Kratzer in CDs - Tipps & Tricks

Kratzer in CDs - Tipps & Tricks

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... Ein kleiner Kratzer kann also schon ein Riss in diese Berg- und Tallandschaft einbringen, während die Po0lykarbonatscheibe von der Abtastseite aus einiges mehr verzeiht. Die meisten Verbraucher legen ihre CD's mit der Labelseite nach unten ab, wenn sie sie aus der Hand legen wollen. Sie wollen ... Bericht lesen





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Lieber Vorsorge als Nachsorge
Erfahrungsbericht von Franky_666 über Kratzer in CDs - Tipps & Tricks
15.11.2009


Produktbewertung des Autors:   


Pro: nix
Kontra: Cdkaputt, viel Bastelarbeit und dennoch Daten futsch

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo Leser/innen

Hier möchte ich erläutern, wie man Datenverluste vermeiden kann und wie man, wenn die CD doch mal kaputt gegangen ist, die Daten retten kann.
Nicht jeder hat teure Datenrettungsprogramme oder aufwändige Software. Drum hier ein Weg für den Heimgebrauch mit Freeware.

Aufbau der CD

Die CD ist eine Plastikscheibe aus Polykarbonat, auf die eine Reflektionsschicht aufgetragen wurde. Zwischen diesen beiden Teilen befinden sich die eigentlichen Daten. Diese sind digital ihn Form vohn "Pits" und "Lands" eingebracht. Es sind sozusagen kleine Hügelchen und Täler, die der Laser
abfährt, um die CD auszulesen. Auf das ganze wird noch das Label und eine Schutzschicht aus Lack aufgetragen.

Diese Pits und Lands sind wie die Rille einer Schallplatte, nur eben nicht analog und sie werden optisch mit einem Laser abgetastet.

Was viele nicht wissen, ist, dass die CD auf dieser Labelseite am empfindlichsten ist, denn direkt unter dem Label befinden sich schon die Daten. Der
Weg dorthin beträgt also weniger als ein Millimeter. Ein kleiner Kratzer kann also schon ein Riss in diese Berg- und Tallandschaft einbringen, während
die Po0lykarbonatscheibe von der Abtastseite aus einiges mehr verzeiht.

Die meisten Verbraucher legen ihre CD's mit der Labelseite nach unten ab, wenn sie sie aus der Hand legen wollen. Sie wollen damit wohlwollend bezwecken, dass die Abspielseite keinen Kratzer abbekommt. Dass, wie bessagt, die Abspielseite viel empfindlicher ist, damit rechnen sie nicht.

Bereits ein Riss in der Schutzlackschicht lässt Sauerstoff eindringen, so dass die Relektionsschicht schlichtweg irgendwann anfängt, zu rosten.

DVD's sind da etwas toleranter, da die Reflektionsschicht in die Polykarbonatscheibe eingearbeitet ist und nicht obenauf liegt.

Die Vorsorge

CD's sollten beim Wechseln oder Sortieren überhaupt nicht ungeschützt zwischengeparkt werden. Weder auf dem Computer noch auf der Anlage. Wer dennoch CD's, die er oft benötigt, griffbereit haben will, sollte wenigstens eine leere Rohling-Spindel oder einige offene Hüllen als Zwischendepot benutzen.

Das CD-Fach muss sauber gehalten werden. Ein Dreckkrümel kann sonst durch die Rotation konzentrische Kreise auf die Abtastseite einschleifen.

Genauso sollten zersplitterte CD-Verpackungen erneuert werden. Hereinragende Splitter und abgebrochene Haltezähne können die CD beschädigen.
Man kann übrigens die schwarze CD-Halterung, auch Tray genannt, mit etwas Gewalt von der Rückseite trennen, um an das Druckmaterial dort heranzukommen.

CD's gehören genauso wenig auf die Fensterbank oder an andere sonnenlastige Orte. Sie sollten möglichst dunkel gelagert werden.

