Der Verlust eines Auges

1  23.07.2008

Pro:
gar nichts

Kontra:
alles

Empfehlenswert: Nein 

Zero23

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Hallo Community,


mein heutiger Bericht befasst sich mit einer Krankheit die jeden treffen kann. Es handelt sich hierbei um eine Netzhautablösung.


DIE FUNKTION DER NETZHAUT:
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Die Netzhaut ist ein Nervengewebe das für das Sehen ein wichtiger Faktor ist da sie das Licht nachdem es durch die Linse, den Glaskörper und die Hornhaut an die Netzhaut gelangt ist dieses Licht in Nervenimpulse umwandelt und über den Sehnerv in das Gehirn schickt. Eine Ablösung der Netzhaut kann zur völligen Erblindung des Auges führen


DER ANFANG:
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Ich habe auf beiden Augen immer sehr gut gesehen. Alles fing im Dezember 2006 an als ich in meiner damaligen Arbeit als Mediengestalter viel arbeiten musste und ich plötzlich schwarze Punkte in dem linken Auge hatte. Da ich viel am PC arbeitete dachte ich mir das ist bloß eine Überanstrengung und ich dachte mir "Im Januar hast du Urlaub und dann wird das schon wieder". Leider wurden die Schmerzen im Auge immer schlimmer und das linke Auge errötete auch. Ich dachte mir gleich nach den Feiertagen gehe ich zum Augenarzt.


DER TAG DER MEIN LEBEN VERÄNDERTE:
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Am 5. Januar 2007 nahm alles seinen Lauf als ich zum ersten Mal auf dem linken Auge alles verschwommen oder schon direkt Dunkel sah. Es war so als wenn ich mir das halbe Auge zugehalten hätte. Ich dachte mir erst das es wieder vergeht aber dem war nicht so, im Gegenteil es wurde immer schlimmer. Ich entschloss mich gleich zu einem Augenarzt zu gehen. Dieser erkannte nach dem Ultraschall eine Netzhautablösung und überwies mich gleich in das Krankenhaus ohne das er mir gleich sagte was los war. Er verfiel etwas in Panik und bestellte gleich einen Krankenwagen.

DIE UNTERSUCHUNG:

Im Krankenhaus wurde ich gründlich Untersucht. Nach einer Kernspin-Tomographie kam die erschreckende Diagnose, die für mich ein Schock war!!!! Es hieß ich hätte auf beiden Augen zwischen der Netzhaut und den Glaskörper kleine Tumore, man Wisse aber noch nicht genau wie und was und man werde mich an die Uniklinik in Regensburg bringen da die für Augenheilkunde spezialisiert sind. Noch am Nachmittag wurde ich mit dem Krankenwagen an die Uniklinik gebracht, sofort wurde ich wieder Untersucht und es bestätigte sich leider alles.

DIE DIAGNOSE:

Ich hatte auf dem linken Auge eine Netzhautablösung sowie einen angegriffenen Seenerv ausgelöst durch einen Tumor. Auf der rechten Seite war die Netzhaut allerdings noch dran aber auch schon angegriffen. Sie sagten mir dass ich wahrscheinlich völlig erblinden würde da es für meine Augen schlecht aussehen würde. Ich war total fertig und bekam ernste Depressionen. Die erste Zeit wurde ich echt ruhig gestellt weil ich echt vorhatte mich Umzubringen weil ich mir immer wieder sagte "Wieso ich mit 25"


DIE BEHANDLUNG:
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Für die lange Trauer blieb keine Zeit da ich eine Chemo-Therapie bekam. In der ersten Zeit ging es mir schlecht, mir wurde echt übel, es vielen mir alle Haare am Körper aus. Ich hatte einfach nicht mehr die Kraft irgendwas zu machen. Nach einem Monat ging es aber schon etwas bergauf, mein Professor war sichtlich erleichtert dass die Tumore auf die Chemo angeschlagen haben und zurückgingen. Bald waren sie soweit eingedämmt das sie erstmals von einer OP redeten. Für anfang März wurde eine OP vorgesehen.

DIE OP:

Bei der OP sollte versucht werden die abgegangene Netzhaut so weit es ging wieder an die Aderhaut anzubringen. Außerdem sollen die Glaskörper entfernt werden und stattdessen sollte eine Art Gel in die Augen gefüllt werden. Das Gel sollte dafür sorgen das die Netzhaut an der Stelle bleibt und nicht mehr abgeht.

DER 12. März 2007
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Den Tag der OP weis ich noch genau. Es war ein Montag und ich wurde um halb acht in den OP-Saal geschoben. Ich sollte an beiden Augen operiert werden. Als ich schon benommen in Vorbereitungsraum lag und ich wusste dass es bald los geht war das irgendwie ein komisches Gefühl. Ich wusste genau wenn es schief geht war es dass mit dem Sehen. Als ich an die Geräte geschlossen wurde und mir die Narkose gegeben wurde blickte ich noch mal in den Raum in die Augen der vermummten Leute. Ich war irgendwie total ruhig obwohl ich Innerlich gebrüllt habe. Ich spürte genau als ich die Sauerstoffmaske aufgesetzt bekam wie ich langsam einschlief.

