Der Billigste unter den Konkurrenten
12.07.2001
Pro:
hochwertige Verarbeitung, bequeme Sitze, günstige Kaufpreis, gut dosierbare Bremsen, Sicheres Kurvenverhalten
Kontra:
hackelige Schaltung
Empfehlenswert:
Ja
 Viggen511
Über sich:
Mitglied seit:31.03.2001
Erfahrungsberichte:28
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 12 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Name des neuen Lybra klingt zwar noch griechisch, er ist aber ein reines Kunstwort. Und kunstvoll sind auch die Bemühungen, die Zukunft von Lancia mit diesem zu sichern. Auch wenn der Nachfolger des Dedra wieder auf zahlreiche Konzernbauteile zurückgreifen muss, verrät nichts die technische Verwandtschaft mit Alfa 156 oder Fiat Marea. Zwei Rundscheinwerferpaare und der in die Motorhaube integrierte Traditionsgrill übertragen die Gesichtszüge des Aurelia in die Gegenwart, dezenter Chromschmuck unterstreicht die betont die Eleganz der Linienführung. Ein Blickfänger wie der ähnlich große Alfa 156 ist die knapp 4,5 Meter lange, etwas pummelige Limousine aber nicht. Dafür macht die Karosserie von den soliden Alu-Türgriffen bis zur Steifigkeit auf holprigen Straßen einen qualitativ höherwertigen Eindruck. Sind die Türen erst einmal mit dumpfem Klang ins Schloss gefallen, umgibt die Insassen eine stilvolle, unaufdringliche Harmonie. Vier Personen sitzen gut im Lybra, die Fahrwerksabstimmung tendiert klar in sportlich gute Richtung. Die Federung steckt alles sehr gut weg, ohne das die Insassen gestört sind. Regelmäßige Querfugen versetzen den Aufbau allerdings in unangenehme Nickbewegungen. Zum insgesamt harmonischen Gesamteindruck tragen auch die fahrdynamischen Qualitäten des Fronttrieblers bei, wirksame Bremsen unterstreichen die hohe Fahrsicherheit. Unter den drei Benzinmotoren, die wie die beiden Common-Rail-Diesel aus dem Fiat-Baukasten stammen, erweist sich der 1,8-Liter-Vierzylinder als goldene Mitte. Mit zwei oben liegenden Nockenwellen, variabler Ventilsteuerung und gegenläufigen Ausgleichswellen vereint der Vierventiler gute Leistungsausbeute (131 PS) mit angenehmer Laufkultur. Er hängt gut am Gas, dreht freudig und ohne Vibrationen bis 7000/min und erfreut dabei die Insassen mit einem sonoren, nie störenden Klang. Ein echtes Komforttriebwerk ist er allerdings schon wegen seines geringen Drehmoments (164 Nm bei 3800/min) nicht. Die Bremsen sind ausreichend. 41 m kalt und 43,3 m warm sind keine Glanzleistung, reichen aber aus, um mit der Konkurrenz mit zu halten. Seine stilvolle Zurückhaltung gibt der Lybra nicht einmal bei der Preisgestaltung auf. Mit 38.900 Mark steht die gut ausgestattete 1,8-Liter-Basisversion in der Liste, Audi A4 1.8 und BMW 318i sind jeweils rund 6000 Mark teurer. Das ist ein Argument, aber nicht unbedingt ein Kaufgrund. Dazu muss man wohl weiterhin ein Faible für Understatement und die italienischen Momente im Leben haben. Der ganze Spaß kostet 38.900 DM, billiger kriegt man keinen seiner Klasse mit diesen Eigenschaften.
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12.07.2001 08:14
mal ein bericht ueber ein "seltenes" modell!
12.07.2001 02:09
ALLTAGSERFAHRUNGEN? Wieder mal Fehlanzeige. Langsam wird es langweilig mit Deinen Berichten... Tom