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LEGO - 10189 Taj Mahal - 10189

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Prämierter Erfahrungsbericht

Taj Mahal - das Lego-Weltwunder

5  16.05.2012

Pro:
Größtes kaufbares Lego (5922 Teile), langer Bauspaß, eindrucksvolle Konstruktion

Kontra:
Säckchen unbeschriftet, wird immer teurer und seltener

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Spaßfaktor

Design

Stabilität


Whitesnake83

Über sich: ||

Mitglied seit:05.05.2011

Erfahrungsberichte:30

Vertrauende:91

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 185 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet

> 0. Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung
2. Motivation für den Kauf
3. Geschichte des Taj Mahal
4. Kaufvorgang
5. Indien kommt nach Wien - das Produkt
5.1. Die Schachtel
5.2. Schachtelinhalt
6. Aufbau eines Weltwunders
6.1. Sortierung: wohin mit den Teilen?
6.2. Lego bauen - jetzt gehts los
6.3. Zusammensetzen der Module
7. Lego Taj Mahal - ein Rundgang
8. Gesamteindruck
9. Fazit
10. Zukunft der "Large Scale Models"
11. Schlussworte

> 1. Einleitung

Nach einer kreativen Schaffenspause freue ich mich euch einen ganz besonderen Bericht präsentieren zu dürfen. Es ist nicht nur mein 20. Bericht, sondern einer auf dessen Verfassen ich mich schon lange gefreut habe. Es ist mir eine Ehre hier in Ciao als erster über das Lego Taj Mahal einige Worte verlieren zu dürfen. Es ist der Höhepunkt eines jeden Lego-Fans und beinhaltet jede Menge Herausforderungen.

> 2. Motivation für den Kauf

Nach meiner zu Weihnachten 2011 wiedererlangten Leidenschaft für Lego-Modelle habe ich mich wieder in die Materie vertieft und nachgesehen welche Legos ich während meiner Bau-Pause (die über ein Jahrzehnt andauerte) verpasst habe. Da ich mich auf die großen und teuren Modelle beschränkt habe, blieben neben der "Modular Building"-Serie (siehe Lego Rathaus-Bericht) die sogenannten "Large Scale Models" über. Wie der Name schon sagt handelt es sich dabei um Nachbauten von echten Bauwerken in besonders großen Maßstäben. Und alle haben sie eines gemeinsam: sehr viele Steine. In dieser Serie gibt es bislang drei Modelle: Eiffelturm (10181), Tower Bridge (10214) und das Taj Mahal (10189). Während es die Tower Bridge derzeit (Stand Mai 2012) noch in den Lego-Shops zu kaufen gibt, sind Eiffelturm und Taj Mahal bereits ausgelaufen. Während ich vom Lego Eiffelturm nicht sonderlich begeistert war und daher nicht zugeschlagen habe (trotz der Größe wirkt er sehr grob konstruiert), faszinierte mich das Taj Mahal vom ersten Zeitpunkt an, sozusagen Liebe auf den ersten Blick.

Warum kauft man sich das Lego Taj Mahal? Zum einen ist es das - gemessen an der Steinchenanzahl - größte erwerbbare Lego. Zum anderen ist seine Anmutung auf allen Bildern und Videos die ich mir im Vorfeld angesehen habe einzigartig. Was das Taj Mahal auch ganz besonders macht ist sein hoher Preis. Da es das Modell nicht mehr zu kaufen gibt, muss man auf ebay tief in die Tasche greifen. Dazu komme ich aber später.

Ein weiterer Grund für mich zuzuschlagen war ein bisschen die emotionale Bindung an das Land in dem das Taj Mahal steht: Indien. Ich war selbst noch nie dort, allerdings hat mir meine Mutter durch ihren mehrwöchigen Indien-Urlaub doch die Stimmung vermittelt, die in diesem großen Land herrscht. Ich hab ihr von dem Lego erzählt und sie drängte mich nahezu das Lego zu kaufen. Ich bin schon auf ihre Reaktion gespannt wenn sie das fertig aufgebaute Modell sieht.

