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5 JAHRE ANGST - DAS MUSS NICHT SEIN!

3  19.08.2001

Pro:
interessant, für manche Studien wichtig

Kontra:
trocken, hartes Lernfach, tot

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Arbeitsaufwand:

Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:

Prüfungsanforderungen:

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Juke

Über sich: Warum wertet man einen 90% BH Bericht mit SH und lässt nichtmal nen Kommentar da? Wenn "Gegenle...

Mitglied seit:29.07.2000

Erfahrungsberichte:423

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 66 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Prolog
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Liebe Community. Selten hat mich ein Thema so in Entsetzen gestürzt wie dieses. Weswegen habe ich wohl Stunden gelernt...naja...mindestens 3 oder 4? Für Englisch? – Niemals. Sondern für eine Sprache, die eigentlich gemeinhin als tote Sprache bezeichnet wird.

Ja, es geht hier um die Sprache, die im alten Rom zur Zeit gesprochen wurde, als Markt noch Forum hieß. Es geht um einen Nagel zu meinem Sarg, es geht um:


LATEIN GK
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Für alle unwissenden: GK heißt Grund Kurs und bezeichnet den Latein Unterricht in der Klasse 11. In der Regel muss man sich in Klasse 7 entscheiden, ob man lieber französisch als lebendige Weltsprache erlernen will, oder ob man, zum Beispiel weil es für ein bestimmtes Studium notwendig ist, lieber Latein lernen will. Ich, damals im festen Glauben Latein sei A) einfach und B) für ,mein zukünftiges Berufsleben von Bedeutung, wählte diesen finsteren, unbeleuchteten Weg.

Zu Beginn ist alles Recht harmlos. Grammatik ist nur am Rande vorhanden. Es werden kleine Vokabeln gelernt, mit Hilfe deren man dann in der Lage ist, simple Sätze zu übersetzen. Beispiel:

Marcus est hic. Ubi est Cornelius?
(Markus ist hier, wo ist Cornelius)

Ich erinnere mich noch an die erste Klausur, die ich mit Leichtigkeit 1 schrieb.
Bis zur 8ten Klasse war ich recht eifrig und konnte mit recht geringem Lernaufwand die Grammatik lernen und das Niveau halten. Bis jetzt war alles noch recht überschaubar und kein Grund zur Beunruhigung. Die Texte waren simple, extra auf das gerade gelernte ausgerichtete Material zugeschnittene Geschichten in Latein Buch.

Ab Klasse 9 wurde es dann doch schwer. Ich sackte langsam aber sicher ins Mittelfeld und noch weiter. Ich hatte natürlich fast gar nichts mehr gelernt und erwartet, dass ich alles noch kurz vor der Arbeit nachholen könnte. Ich sage euch: Das geht ein halbes Jahr vielleicht gut, aber wer das lernen einfach vernachlässigt wird eine Tages bemerken, dass er vor einem unglaublich großen Berg Unwissen steht und völlig verzweifelt resignieren.

In der Klasse 10 war der Ofen für mich dann aus. Es wurden alt lateinische Lektüren besprochen. De Bello Gallico dürfte das bekannteste sein. Hier war ich immer überfragt und konnte schon nur mit Müh und not das zur Versetzung notwendige in mein Hirn schaufeln. Ich begann zu bereuen, dass ich in der Vergangenheit nichts getan hatte, änderte meine Arbeitseinstellung aber dennoch nicht. 2 Tage vor der Klausur ging's dann mit lernen los. Die Konsequenz: Zeugnisnoten 4 bis 5.

So blieb es bis in Klasse 11 an deren Ende das Latinum steht. (Das große und kleine Latinum gibt es nicht mehr, jetzt gibt es einfach nur noch das Latinum mit Abschluss der 11). Es wurden lateinische Briefe und Gedichte besprochen und bearbeitet. Zu den Aufgaben der Schüler gehört dann nicht nur die ohnehin sehr schwere Übersetzungsarbeit sondern auch das sogenannte skandieren: Das festlegen der Reimform und die Trennung der Silben. Alles nur mit guten Vorkenntnissen möglich...für mich also zu 99% nicht.

Nun wurde es in den Klasuren wichtig den Inhalt zu erfassen. Es kamen immer Fragen zum Text, die ein Verständnis jenes Werkes voraussetzen. Dazu die gewohnte Übersetzung und die Bestimmung grammatikalischer Stilfiguren a la ACI, ABL ABS etc.

Zu mir: Ich weiß nicht genau wie. Mit meinem winzigen Bißchen Vorbereitung und immer noch mitgezogen von meinen anfänglichen Fleiß Attacken habe ich das Latinum mit einem extra Test bestanden.

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Was sollt ihr daraus lernen? Seid nicht so dumm wie ich! Wenn ich als 17 jähriger das schon einsehe, solltet ihr, meine lieben Lateinkandidaten es ernst nehmen. Latein ist wirklich ein Lernfach. Das heißt nicht, dass man stundenlang pauken muss jeden Tag, rund um die Uhr. Wer nach jeder Stunde kurz die Kernpunkte wiederholt und im Gegensatz zu mir mit etwas Mühe seine Hausaufgaben macht, wird ohne allzugroße Angst und Lernattacken das Latinum schaffen. Die Devise ist: Lerne von Anfang an Konsequent und du wirst später keine Probleme haben.

Wie mein Lehrer schon immer sagte: Vokabeln sind die Säule einer Sprache, diese also immer zu lernen ist wahrhaft nicht sehr schwer oder zeitaufwendig, ist aber schon die halbe Miete zum Erfolg.

Latein lädt durch seine vielen grammatikalischen Formen und Daten dazu ein zu schummeln. Davon kann ich abraten, da man wie gesagt mit recht geringem Aufwand auch ehrlich das schafft, was die meisten Betrüger wollen und doch nicht erreichen. Eine allerdings wirklich nützliche Hilfe sind Lateinübersetzungen aus dem Internet. Man kann mit ihnen seine Hausaufgaben vergleichen und so den Lehrer mit tollen Heimwerken beeindrucken, oder wenn man mal was nicht weiß kurz kopieren. Der Eindruck sorgfältig gemachter Hausaufgaben macht mehr aus als ihr denkt. ABER: Denkt nicht mit Übersetzungen aus dem Web müsst ihr nicht mehr arbeiten. Wer einfach die Texte aus dem Web als Hausaufgabe vorlegt, wird sich blamieren, wenn er sie vortragen muss und dann einzelne Passagen überhaupt nicht versteht. Mehr als Hilfe und Notlösung dürfen die Texte nicht sein, zumal sie ja auch nicht unbedingt gut sind!


Epilog
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Latein war ein Horror für mich, weil ich ihn mir selber erschaffen habe. Ich wiederhole es noch mal. Lasst euch nie hängen und versetzt euch nie selbst in die Lage, auf einmal mit riesigen Wissenslücken dazustehen, dass kann euch euer Latinum, euer Zeugnis oder sogar eure ganze Schullaufbahn ruinieren. So langweilig ist das Thema nämlich nämlich nicht. Also haut rein, habt Spaß dabei und ihr könnt nette fünf Jahre im alten Rom erleben!


Carpe Diem et studete lingua latina!

Juke


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cybersyssy

Cybersyssy

09.06.2010 22:22

Auch ohne große Lücken fand ich es ätzend

Muellwars

Muellwars

31.07.2005 23:07

Toller Bericht. grüßle Achim

farnbauk

farnbauk

21.07.2005 17:32

Toller Bericht! LG Konrad

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