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Vorgestern war kein schöner Tag. Nein, ganz und gar nicht.
Vorgestern wusste ich, wie Michael Douglas sich im Film „Falling Down“ gefühlt haben muß, als er total auskreiste und die McDonald’s Kassierer mit einer Maschinenpistole bedrohte, weil der Big Mäc nicht so aussah wie auf dem Bild.
Nach dem viel zu langen Geburtstag meines Vaters hatte ich verschlafen und musste hektisch zur Arbeit eilen. Wie ich das hasse, morgens keinen Kaffee und keinen kurzen Einblick in mein Profil. Da ist der Tag eigentlich schon gelaufen.
Als ich vor die Haustür trat, dachte ich, na wenigstens muß ich nicht, wie sonst oft üblich, stundenlang zu meinem Auto laufen. Es stand direkt vor der Haustür. Doch was ist das? Hat mir da schon wieder so ein Idiot einen Zettel unter den Scheibenwischer gepappt, der mir mitteilt, dass ich in 3 Tagen 65 Kilo abnehmen kann? Nein, ein anderer I... äh, indiskutabel kompetenter Mann, nämlich PangFüt (PolizeiANGestellter Für Überflüssige Tätigkeiten) hat mir einen netten grünen Strafzettel verpasst. Klasse.
Auf der Arbeit angekommen, versuchte ich, viel zu spät und vollkommen verschlafen, den Tag einigermaßen zu überstehen. Nach einem eher weniger gesundheitsförderndem Mahl bei Burger King wollte ich eigentlich an die Stätte meines Schaffens zurückkehren, als ich an einer Straßenkreuzung stehen blieb und bei mir dachte : irgend etwas stimmt an dieser Ecke nicht.... Hm .... was könnte das gewesen sein .... Hm, speziell die Ecke da drüben sieht komisch aus..... Anders als heute morgen, als ich aus meinem Auto stieg ..... Das da stand ..... Zum Teufel, WO IST MEIN AUTO?
Ein Anruf bei meinem Freund und Helfer sollte mich dann schnell aufklären. „Jo, Ihren Wagen haben wir in der Gartenstraße abgestellt, weil der nach §377, Abs. 556 StVO nicht 5 Meter von der Kreuzung entfernt stand. Da stellen wir Ihnen einen netten Brief zu, kosten sie so ungefähr 300 DM“. Was für ein Scheiß-Tag. Aber gut. Machen wir das beste daraus.
So fragte ich also eine Kollegin, wo denn die Gartenstraße sei, und die informierte mich, dass die Gartenstraße eine ganz kurze Straße gleich um die Ecke sei.
Also schön, dachte ich, das Büro ist ruhig, da kann ich ja etwas früher abhauen und mir zu Hause noch ein bisschen Schlaf besorgen. Fast wieder guter Laune machte ich mich auf den Weg. Im Fahrstuhl traf ich dann zwei Kollegen, die sich gerade darüber beölten, dass irgend so ein Trottel wieder seinen Wagen genau auf der Ecke abgestellt hatte und sie zugeguckt haben, wie sie den Wagen abgeschleppt haben. Ich habe den beiden dann am nächsten Tag eine kleine Mail mit einem Bild von Anna Kournikova im Anhang geschickt, nur um mich mal zu bedanken....
Naja, jedenfalls war die Gartenstraße zwar um die Ecke, aber leider ungefähr so lang wie der Kurfürstendamm, so dass ich eine geschlagene halbe Stunde zu meinem Auto lief. Aber egal. Es ging ja nach Hause. Auf halber Strecke war ich gerade dabei, mir eine Zigarette anzuzünden und „Inner Smile“ von Texas ein bisschen lauter zu drehen, plötzlich : WUMM! Was war das? Als ich mich umdrehte, sah ich was passiert war : eine Frau hatte beim Einparken den Bogen unterschätzt und touchierte mich dabei. Und das war der Moment, in dem ich dachte : Mel Brooks hat Recht. Das Leben stinkt! Diesen Film hatte ich am Wochenende zuvor zusammen mit pamelap gesehen.
„Das Leben stinkt“, ein Film von Mel Brooks, den Kenner des mittlerweile fast 75-jährigen Regisseurs und Schauspielers als eher ungewöhnlich bezeichnen würden. Die meisten werden Mel Brooks Filmsatiren wie Spaceballs (zu Star Wars), Dracula oder Robin Hood kennen. Auch diese Filme liebe ich. (Durchkämmt die Wüste!).
