Lanzarote

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Erfahrungsbericht über "Lanzarote"

veröffentlicht 29.01.2017 | happy150748
Mitglied seit : 19.01.2001
Erfahrungsberichte : 45
Vertrauende : 15
Über sich :
Wir wohnen im Raum Frankfurt. Schon die Nähe zum "Weltflughafen" und die damit verbunden guten Startchancen weckt ständig meine Reiselust. Kann man ja sicher gut den diversen Reiseberichten entnehmen.
Ausgezeichnet
Pro Klima, Infrastruktur, problemlose Anreise, sehr guter Service, prima Sportprogramm
Kontra Pool und insbesondere Whripool zu kalt und nicht nutzbar
sehr hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"Lanzarote Teguise Diver Hotel"

Liebe Reisefreunde,
in bekannter Form wieder mal eine Mischung zwischen allgemeinen Urlaubstipps und rein persönlichen Erfahrungswerten bzw. Aktivitäten und Erlebnissen auf der wunderbaren Ferieninsel Lanzarote.
Bilder werden nachgereicht.

Freitag, 6.1.2107 - Anreise -
Was für eine Kälte bei uns. Wie üblich kam der Wintereinbruch mit dem Jahreswechsel. In Bayern bis minus 19 Grad. Im Frankfurter Raum noch erträgliche -3 Grad.
Also in den dicksten Winterklamotten zum Flughafen.
Condor Flug. Unglaublich schneller Check In. Da der Drucker mal wieder streikte, konnten wir zu Hause nicht online einchecken und den Bordingpass ausdrucken. Daher in die 3. Schlange einreihen müssen, aber wie gesagt alles sehr zügig. Noch nicht mal die Reiseunterlagen vorlegen müssen. Es genügte der Pass. Anscheinend gehen immer mehr Reiseveranstalter zum papierlosen Ablauf über.
Wir waren schon um 8.00 Uhr im Flughafen. Boarding war erst um 9.30 Uhr. Etwas völlig Neues kennengelernt. Der Boardingraum auf C2 hatte keine Toilette und eine eigene Sicherheitskontrolle. D.h. wenn man drin war, war ein Zurück z.B. auf die Toi nicht möglich. Wir hatten mal wieder Gangplätze wegen der etwas größeren Bewegungsfreiheit genommen. War vielleicht ein Fehler. Bei herrlich blauem wolkenlosen Himmel den tollen Blick auf das Rhein Main Gebiet und beim Anflug auf die Kanaren den schönen Blick auf Lanzarote und das unmittelbar danebenliegende Fuerteventura verpasst.
Flieger fast voll. Nur im Heck 4 bis 5 Plätze frei.
Wir wussten ja, dass Condor sparen muss um der Billigfliegerkonkurrenz wie RynAir etc. Paroli bieten zu können. Dass es aber noch nicht mal Wasser gab, schon heftig. 2,50 Euro für ein kleines Fläschchen Mineralwasser der Hammer.
Weil der Flieger noch enteist wurde, mit einer Stunde Verspätung Frankfurt verlassen. Aufgrund guter Winde noch nicht mal 4 Stunden Flugzeit. Wegen der geringen Sitzabstände hat es aber auch gereicht. Müssen künftig mal versuchen die Sitzplätze am Notausgang zu buchen. Aufpreis m.W. erträglich.
Koffer diesmal erst bei den letzten Passagieren erhalten. Aber kein Problem. Den privat gebuchten Transfer relativ leicht gefunden. Ein großer Bus für gerade mal 6 Passagiere. Scheint nicht viel los zu sein auf der Insel.
Fahrt vom Airport Arrecife zum Diver Hotel an der Costa Tekuise gerade mal 20 Minuten. Echt schön ausgebaute Straßen. Toll gestaltete Kreisel. Einige Radlergruppen unterwegs. Wirkt alles sehr sauber und schön gestaltet.
Unser Hotel (4 Sterne) liegt leider nicht direkt am Strand. Fußweg 1 km. Aber das wussten wir ja bei der Buchung und machte uns nichts aus, denn wir bewegen uns im Urlaub recht gerne.
Erster Eindruck fantastisch. 2 bis 3 stöckige Häuser. Beeindruckende Lobby. Sehr freundliches Personal. Unser Wunsch auf ein Zimmer im OG mit Abendsonne wurde anstandslos erfüllt.
Wir hatten infolge Zeitumstellung eine Stunde gewonnen und wollten das schöne Wetter nutzen. Daher nur Koffer abgestellt, kurz geduscht, Sommerkleidung an und auf Erkundungstour.
Die sehr große Hotelanlage verfügt über mehrere ansprechend gestaltete Poollandschaften. Leider nicht nutzbar, da eiskaltes Wasser. Aber das wussten wir ja. Dann die große Enttäuschung. Die beiden Whirlpools waren auch nicht beheizt und daher für uns nicht nutzbar. Noch nicht mal die Kleinkinder gingen in den Pool und das will was heißen. Gehen doch Kids fast bei jeder noch so niedrigen Temperatur ins Wasser. Insgesamt macht die Anlage einen extrem ruhigen Eindruck. Lediglich ein paar junge Familien mit Kleinkindern sind da. Im Flieger hatten wir ja das Glück 3 Babys hinter bzw. vor uns zu haben. Ist allerdings erstaunlich gut gegangen. Das schon anders erlebt. Bei einem Karibikrückflug weinte das Kind herzerweichend die ganze Zeit. Sicher haben Babys große Probleme mit Start und Landung, weil sie nicht den Druckausgleich machen können. Ich muss mir immer die Nase zuhalten und den Druck aus den Ohren blasen, denn sonst habe ich auch erhebliche Schmerzen.
Nach der ersten Besichtigung der wirklichen schönen, mit vielen Palmen, Blumen und Grünzügen gestalteten Hotelanlage Richtung Strand.