Bei der Verwendung von CD-Taschen sollte man genauer darauf achten, ob sie bei Herausnahme der CD diese nicht verkratzen. Besonders Billigprodukte haben Neigungen dazu.

Um eine CD aus seiner Hülle zu entnehmen, nicht einfach daran zerren, da sie sich sonst zu sehr biegen würde, wobei die oben besagte Schutzlackschicht unsichtbar einreißen kann und die CD auf längere Zeit dem Rost-Tod geweit wäre. Bei DVD's köhnten sich gar die Bestandteile voneinander lösen. Immer den Haltgestern mit dem Daumen in der Mitte eindrücken und dabei die CD leicht hochheben.

Im Auto nicht die CD auf der Autobahn oder im Stadtverkehr ohne Hinschauen in das Autoradio zittern. Das ist nicht gut für die CD und schon gar nicht gut für den Fahrer, der in dem Moment nicht voll am Straßenverkehr teilnimmt. Lieber die nächste rote Ampel etc. abpassen.

Gerade an der XBOX 360 ist folgendes Phänomen bekannt: Erschütterungen am Laufwerk oder Falschaufstellung desselbigen können Riefen in die CD einbringen. Auch nicht am Subwoofer stehen haben, wo bei einer Bassorgie die CD darin umherhopst.

Die Datenträger nicht an Personen verleihen, von denen man nicht weiß, wie sorgsam sie damit umgehen. Ist die Schramme drin, ist es keiner gewesen...
Umgekehrt beim Entgegennehmen einer CD im Beisein des Verleihers gegutachten und evtl. kritische Kratzer anmerken. Spart besonders in Videotheken Ärger bei der Rückgabe.

Was kann die CD/DVD ab?

Eine CD oder DVD hat zunächst einmal einzelne Datenblöcke, Sektor genannt, die jeweils kleine Häppchen des Ganzen beinhalten.
Optische Datenträger haben eine Fehlerkorrektur. Das sind zusätzliche Datenblöcke, die sozusagen eine Zusammenfassung anderer Datenblöcke enthalten.
Daten sind also mehrmals vorhanden. Kann ein Sektor nicht gelesen werden, kann er mit Hilfe anderer Sektoren und diesen Fehlerkorrekturblöcken rechnerisch zurückgewonnen werden. Dies geschieht, je nach Disk-Typ über mehrere Ebenen (Es kann also Fehlerkorrekturblöcke für die Fehlerkorrektur geben, falls gerade diese Sektoren unlesbar sind).


=Audio-CD's==

Audio-CD's haben die zuvor genannte zweistufige Fehlerkorrektur. Die einzelnen Informationen sind verstreut auf einer Spur. Was zusammengehört, liegt also nicht direkt nacheinander angeordnet auf der Lesespur, sondern verschachtelt mit anderen Informationen. Mit einer Schramme werden also viele kleine Fehler eingebracht und nicht ein großer. Hier fällt es dem Player leichter, hier und da mal ein Hügelchen oder Ländlein auszubügeln, als wenn er einen ganzen Bombeneinschlag flicken muss. Man nennt diese Anordnung "Interleaving".

Versagt die Fehlerkorrektur, weil ein Kratzer die Audiodaten unlesbar macht und ein zweiter zufällig sämtliche Fehlerkorrektursektoren zerstört oder zu viele Informationen fehlen, so dass das Herausrechnen des Fehlers nicht mehr möglich ist, so "interpoliert" er die Information. Er errät diese. Rein technisch nimmt er den vorherigen Datensatz und den nachfolgenden und nimmt den Mittelwert aus beiden. Dadurch ist das Signal nicht mehr das, was es im Original war, aber in den allermeisten Fällen ist das unhörbar.

Bei einer CD wird 44100 mal in der Sekunde ein Wert abgelesen, so dass 44100 Musikinformationen in der Sekunde durch die Boxen rauschen. Wäre hier eine schlecht erraten, ist das so hochfrequent, dass sich die Frage stellt, ob der Lautsprecher so präzise ist, diesem Ausreißer zu folgen. Zumal das jetzt nur für eine Box bedacht war. Wir haben heute aber Stereo, also passiert das ganze 2x.

