Vor gar nicht allzu langer Zeit - genauer gesagt: im Frühjahr letzten Jahres - stellte ich erfreut fest, dass sich mein Handy offensichtlich aus dem Leben verabschieden wollte. Von einem Tag auf den anderen wartete es gleich mit mehreren Macken auf: Ohne nennenswerten Grund schaltete es sich mehrmals täglich trotz vollen Akkus von selbst ab, Tasten verweigerten starrköpfig den Dienst, und beim Telefonieren war es reine Glückssache, ob mich mein Gegenüber hören würde oder nicht. Meine Mitmenschen müssen so langsam an meinem Geisteszustand gezweifelt haben, da die SMS, die sie bekamen, nunmehr von Hieroglyphen durchsetzt waren und ich Anrufe scheinbar urplötzlich abzubrechen schien. Was für andere sicherlich eine kleinere Katastrophe darstellen würde, ließ mich innerlich regelrecht jubilieren ...
Ich fürchte, spätestens nachdem ihr diese Zeilen gelesen habt, haltet ihr mich für verrückt. Wie kann mich das Ableben meines ständigen Begleiters mit Glücksgefühlen erfüllen - sollte ich nicht vielmehr verzweifelte Wiederbelebungsversuche starten und um ein Fortbestehen dieser einst so innigen Beziehung beten? Vermutlich, ja. Ich hatte mich bei meinen nächtlichen Streifzügen durch das www allerdings verliebt. Von meiner Vorliebe für technische Produkte mit einer ansprechenden Optik berichtete ich bereits an anderer Stelle - diese hatte mich dazu angetrieben, mir die im Rahmen des World Mobile Congress 2009 in Barcelona vorgestellten Neuigkeiten genauer anzusehen. Und so geschah es: Ich erblickte das LG KM900 Arena, einen Multimediaallrounder mit einer wahren Fülle an vielversprechenden Funktionen. Wow. Mein Interesse ging so weit, dass ich mir diverse von Testern gedrehte Videos über das Produkt ansah, obschon diese teilweise auf chinesisch waren und ich kein Wort verstanden habe. Ich musste es haben, MUSSTE! Da kamen mir die Schwächeleien meines doch schon zwei Jahre alten Handys als Rechtfertigung wie gerufen ...
LG proudly presents: A Flaggschiff!
Jeder kennt es, (fast) jeder liebt es: Das iPhone. Elegantes Design, gepaart mit etlichen Funktionen - das Multitalent aus dem Hause Apple hat heute regelrechten Kultstatus. Verkaufszahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Andere Hersteller starten daher regelmäßig einen Angriff auf den Thron, werfen Produkte auf den Markt, die nicht nur ähnlich sein, sondern eine Verbesserung darstellen und sich von der Konkurrenz deutlich abheben sollen. So auch LG Electronics. Dieser Hersteller konnte sich bis dato keinen großen Namen machen, war auf dem Gebiet des Mobilfunks eher unbekannt. Nun aber hatte man ein Handy geschaffen, welches selbst Skeptiker überaus neugierig machen sollte: 3" hochauflösendes Multitouch-Display, 5 MP Kamera mit Autofokus und LED-Blitz, Videos in DVD-Qualität, WLAN, bis 32 GB Speicher - und das alles bei hochwertiger Verarbeitung. Der stolze Preis von 399 Teuronen konnte mich nicht abschrecken: Mit einem irren Grinsen im Gesicht und voller hibbeliger Vorfreude tätigte ich meine Bestellung, obschon die Händler selbst noch nicht beliefert worden waren. Das leidige Warten begann.
