Lancelots Rache / King, Robert J.

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Lancelots Rache / King, Robert J.

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Die altbekannte Sage mal anders

4 22. Mar 2005

Pro:
Stimmig geschrieben, bekannte Charaktere, nette neue Umsetzung einer alten Sage

Kontra:
Schlecht gezeichnerter Arthur, falsche Wortwahl an manchen Stellen zu neuzeitlich

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

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Babbel

Über sich: Das Leben ist schön... lalala

Mitglied seit:05.04.2000

Erfahrungsberichte:254

Vertrauende:62

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 62 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ok, nun oute ich mich hier einmal als absoluter Arthur-Sagen-Fan. Aber noch mehr als die reine Sage, faszinierte mich schon immer die Sagengestalt des Lancelot. Kein Wunder also, dass ich mir das Taschenbuch von Robert J. King „Die Rache des Lancelot“ für EUR 9,95 beim Bertelsmann-Club gekauft habe. Der reguläre Buchhandelspreis beträgt EUR 12,00, was dann doch ein deutlicher Unterschied ist, vor allem für Leute, die recht viel lesen. Das Buch kann über die ISBN 3-453-87400-5 bestellt werden. Es hat ca. 415 Seiten und wurde von Jürgen Langowski ins Deutsche übersetzt. Der Originaltitel lautet übrigens Lancelot Du Lethe und ist 2001 zum ersten Mal 2001 im Tor Books Verlag in New York erschienen.

Aber nun zur

Story:

Es beginnt alles damit, dass der König von Benwick seinen Sohn Lancelot von Merlin segnen lassen möchte, doch dieser prophezeit Schreckliches: Lancelot wird Arthur und Camlelot zerstören!

Der König von Benwick sieht dies zwar anders, glaubt er doch, Lancelot wird dereinst ein größeres Camelot aufbauen, doch kann er sich nicht mehr selbst davon überzeugen. Sein Land wird angegriffen und er muss samt Gemahlin und Kind fliehen. Letztere können zwar entkommen, doch wird die Königin wahnsinnig und so nimmt sich die Herrin der Nebel, auch bekannt als Tante Brigid sich des jungen Lancelots an. In Avalon wächst der Junge rasch zu einem großen Krieger heran. Wie rasch, muss man einfach selbst lesen, sonst glaubt man es kaum. Schließlich macht er sich auf, in Camelot als Ritter der Tafelrunde aufgenommen zu werden. Dort begegnet er zum ersten Mal Guinivere und verliebt sich sofort in die bildhübsche Königin.

Um nicht seiner Liebe und seiner Lust zu erliegen, reist Lancelot, fortan als Ritter der Tafelrunde durch Britannien, erschlägt Feinde und Monster und schickt diese (zumeist lebend) als Beweis seiner Liebe nach Camelot. Zunächst ist die Königin Guinivere etwas überrascht über diese Gunstbeweise, doch schon bald erkennt sie die tiefe Bedeutung der einzelnen Gefangenen. So ist da doch ein Mann, der seine Frau aus Liebe erschlagen hat. Lancelot schickte ihn mitsamt dem Leichnam der getöteten zur Königin. Diese entscheidet letztendlich, dass der Mann die Tote stets bei sich zu tragen und jedem Mann zu verkünden hat, dass wer seine Frau „aus Liebe“ tötet, weil er sie nicht teilen will, diese Frau ein Leben lang mit sich herumzutragen hat. Die tiefere Bedeutung dessen muss – denke ich – hier nicht näher erläutert werden, oder?

So plätschert die Geschichte von Abenteuer zu Abenteuer vor sich hin. Lancelot begegnet Morgan le Fey, der Halbschwester Arthurs und wird von dieser gefangen gesetzt. Von diesem Augenblick an erkennt er, dass er kein richtiger Mensch ist und dass das Leben noch viele Prüfungen für ihn bereit halten wird.

Es kommt natürlich wie es kommen muss, Arthur erfährt von der Liebe Guiniveres und Lancelots, doch wie die Geschichte endet, werde ich hier nicht verraten, dass müsst ihr euch schon selbst durchlesen, ihr werdet überrascht sein!

Die Charaktere:

Arthur: Allen voran sollte er doch ein sehr starker Charakter sein, wurde hier jedoch reichlich schwach gezeichnet. Er ist ein bärtiger, guter Man, dem man den wilden Krieger von einst nicht wirklich abkauft.

Gunivere: Als Königin von Camelot und eines Teils des Feenreichs, geboren als Thuatha und als Wechselbalg in die Welt der Menschen gesetzt, hält sie die Macht des Landes Britannien für Arthur.

