Erfahrungsbericht über "Kosmos 692278 Jäger + Späher"

veröffentlicht 26.04.2015 | RIESENFUSS
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Ich bastele gerade an der Präsenz: riesenfuss-spiele.de Besuche und Anregungen sind willkommen. Mein erster Diamant 2015. Dank an meine treuen Leser und Bewerter! Ciao Thorsten
Sehr gut
Pro schönes Design, kurz Spieldauer
Kontra nüscht
besonders hilfreich
Spaßfaktor
Design
Langzeitspielspaß
Stabilität

"Nur mit jagen kommt man nicht ans Ziel ..."

Kurz nach dem ersten Sonnenuntergang

Kurz nach dem ersten Sonnenuntergang

Moin Zusammen,
da ich das Spiel schon ein paar Tage habe, möchte ich euch die Rezi nicht vorenthalten zumal ich das Spiel als Reziexemplar bekommen habe. Natürlich sollte ein Spiel schon mehr als einmal gespielt werden, um eine vernünftige Rezi zu schreiben. Darum und wegen dem Training für die Brettspiel-DM hat es gedauert. Mittlerweile habe ich das Spiel ünf Mal gespielt und ich denke die Erfahrungen sollten für eine fundierte Rezi reichen.
Hätte es nicht knapp 2 Wochen gedauert, bis der Produktvorschlag freigegeben war wäre dieser Bericht auch bereits Mitte April erschienen, aber sei es drum.

0. Inhaltsverzeichnis

1. Daten zum Spiel
2. Infos zum Verlag
3. Eindruck des Spielmaterials
4. Der Spielablauf
5. Spielbarkeit und Erfahrungen mit unterschiedlichen Mitspielerzahlen
6. Fazit

1. Daten zum Spiel

Erschienen: 2014
Autor: Gerhard Hecht
Grafiker: Franz und Imelda Vohwinkel
Spiel-Genre: taktisches Deckbuildingspiel
Preis: ca. 15,99 € (ich habe das Spiel von Kosmos als Rezi-Exemplar bekommen)
Alter: Ab 12 Jahre
Spieler: 2
Spieldauer: 30-45 Minuten
Zielgruppe: Vielspieler, oder ambitionierte Gelegenheitsspieler

Spielmaterial

1 Spielplan
99 Spielkarten (24 Charaktere, 31 Gegenstände, 2 Stammeskarten, 18 Wildnis, 18 Jagdgebiete und 6 Heilige Orte
10 Stammesmitglieder 5 in schwarz und 5 in weiß
30 Verbrauchsmarker
16 Hungerplättchen
2 Siegpunktsteine, einer in schwarz und einer in weiß

2. Infos zum Verlag

Kosmos ist kein riesiger Verlag, gehört aber schon seit Jahren zu den größten Spieleverlage in Deutschland. Der Sitz des Verlages ist in Stuttgart. Mit 10-20 Neuheiten im Bereich Kinder- und Erwachsenspiel liegt der Verlag gut im Schnitt der großen Verlage. Der Durchbruch als Spieleverlag kam für Kosmos mit Die Siedler von Catan, das 1995 auch Spiel des Jahres wurde und eine ganze Spielegeneration geprägt hat. Noch jetzt werden die jährlich stattfindenden Meisterschaften von Catan sowohl auf deutscher, als auch auf europäischer und weltweiter Ebene gut frequentiert.
Eine interessante Randnotiz ist, dass Kosmos seit 2013 nicht mehr auf der Süddeutschen Spielemesse in Stuttgart als Aussteller vertreten ist, was allerdings eher gegen die Messe als gegen den Verlag spricht.
Wer Essen nicht kennt, dem mag die Stuttgarter Messe was geben, aber mittlerweile hat auch die Spielwiesn in München Stuttgart klar den Rang abgelaufen.
Die Zielgruppe von Kosmos sind eher Familien und Gelegenheitsspieler. Dennoch gelingt es dem Verlag trotzdem auch Spiele die Vielspieler ansprechen oder sogar begeistern auf den Markt zu bringen. Extrem komplexe Spiele findet man bei Kosmos allerdings selten.

