Kress PSX 550

Erfahrungsbericht über

Kress PSX 550

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Und dann hau ich mit dem Hämmerchen die Wand ein!

5  23.07.2003

Pro:
günstiger Preis, leicht, kraftvoll, gute Ausstattung

Kontra:
zu schwer zum "Schrauben"

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Handhabung/Komfort:

Ausstattung

Zuverlässigkeit

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butler_carlo

Über sich:

Mitglied seit:26.03.2001

Erfahrungsberichte:251

Vertrauende:51

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 84 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Gibt es etwas Schöneres, wenn man eine Ausrede benötigt und diese in dem Umstand findet, dass man dies oder jenes nicht tun kann, weil das nötige Werkzeug dazu fehlt? Den folgenden Dialog schrieb das Leben – nämlich unseres:
"Nehme er dieses Bild und hänge er es auf."
"Madam müssen entschuldigen, aber wir verfügen nicht über das geeignete Werkzeug."
"Hammer und Nagel würde genügen!"
"Leider nein, Madam, denn die Mauer ist aus Beton, der Nagel würde sich nur verbiegen und der Hammer eine Blaumeise auf unseren Fingern hinterlassen, während die Nagelspitze ein unschönes Loch im Verputz hinterlassen würde."
"Montagekleber?"
"Diese Sache hatten wir auch bereits. Wir mussten den neuen Parkettboden um die Abschlussleiste legen, denn wir konnten sie damals nicht entfernen."
"Was ist mit dem Hilti-Bohrhammer von Nachbars Schwiegervater?"
"Das letzte Mal, als wir uns diesen Bohrhammer ausborgten, brauchten wir 2 Kilogramm Gips, um die Löcher im Verputz wieder zu verschmieren, die er in der Mauer hinterlassen hatte."
"Langsam aber sicher pfeif ich auf dieses Bild!"
"Wie Madam belieben."

Dies war ein kleiner Auszug aus einer Unterhaltung, welche ihre Herrlichkeit, die Gebieterin mit dem Personal führte. Diese und ähnliche Zwiegespräche fanden des Öfteren statt, bis der Herrin endgültig der Kragen platze und der Knecht den Auftrag bekam, endlich ein geeignetes Werkzeug zu beschaffen, ein neues Spielzeug für Papis Werkzeugschrank, ein rüttelndes, schüttelndes Etwas, das furchtbar einfach Löcher in Stein und Beton bohrt, ohne diese bösen Blasen und Schwielen zu erzeugen, ohne dass das Kreischen der Kohlen eines Elektromotors unseren Nerv tötet, oder das Quietschen eines abgenudelten Bohrers unsere Zähne ausfallen lässt.
Nun gibt allerdings keine Ausreden mehr, denn die Buchhaltung hat uns einen Bohrhammer genehmigt, den wir uns natürlich prompt angeschafft haben. Doch was nimmt man, wenn man keine größeren Renovierungsarbeiten vorhat, kein Profi ist, die Buchhaltung nur über ein beschränktes Budget verfügt und man aber trotzdem gelegentlich ein Loch in Beton bohren möchte?
Man greift zu einer günstigen Alternative, wie zum Beispiel dem Kress PSX 550 Set.

Lieferumfang:
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Die Maschine wird in einem grauen Kunststoffkoffer ausgeliefert, der außer dem Bohrhammer noch das Netzkabel, ein Schnellspannfutter, einem Aufnahmeschaft für das Schnellspannfutter oder Schrauberbits, einem Handgriff mit Tiefenanschlag, einem Flachmeißel sowie einem SDS-Bohrer der Größe 6 mm enthält.