Zunächst einen Supermarkt gesucht, um einen 8 Liter Wasserkanister zu kaufen. Dann die Promenade erstmal genutzt. Was für eine herrliche direkt am Meer entlang führende breite Promenade. Wie wir das lieben! Ständig neue Ausblicke auf das Meer und die starken Wellen. Es war nämlich recht windig. Dennoch angenehm sommerliche Temperaturen. Tageshöchsttemperatur zwar nur 20°. Aber das Kanaren Klima ist einmalig. Inseln des ewigen Frühlings ist eigentlich nicht die richtige Bezeichnung. Ewiger Frühsommer wäre besser. Erika liebt dieses Klima, denn die schwülwarme Luft wie wir sie z.B. aus der Karibik oder Südostasien her kennen bekommt ihr nicht.
Noch ein wenig zur bestimmt 6 km langen Promenade. Ein architektonisches und städteplanerisches Meisterwerk. Die Promenade bei Maspalomas auf Gran Canaria ist zwar auch sehr schön, aber nicht mit dieser vergleichbar.
Sehr breit. In der Mitte farblich abgesetzt ein streifen für Radfahrer etc. Hier gibt es viele Elektroroller, die mit atemberaubender Geschwindigkeit vorbeihuschen. Sogar manchmal von 2 Personen genutzt. Bodenloser Leichtsinn, denn die kleinen Flitzer sind recht schwer zu handeln und wackelig ohne Ende. Dann die bekannten 3 sitzigen großen Fahrräder. Zwischendurch immer wieder schöne Aussichtpunkte und jede Menge Sitzplätze.
Uns haben auch die Spielplätze für Erwachsene beeindruckt. Besser gesagt sind es Fitnessparcoure. Ca. 10 äußerst robuste Fitnessgeräte in einfacher Form, wie man sie aus den Studios her kennt. Wurden auch recht gut genutzt.
Die erste Badebucht ist von uns fußläufig einen Kilometer entfernt. Weil der Weg dorthin sehr schön ist, kein Problem. Der helle Sand ist bestimmt aufgefüllt worden. Es stehen Sonnenschirme und Liegen für 12 Euro zur Verfügung. Kommt für uns nicht in Betracht, da wir nicht so gerne den ganzen Tag am Strand liegen. Für kurze Aufenthalte haben wir vom Hotel Handtücher ausgeliehen. Kostet übrigens 20 Euro Pfandgebühr. Stichwort „baden“. Leider zu hohe Wellen und insbesondere Wasser für uns zu kalt. Auf dem weiteren Weg allerdings 2 schöne Badebuchten gefunden. Die Wellen sind hier durch vorgelagerte Felsen stark reduziert. Einige Kids schwimmen auch. Mal schauen, ob wir es schaffen ins Meer zu gehen. Erika findet es immer grausam am Meer zu sein und nicht baden zu können. Geht mir genauso. Aber seit meinem letzten Badeunfall auf Teneriffa, der mich um Haaresbreite zum Rollstuhlfahrer gemacht hätte, bin ich sehr viel vorsichtiger im Umgang mit der Brandung geworden.
Wir sind also am ersten Tag ca. 70 % des wunderbaren Strandweges gelaufen. Um gedreht an einer Metallplastik. Ich habe solch ähnliche Skulpturen mal im Bad Homburger Schlosspark gesehen. Ich glaube der spanische Künstler heißt Chalida.
So gegen 17.00 Uhr wieder im Hotel. Nach WLAN erkundigt. Ist recht kompliziert. Eine Stunde kostenlos. Dann 24 Stunden warten und anschließend wieder kostenlos. Andere Auskünfte bekommen, die besagen, dass es Glücksache sei ob man Verbindung bekäme und die 24 Stundenregelung Quatsch sei. Solange man nicht registriert wäre, kämen keine Kosten auf einen zu. Alles sehr kompliziert. Ein anderer Mann an der Rezeption sagte, dass das Internet von einem Fremdarbeiter zur Verfügung gestellt würde und man sich sozusagen stunden einkaufen könne.
Räder bietet das Hotel auch an. Sind einigermaßen in Ordnung. Kosten 10 Euro pro Tag. Vielleicht fahren wir mal nach …. Der Radweg beginnt in 2 Kilometer Entfernung. Vorher ist die Benutzung der Landstraße erforderlich. Schreckt insbesondere Erika sehr ab.
Busverbindungen allerdings auch sehr gut. So alle 30 Minuten. Extrem preisgünstig mit 2 Euro. Karte beim Busfahrer lösbar.
Also, für die paar Tage schon einige Optionen ausgekundschaftet.
Auch das Sportprogramm des Hotels scheint o.k. zu sein.
Mal schauen, wie das Abendprogramm ist.
Leider Abendessen erst um 19.00 Uhr. Für uns eine Stunde zu spät, denn wir Essen zu Hause immer recht früh.
Dafür ganz exzellent. Wenn man so die Bewertungen für das Hotel, die Unterkunft, das Essen etc. im Internet ansieht, ist die Bandbreite extrem groß. Also wir waren begeistert. Keine allzu große Vielfalt, die wir ohnehin nicht mögen. Dann Livecooking. Was für ein toller Fisch. Ausgezeichnet.
Jetzt die große Überraschung. Wir hatten Halbpension gebucht und damit gerechnet, die Getränke bezahlen zu müssen. Sind in dem äußerst günstigen Pauschalpreis schon enthalten.
Unbegrenzte Selbstbedienung bei 3 Weinsorten, Bier, Wasser, Softgetränken. Einfach Unglaublich. Dazu schöner Platz mit Sicht auf die parkähnliche Hotelanlage. Wir waren begeistert.
Am ersten Abend zu müde um noch die Show um 21.30 Uhr zu besuchen.
Sehr müde und zufrieden früh ins Zimmer.
Noch nicht mal Fernseher eingeschaltet. Es gibt allerdings auch nur das ZDF als deutschen Sender. Dazu noch einen amerikanischen Nachrichtensender. Aber was solls. Wir haben so viel zu lesen dabei. Für den Spiegel alleine braucht man ja Stunden. Dann habe ich mir auch noch Die Zeit auf das Notebook geladen. Wenn das Wetter allerdings so genial bleibt, werden wir kaum zu lesen kommen.

