Die Leinwand für den Schreibtisch
28.10.2006
Pro:
Preis - Leistungs - Verhältnis, digitaler Anschluss
Kontra:
automatische Skalierung, zu helle Status - LED, "harte" Farben
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Bildqualität
Kontraste
Bedienung/Ergonomie
Verarbeitung
Support/Service
Stromverbrauch:
mehr
 sevens
Über sich:
Wirtschaftsinformatik-Student, selbstständig.
Mitglied seit:22.01.2005
Erfahrungsberichte:26
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vorgeschichte ~~~~~~~~~~~~~~ Da mein 17,5 Kg schwerer alter Belinea 10 30 40 (17-Zoll Röhre mit 0.26 mm Lochmaske) nun langsam aber sicher an Altersschwäche zu leiden begann, beschloss ich, mir mal einen neuen Monitor zu gönnen. Zwar hat mich der Belinea nie enttäuscht und hatte für eine Röhre auch eine brilliante Bildqualität - allerdings störte mich sein nahezu konstanter Stromverbrauch von 80 bis 100 Watt schon ein wenig. Zudem war natürlich auch die Vorstellung, mehr Platz auf dem Schreibtisch zu haben, verlockend. Und jedes mal, wenn ich länger an einem TFT gesessen habe und dann wieder zu meiner Röhre zurückkehre, muss ich an meiner Sehkraft zweifeln: Auf einmal wirkt alles so verschwommen...
Jedenfalls habe ich mir bei komplett.de den LG Flatron L194WT für 219 Euro bestellt (Stand: 10/2006). Bei Kreditkartenzahlung betragen die Kosten für den Standard-Versand 7,99 Euro (DHL), Bankeinzug ist leider nicht möglich. Warum diesen Monitor?
Unlängst habe ich in der C't einen Bericht über 16:10-LCDs gelesen. Dabei wurde hervorgehoben, dass dieses Seitenverhältnis besonders für die Arbeit mit einem grafischen Betriebssystem günstig sei, da man damit genug Platz habe, auch in zwei nebeneinander liegenden Fenstern produktiv zu arbeiten. Das erschien mir logisch. Da Grafikbearbeitung und Webdesign zu meinen Hauptarbeiten am Bildschirm zählen und ich mit dem Röhrenmonitor permanent mit der zu geringen Bildschirmbreite zu kämpfen hatte, entschloss ich mich für einen solchen "Breitleinwand"-Monitor. Dabei hatte es mir der LG L194WT gleich aus mehreren Gründen angetan: 1. die hervorragenden technischen Daten 2. der niedrige Preis (219 Euro für einen 19-Zoll-LCD mit Digitaleingang sind schon als sehr günstig zu bezeichnen) 3. die Lieferbarkeit
Daten und Fakten ~~~~~~~~~~~~~~ Der LG L194WT weißt folgende Kern-Merkmale auf:
Bildschirmdiagonale: 48 cm bei Breite: 40,7 cm Höhe: 25,5 cm Kontrastverhältnis: 2000:1 Helligkeit: 300 cd/qm Reaktionszeit: 5 ms Auflösung: WXGA+ (1440x900) Gewicht: ca. 3,5 kg Blickwinkel: 160°/160° Leistungsaufnahme (Stromverbrauch): 35 W Ergonomiestandard: TCO 03
Die vollständige Liste gibt es unter: http://at.lge.com/prodmodeldetail.do?actType=search&page=1&modelCategoryId=05010202&categoryId=05010202&parentId=050102&modelCodeDisplay=L194WT&model=NOTHING#
Erster Eindruck ~~~~~~~~~~~~~ Das Gerät kam sicher verpackt in einem relativ kleinen Karton. Das Display selbst war, wie üblich, zwischen zwei styropor-Abstandhaltern eingepasst und in eine separate Schutzfolie verpackt. Alles machte einen sehr ordentlichen, soliden Eindruck
Lieferumfang: 1x Display LG Flatron L194WT 1x Monitorkabel D-SUB, 15-polig (analog), 1,8 m 1x Monitorkabel DVI-D (digital), 1,8 m 1x Standfuß 1x Handbuch 1x CD mit Treibern und Zubehör
Montage ~~~~~~~ Die Montage des Standfußes ist bei LCD-Panels oft ein unumkehrbarer Prozess. Dies gilt auch für den L194WT: Zunächst muss ein Mittelstück per Steckverbindung am Display angebracht werden, anschließend wird dieses auf den Standfuß gesteckt. Nach einem lauten "Klack", sitzt alles wie angegossen und lässt sich mit normalen Mitteln auch nicht wieder voneinander trennen. Das ist eine Sache, die mich nicht sonderlich begeistert - da man den Monitor z.B. im Falle eines Umzuges nicht einfach wieder in den Karton packen kann. Da das Problem aber bei den meisten LCD-Monitoren auftritt, will ich es nicht als Minuspunkt für den L194WT werten.