> 3. Geschichte des Taj Mahal

Um die Faszination dieses seit 2007 zu den sieben Weltwundern zählenden indischen Gebäudes zu begreifen, möchte ich ein paar Details des echten Taj Mahal erwähnen: das Gebäude wurde 1631 von Großmogul Shan Jahan in Auftrag gegeben. Es ist eine Gedenkstätte an seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal. Der Bau dauerte 17 Jahre und beschäftigte 20.000 Menschen. Das Hauptgebäude (Mausoleum) ist 56 x 56 Meter breit und 58 Meter Hoch. Die Plattform hat eine Größe von 100 x 100 Meter. Wer genaueres wissen möchte, kann sich auf Wiki und Google näher informieren. Lesenswert sind meiner Meinung nach auch die Sicherheitsvorkehrungen die zum Schutz dieses Gebäudes getroffen werden.

> 4. Kaufvorgang

Neben dem eigentlichen Aufbau ist der Kauf des Taj Mahal eine große Herausforderung. Dadurch dass es nur von 2008 bis 2011 (abhängig von der Region) und zu einem Preis von ca. 300 Euro verkauft wurde, stieg nach Auslaufen des Modells der Gebrauchtpreis von Monat zu Monat. Für ein Lego Modell, dass gerade einmal 1,5 Jahre nicht mehr am Markt ist, erlebte es eine Wertsteigerung von über 100%. Das bedeutet, dass man ein versiegeltes Lego Taj Mahal auf ebay ab ca. 700 Euro bekommt. Für mich galt es also möglichst schnell zuzuschlagen, da ansonsten des Gebrauchtpreis noch höhere Sphären erreichen würde. Ich konnte das Modell originalversiegelt mit einer sehr leicht an den Rändern beschädigten Verpackung um 705 Euro ersteigern. Inklusive den Versandkosten die 20 Euro betrugen kam ich auf 725 Euro.

Ganz schön viel für ein Lego mag sich der eine oder andere denken. Aber um zu verstehen warum mir das Taj Mahal das Geld

Bilder von LEGO - 10189 Taj Mahal - 10189
  • LEGO - 10189 Taj Mahal - 10189 Mystisches Gebäude
  • LEGO - 10189 Taj Mahal - 10189 Die Schachtel sieht klein aus
  • LEGO - 10189 Taj Mahal - 10189 Wunderschön - auch für Vögel
  • LEGO - 10189 Taj Mahal - 10189 Perfekte Symmetrie
LEGO - 10189 Taj Mahal - 10189 Mystisches Gebäude
Für das Foto habe ich das Lego Taj Mahal von innen mit einem Blitz ausgeleuchtet um zu zeigen, wie schön es sich beleuchten lässt.
wert war, empfehle ich meinen Bericht weiterzulesen um die Faszination nachvollziehen zu können.

Der Versand erfolgte via Post und meine Freude war entsprechend groß als mir der Postbote mit etwas verzerrtem Gesicht das knapp sieben Kilogramm schwere Paket überreichte.

> 5. Indien kommt nach Wien - das Produkt

Noch etwas ungläubig öffnete ich den Karton, denn nach den vielen Wochen der Recherche und Preisbeobachtung habe ich es doch tatsächlich geschafft das Taj Mahal aufzutreiben.
5.1. Die Schachtel
Zugegeben, es ist nicht die allergrößte Lego-Schachtel die es gibt. Die des Millennium Falcon (das gemessen an den Steinchen zweitgrößte Lego-Modell) ist noch ein gutes Stück dicker (fast 20 cm dick). Aber mit 65 cm (breit) x 48 cm (hoch) x 12,8 cm (dick) lässt die Verpackung auf ein ausgewachsenes Lego schließen.

Vorderseite: Zu sehen ist neben dem aufgebauten Modell (Frontansicht) mit Wasserbecken auch die Darstellung der einzelnen Module (Plattform + Hauptgebäude + Kuppel). Ansonsten ist die Altersangabe (14+), die Modellnummer (10189) sowie die Steinchenanzahl (5922 Stück) abgebildet. Rechts oben ist noch in glühenden weißen Buchstaben das Wort "Taj Mahal" aufgedruckt.