Samstag, 7. Januar 2017 -Wandertag -
Um 8.00 Uhr ist es schon hell und angenehm warm. Nachts war es allerdings ein wenig frisch, so dass wir beide die Kolter nutzten.
Frühstück einem 4 Sterne Hotel entsprechend. Auffallend die Freundlichkeit der Bedienung.
Um 10.00 Uhr zum Yoga. Wir waren die einzigen Gäste! Weil wir das schöne Wetter nutzen wollten und nicht im mit Planen überdachten Theater die Übungen machen wollten, den Animateur gebeten doch ins Freie zu gehen. Erstaunlicherweise ist er darauf eingegangen.
Dann die größte Überraschung. Was für eine tolle Yogastunde. Sehr ruhige und wenig anstrengende Übungen genau nach unserem Geschmack. Dazu im Hintergrund Entspannungsmusik. Klasse gemacht. Der Animateur ist ausgebildeter Tänzer und bedauert es sehr, dass so wenige Gäste kommen. Das All inclusive Konzept führe dazu, dass extrem viel getrunken und gegessen würde, was zu Lasten der allgemeinen Aktivität ginge. Er hat uns zum anschließenden Gewehrschießen eingeladen. Danken abgelehnt, weil das nicht so unser Fall ist.
Stattdessen mit Badesachen und Trainingsanzug für Notfälle ausgestattet auf dem Weg zum Strand gemacht. Am Strand mit Blick auf den Atlantik die Übungen an den Fitnessgeräten absolviert.
An einer hohen Mauer aus schwarzen Lavasteinen im Sand einen windgeschützten sonnigen Platz gefunden und dort so richtig das Meer, die Luft und insbesondere die nicht verbrennende Sonne genossen.
Mittags mal ins Zimmer. Kleinigkeit Obst gegessen. Was zu lesen geholt und den Weg Richtung Westen erkundet. Leider ist die Promenade durch ein anscheinend privates Bauprojekt, welches direkt bis zum Meer gebaut wurde unterbrochen. Entlang einer kleinen Straße aber immer noch mit Blick auf das Meer Richtung einer Raffinerie. Dabei die kleinen Bungalows angesehen, die unmittelbar am Meer liegen. Fantastischer Blick aber offensichtlich von der ständigen Feuchtigkeit stark beschädigt. Viele schwarze nach Schimmel riechende Stellen. War ja mal ein Traum von mir im Alter solch ein Objekt zu kaufen. Aber total davon abgekommen. Selbst der tollste Meeresblick wird irgendwann langweilig. Man kauft sich nur Arbeit und ist gebunden. Von der Einbruchgefahr ganz abgesehen. Schöner ist es immer wieder was Neues zu entdecken.
Entlang der kleinen Bungalows standen die tollsten neuen Geländewagen. Darüber gewundert, denn das passt doch nicht zu dem sonstigen „Rentnereindruck“ den dieses Gebiet machte. Aber eine Erklärung gefunden. Anscheinend war das Ziel der Geländewagenbesitzer eine „Inkneipe“. Voll besetzt. Direkt am Meer. Glasscheiben als Windschutz. Schwere Motorräder und Gäste, denen man anmerkte, dass sie „etwas Besonderes“ waren.
Am Hotel vorbeigekommen, an dem unser Transferbus die ersten Gäste abgesetzt hat und das uns auf den ersten Blick super gefallen hat. Aber was wäre das für uns eine Enttäuschung geworden. Der Strand eine Zumutung. Dennoch einige Gäste im Meer. Die schwarzen Steine mit Pflanzen bewachsen die einen modrigen muffigen Geruch verströmten. Alles andere als schön. Die Entfernung zur eigentlichen Promenade viel zu weit. Gleiches hätte auch für das Barcello Hotel gegolten, das wir auch in Erwägung gezogen hatten. Noch weiter von der Promenade und dem eigentlichen Strand entfernt. Sieht man wieder mal, wie wichtig gute Vorplanung ist und die beherrscht meine liebe Frau super gut.
Zurück ins Hotel und noch die letzten Sonnenstrahlen um 17.00 Uhr auf unserem Balkon genutzt.
Aber auch bei Dämmerung bzw. Dunkelheit, die gegen 18.00 Uhr beginnt konnte man in Koltern eingemummelt im Freien sitzen.
Nach solch aktiven Tag richtig auf das Abendessen gefreut. Heute gab es sehr gute Scampi. Den Rosewein probiert. Mir aber viel zu herb. Morgen ist der Weißwein dran! Tolles Nachspeisen Büfett. Scheinen viel selbst gemachte Süßspeisen dabei zu sein.

Sonntag, 8. Januar 2017 – Strand- und Wandertag –
Heute der bislang stärkste Wind. Vor dem Frühstück Internet probiert. Jetzt scheinen wir den Trick herausbekommen zu haben. Hotel WLAN aufrufen. Dann erscheint die Seite des Fremdanbieters mit den kostenpflichtigen Angeboten. Herunterscrollen und dann kommt der Button mit einer Stunde freies Internet. Man muss heutzutage in der Tat ständig dazu lernen, sonst ist Mann/Frau abgehängt!
10.00 Uhr allgemeine Gymnastik. Neuer Animateur, der ohne zu klagen sofort unserem Wunsch auf Training im Freien nachgekommen ist. Eine Irin hat uns unterstützt. Diesmal recht schweißtreibende Übungen. Angesichts des kräftigen Frühstücks nicht schlecht.
Zur langen Strandwanderung Richtung Nordwesten entschlossen. Fehler gemacht, nur ein T-Shirt anzuziehen. Denn am Meer blies ein sicherlich 7 bis 8 Beaufort starker Wind. Da wird es um die Nieren schon recht kühl und da bin ich sehr empfindlich. Zum Glück die Handtücher dabei und um die Hüfte und über die Schulter gehängt. Erika sogar die Trainingsjacke angezogen. Tut uns immer gute Dienste. Staune insbesondere über hartgesottene Engländer, die mit freiem Oberkörper die Promenade entlang marschieren. Die Wellen sind so hoch, dass sie teilweise über die Schutzmauer gehen. Eine salzhaltige Gischt liegt in der Luft. Einmaliges Naturerlebnis. Auch wenn das Wasser laut Badeaufsicht 20° warm sein soll, unvorstellbar für uns reinzugehen. Dennoch ein Tag ganz nach unserem Geschmack. Nordeseefeeling mit sommerlichen 20°. Ständig neue Ausblicke und die ungezähmte Kraft des Atlantiks. Die Wellen scheinen mir hier gewaltiger als im Mittelmeer zu sein.
Am längsten Strand (Playa de las Chucharas) sind die Windsurfer zu Hause. Kitesurfen wird auch angeboten, aber kein Profi dabei. Die Windsurfer müssen den Wasserstart beherrschen, sonst sind sie verloren. Die Bucht ist zwar durch Wellenbrecher her etwas geschützt, aber dennoch haben Wind und Wellen noch eine ungeheure Kraft. Ein klein wenig brennt in mir noch das Surffieber. Vor 10 Jahren hätte mich nichts gehalten, den Kampf aufzunehmen, aber durch mehrere Dämpfer ruhiger geworden, zumal in meinem Alter Verletzungen kaum noch heilen. Nichts wird besser, eher nur schlechterïŒ.
Die Uferpromenade geht bis zum Lido Ressort. Ein sehr innovativ gestaltetes Domizil. Einige Bungalows liegen an einem künstlichen Meeres See mit Sandstrand.
Die bestimmt so um die 5 bis 6 km lange Promenade ist abends beleuchtet. Bestimmt auch ein schönes Erlebnis. Mal schauen, ob wir das auch noch schaffen, aber nach dem für uns viel zu späten Abendessen sind wir doch immer recht faul und müde.
Auch auf dem Heimweg so oft wie möglich die Sandstrände in den Buchten gelaufen. Zwar anstrengend aber sehr gesund für die Füße. An einer schwarzen Schutzmauer Siesta gemacht.
Der Wind hat urplötzlich nachgelassen und es wurde so warm, dass man in Badekleidung liegen konnte.
Wieder um 15.00 Uhr zurück auf den Balkon. Obst reicht völlig aus. Auf dem Balkon ist es fast zu heiß. Allerding haben wir leider ab 17.00 Uhr keine Sonne mehr und da wird es dann doch zu kühl.
Beim Abendessen mit einer sehr interessanten Alleinreisenden 60jährige Damen längere Zeit unterhalten. Sie hat mehrere, allerdings nicht abgeschlossene Studien- bzw. Ausbildungsgänge als Pädagogin, Cellistin und Altenpflegerin. Seit einigen Jahren betreut sie einen recht bekannten Arzt und „Säulenheiligen“ der Kinderbuchszene, der dement ist. Sie macht alle Ausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. zu Fuß. Das ist ihr erster Urlaub seit zig Jahren. Äußerst interessante Lebens- und Erfahrungsberichte. Im Internet mal nachgegoogelt. Der Mediziner hat ein antrophosobisches Kinderheim im Ruhrgebiet gegründet. Er vertritt die Schule von Rudolf Steiner. Allerdings sind seine Thesen z.B. zu Krankheiten äußerst umstritten.
Das Essen wiederum superklasse. Wieder frisch zubereiteten Fisch gegessen. Weißwein probiert.
Nachtisch Crêpe. Leider ist das Abendessen für unsere Gewohnheiten mindestens eine Stunde zu spät. Den Verlockungen der wirklich guten Küche können wir aber nicht widerstehen und gehen daher mit übervollen Magen zu Bett bzw. an diesem Abend mal zur Show. Die Solosängerin war echt Spitzenklasse. Eine Stimme wie Tina Turner bzw. Bony Tiler. Dazu die entsprechenden Songs mit gutem Playbackhintergrund. Die Tanzfläche war recht gut gefüllt.

