Die Schule/das Internat für eine zweite Chance

4  09.12.2006 (21.12.2006)

Pro:
abwechslungsreiches Programm, sehr schöne Lage, angenehme Lernatmosphäre

Kontra:
Gruppenzwang, Drogenproblem

Empfehlenswert: Ja 

FrauFreitag

Über sich: Wer dringend Platz in seinem NdV braucht, kann mich ruhig erstmal daraus löschen. Bin zur Zeit kaum...

Mitglied seit:17.11.2006

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Vielleicht gibt es unter den CIAO-Lesern Eltern, die ihr Kind aus welchen Gründen auch immer auf ein Internat schicken wollen. Oder es gibt Schüler, die ihre bisherige Schule verlassen wollen/müssen und nun auf der Suche nach einer neuen Schule sind, an der sie noch mal neu anfangen und ihr Abitur machen können. Mir erging es vor einigen Jahren ähnlich, weshalb ich weiß, dass es nicht so leicht ist, eine gute Schule zu finden. Deshalb möchte ich mit meinem Bericht einen Einblick in das Lernen und Leben in dem Landschulheim Steinmühle in Marburg geben, um möglichen Schulwechslern oder -beginnern Informationen über diese Schule zur Verfügung zu stellen.

= Übersicht
=

1. Vorwort oder Die Aufnahme
2. Das Landschulheim Steinmühle
3. Das Schulgelände im Überblick
4. Die Umgebung
5. Die Zimmer
6. Die Erzieher
7. Die Schüler
8. Die Regeln und Veranstaltungen im Internat
9. Das Herbstfest und Weihnachten
10. Die Internatsfreizeit
11. Das Essen im Internat
12. Taschengeld und Elternkonto
13. Zusatzangebote
14. Die Schule
15. Besonderes in den einzelnen Klassenstufen
16. Daten und Papiere für die Aufnahme
17. Bilder

= Vorwort oder Die Aufnahme
=

Ich musste in der 13. Klasse meine alte Schule aufgrund von Fehlzeiten und diversen anderen Problemen verlassen. In dem darauf folgenden Jahr habe ich erstmal eine Weile gejobbt, bevor ich schließlich zu dem Entschluss kam, es sei an der Zeit, mein Abitur nachzuholen. Dass ich nicht in der Region bleiben wollte, stand von Anfang an fest, nur stellte sich die Frage: Wohin?
Da ich Verwandte in Marburg habe und beide Kinder auf das Landschulheim Steinmühle gehen, wollte ich mir dieses mal ansehen und fuhr nach einer telefonischen Terminvereinbarung kurzerhand dorthin. Vorweg kann ich sagen, dass das Vorstellungsgespräch sehr angenehm war und schnell über die Bühne ging. Innerhalb von wenigen Stunden war das Ganze gelaufen und meine Entscheidung stand fest, doch hier erstmal der Ablauf:
Direkt nach der Ankunft kam es zu einem Treffen zwischen dem Internatsleiter und mir, da ich erwog, das direkt mit der Schule verbundene Internat zum Wohnen zu nutzen. Der Empfang war sehr freundlich und warm und nach einem kurzen Austausch von Begrüßungsworten ging es zur Schulleitung. Die Direktorin bat meinen Vater und mich in ihr Büro, wo wir erstmal darüber sprachen, warum ich die Schule wechseln wollte. Ich hatte zuerst die Befürchtung, dass aufgrund meiner Fehlzeiten und dementsprechenden Noten unangenehme Situationen aufkommen könnten, doch dem war nicht so. Die Direktorin war sehr freundlich, schaute sich meine Zeugnisse an und bot mir schnell Hilfestellung bezüglich der Kurswahlen und Unterrichtsinhalte an. Ich war wirklich überrascht, wie offen sie auf mich zuging, ohne mich schief oder belehrend anzusehen. Nachdem das erledigt war, ging es zurück zum Internatsleiter, der mir die verschiedenen Gebäude auf dem Internatsgelände zeigte und schon mal die wichtigsten Grundinformationen dazu gab.
Aufgrund des angenehmen Klimas sagte mir die Schule sofort zu, weshalb ich mir die entsprechenden Unterlagen zuschicken ließ und dadurch einer Anmeldung nichts mehr im Wege stand.
Ich muss noch hinzufügen, dass ich freiwillig zurück in die 12. Klasse gegangen bin, obwohl mir der Internatsleiter anbot, ich könne auch direkt in das Schuljahr einsteigen, wenn ich wolle. Dies lehnte ich jedoch ab und war somit insgesamt zwei Jahre auf der Steinmühle.

Übrigens: Für Schüler, die das Internat nutzen wollen und sich nicht sofort entscheiden können, besteht die Möglichkeit dort für kurze Zeit auf Probe zu wohnen.