Das Äußere: Liebe auf den ersten Blick
Endlich war es soweit, der Postbote klingelte und drückte mir meine heiß ersehnte Lieferung in die Hand. Kaum fiel die Tür ins Schloss, da riss ich auch schon unbeherrscht die Verpackung auf. Sonst ist dies eigentlich nicht meine Art, aber man muss sich ja auch mal gehen lassen dürfen, oder? Das Zubehör, welches am Ende des Berichtes aufgelistet ist, ließ ich zunächst völlig außer Acht. Wichtig war nur eines: Ich wollte meinen neuen Schatz endlich persönlich begutachten. Kühl schmiegte sich das
105.9 x 55.3 x 11,95 mm große silberne Handy im
Barren-Format in meine Hand; es ist erstaunlich zierlich und mit einem Gewicht von
105 g auch recht leicht. Das 3 Zoll große Display wirkt auf mich, obschon es ein wenig kleiner ist als bei direkten Konkurrenten, riesig und nimmt nahezu die gesamte Vorderseite des Telefons ein. Die in der Tat
hochwertige Verarbeitung weiß von sich zu überzeugen: Billiges Plastik war gestern, das Arena kommt mit gebürstetem Metall (Front) und mattem Aluminium (Akkudeckel) daher. Edel, wirklich edel. Der Anschluss für das Ladegerät, welches sich an der Seite des Telefons befindet, lässt sich zudem mit einer kleinen Schiebeklappe verschließen, so dass auch dieser nicht weiter auffällt. Ein äußerst gelungener Auftritt!
Erste Schritte
Bevor es überhaupt losgehen konnte, galt es wie so oft erst einmal ein paar Vorbereitungen zu treffen. Diese aber hielten und halten sich beim KM900 dank des internen Speichers von 8 GB - von denen jedoch nur 7,2 GB genutzt werden können - in Grenzen: Nach dem Abnehmen der Akkuabdeckung müssen lediglich die SIM-Karte sowie der Akku eingesetzt werden, danach kann das Telefon wieder zusammengesetzt und ans Ladegerät gehangen werden. Nach ein bisschen Gefummel war bald alles bereit für die Inbetriebnahme. Mir ist noch immer nicht klar, ob das Öffnen der Akkuabdeckung eine Art Kindersicherung darstellen soll, oder ob ich mich da zumindest anfangs einfach nur unbeholfen anstellte - mit ein wenig Übung aber klappt es einwandfrei.
Auf die Plätze, fertig, los: Praxistest
Mit großen Augen beobachtete ich nach dem Einschalten, wie mein neuer Lebensabschnittsgefährte zum Leben erwachte. Ungewohnt scharf und klar die Darstellung, und während ich regungslos in völliger Verzückung auf den Bildschirm starrte, stellte man mich vor die erste Herausforderung: Die
Eingabe der PIN. Es war das erste Mal, dass ich mich an der Bedienung eines Touchscreens versuchen sollte. Da sich dies als absolut unproblematisch erwies, befand ich mich kurz darauf bereits im Hauptmenü wieder und konnte ausgiebig herumprobieren. '''Eigentlich wollte ich diesen Bericht kurz nach Erhalt des Handys schreiben, ich entschied mich jedoch dagegen, da sich etwaige Macken nach einer so kurzen Benutzungsphase
Bilder von LG Electronics KM900 Arena
oftmals noch gar nicht zeigen und dies in Kombination mit meiner ersten Euphorie letztendlich wohlmöglich zu einer Verzerrung meiner Bewertung führen würde. Seit dem Kauf ist nun mehr als ein Jahr vergangen und das KM900 Arena und ich hatten Zeit, uns aneinander zu gewöhnen.''' Wie es sich im alltäglichen Gebrauch schlägt, möchte ich im Folgenden zeigen:
Widerstandsfähigkeit
Ein Handy, welches sich in meinem Besitz befindet, muss viel aushalten. Anders als etliche meiner Geschlechtsgenossinnen mag ich es nicht, das Gerät in einen Socken oder eine ähnliche Schutzhülle zu stopfen - ich möchte es ohne großes Herumgewühle bedienen können, und über Optik lässt sich bekanntlich auch streiten. Daher 'wohnt' mein Handy, wenn es nicht gerade irgendwo herumliegt, regelmäßig ungeschützt in der Handtasche, wo es durchaus Bekanntschaft mit meinem Schlüsselbund und anderen Kleinigkeiten macht. Hier zeigt sich die Qualität der Verarbeitung ganz deutlich: Noch immer sind weder auf dem Aluminiumdeckel noch auf dem von der Schutzfolie befreiten Display Kratzer zu sehen, alles blitzt und funkelt und sieht aus wie neu. Selbst der eine oder andere unsanfte Aufprall auf diversen Bodenbelägen konnte dem Vorzeigemodell aus dem Hause LG nichts anhaben. So etwas kannte ich bislang nicht. Perfekt, wie für mich geschaffen!