Montag, 9. Januar 2017 - Badetag -
Laut Wetterbericht ist es heute mit 20° und geringem Wind der beste Tag der Woche. Morgens war es jedoch leicht bedeckt und wir zögerten lange mit der Entscheidung, was wir machen sollten.
Also zunächst mal um 10.00 Uhr zum Yoga. Ein junges belgisches Ehepaar kam hinzu. Auch eine neue Yogalehrerin. Sie machte ganz einfache Übungen mit uns. Nach meinem Geschmack die einzelnen Teile aber viel zu lang. War schon mehr eine Meditations- als eine Yogastunde.
Sehr schön die Enjya Musik im Hintergrund. Dann hat sich das Wetter auch schlagartig gebessert und wir brauchten nicht zu überlegen, was wir machen. Windstill und warm natürlich bestes Badewetter.
Zur Badebucht Jabillio gelaufen. Unterwegs ein gleichaltriges deutsches Ehepaar kennengelernt. Sie machen 3 Wochen Urlaub. Ebenfalls 4 Sternehotel. Waren aber gar nicht so zufrieden wie wir.
Die Badebucht ist einfach herrlich. Glasklares bläulich-grünes Meer. Da der Wind im Vergleich zu gestern von Land kam auch sehr ruhiges Wasser. Wir okkupierten eine der freien durch Steine abgegrenzten Liegeplätze. Sobald man sich flach hinlegte strömte der Wind über den Körper hinweg und die schwarzen Steine speichern die Wärme bzw. geben sie zurück. Einfach herrlich.
Dann allen Mut zusammengefasst und ins Meer. Im Internet ja nochmal geprüft und tatsächlich soll es 21° haben. Erika hat es nur mit den Füssen geschafft, aber ich bin trotz des Gefühls einen Herzinfarkt zu bekommen rein. Echt unglaublich, wie verweichlicht man doch geworden ist.
Früher in die Nordsee bei 17° und jetzt so angestellt!
Nachmittags wieder an der Strandpromenade entlang gewandert. Eigentlich gibt es einen bestimmt schönen Rundwanderweg, der mit diversen Kakteen und Palmen bepflanzt ist. Darunter der schwarze Lavasand. Bestimmt nicht schlecht, aber Erika möchte unbedingt ihr Meer sehen und auch die salzhaltige Brise genießen.

Dienstag, 10. Januar 2017 - Wander-+Strandtag bei stürmischem Wind -
Morgens recht trübe. Schon nach Puerto del Carmen fahren wollen, aber um 10.00 Uhr ganz plötzlich die Wolkendecke aufgerissen und herrliches Wetter.
Nach der Fitnesstunde mit leichten Hanteln zum Strand. Sehr starker vom Land her wehender Wind. Lange gesucht, bis wir einen windgeschützten Platz gefunden hatten. Aber auch da blies der Wind einem den Sand ins Gesicht, so dass an Lesen nicht zu denken war. Weitergewandert. In den herrlich angelegten Sitzecken entlang der Promenade findet sich immer ein windgeschütztes und dann schon fast zu heißes Plätzchen. Für die Surfer war der Wind optimal. Eigentlich in die „Surferbucht“ gewollt, aber das war schon fast ein Kraftakt gegen den Wind anzukommen. Also an eine andere kleine Badebucht und dort unser Glück an der Mauer im schönen warmen hellen Sand versucht.
Zum Nachmittagsabschluss zurück in unser Lieblingsbucht und nochmal gebadet.
Wie inzwischen schon fast zur Tradition geworden gegen 16.00 Uhr auf den Balkon und dort beim Lesen bzw. Anhören aufgenommener Fernsehsendungen den wiederum sehr schönen Strandtag in der Abendsonne genossen.
Die etwas zu lange Zeit bis zum Abendessen überbrücken wir gerne in dem wir genüsslich ein Vollbad nehmen. Genug Sand haben wir ja abbekommen.