= Das Landschulheim Steinmühle
=

Das Landschulheim Steinmühle liegt direkt an der Lahn in einem Vorort von Marburg namens Cappel und ist umgeben von Wald und flachen Feldern. Dadurch ist es jedoch keineswegs von der Umwelt abgeschieden, denn bis Marburg sind es nur 3 km und die Busverbindungen sind sehr gut.
Die Schule selbst ist ein staatlich anerkanntes Gymnasium (Klassen 5-13) und wurde 1949 gegründet. Damals hieß es noch "Dr. Müller's Landerziehungsheim Steinmühle" und umfasste grade mal 50 Schülerinnen und Schüler, die in der auf dem Gelände befindlichen Mühle wohnten. Mit den Jahren erweiterten sich die Wohnmöglichkeiten, sodass man heute neun Gebäude vorfinden kann, in denen unterrichtet und gewohnt wird. 100 Schüler können in dem Internat leben und 500 Schüler gehen auf die Schule. Dabei handelt es sich sowohl um Internatsschüler als auch um externe Schüler, die in Marburg und Umgebung wohnen.
Leiter des Internats ist nicht mehr besagter Dr. Müller, sondern Familie Buurmann, die sich seit Mitte der 60er Jahre darum kümmert, dass alles in geregelten Bahnen abläuft.

= Das Schulgelände im Überblick
=

Das Schulgelände ist über eine kleine, asphaltierte Allee zu erreichen, die rechts und links mit Bäumen gesäumt ist. Zuerst gelangt man auf den Parkplatz, der ausreichend Parkmöglichkeiten für Schüler und Besucher liefert. Auf das Gelände selbst kommt man mit dem Auto nur durch eine Schranke, wobei man zuvor bei dem dabeistehenden Haus klingeln muss, damit einem jemand öffnet. Als Internatsschüler bekommt man im Fall der Fälle auch mal einen Schlüssel von dem entsprechenden Erzieher geliehen, damit man seine mitgebrachten Dinge direkt vor dem Wohnhaus ausladen kann.
Hinter der Schranke befindet sich ein Hof, auf dem mittig ein Brunnen steht, welcher von verschiedenen Gebäuden umgeben ist. Die Baustile sind dabei sehr unterschiedlich. Zum einen findet man uralte Fachwerkhäusern, zum anderen aber auch modernere Bauweisen aus den 60 und 70er Jahren mit Flachdach und viel Glas.
Etwas abseits des Hofes in einer Ecke beim Parkplatz steht ein alter Eisenbahnwaggon, der mit seinem kleinen Vorplatz den Schülern als Raucherecke dient. Da der Hausmeister dort regelmäßig seine Runden dreht, wirkt der Platz sehr sauber.
Neben der Raucherecke befinden sich ein mittelgroßes Sportfeld mit Basketballkörben und dahinter eine Turnhalle.
Verlässt man den Hof kommt man vorbei an einem Reitstall, einem Blockhaus und gelangt schließlich zum Westfalenhaus. Die Aufteilung de einzelnen Gebäude sieht wie folgt aus:

Das Westfalenhaus
Das Westfalenhaus liegt etwas abseits von dem Haupthof und ist umgeben von Wiesen. Zu meinen Zeiten wohnten in diesem Haus die Mädchen aus den Klassen 7-13 auf zwei Stockwerke verteilt. Jede Klasse hat dabei seinen eigenen Flur, bestehend aus 5-8 Zimmern und einem Duschraum. In diesem Raum befinden sich jeweils drei Toiletten, zwei verschließbare Duschkabinen sowie ein bis zwei kleine Waschbecken.

Die Mühle
Die Mühle gibt es seit Gründung des Landschulheims und ist ein dementsprechend altes Fachwerkhaus mit Mühlrad. Es umfasst mehrere Stockwerke, in denen die Jungen der Klassen 12 und 13 untergebracht sind.

Das Bremerhaus
Das Bremerhaus liegt zentral am Haupthof und dient mit seinen drei Stockwerken sowohl als Wohnfläche, aber auch als Unterrichtsraum. Dabei wird in den oberen Stockwerken gewohnt und im Erdgeschoss gelehrt. Diese Kombination macht keinerlei Probleme, da man oben nichts von unten hört und unten nichts von oben.
In dem Haus wohnen die Jungen der 10. bis 13. Klasse (die oberen Klassen verteilen sich auf Mühle und Bremerhaus).

Das Biohaus
Das Biohaus heißt Biohaus, weil in diesem Haus die Biologie und Chemie unterrichtet wird. Über den Lehrräumen wohnen die Mädchen aus der 5. bis 7. Klasse.

Das Stammhaus
Im Stammhaus wohnen die jüngeren männlichen Schüler und gleichzeitig wird darin Kunst und Musik unterrichtet. Es umfasst zwei Stockwerke und wirkt mit seinem Äußeren wie ein typisches Gebäude aus den 60er/70er Jahren.

Das Schulgebäude
Das Schulgebäude ist eines der Gebäude mit den meisten Räumen. Diese sind im Allgemeinen mit vielen Fenstern versehen und dadurch recht hell und freundlich. Verteilt auf zwei Stockwerke findet man hier

Bilder von Landschulheim Steinmühle, Marburg
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Hofansicht
nummerierte Klassenräume, in denen alles gelehrt wird, was in den anderen Räumen nicht zum Zuge kommt (Mathe, Englisch, Deutsch,….). Des Weiteren umfasst es das Lehrerzimmer und eine kleine Schulbibliothek mit viel Licht und Computern.