Rückseite: Auch hier ist der Modul-Aufbau zu sehen, die Plattform ist hier zusätzlich getrennt abgebildet. Daneben gibt es eine Aufsicht (Blick von oben), das die impossante Erscheinung des Modells besonders gut zur Geltung bringt. Daneben gibt es noch zwei weitere Darstellungen vom Aufgang von der Plattform zum Hauptgebäude sowie ein Blick auf die Außenfassade des Mausoleums.

Oberseite: Hier werden traditionell alle eingesetzten Teilchen aufgelistet und in der Menge beschrieben. Zusätzlich gibt es eine 1:1 Ansicht einer Chhatri.
5.2. Schachtelinhalt
Der Schlag trifft einen erst wenn man die Schachtel seitlich öffnet. Da das Set so umfangreich ist, kugeln die Säckchen mit den Lego-Steinen nicht einfach so im Karton, sondern sind in drei Fächern verteilt:
  • Fach 1: Enthält Bauanleitung 1 und 21 Säckchen
  • Fach 2: Enthält Bauanleitung 2 und 27 Säckchen
  • Fach 3: Enthält Bauanleitung 3 und 13 Säckchen

Zunächst sind die Bauanleitungen gut versteckt (ohne Karton und Kunststoffhülle), da sie ganz unten in den Fächern von allen Säckchen verdeckt werden. Ich fragte mich im Vorfeld schon, ob Lego bei diesem Modell die Säckchen nummeriert. Ein erster Blick in die Fächer zeigte, dass dies nicht der Fall war. Da aber die Anleitungen so schön auf die drei Fächer aufgeteilt waren, dachte ich dass pro Fach eine Anleitung zu verbauen ist. Ich machte zur Sicherheit eine Kontrolle und schaute ob der Inhalt eines Faches ungefähr mit der Anleitung zusammenstimmte. Dies war nicht der Fall. Was bedeutete das für mich? 5922 Teile auf einmal sortieren. Ich kann euch sagen, dass das für mich den absoluten Horror darstellte, da ich von anderen größeren Modellen (zwischen 2000 und 3000 Teilen) wusste wie mühsam das ist. Allerdings wurden dort die einzelnen Anleitungen wenigstens voneinander getrennt, sodass ich meistens maximal 1000 Teile auf einmal sortierte und nicht knapp 6000 auf einmal.

> 6. Aufbau eines Weltwunders

Die größte Challenge dieses Rekord-Legos ist der Aufbau. Die unglaubliche Zahl von 5922 Teilchen ließ mich als ich dann alle Säckchen vor mir auf dem Tisch liegen sah äußerst unruhig werden. Und das aus gutem Grunde.
6.1. Sortierung: wohin mit den Teilen?
Wir haben einen relativ großen Esstisch mit 1,5 Metern x 1 Meter. Ich wusste nicht, dass dieser für Lego bauen beinahe zu klein werden könnte. Bislang ging es sich mehr als locker aus, allerdings hab ich nie mehr als 1000 Teile pro Bauanleitung verbaut. Und intuitiv wusste ich, dass ich diesmal anders sortieren musste. Bislang habe ich auf dem Tisch kleine Häufchen mit gleichartigen Steinen gebildet. Durch die Menge der Teile beim Taj Mahal ging das aber nicht, hier wäre mir der Platz am Tisch ausgegangen. Wer behauptet ohne fremde Hilfe dieses Lego-Monster zu bewältigen lügt entweder, oder hat einen Rundtisch mit einem Loch in der Mitte, anders kann man die Masse gar nicht bewältigen. Mit meiner besseren Hälfte trugen wir also aus der Küche diverse Schüsseln, Häferl, Gläser und Tupperware Boxen zum Esstisch. Danach suchten wir uns aus den Fächern jene Säckchen, die den selben Inhalt hatten um so schneller sortieren zu können. Schnell merkten wir, dass wir nicht genug Behälter hatten und so wurde der Schminkkasten mit seinen kleinen Behältern ausgeleert und für Lego-Steinchen verwendet. Auch dies reichte nicht und so wurden die im Altglas-Fach befindlichen Gü-Gläser (sehr flache ca. 8 cm im Durchmesser große Gläser) reaktiviert. Und weil dies immer noch nicht genug war, füllte ich Steine die in großen Mengen vorhanden waren in IKEA-Säckchen um.