3. Eindruck des Spielmaterials und des Spielgefühls

Die Schachtel ist quadratisch, praktisch gut und nicht überdimensioniert. Es ist das Standardformat für Kosmos-2er-Spiele. Die Karten und Pappcounter sind von guter Qualität und die Holzwürfel und -spielfigur sind solide gearbeitet. Grafisch können sowohl der Spielplan, als auch die Spielkarten und Counter überzeugen. Das Thema ist gut illustriert.
Das Thema wirkt nicht auf das Spiel aufgesetzt sondern ist stimmig. Durch Jagd bekommt man Fleisch, man sammelt Material und kann dann neue Errungenschaften bauen. Verschiedene Charaktere nehmen unterschiedliche Aufgaben war.
Schön ist, dass es ein Einführungsspiel gibt, welches zum einen eine verkürzte Spieldauer und zum anderen eine abgespecktes Version von den Möglichkeiten und Charakteren ist, so kann man gut spielerisch ins Spiel finden und das normale Spiel fällt einem im Anschluss leichter zusätzlich gibt es noch ein schwierigere Überlebenskampf-Variante, so dass auch die Vielspieler gefordert sind.
Gelegenheitsspieler können das Einführungsspiel auch durchaus mehrfach spielen. Es ist zwar nicht ganz so anspruchsvoll, da die heiligen Orte fehlen, aber es macht durchaus Spaß.

4. Der Spielablauf

Jeder Mitspieler hat zu Beginn des Spiels die gleichen fünf Charakterkarten. Den Häuptling, den Jäger, den Späher, die Sammlerin und den Nachwuchs. In dem normalen Spiel ist auch noch der Schamane dabei.
Wenn man an der Reihe ist hat man 3 verschiedene Optionen.
1. einen Charakter ausspielen und die Anweisungen befolgen
2. Beliebig viele Stammesmitglieder von Ortskarten zurückholen. Dabei holt man sich Rohstoffe um Gegenstände zu erschaffen außerdem kann man Hungerplättchen los werden.
3. Sonnenuntergang durchführen und damit eine persönliche Zwischenwertung durchführen.

Charakterkarten die man ausgespielt hat zieht man nicht direkt am Zugende nach, sondern erst wenn man einen Sonnenuntergang durchgeführt hat füllt man im Anschluss seine Handkarten wieder auf 6 auf. Im normalen Spiel kann man sich entscheiden, nur 5 Karten oder gar 7 Karten zu nehmen, weil man den nächsten Sonnenuntergang entsprechend früher oder später machen möchte. Beim Sonnenuntergang bekommt 1 Siegpunkt für jedes Stammesmitglied, welches man bereits im Spiel hat. Hungerplättchen und ggf. noch Charakterkarten auf der Hand bringen Punktabzug. Im Spielverlauf kann man ohne Zwischenwertung über das Erschaffen von Gegenständen Punkte sammeln.

5. Spielbarkeit und Erfahrungen

Bisher habe ich das Spiel nur mit meiner Freundin gespielt, die sich bei neuen Spielen zunächst immer etwas schwer tut, was allerdings nicht bedeutet, dass sie die erste Partie eines neuen Spieles nicht auch gewinnt. Wir habe zunächst das Einführungsspiel gespielt, aber bereits die nächste Partie war dann das normale Spiel. Sicher auch bedingt durch das Einführungsspiel sind wir sehr schnell in das Spiel rein gekommen. Eine Partie des Einführungsspiels hat uns aber gereicht, da die Aktionsmöglichkeiten da doch etwas eingeschränkt sind. Dadurch, das sowohl die zusätzlichen Charaktere, als auch die heiligen Orte im normalen Spiel nicht alle ins Spiel kommen, ist auch nicht jede Partie gleich und man kann verschiedene Taktiken fahren, um das Spiel zu gewinnen. Da auch bereits im Einführungsspiel die Gegenstände, Jagdgebiete und Wildnis zufällig ins Spiel kommen ist auch hier Variabilität garantiert.

