... Formal ist "Laßt die Bären los !" so etwas wie ein Montageroman, der die eigentliche Handlung regelmäßig mit Auszügen aus dem "Tagebuch Siggis" und geschichtlichen Rückblenden durchsetzt. Die historische Tiefe, die anhand der Geschichte von Siggis Eltern geschaffen wird, schafft neben einem ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von andy__ über Laßt die Bären los! / Irving, John 9. Dezember 2000
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
hoch
Spannung:
durchschnittlich spannend
Pro:
Kontra:
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Der eine, Siggi, ist ein Lebenskünstler und arbeitet momentan in einer Werkstatt als Motorradmechaniker, der andere, Graff, rasselte gerade durch die Zwischenprüfung an der Uni und fühlt sich deswegen eher vage an sein Wien gebunden. Siggi besitzt ein Motorrad, ein altertümliches Modell mit immensen Ausmaßen und höllischer Motorkraft, was liegt also näher, als dem ganzen bisherigen noch jungen Leben den Rücken zu kehren auf einer Spritztour ins Ungewisse.
Das erste Ziel ist der Wiener Zoo, wo Graff durch die Frühlingsgefühle in sein erstes Techtelmechtel gerät und Siggi währenddessen dabei ist, ernstere und größere Gedanken mit weitreichenderen Ausmaßen zu entwickeln. Doch weiter geht's zunächst mal in Richtung Berge, wo beide nach Lausbubenart ihr Essen selbst aus den Gebirgsbächen fangen und über Gott und die Welt philosophieren. Sie lernen Gallen kennen und Graff verliebt sich in die junge Schöne.
Doch plötzlich kommt Siggi bei einem Motorradunfall ums Leben und nachdem sich Gallen entschlossen hat, mit Graff zusammen nach Wien zu gehen, entwickelt sich die ganze Geschichte zu einer Mission, deren Ziel es ist, die Tiere des Wiener Zoos in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Das Ende dabei ist vielschichtig und wird vom Autor in mehreren Varianten angeboten, so daß es dem Leser eigentlich selbst überlassen bleibt, dem Ganzen einen Schluß anzufügen.
Nicht nur der Schluß des Buches weicht von der herkömmlichen Erzählart eines Romans ab. Formal ist "Laßt die Bären los !" so etwas wie ein Montageroman, der die eigentliche Handlung regelmäßig mit Auszügen aus dem "Tagebuch Siggis" und geschichtlichen Rückblenden durchsetzt. Die historische Tiefe, die anhand der Geschichte von Siggis Eltern geschaffen wird, schafft neben einem zweiten eigenen Handlungsstrang im Buch auch eine detailgenaue Schilderung Wiens und Südosteuropas während des Krieges und macht das absolut lesenswerte und ungewöhnliche Buch zu einem Abenteuerroman mit historischem Bezug.
Pro: aufregende Details Kontra: etwas verwirrende Erzählform
Zwei Jungs, ein Motorrad, ein Ziel: die Gesellschaft auf den Kopf stellen.
Die Geschichte spielt im Wien und darüberhinaus sich erstreckenden Österreich der späteren Nachkriegsjahre. Siggi und Graff, beide just volljährig, der eine Mechaniker und Ex-Student, der andere gerade dabei sein Studium zu absolvieren, unternehmen eine Motorradtour quer durch die Alpenrepublik. Immer wieder geraten sie an den Rand der Legalität, bis das ganze Unternehmen ... ...ein hübsches Mädel vom Land, und Graff finden zueinander und treten den Weg zurück nach Wien an, wo sie Siggis letzten Willen erfüllen und die Tiere des Zoos befreien.
Das Buch ist nicht einfach zu lesen, da zahlreiche montageähnliche Überlappungen den Handlungsstrang bilden. Die Familiengeschichte Siggis wird in seinen tagebuchähnlichen Aufzeichnung aufgerollt, immer ein wenig andeutungsweise, so daß man beim Lesen Gefahr läuft, den Faden zu verlieren. ...
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"Laßt die Bären los" ist der erste Roman von John Irving; und auch wenn man an der ein oder anderen Stelle durchaus merkt, daß es sich hierbei um ein Erstlingswerk handelt, so ist es auch sehr oft offensichtlich, das man es mit dem erzählerischen Genie von John Irving zu tun hat. Die meiner Ansicht nach schwächsten Stellen des Romans sind am Anfang; der Text ist sehr dilogorientiert und darunter leidet die Entwicklung der Figuren doch ein wenig; ... ...seinem (Siggys) Tod vertraut. Aber wenn man den Anfang einmal geschafft hat, wird "Laßt die Bären los" immer besser; am Ende ist man traurig, daß es nicht weitergeht. Obwohl John Irving diesen Roman bereits mit 25 Jahren geschrieben hat, kommen ab etwa einem Viertel des Buches seine großen Stärken, die aus seinen späteren Romanen dem treuen Leser bereits bekannt und liebgeworden sind, voll zum Tragen. Das Wichtigste ist natürlich die Handlung; wie ...
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Pro: man lernt historische Zusammenhänge Kontra: etwas sprunghaft geschrieben
Dieser Urlaub wird mir unvergessen bleiben, denn ich las den ersten Irving-Roman: Lass die Bären los. Etwas kurios geschrieben, denn er springt zwischen 2 Stories hin und her, doch das hat durchaus Sinn. Er verquickt die Lebensgeschichten zweier Personen und bringt auch noch viel Geschichte unter. Der Weg Österreichs 'heim in's Reich' wird immer wieder mit einbezogen. Ebenso die Rolle der Tschetniks und der Ustascha im 2. Weltkrieg. Alles wird zu ...