So trugen wir zwei Stunden lang Behälter um Behälter auf den Esstisch, sortierten, trennten, füllten um. Wir fühlten uns wie in einer Mülltrennanlage. Nur für die Freunde der Statistik: ich hätte für die Sortierung alleine wahrscheinlich eine Stunde länger benötigt.

6.2. Lego bauen - jetzt gehts los
Am nächsten Tag (ich war nach dem Sortieren ziemlich müde) ging es dann mit dem eigentlichen Aufbau los. Die drei Module sind nicht in jeweils einer Anleitung abgebildet, sondern gemischt. Man beginnt zunächst mit der Plattform. Danach geht es zur Kuppel, ehe man das Hauptgebäude mitsamt dem Dachaufbau in Angriff nimmt.

Plattform (Anleitung 1): Sie besteht aus sechs Teilen, die von oben betrachtet zusammengestellt wie ein Rechteck aussehen. Links und rechts gibt es jeweils zwei Teile (vorne und hinten) mit den Minaretten, vorne und hinten jeweils ein Teil (vorne zusätzlich mit Stiege). Ich habe der Anleitung gefolgt und zunächst das vordere Teil gebaut, danach das hintere. Danach kann man zwei Seitenmodule gleichzeitig bauen (da sie ident sind), ehe das andere Paar Seitenmodule aufgebaut wird. In der Mitte der Plattform ist eine ca. 26 x 26 cm große Aussparung, hier wird später das Hauptgebäude einsetzt. Bauzeit: 2:30 Stunden

Minarette (Anleitung 1): Auf jeweils ein Seitenmodul der Plattform wird ein Minarett gestellt. Da alle vier ident sind, können sie in einem Schritt gebaut werden. Die Minarette lassen sich am schnellsten aufbauen, da sie aus relativ wenig Steinen bestehen. Die einzelnen Elemente eines Minaretts sind mit Stangen verbunden, damit das Konstrukt stabiler wird. Auf die Plattform wird es aber nur aufgesetzt, sodass hier die "Soll-Bruchstelle" ist. Bauzeit: 0:30 Stunden

Kuppel (Anleitungen 1 + 2): Eines der Highlights ist die Kuppel, die meiner Meinung nach bautechnisch der aufregendste Teil ist. Denn die Kuppel wird nicht nur nach oben, sondern auch zur Seite gebaut. Man beginnt mit einem Gestell, dem seitlich mehrere zusammengesteckte Teile (jeder für sich noch weitere Arbeitsschritte) umspannt werden. Man kann sich das wie eine Hülle vorstellen. Oben fehlt dann noch die Kuppel. Diese wird in vier weiteren Unterschritten gebildet. Die vier Teile werden seitlich in das Gestell gesteckt (lässt sich übrigens sehr einfach zerlegen), ehe oben noch die Spitze separat gebaut wird. Auf der einen Seite war dieser Abschnitt relativ mühsam zu bauen, weil man viele sehr unterschiedliche Teile benötigt, andererseits ist die Kuppel wenn man sie in den Händen hält eine impossante Konstruktion. Ich hoffe Lego setzt öfter auf diese Technik. Bauzeit: 1:20 Stunden.

Hauptgebäude (Anleitung 2): Das Hauptgebäude ist sehr schnell aufgebaut - zumindest wenn man der Anleitung Glauben schenkt. In Wirklichkeit steckt hier die meiste Arbeit. Das Hauptgebäude besteht aus 8 Modulen. Jeweils vier Module können gleichzeitig gebaut werde, da sie identisch aussehen. Die seitlichen Teile (die man sieht wenn man von vorne, links, rechts und hinten auf das Gebäude schaut) werden zuerst konstruiert, danach folgen die Eckteile. Wenn alles fertig ist, können alle Teile zusammengesteckt werden und der Corpus ist fertig. Der Corpus ist allerdings nur die Außenwand, die nicht sehr stabil ist. In weiterer Folge wird oben ein spezielles Strebensystem einsetzt, damit die Teile zueinander stabiler werden. Das Hauptgebäude ohne Dach lässt sich schon auf die Plattform aufsetzen. Ich empfehle aber mit dem Zusammenfügen bis zum Schluss zu warten, da hier der WOW-Effekt größer ist. Bauzeit: 3:30 Stunden.

