Kymco Grand Dink 125

Erfahrungsbericht über

Kymco Grand Dink 125

Gesamtbewertung (7): Gesamtbewertung Kymco Grand Dink 125

42 Angebote von EUR 289,00 bis EUR 3.595,00  

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Wie machen die das bloß ?

5  06.12.2002 (16.01.2003)

Pro:
Motor, Fahrleistungen, Verarbeitung, Ausstattung, Platzangebot,Fahrverhalten,Bremsen, Verbrauch, Preis

Kontra:
harte Hinterradfederung

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Caligula1968

Über sich:

Mitglied seit:06.12.2002

Erfahrungsberichte:26

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Nach einem Heroism 50, einem Dink 125 ist jetzt der Grand Dink 125 mein drittes Fahrzeug dieser Marke und ich möchte vorneab schon mal eine Empfehlung für den Hersteller generell aussprechen. Die KwangYangMotorCOmpany (so ist der ausgesprochene Name für Kymco) ist gleich nach Piaggio der weltweit grösste Hersteller von Motorrollern und hat sich aus einem ehemaligen Honda-Ableger zu einem innovativen eigenständigen Unternehmen gemausert, welches seinen Hauptsitz in Kaoshiung auf Taiwan hat.
Ich fahre oft und gerne zu zweit und deswegen mußte mein eigentlich geliebter Dink 125 gehen. Dieser war auch etwas lahm und mit zwei Personen an Bord ging ihm schnell die Puste aus. Der Grand Dink 125 war dieses Frühjahr gerade neu am Markt und ich zögerte zunächst, weil es zuerst hiess, der Motor wäre unverändert vom kleineren Dink übernommen worden. Dies hätte aber eher noch schlechtere Fahrleistungen bedeutet und das wollte ich natürlich nicht. Auch war es gar nicht so einfach einen Kymco-Händler in München zu finden, der ein Vorführfahrzeug da hatte. Doch dann konnte ich den Grand Dink 125 endlich einmal in Augenschein nehmen und auch fahren und war sofort dermassen begeistert, dass ich mich hier bemühen muss um ihn nicht über den grünen Klee zu loben.
Das Fahrzeug selbst:
Das Design ist sicher Geschmackssache und wird nicht jedem gefallen. Es ist eine Mischung aus Rundungen und gebogenen Kanten und von vorne sieht der Granny wie ein freundliches Fabelwesen aus, weil er einen mit seinem breiten Halogenscheinwerfer freundlich anzugrinsen scheint. Dieser spendet übrigens sehr gutes Abblend-und Fernlicht. Wichtig ist, dass der Grand Dink komplett vom 250er Modell abgeleitet wurde.
D.h. Rahmen, Fahrwerk, Bremsen, Karrosserie, alles wurde komplett vom grösseren Modell übernommen und ist dementsprechend dimensioniert. Dafür bringt der Granny auch vollgetankt feiste 165 KG auf die Waage, was aber überhaupt nichts macht, doch dazu später.
Das Platzangebot ist für Fahrer bis ca. 1,90 m sehr grosszügig und der Beifahrer findet gar einen regelrechten Thron vor, so hoch, bequem gestreckt und aufrecht sitzt er auf seinem Brötchen. Alle Instrumente und Schalter sind absolut griffig, rasten präzise und satt und könnten auch aus einem Motorrad stammen. Wie immer bei Kymco gibt es wie im Auto einen sonoren Blinkertacker und eine Warnblinkanlage. Sehr schön. Die Spiegel sind eine Sache für sich. Sie sitzen nicht wie sonst üblich auf langen dürren Armen und zeigen nur die eigenen Schultern, sondern sind in die Fronverkleidung integriert und sitzen tief, seitlich des Scheinwerfers. Sie verzerren konvex und verhindern so einen toten