Das Blockhaus
Das Blockhaus ist wie der Name schon sagt ganz aus Holz und besteht sowohl auf der Rück- als auch auf der Vorderseite aus großen Glasfronten, was zwar für sehr viel Licht sorgt, im Sommer aber auch recht warm werden kann. Hier werden hauptsichtlich Politik und Deutsch unterrichtet, das kann jedoch variieren.

Die Internatsverwaltung
Hier haben der Internatsleiter und seine Sekretärin ihr Büro, d.h. bei Fragen oder wenn es um die Post oder sonstige Verwaltungsangelegenheiten geht, kann man in diesem Gebäude Hilfe bekommen. Es liegt direkt am Hof und ist leicht zu finden.

Der Speisesaal
Der Speisesaal ist ein einstöckiges, verhältnismäßig großes Gebäude, in dem die Schüler essen oder Feste stattfinden. Somit dient es nicht nur als Speisesaal, sondern auch als Aula. Ebenso findet man hier eine Art Cafe mit Billardtisch, Tresen und Sitzgelegenheiten.


Die oben genannten Wohnhäuser sind alle mit ausreichend Duschen und WCs ausgestattet.
Das Gelände ist sehr übersichtlich, sodass man sich schnell zurechtfindet und dadurch, dass die Gebäude so nah beieinander liegen, wirkt das Ganze recht familiär.
Es ist meist sehr sauber und bekommt durch den Brunnen und die Mühle einen gewissen Charme.

Besonderheiten auf dem Gelände sind ein Tennisplatz, ein Beachvolleyballfeld, die Reitställe und ein Bootshaus (dazu später mehr).

= Die Umgebung
=

Wie bereits erwähnt, liegt das Landschulheim inmitten der Natur. Egal wo man hin sieht, überall sind Felder oder Wälder. Direkt neben dem Gelände verläuft die Lahn und mit einem kurzen Fußmarsch erreicht man das Ortsinnere von Cappel.
Die Felder eignen sich sehr gut zum Spazieren gehen oder Fahrradfahren. Mit dem Fahrrad braucht man nur ungefähr 15-20 Minuten nach Marburg und muss dabei kaum über Hauptstraßen fahren, da die Fahrradwege gut ausgeschildert sind.
Die Lahn bietet mit ihren Stegen eine gute Schwimmmöglichkeit im Sommer, allerdings ist das nicht jedermanns Sache, da in dem Wasser viel Zeug aus der Natur rumschwimmt. Mit etwas Glück kann man dort auch Enten und Schwäne finden.

In Cappel selbst findet man alles, was man braucht, so z.B. Ärzte, einen Schreibwarenladen, eine Drogerie, einen Friseur und einen Supermarkt sowie Cafes. Durch seine kleinen Gassen wirkt der Ort teilweise recht idyllisch. Ein Tierheim findet man auch in der Nähe, allerdings ist das sehr klein und die Leiter sind nicht immer so freundlich.
Bei den Internatlern war die Aral-Tankstelle immer sehr beliebt, da sie direkt an der Allee zur Schule liegt und mit dem Angebot von Getränken, Backwaren, Zeitschriften und Süßigkeiten alles bietet, was man zwischendurch so brauchen kann.

Bis nach Marburg kommt man am besten mit dem Fahrrad oder mit dem Bus. Die Verbindungen sind dabei leicht zu finden und ziemlich gut. Die Busse fahren regelmäßig ohne Verzögerung.
Mit dem Auto kann man natürlich auch fahren. Auch hier ist die Verbindung gut und man findet sich schnell zurecht.

Alles in allem liegt das Schulgelände also genau richtig. Man hat es nicht weit bis Marburg, ist von sehr viel Natur umgeben und kommt für kleinere Besorgungen schnell in den Ort Cappel. Es fehlt also an nichts.

