Warum können Fernsehserien nicht so sein?
21.11.2009
Pro:
interessante Charaktere, unmoralisch, unterhaltsam
Kontra:
stellenweise nicht spannend, kein Krimi
Empfehlenswert:
Ja
 Lorin76
Über sich:
Bewertet einfach so wie ihr wollt - und wie ihr es für richtig haltet! :-) Bei mir gibt es keine BH-...
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Muss man eigentlich in Würde altern? Oder dürfen auch alte Damen noch ihren Spaß haben? Die Seniorinnen (Hanne-)Lore und Anneliese sind sich einig, dass man auch im Alter noch etwas erleben muss. Und dabei muss es auch nicht immer streng legal zugehen... Die AutorinDie deutsche Krimiautorin Ingrid Noll dürfte inzwischen den meisten Bücherfreunden ein Begriff sein. Sie wurde 1935 in Shanghai geboren und verbrachte ihre Kindheit in Nanking.Später studierte Ingrid Noll in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Inzwischen hat sie drei erwachsene Kinder. Zu ihren bekanntesten Werken gehören "Der Hahn ist tot", "Die Apothekerin", "Rabenbrüder", "Die Häupter meiner Lieben" und "Röslein rot". Die VorleserinMaria Becker wurde 1920 in Berlin geboren. Ab dem Jahr 1938 war sie am Schauspielhaus Zürich engagiert. Sie spielte u. a. In Uraufführungen von Stücken von Brecht und Dürrenmatt. Maria Becker wurde u.a. Mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Sie lebt in Zürich. Das HörbuchEs besteht aus sieben Cds in Papphüllen, die in einer stabilen Pappbox untergebracht sind. Dazu gibt es ein Booklet, dass Infos über die Autorin und die Vorleserin enthält und zu guter letzt gibt es eine ganze Abbildung des Bildes "Daughters of the Revolution" dessen linke Hälfte als Titelbild gewählt wurde. Dauer: 459 Minuten ISBN: 978-3-257-80015-9 HandlungDie Geschichte handelt von zwei über siebzigjährigen Frauen, die schon seit Kindesbeinen Freundinnen sind. Die Ich-Erzählerin Hannelore, genannt Lore, ist die elegante, schlanke, damenhafte. Nachdem sie von ihrem Ex-Mann wegen einer jüngeren verlassen wurde, konnte sie in einem teueren Juwelierladen als Verkäuferin anfangen und später den Laden auch übernehmen. Auf diese Weise ist Hannelore wohlhabend geworden. Inzwischen hat sie die "Goldgrube" aber an ihren früheren Angestellten Rudi verkauft. Anneliese besitzt das Haus, in dem sie und Lore leben. Sie ist die lebenslustigere, unmoralischere, die sehr gern und gut kocht. Ansonsten ist sie eher dick und nicht sehr elegant. Sie war mit Hardy verheiratet der immer gebrechlicher und nerviger wurde. Er entwickelte den Spleen, jeden Tag eine Bärlauchsuppe essen zu wollen, obwohl Anneliese überhaupt keinen Lauch essen wollte. So passierte irgendwann das "Unglück", dass Anneliese den Bärlauch mit den Blättern der hochgiftigen Herbstzeitlosen verwechselte... Mörderische Absicht konnte ihr nicht nachgewiesen werden. Das ist aber eigentlich nur die Vorgeschichte, denn dieses (Hör-)buch widmet sich mehr den weiteren Abenteuern, die die beiden Freundinnen erleben: Annelieses früherer Tanzpartner Ewald taucht wieder auf und wirbelt das Leben der beiden Damen durcheinander, denn beide verlieben sich diesen Mann. Aber Ewald hat erstens noch eine kränkelte, nörgelnde Ehefrau und zweitens noch ein paar Geheimnisse. Die Freundinnen werden ihm aber noch auf den Zahn fühlen! Die Freundinnnen wollen eine Vergnügungsreise quer durch Deutschland machen und heuern ein Studentenpaar als