"Auf nach Akaba!"
04.01.2006
Pro:
Ein wahrlich genialer Monumentalfilm
Kontra:
Nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
mehr
 squarerigger
Über sich:
Besonders am Herzen liegt mir derzeit meine Meinung zur (Nicht-)Zukunft der Atomkraft. - Besucht me...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 86 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vor ein paar Tagen lief auf ARTE wieder einmal ein Klassiker der Filmgeschichte, den ich mir nicht entgehen lassen konnte - vermutlich war es das erste Mal, dass ich ARTE schaute. *g* Über diesen Film möchte ich heute berichten: Deutscher Titel: Lawrence von Arabien
Originaltitel: Lawrence of Arabia Jahr: USA, 1963
Genre: Abenteuerfilm Regie: David Lean
Darsteller: Peter O'Toole (Lawrence), Alec Guinness (Feisal), Anthony Quinn (Auda), Omar Sharif (Ali), u.v.m. Länge: 218 Minuten
FSK: ab 12 Jahren Dieser mit 7 Oscars (Bester Film, Beste Regie, Beste Ausstattung, Beste Kamera, Bester Schnitt, Beste Musik und Bester Ton) ausgezeichnete Film präsentiert die wahre Lebensgeschichte von Thomas Edward Lawrence.
1916 - es tobt der erste Weltkrieg. Ein Nebenkriegsschauplatz ist der arabische Raum, welcher zum osmanischen Reich gehört, das wiederum mit Deutschland und Österreich sympathisiert. Von Ägypten aus versuchen britische Truppen, Arabien aus dem osmanischen Einflussbereich herauszulösen, jedoch mit eher mäßigem Erfolg. Leutnant Lawrence arbeitet beim militärischen Nachrichtendienst in Kairo, eckt dort jedoch aufgrund seiner exzentrischen Art immer wieder bei seinen Vorgesetzten an. Um ihn loszuwerden, schickt man ihn auf eine Mission in die Wüste, wo er versuchen soll, die Beduinenstämme zur Parteinahme zugunsten Großbritanniens zu bringen. Tatsächlich schafft es Lawrence, tief in die arabischen Wüsten vorzudringen und sogar Kontakt mit Prinz Feisal, einem wichtigen Führer der Beduinen, Kontakt aufzunehmen. Gemeinsam gelingt es den Beiden, die Beduinen zum Kampf zu bewegen. Zuerst beschränken sich ihre Aktivitäten auf kleinere Angriffe gegen die strategisch wichtige Eisenbahn von Damaskus nach Medina, doch irgendwann gelingen ihnen die beiden großen Würfe: sie nehmen die wichtigen Städte Akaba und Damaskus ein und sind damit deutlich erfolgreicher als die reguläre britische Armee. Immer mehr identifiziert sich Lawrence unter dem Einfluss seiner Freunde Auda und Ali mit den Beduinen, so dass er zuletzt immer weniger für den Ruhm Englands, sondern für die Unabhängigkeit und Freiheit seiner Freunde kämpft. Doch die große Politik meint es nicht gut mit ihm, denn Frankreich und Großbritannien haben Arabien auf der Landkarte bereits untereinander aufgeteilt.
Dessilussioniert von der großen Politik zieht sich Lawrence schließlich aus dem aktiven Dienst zurück. Regisseur David Lean ist mit diesem Film eines der großen Epen der 60er-Jahre gelungen. Grandiose Landschaftsaufnahmen und opulente Schlachtszenen wechseln sich mit eher leisen Momenten, in denen Lawrence mit seinen arabischen Freunden über den Koran sowie über Werte wie Freiheit oder Freundschaft philosophiert, ab. O'Toole verkörpert den Lawrence auf sehr eindringliche Art und Weise. Anfangs hält man ihn für einen Schwächling, für den es in der Armee keinen Platz zu geben scheint, doch dann mausert er sich zum charismatischen Führer, der in seinem Tun endlich einen Sinn findet: die Freiheit der Beduinen. Doch ganz nebenbei kommen auch seine latent vorhandenen negativen Charaktereigenschaften wie Hochmut und Sadismus immer stärker zu Tage. Eine solch ambivalente Person so eindringlich darzustellen, ist eine schauspielerische Glanzleistung.
Auch Sharif, Guinness und Quinn als arabische Würdenträger wissen zu überzeugen. Sie spielen die stolzen Wüstenkrieger, die zuallererst nur für eigenen Ruhm und Beute kämpfen, dann aber von Lawrence' Idee eines freien Araberstaates immer mehr überzeugt werden, nahezu perfekt Dieser Film ist einfach großartig, ein Meilenstein der Filmgeschichte, der sich nahtlos in die Reihe der Monumentalfilme der 60er-Jahre einreiht. Trotz seiner Länge von fast 4 Stunden hat er eigentlich keine Längen, sondern zieht den Zuschauer von Anfang bis Ende in seinen Bann. Man wird förmlich mitgenommen auf Lawrence' Reise in die Wüste, man fiebert mit ihm, wenn er versucht, den Aufstand der Beduinen zu starten, man leidet mit ihm, wenn er merkt, dass sein großer Plan, die Freiheit der Beduinen, aufgrund der Entscheidungen in London und Paris, zum Scheitern verurteilt ist. Und man kann gut verstehen, warum er als gebrochener Mann endet.
Volle fünf Sterne sind hierfür absolut gerechtfertigt.
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10.01.2006 19:52
Hi Alexander von Akaba, lach, ich bin ein großer Fan von David Lean und habe somit fast alle seine Meisterwerke auf DVD, so auch diesen Film ... Tja, grandios, aber ist Dir nichts aufgefallen ? Es ist keine einzige Frau im ganzen Film zu sehen, mal davon abgesehen, daß die nur an wenigen Stellen passen würden, nein, sie sind nicht in bei den Schauspielern und Statisten und auch in der Crew gab's nicht eine Frau im ganzen Film, einmalig ... Wenn ich TV-Empfang hätte, würde ich sicher öfter ARTE anschauen, aber so ist das eben unmöglich, wobei ich dieses Meisterwerk ja auch so schauen könnte, ist übrigens keine schlechte DVD bzw. Doppel-DVD mit viel Bonusmaterial ... Gruß, Sven
09.01.2006 16:43
Ach man...dammich! Hab ich wieder nicht aufgepasst. Vielleicht sollt ich mir doch mal wieder eine TV-Zeitschrift zulegen. *lach* Ja, ein faszinierender Film, für den man sich aber auch wirklich Zeit und Ruhe nehmen muss, ihn sich anzusehen. Besonders, wenn er im Öffentlich-Rechtlichen ohne "erholsame" Toilettenpausen läuft. ;-) Naja, wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass er wiederholt wird. Gruß Jens
09.01.2006 10:02
Schöne Schmonzette....