Betriebssystem
Das LG KM900 Arena wurde vom Hersteller nicht etwa mit einem typischen Smartphone-Betriebssystem ausgestattet, nein, es kommt mit einer Eigenkreation daher, welche sich
3D S-Class User Interface nennt. Was irgendwie schnittig klingt und von der Namensgebung her an gewisse fahrbare Untersätze erinnert, vermag mich durchaus zu überzeugen, während andere Nutzer an der Verwendung des hauseigenen Systems Kritik üben. Dies hat seine Ursache darin, dass eine Erweiterung nur bedingt möglich ist:
LG hat keinen eigenen App-Store, andere Anwendungen sind nicht kompatibel, lediglich Java-Programme können installiert werden. Insofern werden geneigten Besitzern schnell Grenzen aufgezeigt. Für meine Wenigkeit aber spielt dies keine Rolle - ich bin sehr zufrieden mit den Funktionen, die mir vom Hersteller geboten werden, das Bedürfnis, diese weiter aufzustocken, verspüre ich nicht.
Display
Das Display des KM900,
ein kapazitives - sprich: multitouchfähiges - Touchscreen, ist mit einer
Diagonale von 3 Zoll wie bereits erwähnt ein wenig kleiner als Displays der direkten Konkurrenten. Dies stört mich persönlich ehrlich gesagt nicht, ich empfinde den Bildschirm noch immer als riesig und zum Betrachten von SMS/MMS, Fotos oder Videos reicht er mehr als aus. Nachvollziehen kann ich jedoch, dass sich der Größenunterschied insbesondere bei der Verwendung des Internetbrowsers bemerkbar macht. Diesen aber verwende ich nicht - und auch ein halber Zoll Zuschlag, das Display betreffend, könnte mich nicht dazu verlocken. Mit einer
WVGA-Auflösung (480 x 800 Pixel) und
16,7 Millionen Farben überzeugt das TFT-Display mit einer außergewöhnlich guten Darstellung und tollen Kontrasten, welche sich deutlich von dem abheben, was ich bisher kennengelernt habe. Diese Wahrnehmung lässt sich auch mit Fakten belegen:
Das KM900 bietet 153 Bildpunkte pro Quadratmillimeter - der Durchschnitt liegt bei etwa 50, und das iPhone 3G schafft nur 41, bei größerem Bildschirm. Sowohl die Dauer der Beleuchtung als auch die Helligkeit des Displays kann im Rahmen vorgegebener Stufen den eigenen Bedürfnissen, auch im Hinblick auf den Ladezustand des Akkus, angepasst werden. Hervorzuheben ist zudem noch einmal die Robustheit des Displays, auf welche ich
unter dem Punkt 'Widerstandsfähigkeit' schon aufmerksam machte.
Bedienung
Beim Kauf des Handys fragte ich mich, was denn bitteschön unter einer intuitiven Bedienung zu verstehen sei - schon nach den ersten Minuten der Benutzung war es eigentlich klar: Lange Bedienungsanleitungen sind überflüssig, irgendwie erklärt sich alles von selbst, und mehr machen als auf das gewünschte Symbol auf den Bildschirm zu tippen, gelegentlich mal mit einem Wischen zu scrollen oder eben etwaige Funktionen zu bedienen, muss man nicht. Eindeutig leichter, als ich anfangs befürchtet hatte!
Positiv: Auf jeden Fingerzeig wird sofort reagiert, die an einigen Stellen bemängelten Verzögerungen kann ich (mit einer Ausnahme, siehe SMS) nicht bestätigen. Angenehm auch, dass sich Browser oder Fotos durch das kapazitive Touchscreen, welches mehrere Fingerberührungen gleichzeitig erkennt, ganz einfach mittels zweier Finger vergrößern oder verkleinern lassen. Diese nützliche Funktion ist eigentlich ein Apple-Patent - andere Anbieter verzichteten aus Furcht vor Klagen auf die Verwendung einer solchen.