Aussehen und Funktionen:
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Der Bohrhammer ist für seine Größe mit 2,78 Kg angenehm leicht und in grau-blauer Farbe gehalten. Das Netzkabel kann über eine Schnellarretiervorrichtung abgezogen und gegebenenfalls ausgetauscht werden, was uns sehr sympathisch ist, wenn wir mit der Stichsäge das Kabel ansägen sollten. Der integrierte Handgriff ist in sich geschlossen, wodurch man die Maschine besser halten kann. An der Unterseite dieses Handgriffs befindet sich auch gleichzeitig die Steckbuchse für das Netzkabel. Am Motorenteil, der unmittelbar vor dem Handgriff eingebaut ist, findet sich im unteren Bereich ein Schieberegler zum Umschalten auf Links-/Rechtslauf. An der Oberseite des Gerätes befindet sich der Gangwahl-/Drehstoppschalter, der über 3 Schalterstellungen verfügt. Der Umschalter für den Bohr und Hammerbetrieb ist etwa in gleicher Höhe, jedoch seitlich am Gehäuse angebracht.
Vor dem Spannfutter ist ein beweglicher Haltegriff angebracht, der auch den Tiefenanschlag aufnehmen kann.
Der Spannhals hat einen Durchmesser von 43 mm und entspricht somit der Euro-Norm. Die SDS-Bohrer – dabei handelt es sich um spezielle Bohrer oder Meisel, die an den Seiten U-förmige Rillen haben, die zur Aufnahme im Bohrfutter dienen, aber auch in jedem normalen Zahnkranzbohrfutter verwendet werden können – können durch einfaches Zurückziehen des Schnellspannfutters eingesetzt und sofort verwendet werden, ohne dass erst umständlich mit einem Zahnkranzschlüssel der Bohrer fixiert werden muss... den man sowieso nie findet.
Damit kein oder nur wenig Bohrmaterial in das Bohrfutter dringen kann, verfügt es über eine Staubschutzkappe, die eigentlich nur aus einer Gummimanschette besteht.
Zusätzlich kann nun in dieses SDS-Bohrfutter ein Aufnahmeschaft gesteckt werden, auf den das mitgelieferte Schnellspannbohrfutter aufgeschraubt wird. Nun kann man jeden herkömmlichen Bohrer verwenden und benötigt trotzdem keinen Zahnkranzschlüssel, denn der Bohrer kann durch einfaches Drehen des Bohrfutters fixiert werden – eine feine Sache.

Damit man das Ding auch einschalten kann, hat es natürlich auch einen Ein-/Ausschalter, mit dem je nach Druck mit dem Finger, die Drehzahl geregelt werden kann. Für längere Arbeiten kann dieser Schalter mit einem Feststellknopf fixiert werden.

Technische Daten:
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Das Ding hat eine Aufnahmeleistung von 550 Watt und eine Abgabeleistung von 250 Watt, was uns eigentlich nicht viel erscheint. Im ersten Gang schafft es im Leerlauf bis zu 950 U/min im 2.Gang gar 2000 U/min. Die Lastdrehzahl sieht da schon ein wenig gedämpfter aus, mit 680 U/min im ersten und 1540 U/min im zweiten Gang. Die Schlagzahl im Leerlauf beträgt etwa 4700 Schläge/min, wobei die Schlagkraft etwa bei 2,1 Joule liegt.
Wie wirken sich diese Kräfte nun auf die einzelnen Materialien aus?
Beim Bohren schafft die Maschine in Stahl Löcher bis 13 mm Durchmesser, in Leichtmetall 18 mm, in Holz 35 mm, beim Hammerbohren in Beton bis 22 mm, wobei hier aber der Bohrbereich zwischen 4 -14 mm empfohlen wird.
Beim Schrauben schafft die Maschine in Holz bis zu 8mm Durchmesser, in Blech sind es nur 6,3 mm.