Wenn der Player soviel interpolieren muss und die Kratzer so tief sind, dass der Laser die Rille gar nicht mehr richtig erkennt und er ähnlich wie eine verkratzte Schallplatte springt und endlosschleifen dreht, dann ist die CD hinüber!

"Un-CD's" (Audio-CD's mit Kopierschutz) sind besonders kratz-intollerant, da hier die Fehlerkorrektur manipuliert wird, um den "Kopierschutz" zu implementieren. Somit hat der Player diese Sektoren nicht zur Verfügung und kann den kleinsten Kratzer nicht mehr wegrechnen oder er denkt gar, einen korrekten Wert falsch ausgelesen zu haben und meint, die CD sei völlig hinüber, denn er nutzt die Korrektursektoren auch, um zu prüfen, ob der Wert stimmt, den er da gelesen hat. Und genau dann wird der Mist zur "Abspielsperre". Solche CD's sollten sowieso im Regal stehen gelassen werden und unabhängig vom Content mit der schlechtestmöglichen Note rezensiert werden, die möglich ist. Zum Glück hat die Musikindustrie seit einiger Zeit kapiert, dass das ein Eigentor ist.

MP3-CD's und andere Zusammenstellungen, die nicht Heim-CD-Player - tauglich sind, sind Daten-CD's!

=Daten-CD's=
Im Folgenden setze ich mal die Annahme vorraus, dass DVD's größere CD's sind, um Schreibarbeit zu sparen. Die Verfahren sind sin ähnlich :-).

Computerdaten verzeihen keine Fehler. Ist nur ein Bit falsch, ist der Datensatz für ihn unbrauchbar oder er wird falsch interpretiert. Bitfehler entstehen z.B., wenn das Laufwerk im PC ein Pit für ein Land hält oder umgekehrt, weil sich ein Kratzer darüber befindet. Da hilft auch kein Interpolieren mehr, denn Computer sind wesentlich pingeliger als Menschen.

Dieser CD-Typ hat daher auch eine recht aufwändige Fehlerkorrektur. Man kann diesen Zusatz in einigen Brennprogrammen abstellen, um die CD voller zu bekommen, doch das sollte vermieden werden.

Es dauert also länger, bis sie kaputt ist. Man bezahlt dies aber auch mit ~100MB weniger Speicherplatz (schon mal versucht, eine randvolle Audio-CD auszulesen und die WAV-Dateien als Daten-CD zu brennen ;-))

Programme: Programme sind sofort kaputt. Ein Bitfehler in einer EXE oder DLL und sie ist nur noch Datenmüll. Windows verweigert mit Glück die Annahme, sonst gibt es möglicherweise so einen hübschen blauen Bildschirm..

Bilder und Videos: Hier gibt es diese digitalen Legosteine, diese meist grünen Klötzchen, die ziemlich jeder vom Digitalfernsehen kennt. Auch im Fernsehen gibt es diese Fehlerkorrektur, die bei schlechten Empfang an die Grenzen stößt und die Daten nicht geflickt werden können.
Standalone-DVD-Player lassen das kaputte einfach weg, oder besser noch, interpolieren Bild und Ton, was das Bild einmal kurz ruckeln lässt. Oft wird auch dies nicht wahrgenommen.

MP3's: Hässliches hohes Flitschgeräusch, häufig auch wie ein vielfach lauterer Schmatzer-Kuss.

=VCD=

Dies ist nochmal ein besonderer CD-Standard, die Video-CD. Sie ist in etwa wie die Audio-CD aufgebaut und hat daher auch diese erhöhte Fehlerkorrektur nicht. Daher sind VCD-Rips auch oft bei 800MB in der Größe und Raubkopierer wundern sich, dass es keine Rohlinge dafür gibt. Auch dies ist wieder Menschenfutter und kein Computerfutter, so dass Kratzer wieder zu diesen Klötzchen führen.