Dach des Hauptgebäudes (Anleitung 3): Der letzte Abschnitt der Bauphase ist das Dach. Es gehört zum Hauptgebäude und wird in der sehr dünnen dritten Anleitung aufgebaut. Das Dach ist fest mit dem Hauptgebäude verbunden und lässt sich hinterher nicht mehr abnehmen. Am Dach werden einerseits die Platten verbaut, andererseits die Chhatri (das sind die vier kleinen Kuppeln). In diesem Schritt werden auch die Außenelemente des Daches konstruiert. Bauzeit: 1 Stunde.
6.3. Zusammensetzen der Module
Nach in Summe 8:50 Stunden Bauzeit (exkl. Sortierung) ist alles fertig. Im letzten Schritt werden die Plattform, das Hauptgebäude und schließlich die Kuppel zusammengesetzt. Vor einem steht ein 52 cm x 52 cm x 43 cm (Höhe) großes Lego. Die Plattform wurde also in einem Maßstab von 1:192 gebaut, das Hauptgebäude entspricht nicht mehr diesem Maßstab, es ist ein größerer Maßstab (ca. 1:135 in der Höhe). Es ist ein unglaubliches Glücksgefühl das fertige Modell zu sehen. Ich habe es auf einen IKEA-Lack-Tisch gestellt, weil es hier am besten darauf passt. Heben kann man das Modell nicht mehr in einem Stück. Man muss zunächst das Hauptgebäude samt Kuppel abnehmen, die Minarette abnehmen und die sechs Plattform-Module zerlegen. Mit über sechs Kilogramm (genau kann ich es nicht messen, da meine Küchenwaage nicht die hohen Lasten schafft) ist es natürlich auch nichts mehr zum Spielen, sondern ein reines "Anstaun"-Lego.

> 7. Lego Taj Mahal - ein Rundgang

In diesem Abschnitt kann ich mich relativ kurz fassen, da man hier eher Bilder sprechen lassen sollte. Ich möchte dennoch kurz auf die Highlights eingehen. Die Plattform hat vorne jeweils zwei Stiegen (vorne links und rechts) um zum Hauptgebäude zu kommen. An jeder Ecke steht ein Minarett, das in drei Segmente unterteilt ist. Ganz oben ist jeweils eine Chhatri mit einer Spitze. Die Minarette werden durch eine runde Konstruktion in der Plattform optisch unterstützt (sie hat also keine echten Ecken, sondern "runde" Ecken). Nimmt man das Hauptgebäude aus der Plattform raus, sieht man, dass die Plattform innen hohl ist, sie ist also nicht massiv konstruiert. Man hätte theoretisch das Hauptgebäude fest verbunden mit der Plattform bauen können, das Modell ware aber dann nicht mehr transporierbar. Das Hauptgebäude selbst hat 32 Fensterelemente (in jedem Fenster stecken unzählige transparente flache 1 x 1 Elemente). sowie vier große Bögen. Am Dach stehen vier Chhatri mit jeweils einer Spitze. Man kann bei abgenommener Kuppel in das Hauptgebäude schauen. Da es aber innen leer ist, sieht man eigentlich nur den Boden auf dem das Lego steht. Die Kuppel hat eine Spitze und wird auf das Hauptgebäude aufgesetzt.

