython Bild 84195 tb
  • Königspython Bild 84196 tb
  • Königspython Bild 84198 tb
Königspython Bild 84195 tb
Die kleine als ich sie bekommen habe
da diese der Schlange viele Möglichkeiten bietet. Zum Beispiel kann der Python sich wenn er noch etwas kleiner ist auf die Terassen legen. Versteckplätze müssen der Schlange natürlich auch angeboten werden, doch man wird schnell herausfinden das die Schlangen da ihren eigenen Kopf haben bei der Wahl der Plätze. Sehr beliebt zum Beispiel ist der Platz unter der Wasserschale. Die Wasserschale ist für die Tiere vor allem während der Häutung sehr wichtig. Außerdem kann man mit der Schale auch indirekt die Luftfeuchtigkeit regulieren. Dazu muss man einfach die Schale unter die Lampe stellen oder eine Heizmatte unter der Schale anbringen.
Der Bodengrund ist wieder so ein Streitthema. Ich verwende feine Holzspäne. Hier kann man zum einen dunklere Späne die besser die Feuchtigkeit speichern als auch hellere verwenden. Oder natürlich kann man auch beides vermischen. Hier stellt die Schlange eigentlich keine hohen Ansprüche. Ein Streitthema ist es deshalb weil viele Halter meinen die Schlange könnt sich an den Holzspänen verletzen doch ich habe noch nie von einem solchen Zwischenfall gehört oder gelesen. Und ebenfalls müssen Äste oder Wurzeln vorhanden sein.

Beleuchtung/Temperatur:
Es ist am besten das Terrarium in 3 Zonen einzuteilen. Es sollten 2 kühlere und eine warme bis heiße Zone vorhanden sein. Ich verwende einen 150W Wärmestrahler der Firma "Euro Zoo" und eine Heizmatte.
Den Strahler habe ich etwa über der Mitte des Terrariums platziert. So hat die Schlange rechts und links kühlere Stellen und in der Mitte eine hohe Temperatur. Die Wärmematte habe ich unter der Wasserschale angebracht. Durchschnittlich sollte die Temperatur im Terrarium so bei 28-33 °C liegen. Die Zeitschaltuhr sollte man auf eine etwa 12- 14 stündige Beleuchtung am Tag einstellen. Die Luftfechtigkeit sollte bei etwa 60 % liegen und während der Häutung sollte man sie auf etwa 70-80 % erhöhen.

---Futter---
Das Futter:
Das Futter von einem Königspython und allgemein von Riesenschlangen ist sehr simpel und einseitig. Es besteht nur aus Kleinsäugern(Mäuse,Ratten...) und Vögeln.
Während des Wachstums der Schlange sollte sie jede Woche 1-2 Mäuse kriegen, später nur noch alle paar Wochen. Hier empfehle ich persönlich Lebendfutter weil dadurch die natürlichen Rexlexe der Schlange stimuliert werden. Viele Leute ekeln sich davor der Schlange eine lebende Maus in das Terrarium zu setzen doch andersherum kann man genauso gut fragen:"Ist es schöner eine tote eingefroherne Maus anzufassen?".
Ich denke man sollte das beste für das Tier tun, und das ist Lebendfutter wie ich finde. Allerdings kann es hierbei zu lebensgefährlichen Verletzungen kommen wenn der Köpy größer ist und man große Ratten verfüttert, denn große Ratten haben schon sehr oft starke Bisswunden hinterlassen. Daher würde ich bei einer ausgewachsener Schlange doch eher zu totem bzw. beteubten Futter raten.

Ablauf des Tötens und Verschlingen:
Wenn man eine Maus zu einer hungrigen Riesenschlange in das Terrarium setzt, schleicht sich die Schlange an und geht in die sogenannte "S-Position". Das bedeutet der Hals der Schlange formt sich zu einem S. Die S-Position nimmt die Schlange aber nicht nur bei der Fütterung ein, sondern allgemein wenn sie bedroht fühlt. Doch warum macht die Schlange diese S-Form?
Antwort: Aus dieser S-Position kann die Schlange blitzartig zuschnappen. Sofort wickelt sie sich um die Beute und fängt an das Futtertier zu erwürgen. Wenn das Futtertier erstickt ist, lässt die Schlange es los und sucht den Kopf des Tieres. Die Schlange fängt an die Maus mit dem Kopf voraus zu verschlingen.

Futterverweigerung:
Leider kommt es teilweise vor, dass eine Schlange nicht frisst. Das hängt von vielen äußeren Einflüssen wie Stress oder dergleichen ab. Dann bleibt nur noch die Zwangsernährung. Allerdings kann eine Zwangsernährung während einer normalen Ruheperiode zu schwerwiegenden Schäden führen. Wenn man an der Schlange Hautfalten oder deutlich die heraustretende Wirbelsäure erkennt muss man zur Zwangsernährung greifen. Je nachdem wie groß die Schlange schon ist, muss der Vorgang von mehreren Personen durchgeführt werden. Eine Person greift die Schlange kurz hinter dem Kopf und streckt sie langsam. Wenn die Schlange nicht alleine in das vor ihr Maul gehaltene Futter beißt, muss man der Schlange das Maul mit einem Q-Tip oder einem Spatel vorsichtig öffnen und dann das Futter mit dem Kopf voran in den Schlund schieben, und dann die Beute von außen weiter nach unten drücken/massieren. Man kann aber auch einen Brei mit einer Spritze der Schlange einführen. Der Brei besteht dann einfach aus den zerkleinerten Futtertieren.
Wer sich das alles nicht zutraut MUSS zum Tierarzt gehen denn sonst stirbt die Schlange.