Winkel. So bald man sich dran gewöhnt hat, will man es nicht mehr missen. Wie im Auto. Überhaupt sind es die vielen Kleinigkeiten, die den Grand Dink so liebenswert machen. Das Cockpit ist total durchgestylt und erinnert irgendwie an einen 70er Jahre Radiowecker. Es gibt Drehzahlmesser, Tacho, Tank-und Tempanzeige, diverse Kontrollampen, leider fehlt ein Tageskilometerzähler. Der absolute Hit ist das Zentralschloss. Mit ihm lassen sich Zündung, Lenkerschloss, Tankklappe und Helmfach ansteuern und das ganze funktioniert perfekt und satt rastend. Wie übrigens der ganze Roller perfekt verarbeitet ist. Sauberste Karrosseriefugen, dicke, widerstandsfähige Lackierung und saftig gepolsterte Sitzbank mit zwei !! Rückenlehnen und integriertem Gepäckhalter. Der Kunsstoff der Innenverkleidungsteile fühlt sich angenehm hochwertig an, ebenso wie die herausnehmbare Gummifussbodenmatte.
Weitere Details gefällig ? Gibts en masse. Stahlflexbremsleitung nach hinten, Faltenbälge an der Telegabel, hochwertig verchromte Auspufblenden, Fliegengitter vor dem Kühler, Handyladestation und auf Wunsch und gegen ca. 150 € kann man sich die elektrisch einklappbaren Spiegel der 250er Version nachrüsten lassen. Das macht durchaus Sinn, denn die Spiegel stehen wie zwei Segelohren weit ab und man kann sich schlecht zwischen Autos durchschlängeln.
Der Motor:
Der Motor ist im Prinzip ein alter Bekannter aus Spacer 125 und Dink 125. Für den Granny wurde er jedoch so weit überarbeitet, dass man getrost von einer Neuentwicklung sprechen kann. Der Motor verfügt nun endlich über einen Ölkreislauf mit separaten Ölfilter, statt vorher nur einem Sieb. Der Hub wurde leicht zurückgenommen und die Bohrung erweitert so dass die Maschine nunmehr drehzahlfreudiger ist und ruhiger läuft. Es ist ein wassergekühlter Zweiventiler mit elektronisch gesteuertem Vergaser, Beschleunigerbenzinpumpe und Startautomatik und Vergaservorwärmung. Er verträgt klaglos Normalbenzin.
Die Leistung ist mit knapp 12 PS bei 8000 U/min gleich geblieben, das Drehmoment stieg jedoch auf 11 NM bei nunmehr 6500 U/min und das hat dem Motor völlig verändert. Eingekuppelt wird bei ca. 4000 U/min und dann geht die Drehzahl gleich hoch und beschleunigt den schweren Scooter völlig Lochfrei nach vorne und zwar durchaus mit Temperament. Wer vielleicht den Spacer oder den Dink kennt, wird feststellen, dass es kein Drehzahlloch mehr gibt. es geht nur noch vorwärts und das mit einem schönen, satten Einzylinderschlag, der nach eher viel mehr Hubraum klingt. Der Motor vibriert nicht, nein er pulsiert im Leerlauf an der Ampel angenehm vor sich hin. Der Überflieger sind aber die Fahrleistungen. Wir reden hier ja über ein 125 ccm Fahrzeug. Normal liegt hier die Topspeed bei meistens knapp 100 Km/h.
Der Dink lief sogar nur etwas über 90. Und der Grand Dink. Er geht. Und wie. Und zwar echte 116 Km/h. Ich habe das mit einem elektronischen Fahrradtacho nachgemessen und es stimmt. Der Tacho geht ziemlich frech vor und zeigt bei Topspeed 130 Sachen an. Das ist wirklich überzeugend. Zumal diese Geschwindigkeit scheinbar mühelos erreicht wird und der Motor dabei völlig ruhig läuft. Im Übrigen habe ich bei bislang knapp 5.000 KM noch keinen einzigen Tropfen Öl verbraucht. Ein furioser Antrieb jedenfalls.