Da mein Mainboard über eine Onboard-Grafikkarte mit DVI-Ausgang verfügt, habe ich mich entschlossen, den neuen Monitor auch an diesem anzuschließen. Das verlief problemlos, genauso wie der Anschluss des Netzkabels. Inbetriebnahme ~~~~~~~~~~~~~
Nachdem ich den Rechner gestartet hatte, leuchtete die Status-LED des Monitors sehr hell blau auf. Oben rechts erschien ein kleines Feld mit der Aufschrift "digital", was mir bestätigte, dass der Monitor den richtigen Eingang automatisch erkannt hatte. Tatsächlich zeigte er dann auch sofort ein Bild, und zwar in voller Breite, was mich etwas verwunderte. Selbst die Standard-VGA-Auflösung des BIOS-Setup-Bildschirms wurde voll auf die ganze Display-Fläche skaliert. Ebenso der Windows-Startbildschirm und später die noch für den Röhrenmonitor geltende XGA-Einstellung (1024x768) von Windows. Im Grafikkarten-Setup stellte ich anschließend die vom Monitor geforderte Auflösung WXGA+ (1440x900) ein. Daraufhin wurde das Bild, wie erwartet, gestochen Scharf und klar. Kaum zu glauben, wieviel Platz auf einmal auf dem Windows-Desktop war! Was mich störte, war zunächst die außerordentliche Helligkeit des Displays, die werksseitig auf 100% eingestellt ist. Ich empfand das als unangenehm und blendend, selbst wenn der Monitor in einem hellem Zimmer steht.
Weiterhin fiel mir auf, daß der Monitor besonders die Farben rot und grün ungewohnt "hart" darstellt, musste als Korrekturen vornehmen. Das OSD (on screen display) ist umfangreich, es lassen sich sowohl voreinstellungen (farbtemperatur) als farben separat einstellen. Allerdings bedarf es einer langen feinjustierung, bis man eine wirklich natürliche und angenehme farbdarstellung erreicht hat. Betrieb ~~~~~~~
Gleich zu Beginn: Es macht großen Spaß, mit diesem Monitor zu arbeiten. Durch die große Breite kann man in zwei nebeneinander liegenden Fenstern arbeiten, ohne Produktivitätsverluste hinnehmen zu müssen. Noch schöner wird es bei der Texterarbeitung: Wenn die Textseite auf Bildschirmbreite angepasst wird, kann man auch bequem 2 m vom Bildschirm entfernt sitzen und schreiben. Das entspannt die Augen ungemein. Was den Umgang mit anderen Auflösungen betrifft, ist der L194WT kompromisslos: Alles wird auf seine Auflösung skaliert, wodurch es zu breitgezerrten Darstellungen kommt. Hier hätte man meiner Meinung nach die Möglichkeit einer Auswahl zwischen skalierter oder zentrierter Anzeige (sprich: das kleiner Aufgelöste Bild wird in der Mitte des Schirms mit schwarzen Rändern angezeigt) einbauen können.
Das OSD ist übersichtlich und klar strukturiert. Die Menüpunkte - Bild - Bildlage - Farbsteuerung - Gleichlauf - Installation bieten zahlreiche Möglichkeiten zur manipulation des dargestellten Bildes. Besonders interessant: Es gibt einen Regler "Schärfe", mit dem tatsächlich die Schärfe des Bildes beeinflusst werden kann. Die Menüsteuerung findet über vier an der rechten Seite und Rückwand des Bildschirms befindlichen Knöpfe statt. Ein fünfter Knopf darunter ist der Netzschalter.
Schnell bewegte Bilder stellt der L194WT hervorrangend klar dar, es gibt keine Schlieren oder Schatten. 5 ms Reaktionszeit sind als offenbar ausreichend. Was das bombastische Kontrastverhältnis 2000:1 betrifft, konnte ich noch keine Besonderheiten feststellen. Werksseitig ist der Kontrast auf 70% eingestellt. Je höher der Wert gewählt wird, desto kälter werden, so scheint es mir, die Farben. Allerdings gibt es keinen gravierenden Unterschied zwischen 70% und 100%.
Fazit ~~~~~ Der Monitor fällt auf durch seine schlichte Eleganz (schmaler Rahmen, runder Standfuß) und seine außerordentliche Breite, die einige Vorteile bietet. Leider ist er nicht in der Lage, "fremde" Auflösungen unangepasst darzustellen. Das wird aber mehr als entschuldigt durch ein brilliantes, hochgradig scharfes und kontrastreiches Bild. Da der Monitor außerordentlich gut beleuchtet ist, eignet er sich auch für sehr helle Räume und kann auch problemlos direkt gegenüber eines Fensters betrieben werden. Wenn die Farben ensprechend manuell korrigiert worden sind, eignet er sich ebenfalls hervorragend für die Bild- und Videobearbeitung: 1440 Pixel Breite bieten Platz genug, um mehrere Fenster nebeneinander zu positionieren.
Etwas unangenehm, fast schon störend, empfinde ich die kleine blaue Status-LED am rechten unteren Rand des Bildschirms: Die leuchtet so hell, daß man sich ihr permanent bewußt ist. Allerdings besteht im OSD die Möglichkeit, sie zu deaktivieren. Da sich die störende Status-LED deaktivieren läßt, kann man mit dem L194WT entspannt und augenschonend arbeiten. Aber auch das Betrachten von bewegten Bildern ist mit diesem Bildschirm eine wahre Freude. Alles in allem ein gelungenes und ausgereiftes Gerät mit wenigen, kaum zu beanstandenden Fehlerchen, das von mir die volle Punktzahl bekommt.
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07.03.2008 18:25
Hallo, macht der Monitor geräusche? Bin da sehr empfindlich, mein letzter hatte leise gebrummt was in die richtung Piepen ging ;(
28.10.2007 01:31
klasse Bericht, der lässt wirklich keine Frage unbeantwortet
30.10.2006 11:09
Hallo, aufgrund Deines Berichtes habe ich mir den Monitor gerade bestellt. Wäre nett von Dir wenn Du mir mal in mein GB Deine Einstellungen für Farben, Helligkeit, Kontrast u.s.w. schreiben könntest. ICh werde hauptsächlich Fotos bearbeiten und hoffe der Moni ist dafür geeignet.