Doch „Das Leben stinkt“ aus dem Jahre 1991 zeigt eine Seite von Mel Brooks, die ich bis dato noch gar nicht kannte.
Im Film geht es um den Muli, äh Multi-Milliardär Bolt, gespielt vom Meister himself. Er hat ein riesiges Finanzimperium aufgebaut und möchte nun in den Slums von Los Angeles eine riesige Bolt City errichten. Doch ein alter Rivale von ihm hat ähnliche Pläne. So wetten die beiden, dass Bolt es nicht schafft, vier Wochen in den besagten Slums ohne sein Geld und seine Macht zu leben. Wenn er es schafft, darf er bauen, verliert er, bekommt der Konkurrent den Zuschlag.
Gleich zu Beginn wird er von zwei finsteren Gestalten seiner Schuhe beraubt. Hier trifft er auf Mollie (Leslie Ann Warren), eine scheinbar völlig durchgeknallte Obdachlose, die ihn in das Leben in den Slums einführt. Langsam beginnt Bolt eine Beziehung zu ihr und den anderen Slum-Bewohnern aufzubauen, sie zu verstehen und wirklich mit ihnen zu leben.
Sein Rivale versucht unterdessen, ihm das Leben in den Slums so schwer wie möglich zu machen; u.a. lässt er die Mission schließen. Doch Bolt zeigt sich ehrgeizig, seine Wette zu gewinnen.
In der Nacht, in der besagte Mission geschlossen blieb, stirbt Bolt’s „Freund“ Sailor. Dieser hatte sich immer eine Seebestattung gewünscht, und so erfüllt Bolt ihm seinen Wunsch und übergibt die Asche der Kanalisation. Mit der Zeit beginnt Bolt sich in Mollie zu verlieben, und kurz vor Ablauf der vier Wochen werden die beiden ein Paar.
Doch Bolts Rivale hat ihn überlistet. Als Bolt nach vier Wochen in sein Haus zurückkehrt, um seinen Triumph zu feiern, muß er feststellen, dass sein Rivale ihn für unmündig hat erklären lassen und seinen gesamten Besitz ersteigert hat. Die Wette hat er somit auch gewonnen.
Doch Bolt gibt sich nicht so schnell geschlagen, er plant einen Aufstand der Obdachlosen....
Wie eingangs erwähnt, ist dies kein typischer Mel Brooks Film. Anders als bei den Filmsatiren, deren Grundtendenz schon lustig und komisch ist, ist „Das Leben stinkt“ eher ruhig und nachdenklich. Natürlich, es gibt Szenen, die zum totlachen sind, bspw. Gibt es im Slum einen Irren, der sich für den reichsten Mann der Welt hält und somit ständig in Streit mit Bolt gerät.
Ansonsten wirkt der Film eher wie ein frühes Achtziger Jahre Werk. Die Szenenschnitte sind recht hart, man hat teilweise das Gefühl, die Szene hat in der Mitte geendet. Dieser Film regt öfter zum Nachdenken als zum Lachen an, oftmals ist er auch sehr traurig, bspw. Als Sailor tot vor einem Laden liegt und der Besitzer lapidar meint, er versperre den Eingang.
„Das Leben stinkt“ ist der einzige Mel Brooks Film, den ich kenne, der einen definitiv nicht aufheitern kann und soll. Dies ändert aber nichts an seiner Qualität. Neben Mel Brooks möchte ich auch die schauspielerische Leistung von Leslie Ann Warren hervorheben. „Das Leben stinkt“ ist so etwas wie die Verfilmung von „Another Day In Paradise“.
da gebe ich dir recht. auch wenn der filmkommentar verhältnismäßig kurz war, ist das einer der unkomischeren brooks filme. lg curd
ps: god save "spaceballs"
04.01.2009 20:16
läuft gerade auf kabel1 und du hast absolut recht
18.02.2006 03:06
Wer hatte noch nicht so einen Tag ? Klasse Bericht ! Gruß Micha
01.11.2005 13:15
da gebe ich dir recht. auch wenn der filmkommentar verhältnismäßig kurz war, ist das einer der unkomischeren brooks filme. lg curd ps: god save "spaceballs"