Chauffeure an, weil sie den Stress des Autofahrens nicht mehr haben wollen. Rudi, der neue Besitzer der "Goldgrube" hat nicht das Geschick von Hannelore und steht daher geschäftlich eher schlecht da. Klar, dass ihm die beiden Damen auf die Sprünge helfen werden! Denn was spricht auch dagegen, nach Wiesbaden zum Spielcasino zu fahren, um dort stinkreiche Kunden für seine exlusiven Stücke aufzutun? Anneliese und Hannelore (und dazu auch Ewald) erleben so einige Abenteuer, die nichts mit einem betulichen Lebensabend zu tun haben – und dabei gibt es auch ein paar Leichen... Meine MeinungSo wie es mir am liebsten ist, handelt es sich bei diesem Hörbuch um eine ungekürzte Lesung, ohne weiteren Schnickschnack. Maria Becker hat genau diese kultivierte "Ältere-Damen-Stimme", die ich bei der Ich-Erzählerin Hannelore erwarten würde, wirklich sehr passend. Sie trägt das Buch sehr angenehm vor. Dieses Buch ist nicht so actiongeladen wie einige andere Bücher von Ingrid Noll und es ist auch nicht in erster Linie ein Krimi, sondern eine Geschichte über die Freundschaft zweier alter Freundinnen. Allerdings sind diese Damen – wie bei Ingrid Noll nicht anders zu erwarten – keine gesetzestreuen Bürgerinnen und verhalten sich nicht immer gesetzestreu. Vor allem Anneliese beweist kriminelle Energie. (Was für den Leser/ Zuhörer natürlich wesentlich amüsanter ist als eine Geschichte über zwei liebe Tantchen.) Somit gibt es in dieser Geschichte einige Überraschungen! Die Damen leisten sich auch Eskapaden, bei denen die vernünftigeren Personen der Handlung nur den Kopf schütteln können. Wie es für Ingrid Noll typisch ist, gibt es viele dieser kleinen lustigen Szenen voller Ironie. Sie beschreibt gekonnt Details, ohne sich in diesen Beschreibungen zu verlieren. Der Stil von Ingrid Noll in dieser Ich-Erzählung gefällt mir ziemlich gut. Ihr Humor ist ironisch, wie gewohnt. Die Wortwahl ist aber ganz typisch für alte Damen, die Ausdrucksweise ist sehr passend für eine Dame wie Hannelore. Die Ironie besteht teilweise auch darin, dass Hannelore in ihrer Art manchmal auch "unfreiwillig komisch" wirkt, wenn sie sich beispielsweise etwas über die weniger damenhafte Art von Anneliese mokiert. In den Betrachtungen von Anneliese liegt aber auch Altersweisheit. Falls diese Geschichte eine Moral hätte, könnte sie lauten: "Das habt ihr jetzt davon, dass ihr alte Frauen nicht ernst nehmt!"Positiv finde ich, dass dieses Buch wieder ganz anders ist, als vorherige Bücher der Autorin. Das negative ist, dass "Ladylike" nicht so spannend ist, wie die Krimis von Ingrid Noll. Stellenweise kann man das Buch etwas langatmig finden. Mir hat aber das Buch insgesamt gefallen und es tut mir leid, dass Fernsehserien nicht so sein können. (Ich könnte mir gut eine Serie "Hannelore und Anneliese" vorstellen, als Ausgleich zu all den Telenovelas etc.) Anmerkung zu Ciao: Warum kann ich hier als Altersgruppe nur Kinder u. Jugendliche wählen? dieses Hörbuch ist natürlich vor allem für Erwachsene und hat keinen direkten Lerngehalt.... Seitenzahlen hat ein Hörbuch auch selten ;-)
Bilder von Ladylike (Hörbuch) / Ingrid Noll
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07.12.2009 11:30
klasse bild :D:D:D
30.11.2009 17:54
dieses Bild ist zum Piepen! :-)
25.11.2009 12:21
Grandiose Rezension! Ich mag zwar keine Hörbücher, aber das tut der Sache ja keinen Abbruch. ;-)