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Le "Papp" Havre

4  06.04.2009 (07.04.2009)

Pro:
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Kontra:
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Empfehlenswert: Ja 

Details:

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Fenriswolf

Über sich: Verfallenes Guthaben? Wisst ihr eigentlich wie hart man sich das erarbeiten muß? Na toll....meine Mo...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 153 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Erwartungsvoll wird der vermeintliche „Top-Seller“ der Spielemesse 2008 ausgepackt und vom ersten Eindruck her wird man von einer wahren Flut bestehend aus immerhin 444 Pappmarkern erschlagen.
Das Pappe als primäres Spielmaterial nicht nur die Produktionskosten senkt sondern durchaus die beste Lösung darstellt erschließt sich einem spätestens bei näherer Betrachtung. Die meisten Pappmarker haben 2 verschiedene Seiten doch dazu später mehr.
Vor dem Spiel entscheidet man zunächst ob man die Kurz- oder Komplettversion spielt. Die Anleitung gibt uns hierfür eine ungefähre Spieldauer vor die zwischen 20 Minuten (1 Spieler, Kurzversion) und 210 Minuten (5 Spieler, Komplettversion) liegen kann. Wer nun meint zum anspielen genügt die Kurzversion der wird schnell feststellen das hier sprichwörtlich in der Kürze die Würze liegt, denn die Kurzversion ist „kurz und knackig“ und somit schwerer.
Hat man sich für eine der beiden spielbaren Versionen (komplett oder verkürzt) entschieden beginnt der Spielaufbau und ggf. das Aussortieren von Karten.
Der Fokus liegt im Hafengebiet „Le Havre“. Zu sehen sind hier diverse Angebots- und Vorratshäuser die von einer Wasserstraße getrennt sind auf die wir verdeckt 7 Nachschubplättchen legen. Das Hafengebiet besteht aus 3 Teilen die sogar links oben in der Ecke durchnumeriert sind damit kein Zweifel darüber besteht wie diese nebeneinander zu legen sind.
So denn wir die Komplettversion spielen ziehen wir aus einem Stapel von 36 Sonderkarten (+ ggf. einigen Sonderkarten die wir aus Essen mitgebracht haben) 6 heraus. Die restlichen Karten werden nicht benötigt.
Kommen wir nun zu den Gebäuden. Gebäude befinden sich ebenfalls auf durchnummerierten Karten und werden zunächst verdeckt in 3 gleichmäßige Stapel aufgeteilt. Diese werden dann aufgedeckt und jeder für sich in numerischer Reihenfolge sortiert und nach oben hin gefächert. Diese 3 Stapel stellen die Bauvorhaben in Le Havre dar. Unten am Rand jeder Karte stehen Bau- und Kaufkosten. So weiß jeder Spieler in welcher Reihenfolge die Bauvorhaben liegen und wie hoch die Kosten aller Gebäude sind.
Zu Beginn einer Spielrunde gibt es mindestens 3 Startgebäude. Diese wurden bereits gebaut und gehören der Stadt, also keinem Spieler. Als letztes werden noch die Rundenkarten bereitgelegt. Nun werden noch flott die Angebotsfelder mit Waren bestückt und jeder Spieler erhält:

• Ein Schiff in seiner Farbe
• einen Personenstein in seiner Farbe
• einen Speicher in seiner Farbe (mit einer Spielzugübersicht auf der Rückseite)
• Startkapital und Startressourcen

Nun ist das Hafengebiet „Le Havre“ gut bestückt und vorbereitet und wir können ein wenig Bewegung in das Spiel hineinbringen und endlich starten.