Mittwoch, 11. Januar 2017 - Starkwindtag + Besuch der Windsurfer -
Heute ist es recht bewölkt und fast schon stürmisch. Auch nach der „Soft-Gymnastikstunde“ ist der Himmel nur ab und zu aufgerissen. Eigentlich hätte ich gerne mal einen der Rundwanderwege um die Costa Teguise gemacht, aber Erika ist ganz verrückt nach Meer. Also wieder den kurzen Weg zur Strandpromenade. Welch überraschender Anblick. Hinter der hässlichen Meerwasserentsalzungsanlage liegen 3 Kreuzfahrtschiffe. Erkennen kann man ein kleines TUI Schiff und eine große AIDA. Wäre ja gerne mal dorthin gelaufen, aber wahrscheinlich geht der Weg nicht am Meer entlang sondern durch Industriegebiet und stark befahrene Straßen.
An „unserer Lieblingsbucht“ war wegen des Windes und der wechselhaften Witterung nicht viel los. Sogar einer der ganz tollen Höhlenplätze frei. Mit altem Brot die Fische gefüttert. Hätte nicht gedacht, dass Fische schnäubisch sind. Auf das Weißbrot haben sie sich gestürzt. Das Wasser kochte förmlich. Schwarzbrot blieb fast unbeachtet.
Heute mal weiter um die windige Ecke zur größten Buch der Costa Teguise. Wieder viel Neues entdeckt. Tolle Strandpromenade mit wunderbar angelegten Kakteengärten. Dann ganz nach meinem Geschmack die vielen Windsurfer. Ausgezeichnetes Material. Hat bar auch seinen Preis. 30 Euro die Stunde. Bei einer 10 Stundenkarte wird es merklich günstiger. Aufgefallen, dass mehr als die Hälfte der Starkwindsurfer junge, sehr attraktive Frauen waren. Also auch hier werden wir Männer inzwischen überholtïŠ.
Eine der jungen Frauen hat sich aber wohl überschätzt und musste vom Schlauchboot „gerettet“ werden. Da m.W. der ablandige Wind 7 Beaufort Stärke hatte und die Surfer gewagte Sprünge über ein vorgelagertes Riff machten, alles nicht ungefährlich. Einen Surfer beobachteten wir lange Zeit, weil er öfter stürzte und immer weiter ins offene Meer abtrieb. Aber offensichtlich hat die Surfschule alles gut im Griff, denn das Schlauchboot fuhr in seine Richtung.
Gegen 16.00 Uhr zurück auf unserem Balkon, der leider nur kurz nutzbar war, weil sich die Sonne für heute endgültig verabschiedete.

Donnerstag, 12. Januar 2017 - Ausflug + Küstenwanderung Puerto del Carmen –
Mit dem durchgehenden Bus Nummer 3 direkt vor dem Hotel über die Inselhauptstadt Arrecife nach Puerto del Carmen.
Erstaunt, dass die drei Kreuzfahrtschiffe immer noch an der Kaimauer liegen. Vermuten fast, dass sie repariert werden, denn am Abend als wir zurückkehrten waren sie immer noch da.
Fahrpreis für die ca. 25 km mit 3 Euro sehr günstig. Schöne und interessante Fahrt.
Waren gespannt, ob wir nach 25 Jahren noch etwas in Puerto del Carmen wiedererkennen. In der Tat hat sich doch einiges geändert. Früher war die Uferstraße in beiden Richtungen befahrbar. Entsprechend eng und turbulent ging es zu. Jetzt hat man eine Einbahnstraße daraus gemacht und den Radfahrern einen Streifen zur Verfügung gestellt. Auch einzelne Bereich der Promenade wurden neu und wunderbar gestaltet. Ein Problem ist allerdings nicht lösbar. Etliche kleine Häuser bzw. inzwischen auch schon Villen gehen direkt bis an den Strand. Daher sind große Teile der Promenade ohne Meerblick. Stattdessen die auswechselbaren und üblichen touristischen Lädchen mit viel Plastikkrimskram. Echt schade.
Auch der Hafen wurde durch eine wuchtige Betonmauer geschützt, die dem Ort jegliches Ambiente nimmt. Aber wie gesagt sind einige wunderbare Lavagärtchen und Terrassenwege hinzugekommen die herrliche Ausblicke gewähren.
An dem großen Strand wird gerade ein hässlicher Betonklotz abgerissen. Der Hotelbau stammt sicher aus den 70ziger Jahren und liegt in fantastischer Lage. Mal schauen, was die Erben von Manrique daraus machen. An diesem relativ großen Strandabschnitt (Playa Grande) waren wir damals baden. Der Sand ist grau braun und nicht besonders ansprechend. Wir hatten gerade Flut und das Wasser drückte durch den Sand, der dadurch unangenehm feucht und kühl war, zumal ein heftiger Wind blies. Aber wer Geduld hat, findet immer ein schönes windgeschütztes Plätzchen. Wir konnten vielen Tauchern und Schnorchlern zusehen. Die Fische waren aber anscheinend überfüttert. Ganze Weißbrotkanten interessierten sie nicht.
Die Taucher bzw. die vielen jungen Taucherinnen waren perfekt ausgestattet. Schuhe, Handschuhe und zum Teil sogar Kopfschutz.
Östlich des alten Ortskerns den neueren Strandabschnitt Playa de los Pocillas besichtigt. Sehr breiter Strand. Überall aus Steinen gebaute Windschutzhöhlen. Der Wind scheint hier immer recht kräftig zu wehen. Kleine Siesta in einer solchen Behausung gemacht. Weiter direkt am Meer entlang durch den anstrengenden Sand. Auf eine uns völl8g unbekannte Urbanisation gestoßen (Playa Montagorda). Wiederum fantastische Strandpromenade. Sehr viel Betrieb. Eigentlich breit genug, um Fußgängern und den zahlreichen Radfahrern genug Platz zu bieten. Der Wind hatte jedoch teilweise so viel Sand herübergeweht, dass es manchmal eng und auch gefährlich wurde. Sicherheitshalber hintereinander gegangen und das war richtig so. Ein Radfahrer, der meinte auf diesem wunderbaren Weg Rennen fahren zu müssen hätte Erika fast umgefahren. Obwohl wir selbst leidenschaftliche Radfahrer sind, schämen wir uns für solche Zeitgenossen, die eine ganze Gruppe in Verruf bringen. Später gesehen, dass Radfahrer auch lediglich 15 km schnell fahren dürfen. Ein Polizeiauto kontrollierte die Strecke.
Der fantastische Weg führte direkt am Flugplatz vorbei. Im Minutenabstand starteten und landeten die Ferienflieger. Kompliment den Planern. Zwischen Meer und Flughafengelände hatte man ausreichend Platz für Fuß- und Radweg gelassen.
Jetzt wurden wir doch langsam müde und wollten in den Bus nach Arrecife einsteigen. Deutsche Touristen die wir in dem urigen Dörfchen Playa Honda nach dem Weg gefragt haben sagten, dass es bis Arrecife nur noch eine Stunde sei und der Weg einfach ein „Must have“ wäre. Also trotz müder Füße weitergelaufen. Hat sich echt gelohnt. So viele neue und unterschiedliche Eindrücke. Man hätte dauernd filmen und fotografieren können, aber letztlich interessieren die Bilder doch nur ganz wenigen Freunde und auch hier nur im begrenzten Maße.
17.00 Uhr im Hotel angekommen und noch etwas den Balkon genutzt. Da das Hotel auch all inclusive anbietet gibt es so manche Zeitgenossen, deren Hauptbeschäftigung der Alkoholgenuss ist. Scheinen häufig Engländer zu sein, die von morgens bis abends am gleichen Platz sitzen und immer lauter werdend sich unterhalten. Wenn das Hotel in der Hauptsaison voll belegt ist, würden wir bei der Rezeption ein neues Zimmer verlangen, denn dann dürfte es im eigentlich sehr schönen Innenbereich zu laut werden.
Die müden Knochen genossen das Entspannungsbad, aber nach dem wiederum sehr guten „Fischabendessen“ war Bettgang angesagt; zumal der Sangria auch seine Wirkung zeigte.