Menüführung
Die Menüführung des Handys erinnert stark an das iPhone, im Hauptmenü warten
32 Symbole aus vier Kategorien darauf, berührt zu werden. Highlight des KM900 ist jedoch der
vierseitige Würfel, welcher aufs Display gezaubert werden kann und eine starke Personalisierung ermöglicht: Vier unterschiedliche Startbildschirme - jeder eine andersfarbige Seite des Würfels - garantieren einen direkten Zugriff auf etwaige Verknüpfungen, Musik und Fotos, Kontakte oder Widgets. Wechseln kann man durch ein simples horizontales Wischen. Jeder Start-Screen kann dabei den individuellen Bedürfnissen des Benutzers angepasst werden. So lassen sich beispielsweise bis zu neun beliebige Verknüpfungen erstellen, sowohl im Bereich Multimedia als auch bei den Kontakten werden die jeweils markierten Favoriten angezeigt, und auch die Widgets lassen sich auswählen. Toll gemacht - und ausgesprochen schöne Optik!
Telefonieren
Was früher einmal die Kernfunktion des Handys war, scheint mir immer mehr in den Hintergrund zu treten. Abgesehen davon, dass das Augenmerk vermehrt auf das Können von Kameras und Musikplayern als einstigen Zusatzfeatures gerichtet wird, schreien plötzlich alle nach Widgets und Apps und anderen Dingen, von deren Existenz ich bis vor Kurzem nichts wusste.
Ich gestehe: Manchmal bin ich ganz konservativ. Ich nutze mein Handy hauptsächlich zum Telefonieren. Dies ist mit dem KM900 natürlich auch möglich, sowohl in der Sprach- als auch in der Videoversion. Wie auch bei anderen Handys kann entweder eine Nummer direkt eingegeben oder ein bereits vorhandener Kontakt angewählt werden. Über die Sprachqualität lässt sich meiner Ansicht nach nichts Negatives vermerken.
SMS / MMS
Eine der von mir sehr viel und regelmäßig genutzten Funktionen ist das Versenden von SMS oder MMS. Daher ist es mir sehr wichtig, dass dies schnell und einfach möglich ist. Auf den altbekannten Tastaturen war dies kein Problem, da stellte auch das blinde Schreiben, also das Tippen von Nachrichten ohne kontrollierenden Blick aufs Display, keine nennenswerte Hürde dar. Wie aber würde ich mich mit einem Touchscreen zurechtfinden? Nun ja. An sich ist das Schreiben nicht viel anders, denn die
Tastatur, die mir angezeigt wird, ist mit den üblichen identisch.
Wer es anders bevorzugt, kann durch ein Drehen des Handys auf eine QWERTZ-Tastatur wechseln. Hier aber sind die einzelnen Tasten sehr klein, bei dickeren Fingern könnte ich mir durchaus vorstellen, dass eine
passgenaue Bedienung nur schwerlich möglich ist. Zwar nicht als problematisch, doch aber als ein wenig nervig empfinde ich, dass das Handy bei einem
sehr schnellen Tippen nicht mehr ganz nachkommt und auch schon mal die eine oder andere merkwürdige kreative Wortneuschöpfung produziert. Und was das Wörterbuch betrifft: Zumindest ich muss es füttern, viele Begriffe kennt es nicht. Das aber bin ich auch von anderen Mobiltelefonen gewöhnt.
E-Mail
Möglich ist auch die Einrichtung eines E-Mail-Kontos, diese Funktion aber wird von mir nicht verwendet - zum einen fehlt mir der passende Vertrag, zum anderen muss ich nicht ständig per Mail erreichbar sein. Wer aber mag, der kann Nachrichten mit einer Größe von bis zu 1 MB versenden, wahlweise mit oder ohne Lesebestätigung.