=Gebranntes Material=

Leider sind Brenner nicht so präzise wie das Presswerk, so dass sehr viele Rohlinge schon mit etlichen defekten Sektoren den Brenner verlassen. Sie sind daher schneller am Ende als gepresste. Man sollte die CD mit den Urlaubsbildern lieber mehrmals sichern.

Die Nachsorge

Zunächst sollte man sich Gedanken darüber machen, ob sich die Reparatur lohnt oder ob das nicht Leichenfledderei ist.

Bevor man Rettungsversuche physikalischer Art vornimmt (Schleifen, polieren etc.), sollte man die komplette CD mit einem Programm wie Isobuster (die Shareware ist ausreichend) rippen und auf der Festplatte speichern. Bei Audio-CD's sollte man lieber EAC dafür nehmen.

Welche Schleifmethoden es gibt, lasse ich mal außenvor, es gibt so viele so oft schon beschrieben, ich sag mal: Siehe Google!
Bei wichtigen CD's: Zur Videothek bringen, die haben professionelle Poliergeräte für sowas, kostet allerdings ein paar Euro.

Ist die CD repariert, liest man sie ein weiteres Mal aus. Wenn man Glück hat, schafft Isobuster es mit weniger Fehlern. Mit Pech aber gar nicht mehr, weil zu viel Zahnpasta in den Rillen klebt oder ähnliches.

Das Laufwerk sollte so langsam wie möglich lesen! Notfalls den alten 486er für diesen Zweck aus dem Keller hochholen.

Der bessere Rip wird auf Fehler untersucht. Findet man schadhafte Dateien, sollte man in dem schlechteren Rip schauen, ob diese in Ordnung sind und gegebenenfalls ersetzen.

Daten, die sich auf diese Weise nicht reparieren lassen, werden wie folgt behandelt:

Programme: Unwiderbringlich verloren. Hier hilft nichts mehr.
Filme: Schadhafte Frames können entweder einfach mit Gefahr auf kurze Bildaussetzer ignoriert werden oder mit VirtualDub interpoliert werden. Bei auffällig beschädigten p-frames dieses urch ein benachbartes intaktes Frame ersetzen, da diese Fehler einige Sekunden sichtbar wären.
Bilder: Kleinere Artefakte können in gängigen Bildberarbeitungen kaschiert werden. Bilder mit Größeren Streifen und flächigen Fehlern sind verloren.
Komprimierte Audiodateien: Hier ist meist zu viel kaputt. In der Regel zerstört.
DVD-Filme: Das sind auch nur Filmdateien ;-)
WAV-Dateien: Die Fehler sind meist klein und störend, können aber mit Audacity behoben werden. Die kleinen Knackserchen einfach herausschneiden und größere mit dem Stifttool abglätten. Starke Fehler in mehrfach vorkommenden Songpassagen können durch geschicktes Hineinschneiden der anderen Songstellen überbrückt werden.
Audio-CD's: Wenn mit EAC ausgelesen, dann sind sie Fehler in der Regel im unhörbaren Bereich und können erneut gebrannt werden. Amsonsten wie bei WAV-Dateien vorgehen, da sie ja nach dem Auslesen in WAV vorliegen.

Stark verkratzte aber noch lauffähige Datenträger kopieren und das Original im Schrank verstauen, sofern diese nicht kopiergeschützt sind! Aber keine Direktkopie, denn hier werden die Fehler mitkopiert, sondern den Umweg über den Ripvorgang wählen.

Fazit

Ist die CD erst einmal kaputt, wird es aufwändig und man muss im gblücklichen Fall sich durch die Einzelteile eines Datensatzes wühlen und darin herumflicken, um die Auswirkungen zu minimieren. Das Ergebnis stundenlanger Popelarbeit ist oft nicht zufriedenstellend und sorgt für Frust. Dabei muss man sich mit komplizierten Fach-Anwendungen vertraut machen und wissen, wie man das reparierte Material korrekt auf einen neuen Datenträger brennt.

Daher lieber Vorsorge als Nachsorge.

Gruß Franky


   

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