Spielablauf

Der Startspieler beginnt (wie so oft) und setzt sein Schiff auf das erste
Bilder von Le Havre
  • Le Havre DSC02526 - Le Havre
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Le Havre DSC02526 - Le Havre
Le Havre - Spielplan
freie Nachschubplättchen. In der ersten Spielrunde werden diese mit jedem Spielzug aufgedeckt und werden nicht mehr verändert, d.h. sie bleiben an Ort und Stelle liegen. Auch das Startspielerplättchen bleibt die gesamte Spieldauer bei seinem Besitzer.
Ein Spielzug besteht nun aus 2 Pflichtaktionen:
Als erstes führt man eine Nachschubaktion durch. Entsprechend der Symbole des Nachschubplättchens auf dem man sein Schiff gesetzt hat, werden die Angebotsfelder bestückt. Dabei fällt auf das immer 2 unterschiedliche Waren aufgefüllt werden bzw. eine Ware + 1 Franc (die Währung im Spiel). Danach folgt die Hauptaktion in der man 2 Optionen hat:

• Alle Waren aus einem Angebotsfeld nehmen oder
• eine Gebäudeaktion durchführen.

Waren landen im eigenen Vorrat und dürfen dort unbegrenzt vorhanden sein.
Bei der Gebäudeaktion kommt der eigene Personenstein ins Spiel. Man darf ihn in jedes unbesetzte Gebäude platzieren das kein Vorhängeschloss (Symbol auf der Gebäudekarte) hat. Allerdings haben die wenigsten Gebäude ein Vorhängeschloss so dass man fast alle Gebäude nutzen kann. Einige Gebäude werden, sobald sie im Besitz von Mitspielern sind, von imaginären Türstehern bewacht. Diese lassen einen nur in das Gebäude wenn man zuvor Eintritt in Form von Nahrung und/oder Franc an den Eigentümer bezahlt (hier sollte man nicht vergessen dass man Nahrung immer gegen Franc ersetzen darf, umgekehrt ist dies nicht möglich). Erst dann darf man die Gebäudeaktion nutzen. Wichtig und interessant ist auch das ein Personenstein so lange in dem Gebäude verweilt bis man ihn umsetzt; allerdings darf man die Gebäudeaktion nur beim Betreten auslösen und nicht mehrfach nacheinander.
Neben den beiden Pflichtaktionen gibt es auch noch freiwillige Aktionen die man jederzeit während seines Spielzuges durchführen darf:

• Kaufen
• Verkaufen
• Schuldscheine ablösen

Gekauft werden dürfen aufgedeckte Schiffe, alle Gebäude die sich im Besitz der Stadt befinden sowie alle obersten Gebäude der 3 Bauvorhabenstapel. Lässt der Geldbeutel es zu darf man beliebig viele Objekte kaufen. Der Kaufpreis entspricht oftmals dem Wert des Objektes. Ist dies nicht der Fall befindet sich der Kaufpreis direkt unter dem Wert.
Eigene Gebäude und Schiffe können zum halben Wert an die Stadt verkauft werden. Dies ist sogar außerhalb seines Spielzuges möglich (z.B. beim Ende einer Runde und Auswertung der Rundenkarte).
Schuldscheine erhält man nur wenn man beim Rundenende in der Ernährungsphase nicht genug Nahrung aufbringen kann (auch hier gilt: Nahrung kann durch Franc ersetzt werden!) oder Zinsen für bereits vorhandene Schuldscheine nicht bezahlen kann. Pro Schuldschein bekommt man 4 Franc aus der Bank; möchte man seinen Schuldschein an die Bank zurückgeben werden dafür 5 Franc fällig. Zinsen werden übrigens auf einem der 7 Nachschubplättchen fällig. Hier ist es sogar erlaubt den Schuldschein abzulösen bevor die Zinsen gezahlt werden müssen!
Hat man alle Pflichtaktionen und Zusatzaktionen durchgeführt kommt der nächste Spieler zum Zug und setzt sein Schiff auf das nächste freie Nachschubplättchen. Landet ein Schiff auf das 7. Nachschubplättchen wird eine Rundenkarte ausgewertet. Zunächst kann es zu einer Erntezeit kommen (das hängt von der Rundenkarte ab). Für mind. 1 Korn erhält man ein weiteres und für mind. 2 Rindviecher bekommt man ebenfalls ein weiteres. Es folgt die Ernährungsphase in der alle abhängig von der Anzahl der Spieler Ernährung (oder alternativ Franc) abgeben müssen. Anschließend kommt es gelegentlich vor das die Stadt das Bauvorhaben mit der niedrigsten Zahl umsetzt oder sogar ein Sondergebäude baut (letzteres nur in der Komplettversion).
Nun wird die Rundenkarte umgedreht und gibt ein Schiff zu erkennen das in Le Havre „anlegt“ und darauf wartet in eine der folgenden Runden von einem Spieler „gebaut“ oder gekauft zu werden. Nun beginnt die nächste Runde.