---Krankheiten---
Falsche Temperatur:
Es ist wichtig das man sich ausreichend mit dem Verhalten seines Königspythons beschäftigt denn so wird man schnell merkwürdige Bewegungen, Aggressivität etc. feststellen können welche zum Beispiel auf eine zu hohe oder zu niedrige Temperatur hinweisen können.

Milben:
Wenn eine Schlange von Milben befallen ist, hat sie kleine ungefähr ein Millimeter große schwarze Flecken. Wenn das der Fall sein sollte ist dringend ein Tierarzt aufzusuchen der einem ein Präparat mit der passenden Konzentration verschreibt. Mit diesem Präparat muss man nun das Tier und das Terrarium einsprühen.

Abszesse:
Sie entstehen zum Beispiel durch Bisse von Futtertieren oder Außenparasiten. Sie dürfen nur vom Tierarzt geöffnet und behandelt werden!

Lungenentzündung:
Eine Lungenentzündung erkennt man am schweren Luftholen der Schlange die ihren Hals hochreckt und mit geöffnetem Maul versucht zu atmen. Des weiteren gibt eine Schlange mit einer Lungenentzündung pfeifende Atemgeräusche von sich. Ursachen sind Viren oder Parasiten.

---Zucht---
Geschlechtsbestimmung:
Bei Schlangen kann man nicht wie zum Beispiel bei einem Hund oder einer Katze das Geschlecht durch einfaches hinsehen bestimmen. Alle Schlangen egal ob sie männlich oder weiblich sind besitzen eine Kloake. Erfahrene Riesenschlangenpfleger können das Geschlecht anhand verschiedener Kriterien selber bestimmen. Das Problem ist allerdings das diese Kriterien alle nicht hundertprozentig sicher sind denn große Riesenschlangenweibchen können Aftersporne besitzen die genauso groß sind wie die eines noch nicht ausgewachsenen Riesenschlangenmännchen.
Die einzige sichere Methode ist das "sondieren". Beim sondieren wird der Schlange eine Sonde eingeführt. Bei einem Weibchen gelangt die Sonde etwa drei Unterschwanzschilder tief, bei einem Männchen 10. Hier möchte ich allerdings noch einmal darauf hinweisen das die Sondierung nur von erfahrenen Riesenschlangenpflegern durchgeführt werden soll. Wer keine Erfahrungen hat sollte die Sondierung vom Tierarzt durchführen lassen.

Paarung:
Ein Königspython ist mit etwa 2,5 bis 3,5 Jahren geschlechtsreif. Ein Königspython ist nicht das ganze Jahr über Paarungsfähig. Während der kühleren Zeit im Winter bildet das Männchen die Spermien und beim Weibchen wird die Eizellenbildung angeregt. Allerdings bedeutet das nicht das sich der Königspython auch jedes Fahr fortpflanzt.
Wenn ein Männchen nun zur Paarung bereit ist, kriecht es züngelnd hinter dem Weibchen her und streicht mit Kopf und Hals über den Rücken des Weibchens. Hierbei spielt auch der Aftersporn eine Rolle, allerdings ist man sic nicht sicher ob der Aftersporn das Weibchen/Männchen sexuell erregen soll oder ob er das Weibchen einfach am wegkriechen hindern soll.
Wenn das Weibchen nun ebenfalls an einer Paarung interessiert ist, umwinden sich die Schwänze der Schlangen und der Hemipenses des Männchens wird in die Kloake des Weibchens eingeführt. Diese Paarung kann zwischen einer halben und 12 Stunden dauern.

Eiablage:
Nach einer Trächtigkeitsdauer von ungefähr 40 bis 176 Tagen legt das Königspythonweibchen vier bis sechs Eier. Doch schon mehrere Wochen vor der Eiablage wird das Weibchen immer unruhiger. Jetzt ist es an der Zeit dem Weibchen eine mit Moos oder Torf gefüllte Kiste ins Terrarium zu stellen. Die Kiste sollte aber unbedingt einen abnehmbaren Deckel besitzen damit sich das Weibchen geschützter fühlt. Wenn das Weibchen nun die Eier ablegt schlingt es sich sofort um die Eier, allerdings sorgt der Königspython damit nicht für eine Temperaturerhöhung. Normalerweise kümmert sich ein Königspython selber um das Gelege nur falls nicht sollte man die Eier in einen Inkubator legen. Dies kann aber auch zu einem großen Problem führen, denn Weibchen die ihr Gelege beschützen sind natürlich sehr aggressiv. Wenn man es aber geschafft hat die Eier aus dem Terrarium herauszunehmen muss man sie entweder in einen gekauften oder selbst gebauten Inkubator legen.

Aufzucht:
Die frischgeschlüpften Babys sollten die erste Zeit noch in einem Aufzuchtterrarium verbringen in dem zum einen eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet ist un in dem zum anderen eine konstante Temperatur von 30°C herrscht. Die erste Häutung erfolgt unmittelbar nach dem Schlüpfen, kann aber auch bis zu drei Wochen dauern.
Schwer ist es die Jungschlangen ans fressen zu kriegen. Hier empfielt sich aufgrund der Nachtaktivität das erste fressen nachts anzubieten. Um zu vermeiden das die Futtertiere die Jungschlange angreifen sollten die Beutetiere vorher genug zu fressen bekommen haben.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
faenriss

faenriss

04.10.2005 15:09

Habe selber so einen Eumel daheim, kann hier der Beschreibung nur zustimmen.

bigflyer

bigflyer

14.12.2004 08:58

Toller Bericht! Sehr ausführlich und detailiert geschrieben. Hat mir, als "Schlangenfreund" besonders gut gefallen. Gruß Robert

Markimanja

Markimanja

08.12.2004 13:50

Dieser Bericht hat den Diamanten zu Recht bekommen. gruß Mark

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