Kamera
Mit einer
5 MP Kamera zählt das LG Arena weder zu den Spitzenreitern noch zu den Schlusslichtern in puncto Fotografie in der Mobilfunkbranche. Mit einer
Auflösung von 2.592 x 1.944 Pixeln und einem
digitalen 8-fach Zoom lassen sich allerdings durchaus
sehr gute Fotos machen, die
weit mehr als die Qualität von Schnappschüssen haben. Ich musste jedoch feststellen, dass es hierfür maßgeblich auf die
Belichtungsverhältnisse ankommt: Während ich am helllichten Tage rein gar nichts zu beanstanden habe und regelrecht begeistert bin, nimmt meine Zufriedenheit umgekehrt proportional mit der Dunkelheit ab. Der
integrierte LED-Blitz (den man nach Belieben auch ausschalten kann) neigt manches Mal zur Überbelichtung und reicht nicht sonderlich weit. Fotos werden unscharf und viel zu dunkel, dies kann auch mit einer Regelung über den Weißabgleich oder einer Änderung des ISO-Wertes nicht vollständig behoben werden. Schade, denn so sind selbst abendliche Schnappschüsse kaum möglich. Positiv hervorzuheben sind in jedem Fall das
Gesichts-Tracking, welches menschliche Gesichter automatisch erkennt und fokussiert, sowie die Makrofunktion, mit deren Hilfe Nahaufnahmen gemacht werden können. Wieder einmal kann sich die Qualität des Objektivs zeigen,
von der Schärfe der Aufnahmen bin ich wirklich beeindruckt! Ebenfalls positiv: An der Vorderseite des Handys, über dem Display, befindet sich eine
zweite Kamera. Diese hat mit
640 x 480 Pixeln zwar eine bei Weitem nicht so gute Auflösung wie die Kamera auf der Rückseite, eignet sich aber, da man das zukünftige Bild im Display begutachten kann, hervorragend für Selbstaufnahmen. Diese können durch einen
Selbstauslöser, dessen Zeitverzögerung wahlweise auf drei, fünf oder zehn Sekunden gestellt werden kann, auch mit der großen Kamera gemacht werden.
Videokamera
Die Videoaufnahmen des LG KM900 versprechen mit einer Auflösung von bis zu 720 x 480 Pixel Aufnahmen in DVD-Qualität - eine Seltenheit, denn die Videokameras der meisten Handys bieten eine deutlich geringere Auflösung. Dies wiederum reduziert den Spaßfaktor beim Filmen ganz eindeutig. Kann das Arena den Erwartungen standhalten? Zu großen Teilen ja, denn unter optimalen Lichtverhältnissen überrascht die vergleichsweise
ausgezeichnete Qualität der Aufnahmen. Es gilt jedoch, was auch unter dem Punkt Kamera gesagt wurde: Mit zunehmender Dunkelheit sollte man die Kamera besser in der Tasche lassen. Sowohl Fotos als auch Videos können im bearbeitet werden, man kann sie zuschneiden, ihnen einen Text hinzufügen, freihändig etwas zeichnen, Effekte oder Farbakzente hinzufügen. Auch eine Fotoüberlagerung oder das Mischen von Fotos und Videos ist möglich. An diesen Spielereien allerdings habe ich mich bislang noch nicht versucht.
Mediaplayer
Im Zentrum der Fähigkeiten des LG KM900 stehen sämtliche Multimediaanwendungen - hier werden kaum Wünsche offen gelassen. Mit dem Mediaplayer, welcher sowohl beim Abspielen von Videos als auch beim Abspielen von Musikdateien die
gängigsten Formate unterstützt (siehe unten), lassen sich relativ unkompliziert beliebige
Playlists erstellen, und die schönsten Lieder können in die Favoriten aufgenommen werden, welche dann einer
Jukebox ähnlich auf einer der vier Würfelseiten angezeigt werden. Einziger Wermutstropfen: Scheinbar kann nur eine begrenzte Anzahl an Stücken so verknüpft werden, den Rest muss man über die Erstellung von Playlists verarbeiten. Schaaade! Zusätzlich bietet das Arena ein
integriertes UKW-Radio, welches über einen automatischen Sendersuchlauf verfügt, und mit einem
FM-Transmitter kann die gewünschte Musik auf das nächste Radio - beispielsweise im Auto oder im heimischen Wohnzimmer - übertragen werden. Das gefällt, ebenso wie der
Dolby Mobile Surround Sound: Von der Klangqualität meines neuen Begleiters bin ich absolut überzeugt!