= Die Zimmer

Zu Beginn des Schuljahres bekommt man ein Zimmer zugeteilt. Gewöhnlich kann man sich mit den anderen Schülern einigen, wer welches Zimmer bekommt und meistens ist es so, dass man, wenn man damit zufrieden ist, ein Zimmer über Jahre hinweg behält.
Die Zimmer variieren, was Größe und Klima betrifft, von Haus zu Haus. Ich werde hauptsächlich meine Wohnsituation im Westfalenhaus beschreiben, da ich mit dieser vertraut bin.
Die Zimmer sind allgemein betrachtet verhältnismäßig klein, bieten aber trotzdem ausreichend Platz für die Möbel, die man braucht, d.h. wenn man das Zimmer bezieht, findet man ein einfaches Bett, ein Regal, einen Schreibtisch, einen Kleiderschrank und einen Schrank für Kosmetikartikel und Handtücher vor. Dieser Schrank ist vorne verspiegelt und drehbar (hinten befinden sich die Fächer).
Mehr passte in meinen Raum aufgrund der Größe nicht rein, aber das Zimmer meiner Nachbarin war etwas größer, sodass sie auch noch eine Couch hinein stellen konnte. Es kommt also wirklich drauf an, welches Zimmer man bekommt. Ebenso verhält es sich mit dem Lichteinfall. Vor manchen Fenstern befinden sich Bäume, sodass sie eher schattig sind, doch ich hatte mit meinem Glück. Mein Ausblick ging auf eine Wiese hinter dem Haus, die mit ihren hohen, schmalen Bäumen ein schönes Bild bot. Ich hatte den ganzen Tag Sonne und fühlte mich so ganz wohl.
Neben der vorgegebenen Grundausstattung an Möbeln gibt es in jedem Zimmer eine geflieste Waschecke mit Waschbecken, was ich als sehr praktisch empfand, da man so nicht immer in den Waschraum gehen musste, um sich die Zähne zu putzen oder sich zu waschen.
Bei der Gestaltung der Räume hat man größtenteils freie Hand, d.h. man kann Bilder aufhängen und Möbel verrücken. Allerdings darf man die Wände nicht umstreichen. Meine Zimmernachbarin hatte Laminat in ihrem Raum, also nehme ich an, dass man das nach Absprache mit dem Internatsleiter selber verlegen darf. Allerdings stellt sich die Frage, ob sich das lohnt, wenn man dort nur wenige Jahre wohnt.
Was die Möbel betrifft, lässt sich sagen, dass diese sehr einfach, aber zweckmäßig sind. Der Rahmen des Bettes ist aus Holz ebenso wie Schrank, Schreibtisch und Regal. Bei dem Bett handelt es sich allerdings wirklich um eine einfach Konstruktion: Der Lattenrost ist eine zugeschnittene Spanplatte und die Matratze aus Schaumstoff. Viele Internatler haben sich darüber beschwert, allerdings konnte ich dort immer sehr gut schlafen. Die Liegefläche war weder zu hart, noch zu weich und hat meinem Rücken nicht geschadet.

Jeden Morgen, wenn man in der Schule ist, kommt eine Raumpflegerin, die den Boden wischt, den Papierkorb leert und die Waschecke säubert. Das ist natürlich sehr praktisch, allerdings kann sie sich bei der Erzieherin beschweren, wenn das Zimmer wie ein Saustall verlassen wurde. Ein bisschen aufräumen sollte man also schon.
Wenn man morgens länger schlafen kann, sollte man eben einen Zettel an die Tür hängen oder die Mülltüte rausstellen. Das ist kein Problem.

Vor den Sommerferien muss das Zimmer komplett geräumt werden (bis auf die zur Verfügung gestellten Möbel natürlich), da in den Ferien manchmal Seminare oder Projekte auf dem Gelände stattfinden und die Zimmer dann anderweitig vergeben werden. Ebenso wird in den Ferien eine Grundreinigung durchgeführt.
In den Herbst- und Winterferien kann alles, was man besitzt, in den Zimmern bleiben. Sie sind von außen abschließbar, wodurch nichts geklaut werden kann.

Das Klima auf den Fluren ist eigentlich recht harmonisch. Meistens geht man einfach mal auf einen Sprung ins Nachbarzimmer oder auf einen Kaffee auf einen anderen Flur. Stereoanlage und Fernseher sind bei den älteren Schülern erlaubt, ebenso ist das Rauchen ab 16 auf den Zimmern gestattet.
In jedem Raum gibt es einen Internetanschluss für den eigenen Computer. Besitzt man keinen, kann man einen von den PCs im Computerraum nutzen.

= Die Erzieher
=

Jedes Haus hat ein bis zwei Erzieher zwischen 28 und 40 Jahren, die für die Schüler da sind. Sie sorgen dafür, dass man seine Hausaufgaben macht und rechtzeitig ins Bett geht, sind aber gleichzeitig sehr locker drauf und meistens für einen da, wenn man etwas braucht. Wirklich streng sind sie also nicht.
Die Erzieher nehmen in der Zeit, wo man auf dem Internat ist, fast die Position des Erziehungsberechtigten ein, d.h. sie regeln die Taschengeldvergabe und sprechen mit den Lehrern, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Außerdem organisieren sie die Hausabende und Lerngruppen.
Bei den älteren Schülern sind sie nachsichtiger als bei den jüngeren, was ich jedoch auch sehr sinnvoll finde, da man sich mit 20 teilweise nicht mehr soviel sagen lässt und somit das Klima entspannter ist.