> 8. Gesamteindruck

Ich habe wie wahrscheinlich viele andere vor mir die Größe des Taj Mahal unterschätzt. Mit einer Seitenlänge von rund einem halben Meter und fast einem halben Meter Höhe gehört das Taj Mahal zu einem der flächemäßig größten Legos. Übertroffen wird es nur noch vom Millennium Falcon (Gesamtgrundfläche), in der Länge von der Tower Bridge und in der Höhe vom Eiffelturm. Aber unabhängig davon ob der Taj Mahal jetzt größer oder kleiner als ein anderes Modell ist: es ist ein Gebilde, dass für sich selbst spricht. Die Details wurden vom Original absolut detailgetreu übernommen, man erkennt auf den ersten Blick sehr viele Parallelen. Ein Auge zudrücken muss man beim Maßstab, allerdings hat hier Lego Kompromisse machen müssen, da ansonsten das ganze sehr in die Breite gegangen wäre (in Wirklichkeit ist das Gebäude ungefähr nur halb so hoch wie breit). Mir gefällt auch die Farbe. Es ist kein reines Weiß, sondern hat einen leichten Bronzestich (wie Marmor). Das ist im Hinblick auf die Sonneneinstrahlung und den Ausbleicheffekt dem helle Lego-Steine unterliegen definitiv ein Vorteil. Jeden Dreck oder Farbveränderung auf einem weißen Stein würde man nämlich sofort sehen.

> 9. Fazit

Es war mir ein Herzenswunsch dieses Lego zu besitzen und ich bin wirklich froh das Geld inverstiert zu haben. Geboten wird einem einiges. Einerseits eine spektakuläre Verpackung mit vielen Säckchen, andererseits wird die eigene Geduld und das Organisationstalent beim Sortieren unter Beweis gestellt. Und beim Bauen muss man Kondition beweisen, denn rund 9 Stunden Bauzeit (und ich baue relativ schnell) sind nicht alltäglich. Gebaut habe ich übrigens in Summe drei Tage (Mittwoch sortieren, Donnerstag und Freitag bauen). Normalerweise verschlinge ich jedes Modell in einem Tag. Bislang hat es neben dem Taj Mahal nur der Lego Unimog (8110) geschafft mich zwei Tage zu beschäftigen.

Positiv erwähnen möchte ich, dass bei meinem Set kein einziges Teil gefehlt hat. Darüber bin ich sehr froh, ich hätte mich grün und blau geärgert. Gerade bei sehr großen Modellen stört es extrem, wenn man eventuell gleich am Anfang nicht weiter kann, weil man ein Teil nicht findet, bzw. auch keinen Ersatz in alten Legos hat, da die Farbe sehr speziell ist.

Beeindruckt bin ich auch von der Stabilität. Bis auf die Minarette sitzt alles bombenfest. Ich kann beispielsweise das Hauptgebäude inklusive Kuppel an den Toren hochheben, man muss keine Angst haben, dass sich das ganze zerlegt. das Modell lässt sich auch relativ einfach lagern, da sich die Plattform in die sechs Module zerlegen lässt.

Negativ erwähnen muss ich die fehlende Beschriftung der Tüten, sowie die Verwirrung bei den Anleitungen. Ich hätte mir erwartet, dass pro Fach die Bedienungsanleitung auch zu den Säckchen passt und nicht dass man alles zusammenmischen muss. Hier hätte Lego gleich alle drei Bedienungsanleitungen in ein Fach legen können, damit keine falschen Hoffnungen entstehen. Und die Beschriftung der Säckchen wäre bei dieser Größe wirklich ein Gebot der Stunde, es sind nicht alle solche Lego-Freaks wie ich die darin mehr eine Herausforderung als ein Problem sehen. Gerade wenn Jugendliche mit 14 Jahren an so ein Lego gelassen werden, kann die Geduld sehr schnell am Ende sein.

Ich werde aber dennoch keinen Stern abziehen, denn wer sich ein Lego Taj Mahal kauft muss im Lego bauen geübt sein und damit rechnen, dass nicht alles schön vornummeriert ist. Der Schwierigkeitsgrad des Bauens selbst ist gering, es ist wie gesagt viel mehr eine Gedulds- und Konzentrationsfrage. Ich muss zu meiner Schande sagen, dass ich vergessen habe acht Teile zu verbauen. Man sieht es von außen nicht, aber ich werde dennoch das Modell zerlegen um die fehlenden Teile einzusetzen.