Da scheppert und röhrt nichts, ordentliche Bässe und ein kräftiger Verstärker sorgen für viel Hörspaß. Die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer reichen mir ganz klar aus, obschon es mit Sicherheit bessere gibt. Wer möchte, der kann über die 3,5-mm-Klinkenbuchse seine eigenen Kopfhörer anschließen und die Klangqualität weiter verbessern.
_Video: 3GP, H263, H264, MPEG4, WMV, AVI, DIVX, XVID, D1 en-/decoding, MP4
Audio: MP3, WMA, AMR, MIDI, AAC, AAC+, e-AAC+, AC3, WAV, 3GP_
Anwendungen
Unter dem Menüpunkt Anwendungen sind einige mehr oder weniger nützliche Funktionen vereint: Wecker, Organizer und Notizen, Sprachaufnahmen können getätigt werden, einen Taschenrechner und eine Weltzeituhr gibt es auch noch. Zudem ist das KM900 in der Lage, die gängigsten Einheiten umzurechnen: Währungen, Flächen, Längen, Massen, Temperaturen, Geschwindigkeiten und Volumen. Da sich diese Funktionen meiner Ansicht nach von selbst erklären, werde ich sie nicht weiter ausführen. Die meisten von ihnen habe ich gelegentlich verwendet, und im großen und ganzen hatte ich nichts zu beanstanden. Lediglich mit dem Wecker hatte ich das ein oder andere Mal ein Problem. Dazu aber mehr unter 'Pleiten, Pech und Pannen'.
Spiele
Über eine breite Auswahl an Spielen verfügt das Flaggschiff aus dem Hause LG nun nicht gerade: Mit Tepong, Roulette-Fieber und Fliegende Würfel versuchen gerade mal drei Spiele, ihre Interessenten zu befriedigen. Leider sagte mir im Test keines der drei zu, so dass ich mich mit diesem Thema auch nicht weiter aufhalte. Ihr wünscht euch mehr? Kein Problem, installiert einfach ein neues Spiel. Ihr dürft nur nicht vergessen, dass ihr dabei an Java gebunden seid.
Speicher
Der bereits integrierte und nutzbare Speicher von 7,2 GB reicht für meine Bedürfnisse aus, noch immer habe ich die Möglichkeit einer Erweiterung nicht genutzt - und dies, obwohl ich mittlerweile ziemlich viele Fotos, Videos und Musikdateien gespeichert habe. Dennoch ist es irgendwie ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich diesen Platz bei Bedarf um bis zu 32 GB (MicroSD) aufstocken könnte. Dies wäre, wie auch der Austausch der SIM-Karte, ohne das Herausnehmen des Akkus möglich.
Internet
Für mich nicht weiter schlimm, für viele andere jedoch ein Grund zur Beanstandung: WLAN und HSDPA. Im Test bauten sich die Seiten recht langsam auf, über das WLAN immerhin noch ein wenig schneller als über HSDPA. Dennoch, man muss geduldig sein. Wie weit dies auch auf andere Smartphones zutrifft, ist mir aufgrund der fehlenden Nutzung dieser Funktionen nicht bekannt - ich empfinde die Betrachtung von Webseiten auf solch kleinen Bildschirmen einfach nur als Zumutung, da hilft auch der beste Zoom nichts, wird mir dann doch lediglich ein Ausschnitt angezeigt. Aber bitte, wer's braucht ...
