Hallo,
heute möchte ich mich mit den Problemen Nachhall, Direkt- und Indirektschall wie auch Justageproblemen von Lautsprechern in Räumen mit schlechter Akkustik beschäftigen.Erst einmal eine kurze Begriffsdefinition:
(Für die die die Beriffe schon kennen, sollten den Teil überspringen um sich nicht zu langweilen. Die Definitionen enden bei:
>>>STOP>>>STOP>>>STOP<<<STOP<<<STOP<<<.)
****Nachhall bzw. Nachhallzeit:****Nachhall ist der Reflex bzw. der Widerhall des eigentlichen Tones. Da eine Membran eines Lautsprecher in sehr viele Richtungen abstrahlt, trifft der abgestrahlte Ton nicht nur unser menschliches Gehör direkt, sondern auch durch Reflektionen an der Wand.
Beispiel: Spielen Sie Billiard? Dort ist das ZIEL, die z.B. weise Kugel durch Reflexion an der Band auf andere Kugeln zu lenken.
Der Ton wird also wie die Kugel von der einen Bande (=Wand) zur anderen geworfen. Er kommt erst später an, als wenn sie die Kugel direkt gespielt hätten.
NACHHALL ist also nichts anderes als der indirekte Klang, der NACH dem direkten Klang kommt. Um so öfter der Ton an der Wand reflektiert, um so schlechter wird der Klang.In der Hifi-Branche ist dieser Nachhall leider nicht erwünscht, da er den Stereo-Effekt zerstört (es kommen ja von überall die Töne, da überall Reflexionen an der Wand) und der Klang getrübt wird. Die Zeit, die der Ton vom Lautsprecher über die Wände zum Zuhörer benötigt, nennt man NACHHHALLZEIT. Desto mehr Möglichkeiten der Ton hat, an glatten Oberflächen zu reflektieren, desto größer ist die Nachhallzeit oder desto stärker der Nachhalleffekt.
Bereits oben wurden die Begriffe direkter und indirekter Schall erwähnt. ****Der direkte und indirekte Schall****
Der direkte Schall ist der Schall, der direkt vom Lautsprecher ins menschliche Ohr gelangt.
Der indirekte Schall wird zuerst an Stuhl, Möbel, Decke, Boden, etc. reflektiert und kommt dann mit einer best. Nachhallzeit beim Gehörgang an.Überwiegt der Indirekte Schall (leider oft der Fall), hören sich praktisch nichts anderes als das Echo vom Lautsprecher. Viele Menschen nehmen dies jedoch nicht war.
>>>STOP>>>STOP>>>STOP<<<STOP<<<STOP<<<Ein Trick zu Nachhallzeit: Warten Sie bis Ihre Nachbarn aus dem Hause sind und drehen Sie ihre Hifi-Anlage auf gute +-100 Watt auf. Stoppen Sie den CD-Player abrupt mit der Pause Taste und lauschen sie, wie lange sie noch Nachhall hören. In Tonstudios ist sie zwischen 0,2 und 0,3 Sekunden. Beim heimischen Wohnzimmer zwischen 0,5 und 0,6 Sekunden.
Nun, was kann man gegen diesen indirekten Schall tun?Nachdem ich nun über neun Monate meine Lautsprecher besitze, bin ich immer noch enttäuscht, dass der Klang nicht meinem Wunsch entspricht.
Die bei mir eingesetzten Komponenten:1 Paar Canton M 80 CD Serie Karat
1 Stück Marantz PM-17mkII M
1 Stück CD-17mkIII
Die für mich bereits extrem hochwertige Anlage (ich bin 18 und Schüler) liefert allerdings nach monatelanger Aufstellungsänderung und Justage immer noch nicht annähern den Klang wie im Musikstudio im Saturn München Schwanthalerhöhe. Inzwischen habe ich mich aber damit abgefunden, da ich dank www.stereoplay.de ein kleines Programm for free entdeckt habe, dass neben Eigenwerbung für die Schalldämpferprodukte von Clearaudio auch den ziemlich genauen Frequenzgang zur Lautstärke je nach Positionieren der Lautsprecher ändert. Am besten selber mal testen, www.stereoplay.de, dann beim Service rechts in der Leiste auf Raumakustikrechener klicken. Es sind eine betrachtliche Menge von Lautsprecher zur Auswahl, für die die Werte ermittelt werden können.So kann man z.B. seine Lautsprecher auswählen und dann die vorkonfigurierte Position zu seiner ändern und vergleichen, ob diese optimal oder noch zu toppen wäre.
Mir hat dieses Programm leider nicht geholfen, Freunde von mir bestätigen aber deren Funktionalität im Alltag. Dies ist aber meiner Meinung nach an meiner schlechten Akkustik der Fall.
Vielleicht hat schon jemand anders diese bösen Überraschungen gemacht (bzgl. Raumakkustik und damit verbundene Probleme). Über einen netten Kommentar oder ernst gemeinte Kritik freue ich mich stets und versuche meine Lücken zu schließen.
Das wars auch schon, wenn ich was vergessen hab, bitte sagen. Liebe Grüße
Sebastian
18.11.2006 19:32
Hi! Ich finde Raumakustik ein sehr spannendes Thema. Ganz wichtig dabei ist auch die Berechnung von Raumresonanzen/Raummoden und der richtige abstand der Lautsprecher von den Wänden, Boden, Decke. Allerdings muss vorher jeder selbst entscheiden, was er überhaupt möchte: Entweder soll sein Wohnzimmer klingen wie ein Konzertsall, oder er will, dass es so klingt, als sitzte das Orchester bei ihm im Wohnzimmer. Das ist ein riesengrosser Unterschied. Sehr guter Bericht. LG, Martin
10.04.2004 00:24
1. Die Lautstärke bringts aber nicht. Abgesehen davon bekomm ich die auch her, wenn ich lauter mach. Und laut kann ich heute immer machen, das kann jeder meiner Freunde auch. Aber die Details sind einfach genial, wenn man sie hört! 2. Dark_Nemesis hat glaube ich meinen Bericht nicht gescheid gelesen, oder habe ich vergessen zu sagen, dass sich die Ohren nach ca. 4 Wochen an den Klang gewöhnen? Außerdem dachte ich das auch von meinem Canton Movie 10X Sateliten, bis ich sie im Saturn und später zu Hause im Vergleich hatte. Sie klingen blechern und schmal gegen meine Karat (is ja logisch, Karat bei 600 Euro und die Sateliten mit Subwoofer für 180 zusammen). Jede Lautsprecher klingen schön, solange man sie nicht in denVergleich stellt. Aber danke für die Kommentare!
09.04.2004 01:25
Die Raumakustik-Software (besonders CARA) ist eigentlich vor allem eins: Verkaufsförderung. Klar beeinflusst der Raum deutlich das Klangerlebnis (bei mir zum Beispiel hallt es ganz gewaltig). Aber, Studioklang lässt sich Zuhause sowieso nicht erzeugen (und ich kenne einige Tonstudios von innen). Wozu also die ganze Esoterik? Ich helfe mir mit höherer Lautstärke und einer richtig guten Anlage - auch wenn's den Nachbarn ärgert...