Spielende

Mit der Auswertung der letzten Rundenkarte wird die Schlussphase eingeleitet in der jeder Spieler noch einen Spielzug durchführt. Beginnen darf hier der Startspieler.
In der Schlussphase darf ich meinen Personenstein auch in Gebäuden einsetzten die bereits von anderen Personensteinen besetzt sind!
Nun gilt es den Sieger zu ermitteln. Dazu werden alle Werte der Gebäude und Schiffe, ggf. Zusatzwerte (Gebäude mit einem + Zeichen) und das Barvermögen addiert. Für jeden nicht zurückgezahlten Schuldschein werden dem Spieler 7 Franc abgezogen. Wer das meiste Vermögen hat (das können auch mehrere Spieler sein) hat eine Partie Le Havre gewonnen.

Fazit

Da eine Runde aus 7 Spielzügen (Nachschubplättchen) besteht kommen die Spieler in jeder Runde unterschiedlich häufig zum Zug; mal mehr mal weniger. Das ist sehr interessant! Man sollte immer im Auge haben wie viel Nahrung man zum Rundenende abgeben muss.

Sehr gelungen finde ich die zwei „Einheiten“ Nahrung und Energie. Diese lassen sich unterschiedlich „auftreiben“. So bekommt man Nahrung beispielsweise direkt durch Fische (1 Nahrung, geräuchert 2) oder durch die Verarbeitung von Korn zu Brot (2 Nahrung) oder Vieh zu Fleisch (3 Nahrung). Energie dagegen erhält man durch Holz (1 Energie) oder eine Aufwertung von Holz zu Holzkohle (3 Energie) sowie Kohle (3 Energie) das sich ebenfalls zu Koks (10 Energie) aufwerten lässt.

Oft vergisst man: Für 1 Franc kann 1 Nahrung ersetzen werden und das kann in so mancher Situation mehr als hilfreich sein. Gerade in Runden in denen man vielleicht nur 1x zum Zug kommt und lieber Baumaterial von einem Angebotsfeld oder gar einem Gebäude benötigt kann man so auf Nahrung verzichten und dennoch zum Ende der Spielrunde die geforderte Nahrung mit barer Münze bezahlen.

Viele Ressourcen haben eine schöne Doppelfunktion. So kann ich beispielsweise Holz dazu einsetzen um Energiekosten zu bezahlen oder um ein Gebäude zu bauen. Lehm und Eisen darf ich zu Ziegel und Stahl aufwerten und bei Bedarf dennoch als Lehm bzw. Eisen verwenden. Hier ergeben sich viele Möglichkeiten und das erhöht den Spielreiz und macht vor allem Spaß! Anfangs erwähnte ich dass die Pappmarker 2 verschiedene Seiten haben. Wertet man eine Ressource mit Hilfe einer Gebäudeaktion auf, dreht man anschließend entsprechend viele Pappmarker aus seinem Vorrat auf die andere Seite und voila habe ich z.B. aus Lehm Ziegel gemacht.
Man sollte es allerdings tunlichst vermeiden mit seinen Pappmarkern herumzuspielen, um sie nicht „versehentlich“ auf die falsche Seite zu drehen.
Die einzelnen Spielzüge gehen relativ flott von der Hand, aber wie bei jedem guten Aufbauspiel werden die Möglichkeiten immer umfangreicher. Vor allem durch Gebäudebau kommen hier immer mehr Aktionsmöglichkeiten ins Spiel, da gilt es den Überblick zu behalten und wenigstens eine ungefähre Vorstellung von dem zu haben was man gern erreichen möchte. Für alle gilt gleichermaßen die Nahrungsversorgung bei jedem Rundenende im Auge zu behalten. In der Komplettversion steigt diese allmählich an; in der knackigen Kurzversion kommt man da schon etwas eher ins schwitzen, außerdem stehen einem hier weniger Gebäude zur Verfügung. Ein gewisses planerisches Geschick sollte man schon mitbringen. Dennoch kann Le Havre auch Spielern gefallen die viel aus dem Bauch heraus spielen sofern sie die Nahrungsversorgung in den Griff bekommen.