Freitag, 13. Januar 2017 - Pirranhas im Atlantik –
Wir hatten die gestrige Gewalttour erstaunlich gut verkraftet. Ein halbes Gläschen Sekt und dazu frisch ausgedrückten Orangensaft weckten die Lebensgeister.
Ganz gemütliches Morgenstretching mit beiden Animateuren. Erfreulicherweise macht regelmäßig auch das irländische Ehepaar mit. Die Beiden haben wir gestern Nachmittag gesehen, wie sie mit der Animateurin das Minigolfangebot nutzten.
Ausgestattet mit mehreren Scheiben Weiß- und Schwarzbrot zunächst in unsere Lieblingsbucht.
Rechts und links sind Felsen. Außerdem sehr schöner sandiger Untergrund und davor ein Wellenbrecher. Die Fische sind schon daran gewöhnt von Touristen gefüttert zu werden. Unterschiedliche Schwärme kommen und das Wasser brodelt zum Teil, wenn sie sich um größere Brocken balgen. Wir standen knietief im immer noch gefühlten eiskalten Meer als 3 EngländerInnen hinzukamen. Ausgestattet mit riesigen Brotscheiben und auch Hamburgern. Anscheinend schmeckte den Fischen das englische Essen besser. Um die drei herum brodelte und zischte förmlich das Wasser. Auf einmal Schmerzensschreie. Mehrere Fische hatten offensichtlich die Oberschenkel der gut beleibten Engländerin mit Lebendfutter verwechselt.
I`am bleeding rannte sie aus dem Wasser und zeigte auf ihren Oberschenkel. Tatsächlich blutete sie und man konnte Bisswunden erkennen. Wieder mal was gelernt. Hätte ich nie gedacht, dass Fische Menschen beißen.
Heute ist es wunderbar windstill. Genießen wir so richtig. Dadurch ist das Wetter noch angenehmer. Spaziergang in die Surferbucht, die heute Frust schoben. Nur Anfänger mit ganz kleinen Segeln und Begleitboot waren unterwegs.
Im hellen warmen Sand ein Genuss. Es wieder mal geschafft zu baden. Echt eine Herausforderung. Die anderen Badegäste beobachtet. Auch sie tun sich unglaublich schwer damit, ins Meer zu gehen. Dann über ein junges Ehepaar aufgeregt, die ihr Kleinkind mit Gewalt zum Schwimmen mitnahmen. Das Kind weinte ganz erbärmlich und war völlig verstört. Die Mutter sagte als, was hat sie denn, was hat sie denn. Am liebsten ihr gesagt, dass ich ihr Verhalten als völlig herzlos empfinde.
Auf dem Heimweg wieder ein neues Kreuzfahrtschiff im Hafen von Arrecife gesehen. Die 3 anderen Schiffe waren übrigens am morgen verschwunden. Im Internet noch versucht zu recherchieren, ob die AidaBlu tatsächlich genau wie Mein Schiff im Rahmen einer üblichen Route so lange ankerten oder was der Grund für den Aufenthalt war. Leider nichts herausbekommen. Da das Hotel inzwischen recht voll geworden ist und sehr viele Gäste das WLAN nutzen, wird es merklich langsamer.
Wie üblich gegen 16.00 Uhr zurück und den wunderbaren Strandtag auf dem Balkon ausklingen lassen. Erika mal den hauseigenen Friseur testen wollen, aber kurzfristig keinen Termin bekommen. Die Hotelpreise sind erstaunlich günstig.