= Die Schüler
=

Das Alter der Schüler variiert von 12 bis 24. Viele, die das Abitur woanders nicht geschafft haben, werden hier aufgenommen und bekommen so noch eine Chance. Allerdings gibt es auch diejenigen, die von ihren Eltern abgeschoben wurden. Was den sozialen Status betrifft gibt es große Unterschiede. Die einen leben vom Staat, die anderen bekommen jeden Monat 400 € Taschengeld. Trotz dieser Unterschiede ist das Miteinander jedoch recht harmonisch. Man kommt klar, weil man einfach klarkommen muss. Man kann sich seine Mitbewohner nicht aussuchen und wenn man teilweise mit 20 Leuten in einem Haus wohnt, muss man Rücksicht nehmen. Ich persönlich hatte mit niemandem Stress, habe mich aber vorwiegend an die Leute gehalten, die mit mir auf einer Wellenlänge waren. Mit den anderen wechselte ich mal ein freundliches Wort, aber das wars auch.
Das einzige, was etwas schwierig ist, ist die Tatsache, dass sich Grüppchen bilden. Die Schüler, die schon lange auf das Internat gehen, sind eine eingeschworene Gruppe, in die man nicht so leicht reinkommt. Deshalb freunden sich neue Schüler untereinander eher an, als neue mit alten Schülern.
Die jüngeren Mädchen, die ihre Eltern hin und wieder vermissen, können gewöhnlich auch mal zu den Größeren kommen und dort aufgemuntert werden.
Letztlich macht das alles also einen recht angenehmen Eindruck, allerdings ist das nur die Oberfläche. Unter dem Ganzen gibt es doch recht viel Gruppenzwang. Wenn man gewisse Saufspielchen an abgelegeneren Orten nicht mitmacht, ist man automatisch etwas außen vor und muss sich seinen Respekt erkämpfen. Wer ein geringes Selbstbewusstsein hat, hat dabei verloren. Wer sich jedoch durchsetzen kann, der wird in Ruhe gelassen.
Es ist überall so, dass immer irgendwer auf den Schwächeren rumhackt, doch auf dem Internat ist das für die betroffene Person schwieriger als sonst, da sie weitab von Zuhause gezwungen ist, klarzukommen. Für manche kann das schon sehr hart sein, aber zum Glück finden sich meist welche, die etwas rücksichtsvoller sind und probieren, den anderen zu helfen oder sie zu integrieren.
Ein weiteres Problem ist der Konsum von Drogen. Ungefähr 40% der gesamten Anzahl von Internatsschülern hatten zu meinen Zeiten mit Drogen zu tun und es gab auch Vorfälle von psychischen Störungen. Das sind jedoch eher Ausnahmen, nichts desto trotz tragen sie zum Gesamtklima bei.
Wer denkt, sein Kind sei auf einem Internat vor negativen Einflüssen behütet, der irrt sich. Zwar probieren die Erzieher so was zu kontrollieren, allerdings findet man immer eine Lücke. Das ist nicht nur an diesem Internat so, sondern an vielen.
Hanni und Nanni sind eben nur Fiktion und nicht das wahre Leben.

= Die Regeln und Veranstaltungen im Internat
=

Es gibt einige Grundregeln, was das Internatsleben betrifft und wodurch der Tag eine gewisse Regelmäßigkeit verliehen bekommt.
Um 7 Uhr morgens geht die Erzieherin durch die einzelnen Flure und weckt die Schüler, falls diese noch nicht wach sind. Bis 7.45 h muss man beim Frühstück erscheinen. Kommt man zu spät, steht man vor verschlossenen Türen und bekommt gegebenenfalls einen Strafdienst.
Um 8.10h beginnt die Schule und um 13.10h gibt es Mittagessen, das von den Lehrern und Schülern in einem Raum eingenommen wird. Für manche mag das unangenehm erscheinen, ist aber eigentlich eher familiär und persönlicher als an anderen Schulen. Gewöhnlich haben Lehrer und Schüler ihre eigenen Ecken, also kann man sich jeweils ungestört unterhalten.
Nach dem Mittagessen hat man bis 14h Freizeit, bevor der Nachmittagsunterricht beginnt.
Die Arbeitsstunde fängt um ca. 16h an und endet um 18h. In dieser Zeit sollte man sein Zimmer nicht verlassen und sich um die Hausaufgaben kümmern. Hin und wieder geht eine Erzieherin rum und guckt, was man so macht. Ist man mit den Hausaufgaben fertig, sollte man sich weiterhin ruhig verhalten, kann aber auf dem Zimmer tun und lassen, was man möchte.
Nach der Arbeitsstunde gibt es Abendessen und um 22.30 ist für die Großen Bettruhe. Die jüngeren Schüler müssen entsprechend früher ins Bett. Auch da dreht wieder eine Erzieherin ihre Runden und sagt Gute Nacht. Meistens kann man noch lesen und hin und wieder wird die Bettruhe auch etwas hinausgezögert. Es gibt also Regeln, die man einhalten sollte, aber die Erzieher lassen auch mit sich reden.

Abgesehen vom Frühstück sind die Mahlzeiten keine Pflicht. man muss also nicht unbedingt zum Mittag- und Abendessen erscheinen, sollte jedoch bedenken, dass man sonst kein Essen bekommt oder sich selbst etwas zubereiten muss. Das Westfalenhaus verfügt über eine Küche, die man dafür nutzen kann.
Nachmittags gibt es um 16h eine Brötchenausgabe mit Kakao oder Milch.