Lancelot, geboren als Sohn von König Benwick, ebenfalls als Wechselbalg in die Welt geschickt worden. Erster Ritter von Camelot und persönlicher Streiter von Lady Gunivere.

Morgan Le Fey: Halbschwester von Arthur und Mutter von Mordred. Sie wurde einst von Arthur vergewaltigt (genaueres kann man hier nicht erfahren), wobei der Sohn gezeugt wurde.

Mordred: Blutrünstiger Sohn Arthurs und Morgan Le Feys. Alchemist und Giftmischer am Hofe Camelots. Macht sich gerne einen Spaß daraus, am lebenden Objekt zu erforschen, wie seine Gifte wirken.

Merlin: Viel erfährt man hier nicht, außer dass er Camelots Hofmagier und Arthurs Freund ist.

Der Autor

Robert J. King wurde unter anderem mit Merlins Fluch bereits bekannt. Darin erzählt er die Geschichte, wie Arthur Camelot errichtet hat. Vielmehr ist aber auch nicht über diesen Mann zu erfahren, außer, dass er derzeit in Burlington, Wisconsin lebt und arbeitet.

Das Cover:

Auf meinem Exemplar (siehe unten) sieht man nur den oberen Teil eines Schwertes auf dunklerem Grund. Näher möchte ich mich nicht dazu auslassen, da ich nun schon verschiedentlich gehört habe, dass man sich das Cover ja auch selbst ansehen könnte und eine detailliertere Beschreibung nicht nötig wäre ;-D.

Meine Meinung:

Wer kenn sie nicht, die altbekannte Sage von Arthur, Guinevere, Lancelot, Excalibur und Camelot? Fast wenn nicht jeder hat schon mind. einmal in seinem Leben zumindest die Namen gehört. Doch diese Sage ist etwas anders, als alles, was man bisher kannte. Geschickt hat King hier viele Aspekte der Fantasie mit eingeführt, so z.B., dass Lancelot und Guinivere eigentlich Könige des Feenlandes sind. Gleichzeitig hat er aber auch das Christentum und die heidnischen Götter bzw. Glauben geschickt miteinander in Wettstreit gesetzt, so dass der geneigte Leser selten wirklich zur Ruhe kommt.

Lancelots Rache beginnt zunächst etwas schleppend und ich gebe zu, dass ich mir etwas schwer getan habe, mich mit dem Buch anzufreunden. Doch kaum ist man über die ersten beiden Kapitel hinaus, wird man von einem Abenteuer ins nächste geworfen und kann stellenweise kaum glauben, was hier passiert.

Weniger dagegen gefiel mir die verschrobene Art Merlins, der nur sporadisch auftauchte und der meist viel zu wenig zum Handlungsablauf beizutragen hatte. Gut, das Ende der Geschichte ist zu einem Teil vorausschaubar, dennoch passieren stellenweise Situationen, die man eigentlich nicht erwartet hätte. So zum Beispiel, als Arhur Nord Uist belagert, in dem sich Lancelot und Guinn (neckische Abkürzung, die im Buch tatsächlich verwendet wird) vor ihm verstecken. Man gewinnt den Eindruck, als könne der große König und Heerführer nicht selbst entschieden. Gawain ist es, der unbedingt den Krieg führen will, weil Lancelot dessen Brüder getötet hat.

Außerdem gefiel mir nicht, dass mancher Orts neuzeitliche Worte gebraucht wurden. Dies passte weder zum Stil noch zur Zeit des Buches und hätte leicht mit anderen Worten umgangen werden können. Schade eigentlich.

Fazit.

Nun ja, obschon das Meiste des Buches bekannt ist, wurde es doch sehr originell umgesetzt. Es ist leichte Unterhaltung und haut den echten Fan nicht wirklich vom Hocker, kann jedoch ohne Bedenken für den Sommerurlaub als Strandlektüre empfohlen werden. Dennoch ziehe ich einen Stern für die mangelhafte Ausdrucksweise und den wirklich miserabel gezeichneten Arthur ab.

Dies ist ein Beitrag zur Aktion Bücherfrühling von espionne. Mehr dazu in ihrer VK.

 
Bilder von Lancelots Rache / King, Robert J.
Lancelots Rache / King, Robert J. Bild 1176787 tb
entnommen vom Bertelsmann Club (man möge mir verzeihen...)


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
pfiffikus55

pfiffikus55

31.03.2005 16:56

ich stell mir ehrlich die Frage, warum man von dieser Sage so viele Versionen schreibt. Aber Du hast einen wirklich schönen Bericht dazu verfasst.

Thux

Thux

28.03.2005 20:18

Hört sich gut an

Keks500

Keks500

24.03.2005 12:15

Guter Bericht, mag aber keine Sagen... LG

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