Samstag, 14. Januar 2017 - erster bewölkter Tag –
Eigentlich wollten wir mit dem Bus nach Arrecife und den dortigen Strand bzw. die Stadt erkunden. Nur gut, dass es Internet gibt. Laut Wikipedia nicht so attraktiv und den schönen Strand mit großzügiger Strandpromenade haben wir ja schon gesehen bzw. sind wir an unserem „Extremwandertag“ ja schon gelaufen. Kakteengarten war auch noch in der Planung. Am Wochenende fahren die Busse jedoch einen nicht so engen Takt und da wir hier so viele schöne Kakteengärten täglich sehen, dieses Vorhaben auch gestrichen und uns ganz auf Relaxing beschränkt. Gerne hätten wir uns auch die Playa Blanca angesehen, aber 2 Stunden Busfahrt sind einfach zu lang und wer weiß, ob wir nicht später mal dort unten einen Urlaub verbringen werden. Wenn man dann schon alles kennt ist der „Überraschungsmoment“ weg und grundsätzlich lieben wir es ja Neues zu entdecken. Natürlich geht das manchmal auch schief, aber mit etwas Flexibilität gelingt es uns fast immer das Beste aus Allem zu machen.
Sehr lobenswert, dass die Animateurin nicht darauf bestanden hat, in der muffigen und nach Schimmel riechenden mit hässlicher Plastikfolie überdachten Bühne den Unterricht abzuhalten. Stattdessen trotz des trüben Wetters ins Freie. Mit Trainingsanzug auch kein Problem, denn so unter 16° scheint es hier nicht runter zu gehen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo ein Sturmtief und Schneegebiet das nächste ablöst.
Erika im Anschluss an die Yogastunde zum Friseur. Ich erstmals tagsüber die Terrasse genutzt. Einfach herrlich die frische Luft mit dem tollen Blick auf gefühlt hunderte von Palmen. Echt schade, dass nicht wenigstens der Whirlpool warmes Wasser enthält. Ein wahrlich großer Mangel in dem ansonsten sehr guten Hotel. Egal welchen Wunsch bzw. welche Frage man hatte, die Rezeption war stets sehr freundlich und konnte uns immer helfen. Heute haben wir schon die Abholbestätigung für den Rückflug am Dienstag. Leider bereits um 11.45 Uhr, obwohl der Flieger erst um 16.40 Uhr losgeht. Transferzeit zum nahe gelegenen Flughafen max. 30 Minuten. Schon verrückt mit dem schnellen Wetterwechsel. Gerade mal 30 Minuten auf dem Balkon gesessen und schon scheint die Sonne mit voller Kraft. Dazu kaum Wind. Also los. Diesmal nicht gleich Richtung Meer sondern mal einen der drei Rundwanderwege gesucht. Leider nicht gefunden, dafür sehr schöne Wege zwischen den Villen gegangen. Wunderbar angelegte öffentliche Gärten mit Palmen, Kakteen etc. Sehr gepflegt. Ständig sieht man städtische Reinigungskräfte. Ein wahres Vergnügen diese Wege. Dann zu unserer „Fischbucht“ und altes Brot verfüttert. Macht richtig Spaß. Wenn man möglichst weit ins Meer geht wird man von ganzen Fischschwärmen umringt. Heute waren sie ganz besonders hungrig. Wenn so ein Fischschwarm sich um ein Brotstück balgt wird das Wasser richtig kugelförmig grau und silbrig.
Leider hielt das schöne Wetter nicht. Zur Surferbucht gelaufen und die Anfänger beobachtet. Rückweg mal durch den oberen Stadtteil spaziert. Sehr viele Pubs, Chinalokale, kleine Kneipen, Livemusik und die üblichen Souvenirläden. Abends bestimmt romantische Atmosphäre. Da wir Halbpension haben und abends dann doch recht müde sind, der Weg dorthin etwas zu weit.

Sonntag, 15.1.2017 - Arrecife -
Leider recht stark bewölkt und windig. Dennoch gleichbleibende Temperatur von ca. 18°. Also immer kurze Sachen an und zur Sicherheit die Trainingsjacke als Windschutz sowie für den äußersten Notfall die Handtücher als Wärmepolster dabei.
Zunächst aber wieder unsere Morgengymnastik gemacht. Ein ganz großes Lob an die Animation. Obwohl es für die Einheimischen vielleicht zu kühl war, unserem Wunsch auf Training im Freien Rechnung getragen. Sogar das Wochenprogramm geändert, weil wir beide Stepp Aerobic wegen der morschen Knochen nicht mitmachen wollten. So etwas von freundlich und kundenorientiert noch nie erlebt. Der einzige Mangel an diesem Hotel ist der kalte Whirlpool. Werden wir nächstens vor Buchung abklären. Wäre doch genial, zumal man das Baden im Meer aus unserer verweichlichten Sicht vergessen kann.
Obwohl die Infos über die Inselhauptstadt sehr negativ ausfielen mal dorthin einen Ausflug gemacht. Das Sprichwort: „Einmal sehen ist besser als 10 x hören oder lesen“ bewahrheitete sich in jeder Hinsicht.
Mit dem Bus Nr. 3 für 1,40 Euro bis zum zentralen Busbahnhof gefahren. Vorher gingen übrigens 2 Busse gleichzeitig zum Markt nach Teguise im Landesinneren, die voll besetzt waren. Das nenne ich flexibel. Die Verantwortlichen wissen, dass solch ein Event besonderen Zuspruch erfährt und setzen daher einen Zusatzbus ein. In unserem Bus erwischten wir die letzten Sitzplätze. Später zugestiegene Gäste mussten die rund 15 minütige Fahrt stehen.
In Arrecife zunächst den wunderschönen Park besichtigt. Für Jugendliche hat man eine schöne Skaterbahn gebaut. Überhaupt haben wir den Eindruck, dass viel für die Infrastruktur getan wird.
Alles recht sauber, äußerst gepflegter Stadt Strand, viele öffentliche Toiletten, überall Bänke und Sitzmöglichkeiten, wunderbare Fahrradwege.
Der sehr schöne halbkreisförmige, 500 m lange Stadtstrand „Playa El Reducto“ hat hellen Sand. Als wir ankamen war Ebbe und da ist das Baden etwas eingeschränkt. Auf dem Rückweg bei Flut ein wirklich schöner Strand. Hat bei Sonnenschein Karibikflair. Liegen kosten nur 3 Euro!
Alles wirkte sehr ruhig und man sah kaum Touristen aber auch nicht sehr viele Einheimische.
Das einzige Hochhaus der Insel ist ein modernes 5 Sterne Grand Hotel. Davor die Promenade. Die Holzplanken der Promenade sind allerdings in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden. Weiter ging es auf der ansonsten wirklich schönen Promenade am Castillo St. Gabriel vorbei. Es beherbergt das Landesmuseum (Museum für Geschichte).
Jetzt die Überraschung. Wir kamen an eine supermoderne Marina. Erst 2 bis 3 Jahre alt. Tolle Geschäfte. Herrliche Ausblicke auf den Yachthafen und die Vulkanberge. Im Tourismusbüro nachgefragt, wie das denn mit den Kreuzfahrtschiffen abliefe. Dabei das Rätsel mit den AIDA Schiffen gelöst bekommen. AIDA setzt 2 Schiffe ein, die jeweils eine Nacht im Hafen bleiben!
Heute lag ein Kreuzfahrer im Hafen, den wir noch nie gesehen haben. Viele Busse kamen ständig und holten bzw. brachten die Halbtagsausflügler. Rast am Yachthafen gemacht und wieder unseren Spaß mit dem Füttern der Fische gehabt.
Im Tourismusbüro hat man uns den Fußweg zurück gezeigt, aber zum Glück hat sich Erika für den Rückweg mittels Bus entschieden. Es kam nämlich plötzlich ein frischer und kühler Wind auf. So waren wir richtig froh, um den Binnensee (Salzsee/Lagune) herumlaufen zu können.
Jetzt für mich ein Highlight des Tages! Auf der Höhe des Castillos wollte ich spaßhalber mal nachsehen, ob vielleicht der Wind meine Mütze ans Ufer getrieben hat. Die ist mir nämlich am Vormittag bei einer mächtigen Böe ins Meer geflogen. Wegen der Höhe der Kaimauer und da die Brücke zum Castillo dazwischen lag, gab es keine Chance sie zu holen. Also durch einen Zufall erlebten wir ein Spektakel. Zwei kleine wenige Motorboote schleppten einen kleinen Fischerkahn ab. Ziel der Binnensee oder Yachthafen. Auf dem Fischerboot ein Mann in Badehose, der verzweifelt Eimerweise Wasser aus dem Boot ins Meer zurück schüttete. Das Boot lag vielleicht noch so 10 cm über der Wasseroberfläche. Dann die fahrerische Meisterleistung eines der kleinen Boote. Durch die extrem starke Strömung unter der Brücke den Fischerkahn hindurchbugsieren. Es hat geklappt. Die zahlreichen Zuschauer hätten eigentlich Beifall klatschen müssen. Mein Video von diesem Spektakel wäre auf Youtube bestimmt ein Renner.
Weil wir so langsam doch ausgekühlt waren frühzeitig zurück nach Playa Teguise. Bis zur Endstation mitgefahren und im Windschatten der Häuser auf Schleichwegen zurück ins Hotel gelaufen.