Nach der OP:

Das erste was ich wusste war das mir sehr kalt war und ich total benommen war und ich nichts sah weil beide Augen verbunden waren. Ich schlief dann wieder ein und das war es dann für Montag. Am nächsten Tag wachte ich mit starken Schmerzen im linken Auge wieder auf, es war ein ganz komisches Gefühl. Der behandelnde Arzt kam zu mir und erklärte mir dass die OP auf dem rechten Auge gelungen war und die Nethaut erfolgreich repariert wurde. Das linke Auge musste aber entfernt werden weil es einfach zu stark beschädigt war. Die Schmerze die ich hatte waren von dem Gesichtsmuskel der das linke Auge gehalten hat.

Am nächsten Tag bekam ich das erste Mal den Verband ab und ich konnte wieder einiger maßen scharf mit dem rechten Auge sehen. Den in der Zwischenzeit wurde das ja auch immer schlechter und verschwommener. Ich war zwar geschockt als ich das Blutrote Auge sah aber man sagte mir das das normal sei nach einer solch schweren OP und das bald vergehen würde. In den nächsten Tag wurde das erste Mal eine Prothese für das fehlende linke Auge eingesetzt.


DIE ZEIT DANACH:
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Das rechte Auge wurde vom Sehen her immer besser. Bereits nach einer Woche war das Auge fast nicht mehr Geschwollen und auch nicht mehr Rot unterlaufen. Ich wurde ende März entlassen aber ich war immer noch Krank geschrieben und musste alle 2 Tage zu meinem Augenarzt. Ich hatte das erste halbe Jahr totale Orientierungsprobleme da ich ja nur noch die hälfte Sehen konnte. Mein damaliger Arbeitgeber für den ich mir noch ein paar Monate den Hintern aufgerissen habe kündigte mir ganz solidarisch mit einem Brief im Briefkasten, ohne Worte…. Danke Chef!!!!!!!

Jetzt ein gutes Jahr danach geht es mir wieder besser. Ich bekam von der Behörde einen Schwerbehindertenausweis und erhalte eine Teilrente da ich nur noch halbtags arbeiten kann. Ich kann auch nicht mehr räumlich sehen aber das ist nicht so schlimm. Ich werde zwar dieses Jahr noch mal unter das Messer müssen weil das Gel einmal ausgewechselt werden muss aber das ist nicht so schlimm. Die Prothese an Stelle meines früheren Auges ist sehr gut, wer nicht weiß das es eine Prothese ist bemerkt es auch nicht.
Ich habe oft noch Orientierungsprobleme und kann nicht mehr räumlich sehen. Ich muss leider Medikamente für das Auge nehmen und mag große Menschenmassen nicht weil ich dann Panik bekomme. Obwohl ich regelmäßig zu einem dutzend Ärzten muss weil sich ja das Auge verschlechtern könnte oder der Tumor zurückkommen könnte bin ich trotz des Verlustes eines Auges froh das es so gut ausgegangen ist. Ich glaube das mit den Arztbesuchen muss ich mein Leben lang machen aber ich mache es gerne wenn ich dadurch soweit Gesund bleibe.


FAZIT:
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Ich habe lange überlegt darüber einen Bericht zu schreiben weil er doch von einer schweren Zeit in meinem Leben handelt und vieles in Mir dadurch wieder Hoch kommt. Ich wollte aber Menschen aufrütteln sich regelmäßig an den Augen untersuchen zu lassen. Die Augenkrankheiten sind fies weil man sie nicht gleich merkt und wenn es Mal weh tut ist es meist zu spät. Ich hoffe einfach das ich Euch etwas Aufgerüttelt habe und vielleicht den ein oder anderen geholfen habe.

Vielen Dank für das Lesen und Bewerten

Euer Matthias

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Sasolunga

Sasolunga

10.05.2009 11:29

es ist erstaunlich, wie der mensch immer denkt, es würde ihn selbst nicht treffen. dein bericht macht einem klar, dass das eben nicht immer so sein muss. gott sei dank konnte bei dir ein auge erhalten bleiben. hoffentlich wird dir dieses den rest deines lebens treu bleiben. lg, saso.

TurboThomas

TurboThomas

19.08.2008 17:52

Viel Glück für die Zukunft, und wenig Eischränkungen duch die Behinderung wünsche ich.

Cybermike1202

Cybermike1202

10.08.2008 10:49

Ich wünsche dir alle Gute. Bin selbst behindert (und habe auch mit anderen Behinderten zu tun), deshalb weiß ich, was das bedeutet. LG Michael

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