Ist nicht das ganze Leben eine einzige Krise?
11.06.2012
Pro:
nachvollziehbare gut lesbare Darstellung unterschiedlicher Krisenformen .
Kontra:
stellenweise "gottlastig" / bietet nicht das, was es verspricht (siehe Bericht)
Empfehlenswert:
Ja
 Mausimausmaus
Über sich:
*** 26.07.2010 ***
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Willkommen bei Mausimausmaus Von psychologischer Ratgeberliteratur wird man ja regelrecht erschlagen. Bei der grossen Auswahl, weiss ich oftmals gar nicht, welchem Thema ich mich zuerst zuwenden soll. Nun stand mir mal der Sinn nach etwas "Globalerem" und so ersteigerte ich bei eBay das Taschenbuch
Krise als Chance - Wie man Krisen löst und zukünftig vermeidet / Kurt Tepperwein Randdaten - Taschenbuch: 304 Seiten
- Verlag: mvg Verlag; Auflage: 9 (12. September 2011)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3636070991
- ISBN-13: 978-3636070999
- Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,6 x 2,6 cm
Kurzbeschreibung "Aus Krisen kann man sich nur befreien, indem man sie nicht verdrängt, sondern sich mit ihnen auseinandersetzt. Tut man dies nicht, gerät man zwangsläufig von einer Krise in die nächste. Kurt Tepperwein belegt diese Behauptung überzeugend in seinem Buch. Er zeigt, wie man Krisen als Chancen nutzt und künftig besser mit ihnen umgehen kann. Themenschwerpunkte:- Wie entstehen Krisen?
- Welche Krisen durchlebt der Mensch?
- Was kann der einzelne aus Krisen lernen?"
[Quelle: www.amazon.de]
Der Autor Kurt Tepperwein, *1932 in Lobenstein, ist Heilpraktiker und Therapeut.
Preis Das Buch ist im September 2011 in der 9. Ausgabe erschienen und kostet z.B. bei amazon.de 8,90 €uro. Ich besitze eine ältere Ausgabe, die noch zu DM-Zeiten geprinted wurde und habe sie für 1 €uro zzgl. Versand bei eBay ersteigert.
Test und Bewertung Als ich den Titel las, dachte ich nur so bei mir, dass doch eigentlich das ganze Leben eine einzige Krise ist, die letztlich dadurch bewältigt wird, dass man stirbt. So pessimistisch wie sich das anhört, meine ich das aber gar nicht. Ich möchte nur zum Ausdruck bringen, dass der Menschen eigentlich nie "seine Ruhe" hat, von seiner Umwelt gefordert wird und ständig dabei ist irgendwelche Hindernisse aus dem Weg zu räumen und Probleme zu lösen. Läßt man mal die pränatale Phase ausser Acht, beginnt das Leben bekanntlich mit der Geburt. Diese wird auch gern mal als die erste Krise bezeichnet, denn das Baby "erkennt", dass es auf andere angewiesen ist, dass nur andere in der Lage sind seine Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen. Kurt Tepperwein erwähn auch diese, legt aber den Schwerpunkt. Krisen, die man im Jugend - und Erwachsenenalter durchmacht und die man folglich bewusst als solche wahrnimmt. "In der Krise erlebt der Mensch tiefes Leid und seelischen Schmerz, fühlt sich der Situation hilflos ausgeliefert, hat das Gefühl alles stürzt über ihm zusammen." schreibt er in seinem Vorwort unter der Überschrift "Der ganz normale Wahnsinn." Er läßt es jedoch nicht zu, dass der Leser/die Leserin einfach nur zustimmt, im Selbstmitleid versinkt und passiv bleibt und eröffnet uns eine weitere Sicht auf die Krise: "Plötzlich können wir so nicht mehr weitermachen, der ganze Wahnsinn wird uns bewusst, und ob wir wollen oder nicht, wir stehen an einem Wendepunkt. Wir stecken in einer persönlichen Krise, in Wirklichkeit stehen wir vor einer großartigen Chance, der Chance alles doch noch zum Guten zu wenden." Es gibt verschiedene Arten von Krisen, die der Autor in die folgenden drei Kategorien einteilt:- Entwicklungskrisen
- Beziehungskrisen
- Gemütskrisen
Die klassische Entwicklungskrise des Menschen ist sicherlich die Pubertät, mit der die Ablösung von den Eltern, die Frage nach der beruflichen Orientierung, das Erwachen der eigenen Sexualität, das Eingehen erster Bindungen verbunden ist. In keiner anderen Phase des Lebens sind wir so unsicher und verletzlich wie in dieser. Mit "Beziehungskrisen" sind dagegen Krisen gemeint, an der andere Menschen, mit denen wir Kontakt haben, zwingend beteiligt sein müssen. Da ist z.B. die schmerzhafte Erfahrung von dem Menschen, den man liebt und begehrt, zurückgewiesen zu werden, Konflikte in Partnerschaft und Ehe, Uneinigkeit über die Erziehung der gemeinsamen Kinder oder aber auch der Umgang mit den eigenen, alt gewordenen Eltern, die möglicherweise nun auf Pflege angewiesen sind. Die dritte Kategorie fasst die "Gemütskrisen" zusammen. Aggressionen, Angst, Scham, Schuldgefühle, Verlust, Trauer, die Frage nach dem Sinn der eigenen Existenz, die Auseinandersetzung mit Moral und Ethik - all das kann einen Menschen in eine Situation bringen, in der er/sie verzweifelt. Nachdem all diese Krisen dargestellt und beleuchtet wurden, befasst sich das letzte Kapitel recht knapp mit der Frage nach (möglichen) Wegen zur Lösung einer Krise. Der Autor bleibt dabei recht theoretisch und man sucht vergebens nach praktischen Tipps. Dass jede Krise eine Chance zur persönlichen Wandlung darstellt, wissen wir ja nun bereits und dass der liebe Gott im Himmel, an den er offensichtich ja glaubt, nur das Gute schaffen möchte, ebenso. Mit Aussagen wie "Erkenne Dich selbst", "Lass' die Vergangenheit los!", "Materielle Dinge sollte man nicht überbewerten" und " Man muss aus den eigenen Fehler lernen" kann ich nicht wirklich konkrete Lösungsansätze ableiten, wenn ich z.B. gerade meinen Job verloren oder eine Krebsdiagnose bekommen habe, mein Partner mich mit einem Berg von Schulden sitzen gelassen hat oder meine Tochter mir gerade gebeichtet hat, dass sie drogenabhängig ist. Von einem Heilpraktiker und Therapeuten habe ich da doch etwas mehr In-Put erwartet. Insgesamt klärt das Buch zwar gut lesbar über die verschiedenen Formen der Krise auf, bietet aber, wenn überhaupt, nur kleine Denkanstösse. In der Gesamtbilanz vergebe ich drei von fünf Sternen. In Bezug auf eine Empfehlung bin ich unentschlossen. Vielen Dank für Eure Lesungen, Bewertungen und Kommentare!Eure Mausimausmaus
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Seiten: 304, Ausgabe: 9, Taschenbuch, mvg Verlag
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12.06.2012 14:31
Wenn man keine Krisen durchlebt, dann hat man nicht richtig gelebt
12.06.2012 08:59
Wäre vielleicht ein Buch für meine Freundin, sie schafft sich ständig selbst neue Krisen.
11.06.2012 19:54
anders ausgedrückt - das Leben ist eine aufgabe und lebenswert