Montag, 16. Januar 2017 - Kaiserwetter -
Schon der Blick vom Balkon auf die gefühlt Hunderte von Palmen und das dahinterliegende Meer verhieß einen tollen Tag.
Wir behielten unseren Rhythmus bei und machten zunächst in der wärmenden Sonne die Softgymnastik mit. Dann gleich ans Meer. Fischfüttern in der kleineren Bucht. Weiter an die große „Surferbucht“. Hier waren die Wellen besonders hoch und dazu wolkenloser Himmel. Weil kaum Wind war konnte man diesmal ohne große Überwindung das Meer genießen.
Recht spät zurück ins Hotel. Ein solch angenehmes Klima wie wir das von den Sommerabenden an der Adria her kennen. Laufend neue und immer wieder bezaubernde Ausblicke. Für Fotografen sicher unwiderstehlich.
Dann zum Abschluss noch eine Überraschung. Endlich hatten wir einen Teil des Rundwanderweges gefunden. Was für ein toller Weg. Eine Mischung aus Palmen- und Kakteengarten. Dazu die schwarzen mit Lavagestein aufgefüllten Böden.
Im Hotel die Stunde freies Internet voll ausgeschöpft. Sind auf die Kälte in der Heimat gespannt.

Dienstag, 17. Januar 2017 - Heimreise -
Obwohl wir erst um 15.40 Uhr abfliegen schon um 11.45 Uhr abgeholt worden. Diesmal Kleinbus. Vollbesetzt. Wieder 2 Babys dabei. Die Leute haben bei FTI gebucht und waren insbesondere mit der Kinderbetreuung sehr zufrieden.
Weil wir so früh waren, beim Check In ganz vorne. Obwohl wir ganz klar unsere Sitzplatzwünsche geäußert hatten, falsche Plätze bekommen. Leider nicht gleich kontrolliert und daher zu spät ïŒ.
Nochmal die Sonne und Wärme genossen und ziemlich spät durch die Personenkontrolle. Erika musste eine ganz intensive Prozedur über sich ergehen lassen. Wahrscheinlich Test auf Sprengstoff?
Abflug vor der Zeit. Flieger noch ca. 20% der Plätze frei.
Vor uns die Reihe mit 25 Euro Aufschlag wegen der großen Beinfreiheit direkt an der Tür. Wir unmittelbar dahinter.
Welch schöner Anblick auf die Insel von oben. Auch Paris bei Nacht ein Traum. Sogar den Eifelturm erkennen können. Aber für den Fensterplatz „hart bezahlen“ müssen. Es war saukalt. Die Bordwand konnte man kaum anfassen, weil man befürchten musste die Finger kleben an. 2 Decken um die Füße. Beide Winterjacken über die Beine. Seltsamerweise aber nur mein Platz. Dahinter saßen noch Passagiere in Sommerkleidung. Also nächstens lieber keinen Fensterplatz mehr.
Frankfurt pünktliche Landung und Glück mit den Koffern gehabt.
Fazit für diesen Urlaub:
Tolles Klima. Wunderbare Unterkunft. Leider Pool nicht nutzbar, da zu kalt. Auch die beiden Whirlpools waren nicht beheizt und daher eine große Enttäuschung. Wenn in den Hotelprospekten künftig von Whirlpool oder Jacucci die Rede ist, werden wir zur Sicherheit vor der Buchung im Hotel anfragen, ob dieser auch beheizt ist.
Herrlich die täglichen Wanderungen. Schön die relativ kurze und stressfreie Anreise.

Abschließend noch eine Anmerkung zur Kälte im Flugzeug. Nie mehr werden wir ohne Prostest einen solchen Platz akzeptieren. Ich hatte ja nur kurze Zeit am Fenster gesessen und mich mit allem zugedeckt, was ich nur greifen konnte. Meine Frau hat es dafür ganz böse erwischt. 10 Tage mit einer heftigen Erkältung das Bett hüten müssen. Die echt gute Erholung war dahin.
„Danke“ an Condor nicht nur für den unterirdischen Service sondern auch für einen derart unzumutbaren Platz. Condor war mal für uns der Inbegriff deutscher Zuverlässigkeit, Perfektion, Sicherheit und auch verbunden mit einem überdurchschnittlichen Service. Jetzt auf einer Stufe mit den billigsten Billigfliegern! Wir werden zukünftig Flüge mit Condor meiden, auch wenn die Angebote noch so verlockend günstig sind!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Nobeldecker86 veröffentlicht 26.02.2017
    SH! ;)
  • kemina15537 veröffentlicht 18.02.2017
    Sehr interessanter Reisebericht:o)
  • Leo56 veröffentlicht 08.02.2017
    Tolle Informationen! Leider ist der Text recht schwierig zu lesen durch deinen Stil als Fließtext. BH gibts trotzdem
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