Man sieht nur mit dem Herzen gut

5  03.04.2003

Pro:
Schöne Geschichte für Jedermann

Kontra:
Wird im Unterricht leider überinterpretiert

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau

Stil

Unterhaltungswert

Spannung

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LaJungle

Über sich: Schön, dass Ihr vorbei schaut! Ich bedanke mich bei allen, die immer so fleißig bei mir lesen für di...

Mitglied seit:16.09.2002

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 63 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Das erste Mal bin ich dem „Kleinen Prinzen“ begegnet, als ich 10 Jahre alt war und im Gymnasium eingeschult wurde. Der Literaturkurs führte es für uns Neulinge auf und ich weiß noch ganz genau, wie begeistert ich davon war. Später begegnete er mir dann ein weiteres Mal, nämlich im Französisch Leistungskurs. Diesmal dann allerdings als französisches Original.

Da ich dieses Buch auch nach mehrmaligen Lesen immer noch einfach wundervoll finde, möchte ich dies in meinem heutigen Bericht begründen. Ich habe „Le Petit Prince“ wie gesagt auf Französisch gelesen, weshalb mein Bericht sich auch auf das französische Buch und unter anderem auf die Verständlichkeit der Sprache bezieht.

Auch wenn viele sicherlich die Geschichte des kleinen Prinzen kennen, möchte ich sie hier zunächst einmal kurz anreißen:

Der kleine Prinz lebt auf dem Asteroiden B 612. Seine Beschäftigung besteht darin sich um seine drei Vulkane zu kümmern. Zwei sind noch aktiv und einer ist bereits erloschen, doch der kleine Prinz reinigt und pflegt alle drei gleichermaßen um zu garantieren, dass sie ruhig vor sich hinbrodeln, so dass er weiterhin sein Essen über ihnen zubereiten kann. Dann gibt es da noch eine Rose, die eines Tages auf dem Asteroiden gewachsen ist und die der kleine Prinz mit all seiner Liebe pflegt.

Doch eines Tages beschließt der kleine Prinz seinen Planeten zu verlassen und macht sich auf den Weg zu anderen Asteroiden.
Auf dem ersten Planet, dem Asteroiden 325 trifft er auf einen König. Dieser ist sehr von sich und seiner Macht überzeugt, denn er glaubt über alles und jeden zu herrschen, obwohl es eigentlich weit und breit nichts gibt, worüber der König herrschen oder richten könnte. Mit der Erkenntnis, dass die großen Leute sehr komisch sind, macht er sich auf den Weg zum nächsten Planeten.

Dieser Asteroid ist bewohnt von einem Eitlen, für den es das wichtigste ist, dass man ihn bewundert und für den schönsten, intelligentesten und reichsten Mann hält. Auch hier kann der kleine Prinz nicht anders, als sich darüber zu wundern, wie merkwürdig die großen Leute doch sind und zieht weiter.

Der nächste Planet wird von einem Trinker bewohnt. Dieser erzählt dem kleinen Prinzen, dass er trinkt um zu vergessen, dass er trinkt. So kommt der kleine Prinz auch hier zu keinem anderen Urteil und macht sich auf zu den letzten drei Planeten.

Dort trifft er auf einen Geschäftsmann, für den es nichts wichtigeres gibt, als seine Sterne zu zählen. Dann besucht er einen Mann, der die ganze Zeit nichts anderes tut, als eine Laterne an und wieder aus zu machen, da der Planet so klein ist, dass zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nur eine Minute liegt. Und schließlich auf dem letzten Asteroid begegnet er einem Geographen, der überhaupt nichts über seinen Planeten weiß, da er keine Forscher hat, die den Asteroid für ihn erkunden. Wieder einmal denkt der kleine Prinz, wie sonderbar die großen Leute doch sind.

Schließlich verschlägt es den kleinen Prinzen auf die Erde, wo er viele merkwürdige Entdeckungen macht aber auch einen ganzen Rosengarten entdeckt und so an der Besonderheit seiner Rose zweifelt. Später trifft er auf einen Fuchs und zähmt ihn, da die Menschen sich dafür keine Zeit nehmen. Bevor der kleine Prinz weiter zieht, sagt der Fuchs ihm, dass seine Rose etwas ganz Besonderes ist, da der kleine Prinz ihr seine ganze Liebe gegeben hat. Dann gibt er dem kleinen Prinzen noch einen Satz mit auf den weg, den wohl viele kennen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist unsichtbar für die Augen.“

Letztlich begegnet der kleine Prinz einem Piloten, der in der Sahara gelandet ist. Ihm erzählt der kleine Prinz alles, was er erlebt hat. Doch schon bald bekommt er Sehnsucht nach seinem Planeten und seiner Rose.