6. Fazit

Mir gefällt das Spiel sehr gut. Es ist nicht der Strategiekracher, das Spiel bietet durchaus taktische Möglichkeiten und die Spieldauer ist angenehm. Jedes Spiel läuft, wenn man das normale Spiel gewählt wurde anders, da immer andere Charaktere mitspielen außerdem bringen die heiligen Orte noch die gewisse Würze ins Spiel und auch da werden immer 3 von 12 möglichen zufällig gewählt.. Das die Partien meist recht knapp sind sehe ich eher als Vorteil, da auf diese Weise der Spannungsbogen lange hoch gehalten wird, weil beide Spieler noch Siegchancen haben. Die Interaktion ist definitiv gegeben, da die Charakterkarten einen gemeinsamen Pool bilden und auch die Jagdgebiete und Wildnis Allgemeingut sind.
Parallelen zu anderen Spielen und Einzigartiges

In gewisser weise ist das Spiel ein Deckbauspiel das wohl bekannteste ist Dominion. Allerdings bläht sich bei diesem Spiel das Deck nicht kontinuierlich auf, sondern man spielt mit deinem Deck einen Tag, der aus mehreren Runden besteht. Optimaler Weise spielt man bis zum Sonnenuntergang alle Karten ab, weil jede Handkarte Punktabzug bedeutet. Für den nächsten Tag stellt man sich für den nächsten Tag wieder ein Deck zusammen. Hier sehe ich eine Parallele zu Lewis und Clark.
Durch das ausspielen bestimmter Charakterkarten kann man seine Jäger und Späher auf Karten platzieren. Hier kommt der Workerplacement-Aspekt zum tragen. Da man mit zwei Spielfiguren beginnt, die man bis auf 5 über Nachwuchs erweitern kann, werden Stone Age- und Agricola-Kenner aufhorche. Ja, es ist vergleichbar, auch wenn man hier erst über den Charakter Nachwuchs eine Spielfigur von der Reserve in die Höhle bringen muss und dann zwei Fell braucht, damit man die Spielfigur für den Rest des Spiels einsetzen kann.
Die Gegenstände sind vergleichbar mit Aufgaben und Zielkarten aus anderen Spielen. Über sie kann man auch direkt Siegpunkte generieren. Ohne Gegenstände wird man keine Partie gewinnen können.
Das Gesamtpaket erinnert den spielekundigen Vielspieler sicher an Fremde Federn von Friedemann Friese, wo auch Mechanismen bekannter Spiele zu einem neuen tollen Spiel kombiniert wurde.

Dieser letzte Punkt ich heute noch spontan nach meiner 5. Partie entstanden.
Auf einen Satz gebracht. Der Mix macht es. Kein innovativ neues Spielelement, aber dennoch nicht alles 1 zu 1 abgekupfert. Die Thematik wird nicht aufgesetzt und die guten Grafiken unterstützen das gute Spielgefühl.

Ciao und spielerische Grüße

Thorsten

Fast ein Quickie, nur gut 1200 Wörter!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Ciaochsi veröffentlicht 09.12.2016
    lg
  • Dede87 veröffentlicht 07.09.2015
    BH
  • Juke veröffentlicht 21.08.2015
    Ein weiteres, höchstverdientes BH an den Gesellschaftsspiel MASTER! :-) Gruß, Julian
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Produktdaten : Kosmos 692278 Jäger + Späher

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Hersteller: Kosmos

Agefrom: 12 Jahren

Spielmotivation: Spannung

EAN: 4002051692278

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 12/04/2015