Eine weitere Regel ist die Belegung von AGs. Wenn man sich in der Vorbereitungsphase zum Abitur befindet, ist man davon frei gesprochen, bis zur 13 I muss man jedoch zwei AGs belegen. Diese finden einmal in der Woche statt und befassen sich mit unterschiedlichen Themen. So gibt es sportliche AGs wie Schwimmen oder Badminton, aber auch eine Film- oder Billard-AG. Das Angebot ist breit gefächert. Hält man die Termine jedoch nicht ein, erwartet einen wieder ein Strafdienst, wenn man keine angemessene Entschuldigung hat.
Die Strafdienste bestehen meist darin, dass man beim Essen den Tisch abräumen muss. Dieser Dienst geht von Haus zu Haus, sodass jeder einmal mit anpacken muss. Die Strafdienstler werden dann in die reguläre Ordnung eingeschoben.

Nach Hause fahren darf man nur jedes zweite Wochenende. Die restlichen Wochenenden verbringt man im Internat, was jedoch ganz sinnvoll ist, da man so die anderen besser kennenlernt und nicht dauernd aus dem Geschehen heraus gerissen wird.

Neben all diesen Regeln gibt es jedoch auch Veranstaltungen, so z.B. diverse Parties zu Fasching oder Weihnachten und Wochenendaktionen. Bei solchen Aktionen macht man an einem Tag des Wochenendes mit allen Internatlern etwas gemeinsam. Meine erste Aktion bestand darin, dass wir in Gruppen aus diversem Schrott ein Floß bauen und damit über die Lahn fahren mussten. Wer am schnellsten und trocken drüben ankommt, hat gewonnen und bekommt einen Preis. Im Sommer enden solche Aktionen meist mit Grillen und einer kleinen Party.
Im Winter fahren alle zusammen Eis laufen oder machen andere derartige Sachen.
Der Nachteil an solchen Veranstaltungen ist, dass sie Pflichtveranstaltungen sind, d.h. man muss teilnehmen, wodurch der Spaß schon wieder etwas verloren geht. Der Sinn dahinter ist, dass man lernt mit den anderen klar zu kommen und gemeinsam zu arbeiten, auch wenn man sonst nichts miteinander zu tun hat. An sich ist das eine gute Idee, jedoch kamen mir diese Aktionen teilweise so vor, als wolle man eine Gemeinschaft erzwingen.

Des Weiteren gibt es den Hausabend. Alle Bewohner eines Hauses treffen sich einmal pro Woche im Gemeinschaftsraum, um neue Regeln oder Veranstaltungen zu besprechen. Durch verschiedene Feste gibt es eine Hauskasse, die dazu genutzt wird, dass man entweder neue Anschaffungen für alle macht (z.B. Wäscheständer) oder an einem Abend zusammen ausgeht (entweder was trinken oder ins Kino usw.).

Möchte man abgesehen vom Hausabend ausgehen, steht einem ab 18 Jahren zweimal pro Woche (einmal unter der Woche und einmal am Wochenende) ein Schlüssel zur Verfügung, womit man auch nach der Bettruhe das Haus betreten kann.
Ohne Schlüssel kommt man ab 22.30h nicht mehr hinein.
= Das Herbstfest und Weihnachten
=

Das Herbstfest findet einmal im Jahr statt. Dort kommen alle Ehemaligen zusammen und die Internatler backen dafür Kuchen oder sorgen für Getränke. Dieses Fest wird sowohl vom Internat als auch von der Schule organisiert, sodass es viele Aufführungen und Projektstände gibt. Abends geht das Fest in eine gemütliche Runde mit Getränken und Zusammensitzen über.
Wichtig ist, dass jeder etwas zu dem Fest beiträgt und seine Aufgabe hat, damit die Organisation gut über die Bühne geht. Durch den Verkauf von Kuchen fließt Geld in die jeweilige Hauskasse.

Ebenso ist es bei der Weihnachtsfeier. Diese ist intern, d.h. die Internatler und ihre Eltern sowie Erzieher und Internatsleiter kommen zum Essen zusammen und gestalten den Abend gemeinsam mit Aufführungen. Meist geht es an solchen Abenden ganz lustig zu, da die Internatler die Erzieher mal ordentlich auf die Schippe nehmen können.
Nach dem Programm fahren die Eltern meist nach Hause und die Schüler gehen noch gemeinsam in die Stadt.

= Die Internatsfreizeit
=

Jedes Jahr fährt das gesamte Internat im Sommer für ein Wochenende an den Edersee. Dabei wird in großen Zelten direkt am See übernachtet. Abends wird gegrillt, tagsüber geschwommen, Beachvolleyball gespielt oder es werden andere
Gruppenspiele veranstaltet.
Die meisten Internatsschüler freuen sich sehr auf diese Freizeit und wenn das Wetter mitspielt ist es dort wirklich schön, weil man direkt in der Natur ist, viel Freizeit hat, aber auch gemeinsam den Tag gestaltet.