Der am 29.06.1900 in Lyon geborene Autor Antoine de Saint-Exupéry hat mit seinem Buch „Le Petit Prince“ ein Werk geschaffen, das nicht nur kleine Kinder sondern auch Erwachsene begeistert. Für Kinder mag es ein einfaches Märchen sein, aber wenn man sich einmal Gedanken über das Buch macht, so wird man auf einige Weisheiten stoßen, die sich auch noch mancher Erwachsene zu Herzen nehmen könnte.

Leider ist es doch so, dass wir oft viel zu oberflächlich sind und so viel „Wichtiges“ zu tun haben, dass wir den Sinn für das Wesentliche verlieren. Der „Kleine Prinz“ bringt, wie ich finde, ein Stück davon zurück. Während man das Buch liest, wird man sich noch einmal bewusst, wie wichtig die kleinen Dinge im Leben sind und vor allem, wie besonders es ist, einen guten Freund zu haben.

Besonders gut gefällt mir an dem „Kleinen Prinzen“, dass er einfach für jeden geschrieben ist. Als Kind fand ich diese Geschichte wunderschön und heute ist es immer noch so, nur sehe ich sie nun unter anderen Aspekten, denn heute gehöre ich ja schon zu den „großem Leuten“, die ja doch so merkwürdig sein können.

Als wir dieses Buch im Französisch Leistungskurs gelesen haben, war es leider so, dass wir viel zu viel hinein interpretiert haben, was man beim Lesen eher nicht tun würde. Mir persönlich hat es besser gefallen, das Buch einfach so zu nehmen, wie es ist und auf sich wirken zu lassen, statt in allem einen Hinweis auf dieses oder jenes zu sehen. Trotzdem war „Le Petit Prince“ das schönste Buch, das wir in der Schule durchgenommen haben und ich lese es auch heute ab und zu noch einmal durch, natürlich auch wegen dem schönen Klang der Sprache.

Wer den Petit Prince auf Französisch lesen und verstehen möchte, der sollte mindestens 4 Jahre lang diese Sprache gelernt haben, da es sonst kein Genuss ist, wenn man ständig im Lexikon nachschlagen muss. Zwar ist der Stil nicht sehr schwierig und auch gibt es keine all zu schweren Wörter, doch sollte man schon in der Lage sein es flüssig zu lesen, da die Geschichte sonst darunter leidet, wenn man sie nur in Fetzen versteht oder zerstückelt.

Natürlich gibt es den „Kleinen Prinzen“ überall auch in deutscher Sprache zu kaufen, sei es als gebundenes Buch, als kleines Heft oder sogar als „Dä kleine Prinz op Kölsch“. Da es sehr unterschiedliche Ausführungen gibt, gibt es natürlich auch sehr unterschiedliche Preise, aber ab 5 Euro ist es bereits erhältlich.

Alle Ausgaben des „Kleinen Prinzen“, die ich bisher gesehen habe sind wunderschön mit Bildern illustriert, die Antoine de Saint-Exupéry selbst gezeichnet hat, so dass das Lesen noch einmal mehr Freude macht. Deshalb finde ich den „Kleinen Prinzen“ auch als Geschenkidee ideal, egal ob für ein Kind oder einen lieben Freund.

Mein Bericht bezieht sich auf die französische Originalausgabe, die ich vor einiger Zeit bei meinem Urlaub in Frankreich gekauft habe. Dabei handelt es sich um eine sogenannte „Édition Spéciale“ von Folio Junior, die nicht nur sehr hübsch aufgemacht ist, sondern auch noch 32 Seiten mit Zusatzinformationen beinhaltet. Da diese Edition für französische Schüler ausgelegt ist, findet man hier im Anhang unter anderem Interpretationshilfen, ein Quiz, das überprüft, ob man den Text verstanden hat und andere Rätsel, was nicht nur Spaß gemacht hat, sondern mir auch noch behilflich im Unterricht war.

Da ich nur diese Ausgabe besitze, kann ich auch nur zu diesem Buch die Daten angeben, die da lauten:

Seiten: 123
Verlag: Folio Junior
ISBN: 2-07-051328-9
Preis: 8,30 Euro (z.B. bei der Mayerschen)

Wer den „Kleinen Prinzen“ noch nicht kennt, der sollte dies schnellstens nachholen, auf dass mehr Menschen mit dem Herzen sehen!

Dieser Bericht entstand im Rahmen der Aktion „Feed your Head – Hungry for Books“, ins Leben gerufen von BlankAttack und Espionne.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
adiszulc

adiszulc

18.07.2006 09:38

Toller Bericht! Das Buch auf französisch war bestimmt eine tolle Erfahrung! Der kleine Prinz is auch mein Lieblingsbuch! Viele Grüße! Adrian

wechmida

wechmida

01.02.2006 21:19

3 meiner Söhne hatten zwar im Gymnasium auch Französisch, aber ein ganzes Buch auf Französisch zu lesen - ich ziehe den Hut !

tiefschwarz

tiefschwarz

08.09.2003 16:03

klasse buch,klasse bericht. lG ts

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