Akku
Beim Akku handelt es sich um einen 1000 mAh Li-Ion; die Verwendung des kleinen Modells zeigt sich unter anderem im geringeren Gewicht des Telefons im Vergleich zu Konkurrenten. Von vielen wird die Laufzeit des Akkus bemängelt, welche oftmals schlichtweg als unzureichend empfunden wird. Dies aber kann ich nicht bestätigen. Obwohl mein Handy dank SMS- und Telefonflatrate wirklich ausgesprochen häufig (!) genutzt wird, hält der Akku in aller Regel um die 4 Tage. Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass ich weder WLAN noch Bluetooth permanent aktiviert habe. Dies mag durchaus eine Rolle spielen. Fakt ist, dass der Akku gerade bei Nutzung der Kamera sehr viel schneller in die Knie geht. Möchte man trotz niedrigen Ladezustands ein paar Schnappschüsse machen, kann einem hier schnell der Spaß vergehen: Zu wenig Power, die Kamerafunktion kann nicht mehr bedient werden. Die stundenlange Nutzung des MP3-Players hingegen - auf längeren Bahnfahrten zuverlässig getestet - scheint keine größeren Auswirkungen zu haben, der Ladebalken änderte sich nur minimal.
PC - Synchronisation
Selbstverständlich kann das Handy auch mit dem PC synchronisiert werden. Hierzu ist die Installation der mitgelieferten PC-Suite erforderlich, welche zudem auch über die herstellereigene Homepage heruntergeladen werden kann. Nachdem das KM900 über den USB-Anschluss mit dem Computer verbunden wurde, können Inhalte, Kontakte, Terminkalender, Aufgaben oder Notizen gesichert oder wiederhergestellt werden. Musikdateien können direkt mit dem Windows Media Player synchronisiert werden, hervorzuheben ist ebenfalls der mitgelieferte DivX-Converter (CD): Dieser ermöglicht die Umwandlung von inkompatiblen Medienformaten in solche Formate, die das Arena unterstützt. Bei der Verwendung der Suite und sämtlichen bislang durchgeführten Synchronisationen tauchten keinerlei Probleme auf.
Pleiten, Pech und Pannen
Es wäre schon erstaunlich, hätte mich das Telefon im Laufe unseres Zusammenlebens immer nur zufriedengestellt. Zum Glück aber waren die Aussetzer solche, die keine größeren Auswirkungen haben sollten:
Nach einem längeren
Telefonat beispielsweise fand ich in meinem Posteingang eine Nachricht vor, in welcher ich nach dem Sinn meiner vorherigen SMS gefragt wurde - man könne sich partout keinen Reim darauf machen, was ich damit habe zum Ausdruck bringen wollen. Etwas verwirrt durchforstete ich die Nachrichten, die von meinem Handy aus in letzter Zeit versendet wurden, und siehe da, ich wurde fündig:
Eine scheinbar wahllose Aneinanderreihung von Buchstaben und Zahlen hatte unbemerkt meinen Postausgang verlassen. Dies passiert auch heute noch gelegentlich, wie genau, kann ich nicht sagen. Ich kann lediglich mutmaßen, dass ich während des Telefonierens irgendwie mit der Wange ins Menü steuere, um dort eine SMS zu verfassen und an einen beliebigen Kontakt zu versenden. Belustigend, aber nicht wirklich nervig. Vielleicht bin ich einfach nicht für ein Touchscreen geschaffen.
Mit den Augen gerollt habe ich allerdings so manches Mal, wenn mir ein kleines Symbol im Display anzeigte, dass eine vor längerer Zeit eigentlich auf den Weg gebrachte SMS nicht versendet werden konnte. Woran dies liegt? Keine Ahnung, es nervt aber in den Fällen, in denen es dringend gewesen wäre. Da sich dieses Problem zwar nicht regelmäßig aber doch immer wieder mal zeigt, kontrolliere ich bei wichtigen Nachrichten mittlerweile vorsichtshalber nach, ob sie auch wirklich gesendet wurden.
Als problematisch hätte sich die Tatsache erweisen können, dass das LG KM900 über einen recht launenhaften Wecker verfügt: Manchmal funktioniert er, manchmal nicht. Beeinflussen kann ich dies scheinbar nicht, so dass ich diese Funktion leider als unzuverlässig deklarieren muss und mir zur Sicherheit einen anderen Wecker zulegte. Bitte überprüft bei einem etwaigen Kauf, ob sich euer Modell ähnlich verhält - nicht, dass ihr einen wichtigen Termin wegen dieser Kleinigkeit verpasst!