Einen Punkt habe ich fast vergessen: die Werterhaltung. Das Lego Taj Mahal hat für die kurze Zeit die es nicht mehr am Markt ist ordentisch an Wert zugelegt. In Zukunft wird dieses Lego stärker gefragt sein. Ich schätze die Wertsteigerung für originalverpackte Modelle um 400 bis 500 % (1500 - 1800 Euro). Der Preis für gebrauchte Modelle (Verpackung geöffnet) wird sich um die 1000 - 1200 Euro einpendeln. Für mich steht aber fest, dass ich das Taj Mahal Modell nicht verkaufen werde. Hier ist die emotionale Bindung einfach zu groß. Eine Überlegung wäre das Modell nochmal zu kaufen und darauf zu spekulieren, dass es stark an Wert zulegt. Für Insider: die größte Wertsteigerung macht man mit eher günstigeren Modellen wie Market Street (10190), die den Start einer Serie einläuten. Die Schwierigkeit ist nur, dass man vorher wissen muss was eine Serie werden könnte.

> 10. Zukunft der "Large Scale Models"

Ich muss zugeben, dass ich Lust auf mehr bekommen habe. Noch größere Gebäude, noch langwierigere Aufbauten. Mir schweben Gebilde wie der Petersdom, das Riesenrad, der Kreml, Chichén Itzá oder gar das Romer Kolosseum vor. Das Wiener Riesenrad hätte sicherlich auch seinen Charme, wird aber für Lego wahrscheinlich keine Option sein.

Hoffentlich wird Lego an der "Large Scale Models"-Serie festhalten und die Lego-Freaks unter uns mit Nachschub versorgen. Denn nach 2007 (Eiffelturm), 2008 (Taj Mahal) und 2010 (Tower Bridge) wäre ein neues Modell wieder überfällig.

> 11. Schlussworte

Ich bin kein Taj Mahal Experte, ich kann also nicht für die Richtigkeit aller Begriffe (insbesondere nicht für die Chhatri) garantieren. Freue mich wie immer über Feedback und hoffe dass ich euch ein bisschen die Begeisterung rückerbringen konnte, die ich für dieses Modell habe.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Paprikaschote

Paprikaschote

20.01.2013 17:41

Echt toll, sowohl Lego als auch dein Bericht :-)

Marsupilami___

Marsupilami___

14.01.2013 11:11

Ganz großes Kino! Sowohl der umfassende Bericht mit den zahlreichen Zusatzinformationen, als auch die eindrucksvollen Fotos überzeugen restlos. Ich bin eigentlich nur per Zufall auf diesen Bericht gestoßen. Fast jedes Mal, wenn ich nach Lego-Technik-Fahrzeugen als Geschenk für meinen Vater geschaut habe, wurde auch dieses Monumentalwerk aufgelistet (eh verwunderlich, wenn es bereits ausgelaufen sein soll). Jetzt war ich eigentlich nur neugierig, ob jemand so wahnsinnig war, dieses zu kaufen und zusammenzubauen. Und tatsächlich bin ich fündig geworden ;-) Erstaunlich fand ich den enormen Schwankungsbereich beim Preis – dagegen ist dein Kauf ein „Schnäppchen“! Grinsen musste ich übrigens besonders über die Abschnitte 5.2 bzw. 6.1 – manche fluchen ja schon bei erheblich weniger Bauteilen.

Jenni29Mai80

Jenni29Mai80

30.12.2012 11:02

Ich gebe zu, es ist wunderschön und bei mir kommt bei all Deinen schönen Lego Bauwerken und nach unserem Campingbus auch immer mehr der Wunsch auf diese besonderen Lego Riesen in meine Regale zu stellen, aber mit 127 Euro für den zweiten Campingbus der Weihnachten verschenkt wurde, ist meine Schmerzgrenze für Lego zunächst einmal erreicht. 725 Euro würde ich niemals ausgeben. Dafür kriegt man ein Winterauto :-D. LG Jenni

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