= Das Essen im Internat
=

Ich muss sagen, dass das Essen im Internat meistens wirklich ausgezeichnet war. Angefangen beim Frühstück lässt sich sagen, dass das Angebot vielfältig war. Es gab jeden Morgen Müsli, Brötchen, Brot, Kaffee, Tee, Milch, Quark, Joghurt, Honig, Nutella, Wurst, Käse, Marmelade, Obst usw.
Mittags hatte man jeden Tag die Wahl zwischen einem vegetarischen und einem fleischhaltigen Gericht. Jedes Mittagessen besteht aus einer Beilage (Nudeln, Kartoffeln, Reis usw.), Gemüse (Blumenkohl, Bohnen, Möhren, Broccoli usw.) und Fleisch (Schnitzel, Braten, Würstchen, aber auch Strauß und Känguru). Ebenso gibt es jeden Tag Nachtisch (mal ein Joghurt, aber auch Pudding oder Obstsalat).
Zum Abendessen gibt es verschiedene Brotsorten, Käse und Wurst sowie Salat.

Zweimal in der Woche müssen alle zum Abendessen erscheinen, da dann gemeinsam warm gegessen wird. Oft werden Wünsche der Schüler berücksichtigt. An solchen Tagen gibt es mittags meist leichtere Kost wie Suppe oder Salat.

Einmal im Monat findet sonntags ein Brunch statt. Der Tag war immer sehr beliebt, da es dann Lachs und Ei, Croissants und Saft gab. Eine tolle Abwechslung gegenüber dem sonstigen Frühstück und vor allen Dingen ein sehr gemütliches Beisammensein.

Alles in allem war ich mit dem Essen sehr zufrieden und der Koch war wirklich spitze! Die Frauen, die an der Essensausgabe standen waren meist freundlich und gingen auf die persönlichen Wünsche ein. Zudem war die Vielfalt an Speisen ein großer Pluspunkt.

= Taschengeld und Elternkonto
=

Den Schülern steht jede Woche ein Taschengeld zu, das nach den einzelnen Klassen abgestuft ist. Die Beträge liegen dabei zwischen 4 und 8 € und werden vom Elternkonto abgebucht. Für sonstige Ausgaben gibt es einen Elternkontoantrag. Darauf wird vermerkt, was man braucht und der Antrag schließlich vom Erzieher abgezeichnet. Eltern, die ihr Geld beisammen halten wollen, sollten vorher mit dem Erzieher Absprachen treffen, da es ziemlich leicht ist sich durch die Anträge einfach mal so Geld für alles mögliche zu beschaffen.
Den Antrag legt man dann im Internatsbüro vor und bekommt anschließend den Betrag ausgezahlt.

= Zusatzangebote
=

Das Internatsgelände verfügt über einen Tennisplatz, den man kostenlos nutzen kann und über einen Reitstall. Dort kann man soweit ich weiß gegen Geld sein eigenes Pferd unterstellen oder auch eins der anderen 38 Pferde für den Reitunterricht nutzen. Eine Einzelstunde kostet dabei ungefähr 20 €. Der Unterricht findet sowohl draußen als auch in einer Halle statt.

Für neue Internatler werden Stadtrundführungen oder Kennenlernabende in denCafés der Stadt angeboten.

= Die Schule
=

Ich muss sagen, dass die Schule im Vergleich zu meiner alten Schule wirklich spitze war. Das Klima zwischen Lehrern und Schülern ist sehr warm und freundlich und wenn man mal ein Problem hat, wird einem geholfen, es zu lösen.
Kennt man es von anderen Schulen, dass das Lehrerzimmer nicht betreten werden darf, so ist das hier kein Problem. Der Unterricht wird sehr interessant gestaltet, sodass neben gewöhnlichen Unterrichtstunden auch Gruppenarbeit, Rollenspiel und Gesprächsrunden eingesetzt werden.
Die Inhalte der Unterrichtstunden verlaufen nach dem gesetzlich geregelten Lehrplan, d.h. man nimmt all das durch, was an jedem anderen Gymnasium auch auf dem Plan steht.
Die Schüler setzen sich aus Internen (Internat) und Externen zusammen, wobei oft auch Schüler aufgenommen werden, die an anderen Schulen kaum noch Chancen haben.
Hat ein Schüler Probleme beim Lernen oder in seinem sozialen Umfeld, probiert der Lehrer diese durch Gespräche und Rücksicht zu lösen.

Besonderheiten im Lehrplan sind die Fächer Schwimmen und Rudern. Durch das schuleigene Bootshaus direkt an der Lahn liegt es nahe, dass man dieses auch nutzt und in den Sportunterricht integriert. Meiner Meinung nach ist das eine gelungene Abwechslung.

Was die Leistungskurse anbelangt, ist das Angebot groß und erstreckt sich von Mathe und Deutsch über Englisch, Chemie und Biologie bis zu Kunst und Musik. Für jeden ist etwas dabei und der Oberstufenbetreuer hilft einem bei der Zusammenstellung.
Des Weiteren gibt es in der Oberstufe Tutorien, in denen das Wichtigste und Organisatorisches besprochen wird. Diese Tutorien bestehen meist aus einem der Leistungskurse, die man gewählt hat.