Das Fahrwerk.
Kurz und knapp: erste Sahne. Der Granny läuft hervorragend geradeaus, lässt sich aber ebenso gut ums Eck treiben. Kein geeier, kein rühren und schwimmen, er liegt wie ein Brett. Bretthart ist allerdings auch leider die Hinterradfederung. Der Roller hat hier gleich zwei Federbeine die in meinen Augen etwas zu hart geraten sind. Kanaldeckel oder Kopfsteinplaster leiten sie jedenfalls scheinbar ungedämpft an den Hintern weiter und könnten ruhig etwas softer sein. Die vordere massige Telegabel spricht sanft und sensibel an und ich habe sie noch nicht zum durchschlagen gebracht. Sie ist angenehm straff und nicht zu hart. Auch die Dämpfung ist gut gelungen. Kymco-Bremsen waren schon immer etwas Besonderes und auch die des Granny überzeugen auf der ganzen Linie. Ohne viel Handkraft und mit klarem Druckpunkt lassen sie sich vorne wie hinten bedienen (beides Scheiben mit Doppelkolben !!!Sattel) und bringen das Dickschiff sicher zum stehen. Die aufgezogenen Maxxis-Reifen sind bei Trockenheit ganz ok und gefallen durch niedrigen Verschleiss. Bei Nässe werden sie etwas unruhig. Ich werde sie beim fälligen Wechsel gegen andere tauschen. Schlecht sind sie aber nicht.

Fazit:
Wer ein wirklich hervorragendes Fahrzeug in dieser Kategorie sucht, wem der BMW C1 einfach zu hässlich und teuer, wem der Piaggio X9 qualitativ zu schlecht und wem all die anderen Scooter zu langweilig sind, der sollte den Weg zum Kymco-Händler antreten. Und er wird dann sehen, dass der Grand Dink 125 unglaubliche 3.195 € günstig ist. Bei der Qualität, Ausstattung und den Fahrleistungen.

Da frag ich mich doch echt : Kymco.Wie machen die das bloß ?

Kleines Update am 14.03.03
Der Grand Dink 125 stand bei mir jetzt über drei Wochen, ohne, dass er bewegt wurde. Ich muss dazu sagen, dass ich das Fahrzeug nur überdacht abstellen kann, so dass es vor Regen geschützt ist. Kälte bekommt er aber jeden Tag gnadenlos ab.
Am vergangenen Wochenende hatte es tagsüber ca. -10 Grad, es war aber trocken, die Strassen nicht salzig und die Sonne schien. Also einen kleinen Trip machen.
Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass der Motor nicht so ohne weiteres anspringt. Die Batterie hatte ich vorsichtshalber zu Beginn der extremen Kälteperiode ausgebaut und setzte sie nun wieder ins Fahrzeug. Das Ergebnis: Der Motor sprang sofort an, lief umgehend rund und nahm sofort Gas an. Ich konnte gleich losfahren und trotz Kälte hatte ich ein paar schöne Stunden mit ihm. Super Alltagstauglichkeit....

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
dalung88

dalung88

07.07.2008 18:59

Fahre selbst den Roller und alles trifft darin zu.

falconeye

falconeye

20.09.2007 15:30

Hi! Vielen Dank für den umfangreichen und sehr detailierten Bericht, insbesondere für die technischen Hintergrunddetails! Ich fass(t)e ihn auch ins Auge, lediglich die extrem breit ausgelegten Seitenspiegel hielten mich bislang von weiterführenden Überlegungen ab. Sie befinden sich zumeist exakt auf Spiegelhöhe der PKWs - oder heutzutage besser gesagt SUV. Damit ist ein Vorbeifahren im Stau nur mehr deutlich eingeschränkt möglich.

nibbana

nibbana

26.04.2006 03:39

Hallo + Vielen Dank für den hilfreichen Bericht. Dieser hat dazu beigetragen, dass ich seit vorgestern selbst einen neuen Grand Dink 125 fahre (als Tageszulassung für 2500,- Euro erworben!) und bis jetzt Deine Erfahrungen voll bestätigen kann. Fabelhafter Antrieb mit minimalem Verbrauch - eigener Erfahrungsbericht wird folgen. Vielen Dank !!!

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