Mir hat das Spiel in verschiedenen Besetzungen gefallen. Alles ist rundum gut aufeinander abgestimmt. Als ein großer Freund von Spielen mit viel Holzmaterial muss ich hier eingestehen dass die wahre Pappflut doch zu einer guten Spielbarkeit und zur Erkennung der Waren, vor allem auch der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten beiträgt. Das wäre mit Holzmaterial schwieriger und auch weitaus kostspieliger gewesen.

Vom zeitlichen Rahmen her war ich erstaunt wie schnell die Zeit verfliegt, somit beträgt die gefühlte deutlich weniger als die tatsächliche Spieldauer und wenn man genug Zeit hat möchte man am Liebsten gleich eine weitere Partie spielen.
Fast ein wenig schade finde ich den „großen“ Stapel von 36 Sonderkarten aus denen „nur“ 6 in die aktuelle Spielrunde einfließen (bzw. werden von diesen 6 exakt 5 von der Stadt gebaut). Allerdings sorgt dies auch stets für eine gute Abwechslung der Sonderkarten und da dieser „Gebäudestapel“ verdeckt ist, wird man lange in Ungewissheit bleiben welche 5 Sondergebäude ins Spiel kommen.

Le Havre muss sich zwangsläufig mit dem sehr erfolgreichen Vorgänger des Autors Uwe Rosenberg messen. Die Rede ist von Agricola. Im Vergleich dazu mag Le Havre durchaus etwas fairer sein, da jeder Spieler immer nur 1 Aktion mit seinem Personenstein durchführen kann und sich die Personensteine auch nicht vermehren können.

Le Havre könnte Dir gefallen wenn Du
• Aufbauspiele magst und gern mit Waren handelst.
Hier seien natürlich Agricola und Caylus genannt aber auch Puerto Rico und Die Händler von Genua.
Ich finde es gut so wie es ist und auch der Kaufpreis in Höhe von 33,– € geht völlig in Ordnung.

P.S.:
Hier noch einige Eckdaten:
Verlag: Lookout Games --> www.lookout-games.de Autor: Uwe Rosenberg
Illustration: Klemens Franz
Genre: Entwicklungsspiel
Alter: ab 10 Jahre
Spieldauer: durchschnittlich ca. 2 Stunden
Gewicht: 1,3 kg

In ähnlicher Form habe ich diesen Bericht bei www.unknowns.de als Rezension veröffentlicht. Der Seitenbetreiber war damit einverstanden das er nicht das alleinige Recht für meinen Bericht inne hat.

Heute Abend werde ich einige Fotos hinzufügen.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tester90

Tester90

03.02.2012 01:09

ausführlicher Bericht ;) hab ich wieder was dazu gelernt

Dr.Ed

Dr.Ed

22.04.2011 19:53

Ich habe das Spiel jetzt auch endlich mal gespielt und mir hat es sehr gut gefallen. Wahrscheinlich werde ich es mir demnächst auch selber besorgen.

Tiggerbaba

Tiggerbaba

12.11.2010 21:05

Es gibt wohl noch so viele die ich noch nicht kenne. :L_)

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