Um nicht nur auf die Theorie des Lernens einzugehen, gibt es in der 12. Klasse das BOA-Projekt. Dabei befassen sich Schüler über mehrere Wochen hinweg mit ihrer beruflichen Zukunft und nehmen an Kursen teil, die über die Berufschancen aufklären. Ebenso wird ein Praktikum absolviert, über das im Anschluss ein Bericht geschrieben werden muss, der benotet wird.

Was die Klausuren und Abiturvorbereitung betrifft, verläuft alles so wie an anderen Schulen auch.

= Besonderes in den einzelnen Klassenstufen
=

5. Klasse
Freizeitangebote in der Mittagspause
Schwimmunterricht

8. Klasse
Rudern im Sportunterricht
Ruderfreizeit am Edersee
Frankreichaustausch
Exkursion der Lateinschüler
projektartiger Unterricht

9. Klasse
3-wöchiges Betriebspraktikum

10. Klasse
Ethikunterricht (parallel zum Religionsunterricht)

Jahrgangsstufe 11
Leistungskursvorbereitung
Projektfahrten

Jahrgangsstufe 12
Leistungskurswahl
Bildung von Tutorgruppen

Jahrgangsstufe 13
Studienfahrten
Abitur (März und Juni)

Ganztagsschule bei den Klassen 5 bis 8
Nachhilfe durch Fachlehrer möglich
Kurse für Ausländer zum Erlernen der deutschen Sprache

= Daten und Papiere für die Aufnahme
=

Kontakt:

Landschulheim Steinmühle
Steinmühlenweg 21
35043 Marburg
Schule: Telefon 06421 40820
Fax 06421 40840
Internat: Telefon 06421 4080
Fax 06421 40842
Internet: www.steinmuehle.de

Hat man sich für das Landschulheim Steinmühle entschieden, benötigt man folgende Papiere für die Anmeldung (jeweils Kopien in mehrfacher Ausführung):
Die Zeugnisse
Kopie der Krankenkassen-Chipkarte
Impfpass
Kopie des Personalausweises
Fragebogen, der vom Hausarzt ausgefüllt wird
Passbilder

Das Schulgeld beträgt 205 € und die Kosten für das Internat belaufen sich monatlich auf ungefähr 1000-1700 € (hängt von den finanziellen Mitteln der Familie ab).
Ein teurer Spaß, der aber letztlich auch in schwierigen Fällen zum Ziel führen kann.

= Fazit
=


Das Internat bietet einem viel Abwechslung, aber auch Regeln, die eingehalten werden müssen. Manchmal können einem diese Regeln ganz schön auf die Nerven gehen, aber im Großen und Ganzen sorgen sie dafür, dass man einen geregelten Tagesablauf hat und sich auf die Schule konzentriert.
Was die Schüler betrifft, kann man sagen, dass es da recht viele schwarze Schafe gibt. Man hat das Gefühl, dass entweder hoffnungslose Fälle oder Kinder, die von ihren Eltern abgeschoben werden, dort landen (wie bei vielen Internaten). Der Gruppenzwang ist recht groß und man muss schon das nötige Selbstbewusstsein haben, um sich davon abzugrenzen. Saufspiele und Drogenkonsum sind keine Seltenheit, das beschränkt sich jedoch eher auf Schüler ab 15/16 Jahren. Die Erzieher können dagegen eigentlich kaum etwas tun, auch wenn sie sonst dafür sorgen, dass Regeln eingehalten werden.
Das Klima im Alltag allgemein ist recht umgänglich und angenehm.
Nutzt man das Landschulheim als Schule, hat man meiner Meinung nach einen Glückstreffer gelandet! Die Lehrer besitzen größtenteils viel Humor, sind sehr umgänglich und gehen auf die Probleme eines jeden Schülers ein. Der Unterricht erfolgt nach vorgeschriebenem Lehrplan und das Klima ist sehr warm und angenehm. So war mein Eindruck in den zwei Jahren.
Alles in allem vergebe ich aufgrund der guten Schule und der Unterstützung von konzentriertem Lernen im Internat 4 Sterne. Einen Stern Abzug gibt es für den Gruppenzwang innerhalb der Internatsschüler. Dieser kann sich jedoch im Laufe der Zeit auch vermindern, da die Schüler schließlich jährlich wechseln.

Geländerundgang unter:
http://www.steinmuehle.biz/rundgang/rundgang.html

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Lexus1984

Lexus1984

02.04.2007 13:52

verdammt guter Bericht... Gruß Lars

dahmane

dahmane

05.03.2007 20:04

"b.h." folgt morgen. Vielleicht wäre - unter anderen Voraussetzungen - auch Laubach (bei Gießen) eine Alternative gewesen. Das Internat ist musischer orientiert.

golftango79

golftango79

19.01.2007 16:00

Wow! Für mich leider zu spät ... :-) Liebe Grüße Gerhard

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