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Pro: leicht zu lesen, schnell, unterhaltend Kontra: keine...
"Laßt die Bären los" ist Irvings erster Roman - nichtsdestotrotz erkennt man schon hier seine großartigen schriftstellerischen Qualitäten. Fast das gesamte Sammelsurium Irvingscher Personen und Plätze ist hier versammelt, vor allem Bären, Motorräder, Österreich, Wien.
Was aber besonders herausragend ist, das ist die eigenwillige Erzählstruktur des Romans. Eigentlich sind es drei Geschichten, die miteinander verbunden sind und vielfältige Überschneidungen ... ...Österreich, mit einem Bienen-Intermezzo und einem wahrhaft surrealistischen Ende. Darin eingebettet ist die Tagebuchgeschichte eines der Fahrer, der die Tiere im Wiener Zoo befreien will und deswegen eine Nacht lang den Zoo beobachtet. Parallel dazu wird die Geschichte des Motorrads und der Familie des Tierbefreiers erzählt. Noch niemand hat es so geschickt verstanden, solch unterschiedliche Sujets mit so viel Witz und Humor, aber auch Tiefgang leicht ...
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Pro: Unterhaltsam, Lehrreiches über den 2. Weltkrieg Kontra: Zu viele Details über Tiere und Motorräder
Dieses Buch ist das dritte von mir gelesene von John Irving. Nach Garp und Gottes Werk und Teufels Beitrag konnte mich dieses Buch nicht ganz so faszinieren wie die genannten beiden. Das Buch ist in 3 Abschnitte unterteilt. Im ersten beginnt die Story um 2 Freunde, die mit einem Motorrad auf Tour gehen, sehr unterhaltsam. Etwas nervend ist die nicht so recht vorrankommende Beziehungsgeschichte eines der beiden Freunde zu einem Mädchen, das die nächste ... ...geht es um die niedergeschriebenen Notizen von dem anderen Freund. Sie sind zweigeteilt in einen nächtlichen Zoobesuch und eine Story über seine Eltern im 2. Weltkrieg. Die Geschichte über die Eltern in Österreich und auf dem Balkan im 2. Weltkrieg ist für mich der Höhepunkt des Buches. Hier gibt es eine spannende Geschichte mit viel lehrreichem aus der damaligen Geschichte. Der 3. Abschnitt, in dem es um eine Befreiungsaktion der Tiere des Wiener ...
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...Einführung
Dieser 1978 erschienene vierte Roman von JohnIrving machte ihn (besonders wegen der publikumswirksamen Vermarktung des Kinofilms aus dem Jahre 1982) auf einen Schlag weltberühmt.
In den Vereinigten Staaten brach eine regelrechter Hype um Garp aus, was sich auch auf die zunächst wenig erfolgreichen früheren Romane von Irving auswirkte, die nun mit neuem Erfolg noch einmal aufgelegt wurden: "Lasst die Bärenlos" (1969), "Eine Mittelgewichtsehe" (1974) oder "Die wilde Geschichte vom Wassertrinker" (1972).
JohnIrving zieht den Leser in seinen Romanen durch stilistische Geschicklichkeit, Lebendigkeit, Tabubrüche und grotesk-komische Einfälle in seinen Bann. In keinem seiner anderen Romane ist ihm diese für ihn typische Mischung aus Gewalt und Sex, Leid und Verrücktheit, Phantasie und Realismus so meisterhaft...
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...in Pittsburgh, Wien und New Hampshire, wo er 1965 seinen Bachelor machte. Zwei Jahre später beendete er erfolgreich seinen Master of Fine Arts in Iowa. Anschließend war er an einem College in Vermont tätig.
Bereits 1968 veröffentlichte JohnIrving sein Buch "Lasst die Bärenlos!", das er schon zu Wiener Zeiten geschrieben hatte.
Mit dem Roman "Garp und wie er die Welt sah" wurde JohnIrving bekannt und verschrieb sich ganz dem Schreiben.
JohnIrving ist zum zweiten Mal verheiratet und hat drei Söhne. Er lebt in Vermont und Toronto.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Fazit ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Ein lebhaftes, interessantes, vielschichtiges, intelligentes Buch, das keinen Zweifel offen lässt, dass JohnIrving ein bewundernswerter Schriftsteller ist. Man muss Geduld mit sich und der Geschichte haben, doch enttäuscht wird man mit Sicherheit nicht...
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...über seinen vollen Intellekt verfügt ? Owen Meany als Musterschüler.
Ebenfalls fühlen sich beide am Tod einer weiblichen Bezugsperson schuldig: bei Oskar ist es die Mutter ? bei Owen Johns Mutter. In beider Jungen Leben spielt Krieg eine wichtige Rolle (Oskar ? 2. Weltkrieg / Owen ? Vietnam)
Anmerkung: Das Irving sich von Grass inspirieren lässt ? ist übrigens auch in seinem Buch ?Lasst die Bärenlos?, seinem ersten Roman von 1968, festzustellen.
Wer ist eigentlich JohnIrving?
JohnIrving, geboren 1942 in Exeter (New Hampshire) ist der Sohn eines Professors für russische Geschichte und einer Krankenschwester. Schon früh entdeckt er in seinem Leben zwei Leidenschaften: das Schreiben und das Ringen. Die beiden Leidenschaften verbindet er auch: Zitat: Schreiben ist wie Ringen. Man braucht Disziplin und Technik.
Studiert hat Irving...
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hilfreich 15.10.2004
(31.10.2004)
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