Königssee

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Erfahrungsbericht über "Königssee"

veröffentlicht 11.07.2004 | negendank
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Seit es keine sinnvollen Kommentare mehr gibt, habe ich mich neu orientiert. Ich kann auch anderswo posten...
Ausgezeichnet
Pro Muß man gesehen haben
Kontra Nicht ganz billig
sehr hilfreich

"Bergsteiger und Normalurlauber"

Malerwinkel

Malerwinkel

Den See besuchte ich bereits Ende März 2003. Mein Bericht kommt etwas verspätet, doch hat das einen Grund: erst seit neuestem ist es möglich, Bilder anzuhängen. Die Landschaft rund um den See ist so einmalig und dramatisch, daß mindestens ein Bild dazu gehört, um überhaupt eine Vorstellung zu bekommen.

Ganz bewußt betrachte ich Bergsteiger als eigene Zielgruppe. An verschiedenen Stellen weisen auch Warnschilder darauf hin. Der Bergsteiger sollte ein hohes Maß an Kondition mitbringen, schwindelfrei sein, Erfahrungen haben und die richtige Ausrüstung dabeihaben. Wer Genaueres darüber wissen will, der möge doch bitte einen Kurs beim deutschen Alpenverein besuchen.

Wer dagegen ohne Vorkenntnisse in eine senkrechte Wand einsteigt, der hat die Wahl zwischen zwei Übeln. Entweder, er setzt sein eigenes Leben aufs Spiel oder, er bemüht unnötigerweise die Bergwacht. Vorsicht Leute – das kann teuer werden. Wer durch sträflichen Leichtsinn eine Rettungsaktion verursacht, der bekommt anschließend die Rechnung präsentiert.

In dem Gebiet wurden bereits Geier gesichtet, die sich bekanntlich von Aas ernähren. Es kursiert ein böses Gerücht: das Aas stammt vielleicht von abgestürzten Tieren. Möglicherweise auch von abgestürzten Menschen...?

Nun gebe ich unumwunden zu, daß ich Normalurlauber bin. Ich sehe nämlich nicht ein, warum ich für meinen Urlaub eine besondere Ausbildung brauche. Im Folgenden teile ich mit, was ein gewöhnlicher Tourist am Königssee so alles machen kann.

Allein schon der Name stiftet Verwirrung in den Köpfen. Dabei ist die Logik ganz einfach. Wenn schon ein König ein Gewässer nach sich benennt, dann würde er wohl seinen eigenen Namen verwenden und nicht etwa pauschal die Bezeichnung „König“. Die Hersteller von Ansichtskarten und Souvenirs orientieren sich weniger an der Logik und mehr an der Nachfrage. So sind Könige in allen Farben und Formen zu finden. Falls jemand überzeugter Monarchist ist, so mag er sich nach Belieben mit Motiven rund um das Thema „König“ eindecken und damit die Wände seiner Wohnung zupflastern.

In Wirklichkeit leitet sich der Name vom Wort „Cuniga“ ab und bedeutete ursprünglich einmal „klares Wasser“. Der Name ist heute noch sehr treffend. Angeblich ist der Königssee der sauberste See in ganz Deutschland. Das Wasser hat Trinkwasserqualität und davon überzeugte ich mich selber. Ich trank mehrfach aus dem See. Im Vergleich zu Leitungswasser schmeckt das Seewasser geringfügig besser und hinterläßt keinerlei Nebenwirkungen. Das liegt auch daran, daß sämtliche Bäche, welche den See speisen, in einem Nationalpark liegen und dort sind Verunreinigungen generell verboten.

Zudem gibt es ein Monopol der Schiffahrt. Es verkehren nur Elektroschiffe, welche keinerlei Verschmutzung verursachen. Sonstige Wasserfahrzeuge sind verboten. Einzig und allein Schwimmen ist erlaubt. Allerdings ist das Wasser recht kalt. Wer jedoch abgehärtet genug ist, der findet schmale Sandstrände und darf den Versuch ruhig einmal wagen.

Fische sind so zahlreich, daß man sie mit bloßem Auge sehen kann. Es gibt ökologischen Fischfang in der Form, daß der Mensch nur soviele Fische entnimmt, wie die Natur bereitstellt. Das führte dazu, daß während meines Aufenthaltes vorwiegend Forellen angeboten wurden. Am besten schmeckt die Forelle lauwarm mit Brot und Butter. So kommt der typische Eigengeschmack besonders zur Geltung. Natürlich gibt es eine Reihe weiterer Fischarten, deren Namen ich mir nicht gemerkt habe. Zu meiner Zeit waren sie eben nicht fangreif. Zu anderen Jahreszeiten können sie durchaus ins Angebot übernommen werden und die Wirte am See wissen auch, wie man sie am leckersten zubereitet. Solche Leckerbissen sollte man sich nicht entgehen lassen.

Der See ist lang und schmal und erstreckt sich ziemlich genau von Nord nach Süd. An der Nordspitze liegt das Dorf Königssee und dies ist der einzige Ort, den man fast mit dem Auto erreichen kann. Genauer gesagt kommt man auf einen großen Parkplatz und dort muß man tatsächlich parken. Zu meiner Zeit betrug die Parkgebühr 3 Euro für 24 Stunden. Dann geht man durch eine Fußgängerzone, in der sich Souvenirläden und Restaurants befinden. Recht bald sieht man die Anlegestelle der Schiffe.

