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Ich muss meine Erfahrungen über meinen Kymco Dink 125 von Anfang Februar ein wenig korrigieren. Mein erster Dink hat leider das zeitliche gesegnet. Nein, mich hat niemand über den Haufen gefahren. Der Motor ist überraschend gestorben. Erst gab es merklichen Kühlwasserschwund verbunden mit einer Steigerung der Motorölmenge. Klang verdächtig nach defekter Zylinderkopfdichtung. Mein Händler wollte noch reparieren, aber dazu kam es nicht mehr, kurze Zeit später gab es den totalen Motor-GAU.
Mein Lob an dieser Stelle an den Importeur von Kymco und an meinen Händler. Ohne grosses Wenn und Aber habe ich einen komplett neuen Roller bekommen ohne draufzuzahlen. Ich habe mich für das exakt gleiche Modell entschieden.
An meinen früheren Testerfahrungen ändert sich nichts wesentliches. Nur möchte ich den Motor anders beschreiben. Dieser Kymco-eigene Entwurf ist sicherlich keine schlechte Maschine, er springt stets sofort an, läuft dann sofort rund (auch bei Minus-Graden) und läuft insgesamt sehr kultiviert. Hinzu kommt ein schöner sonorer Sound, der nach ein bisschen mehr als nur 125 ccm klingt.
Jedoch glaube ich nie und nimmer an die versprochenen 12,5 PS Leistung, die Kymco im Prospekt verspricht. Subjektiv leistet dieser Motor etwa 9 - 10 PS am Hinterrad und die Fahrleistungen sind auch dementsprechend und bewegen sich eher am unteren Ende in dieser Klasse. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 100 Km/h angegeben. OK, man sollte einem neuen Motor eine gewisse Einfahrzeit gönnen, bis mindestens zur ersten Inspektion bei 500 KM. Jeder Kymco-Händler verbreitet die Mär, dass ein Kymco erst richtig "einlaufen" muss, um seine volle Leistung zu erhalten.
Mein zweiter hat nun knapp 1000 KM gelaufen und auch die erste Inspektion hinter sich. Dabei wurden die Variator-Rollen gegen leichtere getauscht. Die Beschleunigung ist jetzt spürbar besser geworden und auch mit zwei Personen besetzt tut sich das Fahrzeug nicht mehr so schwer. Leider ist dadurch aber auch der Verbrauch in die Höhe gegangen und liegt jetzt bei gut vier Litern auf 100 KM. Ganz schön viel.
Die versprochene Höchstgeschwindigkeit von 100 Sachen erreicht er aber nie, wirklich niemals. Kymco und auch ein paar Rollerzeitungen sagen ja, der Tacho ginge auf den Kilometer genau, na, wers glaubt. Jedenfalls ringt dieser Roller ab 80 KM/h mit jedem Kilometer um dann maximal 95 Sachen in der Ebene zu schaffen. Allenfalls im Windschatten von LKWs oder bergab kommt die Tachonadel mal über die Hunderter-Marke hinaus.
Ehrlich gesagt, das sind Werte, die ganz billige Baumarktteile für 3000 Mark auch erreichen und es enttäuscht ein wenig.
Mein früherer Aprilia Leonardo 125, der mich zwar zig-fach mit irgendwelchen Macken genervt hat, lief locker echte 110 KM/h. Ich finde, das ist wichtig um auf Landstrassen oder Autobahnen nicht zum Verkehrshindernis zu werden.
Wer seinen Roller nicht nur in der Stadt bewegen möchte sondern auch mal eine Tour damit vorhat, sollte das mit in die Kaufentscheidung einfliessen lassen.
Ansonsten ist der Ding aber wirklich ein "Premium-Fahrzeug". Ich hoffe, dass im Laufe der Kilometer doch noch das eine oder andere PS aus dem Schlaf geweckt wird.