Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Günstiger Preis, akzeptabler Geschmack |
| Kontra: |
Zu "sauer", sehr künstlich schmeckend und riechend . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Da ich neben meinen Leidenschaften für die exotische, die frische, die mediterane und die schwäbische Küche auch ein ausgeprägtes Faible für Fingerfood & Co habe, möchte ich in diesem Bericht mein Augenmerk auf eine der unverzichtbaren Saucen richten. Die meisten Dips und ähnliches werden ja bei uns zu Hause selbst gemacht, da sie einfach besser schmecken und man auch auf allerlei merkwürdige Zutaten und Geschmacksverstärker verzichten kann. Nicht in diese Kategorie fallen Ketchup und eben Barbecue (ich nenne das ab sofort BBQ)-Sauce. Mit selbstgemachtem Ketchup habe ich ein geschmackliches Problem und bei BBQ-Sauce habe ich schlicht und einfach keine Ahnung wie ich die herstellen kann. Die im Netz kursierenden Rezepte finde ich nämlich allesamt ziemlich schlecht.
Da ich BBQ-Sauce vielfältig verwende (Steaks, Burger, Chicken-Wings, Spare-Ribs usw.) ist der Verbrauch auch entsprechend hoch. So kam es, daß mein Vorrat an amerikanischer Sauce von der letzten Reise zu Ende war und ich mich nach einer inländischen Alternative umgesehen habe. Das mußte ich auch aus diesem Grund tun, da mein bevorzugter Online-Shop für derartige Sachen doch ein paar Tage zum Liefern braucht und das Wetter einfach zu gut war um den Saisonstart zum Grillen weiter aufzuschieben.
Einkaufen mit mir wird bei solchen Produkten sicherlich für viele zum Alptraum, denn dann wird verglichen, gefragt, abgeschätzt und überlegt. Schließlich will ich das bestmögliche für mich und meine Leute haben. Ein Blick auf die Zutatenliste der verschiedensten BBQ-Saucen im Supermarkt lies mich schon erahnen, daß es wohl nichts mit einem vernünftigen Geschmack werden würde, aber nach einsetzender Maulerei meiner Begleiterin entschied ich mich für die BARBECUE-SAUCE von KÜHNE. Da sie im Angebot war, erschien mir hier das Risiko bei 89 Cent für 250 ml Sauce, einigermaßen akzeptabel. Normal liegt der Preis wohl bei ca. 1 Euro. Zudem sah die Farbe ordentlich aus und die englische Bezeichnung „Hickory Smoke Flavour Tomato Sauce“ lud zum probieren ein.
Laut Etikett, das wie auf allen Saucenflaschen aussieht, weshalb ich auch nicht näher darauf eingehe, befinden sich folgende Zutaten in der Glasflasche: Tomatenmark, Zucker, Branntweinessig, Salz, modifizierte Stärke, Malzextrakt, Gewürze, pflanzliches Öl, Aroma. So oder ähnlich liest sich das auf allen deutschen Saucen. Keine Spur von Honig oder gar Bourbon zur Geschmacksverfeinerung. Zudem prangt auf dem Etikett der Hinweis, daß keine Konservierungsstoffe enthalten wären, so daß die Flasche nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt werden muß.
Aber wie sagt man so schön, grau ist alle Theorie und es geht an den Geschmack. Nach dem Öffnen steigt zuerst ein fast schon penetrant zu nennender Rauchgeruch auf. Rauchgeruch gehört ja in eine BBQ-Sauce, aber dieser riecht leider sehr unnatürlich. Und der nächste Geruch der aufsteigt ist auch nicht so sehr angenehm: Billigster Essig. Während sich der Essiggeruch ziemlich schnell verzieht, bleibt der künstliche Rauchgeruch leider ziemlich lange in der Luft hängen. Kurz mal den Finger reingesteckt (es heißt ja Fingerfood, oder?) und abgeschleckt. Na ja. Ich hatte aufgrund des Geruches schlimmeres erwartet. Der Geschmack ist leicht rauchig, leicht süß und definitiv zu sauer. Im Nachgeschmack kommt eine ganz leichte dezente Schärfe zum Vorschein.
Wir haben die Sauce anschließend zu allen möglichen Speisen probiert und waren einigermaßen zufrieden mit der Kühne-Sauce. Das hätte definitiv auch schlechter sein können. Jedoch muß man beim Einsatzgebiet etwas aufpassen. Zu gegrilltem roten Fleisch (Steaks oder Burger) paßt sie ziemlich gut, während ich von einem Einsatz als Dip (Wings, Ribs, Nuggets oder Gemüse) durch die aufdringliche Säure abraten würde. Da ist die Sauce einfach zu dominant. Zum marinieren eignet sie sich hingegen sehr gut, da das Fleisch durch den hohen Essiganteil schön mürbe wird.
FAZIT:
Da der Preis wirklich sehr günstig ist, kann ich die Kühne Sauce eingeschränkt empfehlen. Eingeschränkt deshalb, weil der Säureanteil sehr aufdringlich ist und die Rauchnote sehr künstlich wirkt. Zudem schmecken Saucen mit Honig- oder Bourbon-Zusatz einfach feiner. Für das nachmittägliche Grillvergnügen ist sie halbwegs geeignet, solange man nicht den Anspruch hat eine original amerikanische Grillparty zu veranstalten. Auf einem normalen Grillfest wird sie sowieso nur eine von vielen Saucen auf dem Tisch sein und dafür taugt sie allemal. Wer’s allerdings mal richtig amerikanisch haben möchte kann mal bei www.american-food.com vorbei schauen, da lacht dann das Herz (der Geldbeutel allerdings weniger). Wer in der Nähe von Bamberg wohnt kann auch mal in Tom’s Laden persönlich vorbei schauen, da spart man dann zumindest die Versandkosten.
Prinzipiell möchte ich gerne 2 ½ Sterne vergeben, da das aber nicht möglich ist, gibt’s aufgrund des Preises 3 davon.
Keep on rockin‘ and stay tuned,
René
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