Es gibt eine klassische Route von der Anlegestelle nach Sankt Bartholomä. Diese wird sowohl im Sommer als auch im Winter befahren. Die Fahrzeit beträgt 40 Minuten und soweit ich mich erinnere, kostete die Hin- und Rückfahrt 11 Euro. Im Preis inbegriffen ist ein Fremdenführer, der die Eigenarten des Sees näher erläutert. Dazu gehört auch das berühmte Echo, das gewöhnlich durch ein Jagdhorn erzeugt wird. Darüber werden verschiedentlich Witze gemacht, doch empfand ich das Erlebnis als sehr eindrucksvoll. Von der Oberfläche des Wassers aus, vermag man die gigantischen Felswände erst richtig zu erkennen. Am Ostufer befindet sich auch der Watzmann, zu dem noch einiges gesagt wird.

St. Bartholomä ist bekannt durch eine kleine Kirche, die auf zahlreichen Ansichtkarten abgebildet ist. Bei der Ankunft stellt sich schnell das Gefühl von déjà vu ein. So hat man sich das auch vorgestellt. Die Kirche ist schnell besichtigt. St. Bartholomä ist fast der einzige Ort, an dem es eine ebene Fläche gibt. Dort findet man einen Rundweg, der auch von ungeübten Wanderern in ein bis zwei Stunden zurückgelegt werden kann. Auch wenn man die Rundwanderung mehrfach unternimmt, wird es nie langweilig.

Im Nationalpark wird nämlich versucht, die ursprüngliche Natur zu regenerieren. Auch in den Alpen war diese einmal Mischwald mit einer Vielzahl von Pflanzen. Ende März sah ich die seltene Schneerose. Wildlebende Tiere bekam ich zwar nicht zu Gesicht. Dafür hörte ich aber Vogelstimmen, die zu jeder Tageszeit anders klangen.

Im Sommer gibt es weitere Routen, die sich vor allem an der Nachfrage orientieren. Eine größere Reisegruppe könnte sich durchaus eine Route nach Wunsch zusammenstellen lassen. Interessant ist es, den See der ganzen Länge nach von Nord nach Süd zu durchfahren. Auch an der Südspitze gibt es bequeme Wanderwege, die sich für Normalurlauber eignen.
Im März konnte ich nur einen Blick auf die Südspitze werfen und verstand sofort, warum die Strecke im Winter nicht befahren wird. Weiter nach Süden hin türmen sich hohe Felsmassen, welche nur wenig Sonne durchlassen und Südwinde völlig verhindern. Obwohl schon Tauwetter herrschte, erschien die Südspitze so schattig und frostig, daß ich wenig Lust verspürte, ausgerechnet dort zu wandern. Für Skifahrer wiederum erschienen mir die Hänge ziemlich riskant.

Es wäre natürlich ganz etwas anderes, wenn man während einer Hitzeperiode im Hochsommer dorthin kommt.

Abgesehen von den Schiffahrten kann ein Normalurlauber eigentlich nur Stichwanderungen unternehmen. Die enden dann eben am entsprechenden Warnschild.

Das bremst auch den Massentourismus. Echte Bergsteiger verkrümeln sich im Gebirge und sind dann kaum noch zu sehen. Ein Normalurlauber, der alle Möglichkeiten ausschöpft, der hat in etwa 3 – 4 Tage die interessantesten Landschaften gesehen.

Nun zu den Preisen. Gescheite Mahlzeiten in den Restaurants beginnen in etwa bei 10 Euro pro Portion. Eine Übernachtung mit Frühstück kostet von 35 Euro an aufwärts. Die Obergrenze ist offen. Wer für jeglichen Schnickschack beliebig viel Geld ausgeben möchte, der wird ausreichend Gelegenheit finden.

Beinahe alle Hotels und Pensionen sind auch auf Internet zu finden. Ich selbst habe mich über hotel.de informiert.

Die Restaurants findet man ganz von alleine. Sie sind nicht zu übersehen. Die Küche ist typisch bayrisch. Einzige Ausnahme: Fischgerichte, die es nur am Königssee gibt.

Falls man ein Andenken nach Hause mitnehmen möchte: es gibt so ungefähr alles zu kaufen, was sich gedanklich mit den Begriffen „Alpen“ und „Bayern“ verbindet. Alles und jedes wird als „Spezialität“ vermarktet. Das heißt: handgemacht, urig, originell und ziemlich teuer. Da sich fast alle Läden im Dorf Königssee befinden, fällt es leicht, Angebote und Preise zu vergleichen. Wer sich dafür die Zeit nimmt, der vermag sehr wohl auch etwas Schönes zu finden. Ich halte mich da heraus.

FAZIT

Wenn jemand behauptet, er wolle Deutschland touristisch erkunden, dann ist der Königssee schon ein touristisches Muß. Ebenso wie der Kölner Dom, Neuschwanstein, Heidelberg, Sylt und Rügen.

Einmal im Leben sollte man den See schon gesehen haben. Falls man nicht gerade Bergsteiger ist, dann empfehle ich einen Kurzurlaub von 2 bis 4 Tagen. Damit sind auch noch die Preise erträglich.

Dafür gebe ich gerne 5 Sterne.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Zilina veröffentlicht 28.10.2014
    Da war ich leider noch nicht. LG Zilina
  • BabyBloxberg veröffentlicht 19.07.2004
    Schöner Bericht über eine richtig schöne "Ecke"... wir als nicht Bergsteiger waren - wie von Dir empfohlen, für ein paar Tage dort und es war richtig klasse... schwelg... Gruß Barbara
  • Magayla veröffentlicht 12.07.2004
    ICh bin als Kind mit meinen Eltern dort zwei mal gewesen, klasse Bericht zu einer wunderschönen Gegend, Dein Bericht und die Bilder lassen Erinnerungen wach werden. LG Matthias
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Produktdaten : Königssee

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Land: Deutschland

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Auf Ciao gelistet seit: 23/07/2001