Praktischer Gebrauch:
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Natürlich muss so ein Gerät sofort ausprobiert werden und so kramen wir alles zusammen, was wir in den letzten 5 Jahren an Bildern nicht aufgehängt haben, weil es sich bei der zu schmückenden Wand, um ein Betonmäuerchen handelte. Wir nehmen den Bohrer der Größe 6 mm, ziehen das SDS-Futter ein Stück nach hinten und stecken den Bohrer in den Schaft. Eigentlich eine kinderleichte Übung, die auch keine großen Kraftreserven erfordert. Die Maschine liegt auch recht gut in der Hand und so stellen wir den Gangwahlschalter auf 2 und schalten das Hammerwerk ein. Es dauert nicht lange und das erste Loch befindet sich in der Mauer.
Überraschenderweise ist die Maschine im Betrieb recht leise und der Beton konnte uns trotz geringem Kraftaufwand nicht widerstehen. Was uns noch viel mehr überrascht ist der Umstand, dass das um das Bohrloch befindliche Mauerwerk und der Verputz nichts abbekommen haben – dies ist uns ja vom großen Bruder Hilti noch in böser Erinnerung ist.
Wir können nun auch endlich das Koaxialkabel durch das Schlafzimmer in die beiden Kinderzimmer verlegen, was trotz einer Mauerstärke von 15 cm auch kein Problem darstellt (bei der zweiten Mauer stellen wir allerdings fest, dass eine Stichahle genügt hätte, denn die ist aus Gips – wir haben geglaubt, wir fallen samt der Maschine in das Nebenzimmer).
Nun versuchen wir unser Glück in einem Holzbalken im Keller, auf dem wir schon länger einen Haken anbringen wollten, dies aber immer wieder aufschoben. Auch mit einem Bohrloch in weicheres Material hat die Maschine kein Problem, allerdings sollte man vorher das Hammerwerk ausschalten (... es hat ziemlich gestaubt, als der Balken umfiel, denn wir haben darauf vergessen).
Schließlich versuchen wir noch die 5 Fließen in der Küche zu entfernen, die schon seit einigen Monaten gesprungen sind und die wir in Ermangelung von Zeit bis dato nicht ausgetauscht haben. Dazu verwenden wir den mitgelieferten Meißel und schalten wieder das Hammerwerk ein. Nun, meißeln will gelernt sein und so fahren wir wieder zum Baumarkt, denn mit dem bisschen Fliesenkleber, den wir noch hatten, werden wir die tiefen Furchen und Rillen nie ausgleichen können.
Zuletzt versuchen wir noch einige Schrauben in Holz zu drehen, was aber infolge des Gewichtes der Maschine keine leichte Übung ist und so greifen wir wieder zu unserem handlichen Akkuschrauber, den wir lässig mit einer Hand halten könnten, wenn nicht gerade wieder der Akku leer wäre.

Resümee:
°°°°°°°°
Ein Profi wird sich diese Maschine sicher nicht kaufen, denn wahrscheinlich wird sie dessen Ansprüchen nicht gerecht werden. Für den normalen Heimgebrauch sollte sie allerdings ausreichen, denn das Preis-Leistungsverhältnis ist doch recht gut. Der große Vorteil dieser Maschine liegt wohl in ihrem geringen Gewicht und der hervorragenden Eigenschaften in allen Materialien. Durch die langsame Beschleunigung des Motors ist die Gefahr des "Mauereinreißens" auch nicht so hoch, wie bei anderen Maschinen und man erspart sich viele Kilogramm Gips. Das Stemmen und Meißeln sollte man allerdings beherrschen, will man nicht – wie wir – die unangenehme Erfahrung machen, dass man eigentlich ein Bürohengst ist und kein Bauarbeiter. Zum Schrauben eignet sich dieses Gerät weniger, denn durch das Gewicht der Maschine rutscht man immer wieder von den Schrauben ab, speziell dann wenn man horizontal arbeitet. Hier sollte man doch lieber auf den handlicheren Akkuschrauber zurückgreifen.
Mit einem Preis von ca. € 180,- hält sich diese Anschaffung in Grenzen, sofern man keine lästigen Nachbarn hat, die nun ständig anklopfen und sich die Maschine borgen wollen.

Als dann, servus,
B.C.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Iris8

Iris8

31.07.2003 17:15

sehr ausführlicher Bericht von Dir. LG Iris

Mausbaer1977

Mausbaer1977

26.07.2003 16:19

It's Tool Time.... LG Silke

IlkaSehnert

IlkaSehnert

24.07.2003 20:47

und das eine "o" in "perfektionistisch" lassen wir auch noch weg nächstes Mal...

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