Zusammenfassung
Alles in allem bin ich vom Arena doch recht begeistert: Es ist erstaunlich
robust und widerstandsfähig, die Gesprächsqualität ist gut, das Display kommt mit einer
exzellenten Auflösung daher, und mir persönlich ist es mit 'nur' 3 Zoll Diagonale auch definitiv nicht zu klein. Der
Touchscreen reagiert unmittelbar und präzise - lediglich beim schnellen Verfassen von SMS gab es durch eine verzögerte Reaktion Probleme in Form von ausgelassenen Buchstaben und daraus resultierendem Kauderwelsch.
In Sachen (Video-) Kamera weiß das KM900 durchaus mit Qualität zu überzeugen. Die von mir im entsprechenden Unterpunkt geäußerte Kritik sollte nicht im Mittelpunkt der Betrachtung liegen, da das Arena vom Hersteller ausdrücklich als Multimediaspezialist gekennzeichnet ist und als solcher keinen Schwerpunkt auf das Können der Kamera legt. Dafür aber lassen sich wirklich gute Fotos schießen und Videos aufnehmen. Für meine Belange nicht unwichtig ist die
Multitaskingfähigkeit des Handys. Diese erlaubt mir, einige Funktionen nebeneinander auszuführen, zum Beispiel Musik zu hören, während ich SMS schreibe. Was den Akku betrifft, so kann ich die von vielen Seiten geäußerte Kritik nicht unterstützen - mir reicht's. Und selbst wenn ich den Akku durch eine häufige Kameranutzung schnell an seine Grenzen gebracht habe: Für mich stellt es kein Problem dar, das Handy mal eben ans Ladegerät zu hängen, notfalls über Nacht.
Die Vergabe der Sterne fällt mir heute schwer. Einige Dinge sind negativ aufgefallen und würden einen Abzug durchaus rechtfertigen. Dafür aber überzeugen die positiv hervorgehobenen Punkte derart, dass ich trotz kleiner Macken vom KM900 überzeugt bin und es nicht wieder hergeben möchte. Da ich viereinhalb Sterne nicht vergeben kann, bekommt das LG Arena letztendlich die volle Punktzahl - und an euch geht die Bitte, euch vor dem Kauf darüber zu informieren, ob ihr mit den vermeintlichen Schwachstellen leben könnt oder eben nicht.
Technische Daten im Überblick
- Frequenz: GSM TriBand 850, 900, 1800 MHz + UMTS SingleBand 2100 MHz
- WLAN, HDSPA (7,2 Mbit/s), GPS, TV-Out (NTSC)
- SAR-Wert: 0,6 W/kg
- Bluetooth, USB-Schnittstelle, 3,5 mm Klinke
- Flexibler Speicher: 7,2 GB, erweiterbar (MicroSD, SDHC)
- Akku: 1000 mAh Li-Ion
- Standby-Zeit: 300 Std, Gesprächszeit: 230 Min
- Touchscreen: kapazitiv, Multitouch
- Display: Größe 40 x 60 mm, Diagonale 3", Auflösung 480 x 800 Pixel
- Auflösung Kamera: 2.592 x 1.944 Pixel
- Auflösung Video: maximal 720 x 480 Pixel
- Dolby Mobile Surround Sound
Lieferumfang
Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Gerät auch ein Li-Ion-Akku (1000 mAh), ein Ladegerät, ein Stereo-Kabel-Headset (In-Ear), eine mehrsprachige Bedienungsanleitung sowie ein USB-Datenkabel, und entsprechende PC-Software.
Dieser Bericht erschien in ähnlicher Form auch auf anderen Plattformen.
05.10.2010 14:23
Super Bericht… Respekt!!! Bist du Buchautorin?
15.07.2010 17:38
Klasse geschrieben. Gruß Dieter
13.07.2010 19:33
Sehr sehr guter Bericht. LG ist eine interessante Marke