Erfahrungsbericht über

Lee Raven / Zizou Corder

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Lee Raven / Zizou Corder

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Ein rasantes Jugendbuch mit spannendem Mix aus Fantasy u. Krimi

5  27.06.2012

Pro:
Sehr spannend und unterhaltsam

Kontra:
Nichts

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

Niveau

mehr


Hedwig_2010

Über sich:

Mitglied seit:08.01.2011

Erfahrungsberichte:125

Vertrauende:135

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 148 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet

Als ich mich letztens mit einer meiner Kolleginnen über das Bücherlesen unterhielt, meinte diese — und dies nicht zum ersten Mal — sie hätte für Fantasyromane nicht viel übrig. Über Zauberer, Elfen und Zwerge läse man ihrer Ansicht nach gerne als Kind, aber doch nicht mehr als Erwachsene/r. Innerlich schmunzele ich dann immer ein bisschen über die Unkenntnis anderer Leser, wie weit der Begriff „Fantasy" in Wirklichkeit gefasst sein kann. Hauptsächlich fällt mir bei solchen Aussagen allerdings das kleine Wörtchen „man" auf!

Ich persönlich lese, worauf ich gerade Lust habe. Das kann heute ein PIXI-Buch mit dem Titel „Teddy im Märchenland" und morgen Arthur C. Clarke, Dostojewski oder wer und was auch immer sein. Ist es nicht die Hauptsache, dass man von einer Geschichte gefesselt und/oder fasziniert ist? Wenn es überhaupt eine größere Vorliebe bezüglich des Lesens bei mir gibt, so liegt der Schwerpunkt — zumindest derzeit — bei mir eindeutig bei Romanen, die für Jugendliche ab 12-13 Jahren geschrieben werden und zwar, egal, welchem Genre sie zugeordnet werden. Was "man" davon hält, ist mir herzlich egal.

Mir gefällt einfach, dass viele Schriftsteller bei Büchern für dieses Lese-Alter offenbar nichts voraussetzen, sprich: keine festgefahrenen Klischees...außer eben generelles Interesse, Neugier, Wissensdurst und Aufnahmefähigkeit. In dieser Altersphase beginnt sich der Individualismus des Menschen ja erfahrungsgemäß erst allmählich herauszukristallisieren, alles kann, nichts muss...und das finde ich sehr ähnlich zu meiner eigenen Lebensphase, wo lediglich der eigene Körper die Grenzen des Machbaren steckt. Ich lasse mich auch einfach gerne von einer guten Geschichte überraschen, ohne schon vorher zu wissen, welche Richtung ein Roman einschlagen wird.

Bei dem Buch, das ich hier vorstellen möchte, weiß man wirklich nichts im Voraus. Lediglich die Widmung vorne im Buch: „Für alle, die schon einmal Schwierigkeiten mit dem Lesen hatten" und der Hinweis auf der ersten Seite, dass die Handlung im Jahr 2046 ihren Anfang nimmt und größere Teile Englands überflutet sind, gibt dem Leser einen kleinen Hinweis und macht neugierig, was denn wohl Schwierigkeiten beim Lesen mit einer menschlichen Gesellschaft nach einer Katastrophe zu tun haben könnten.

Zunächst aber:

***Die sachlichen Buchdaten***

Autor: Zizou Corder (Pseudonym für Louisa Young und deren Tochter Isabel Adomakoh Young)
Titel: Lee Raven
Originaltitel: Lee Raven, Boy Thief
Erschienen: 2009
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
ISBN-10: 3446233075
ISBN-13: 978-3446233072
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 15 Jahre
Seitenanzahl: 304
Einband: HC
Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,8 x 2,8 cm

***Autorenportrait***

Beim Hanser Verlag, der das vorgestellte Buch herausgebracht hat, fand ich diese Autorenportraits, die ich hiermit gerne wiedergebe:

Zitat Anfang: "Wer ist Zizou Corder?

Louisa Young, 1960 geboren, schrieb als freie Journalistin jahrelang für Zeitungen, Motorradmagazine und Frauenzeitschriften. Nach dem Studium der Geschichte am Trinity College in Cambridge arbeitete sie auch schon mal als Straßenkünstlerin, Motorradkurier, Kellnerin, Sängerin und alles mögliche andere. Ihr erstes Buch, The Great Task of Happiness: The Life of Kathleen Scott, ist die Biografie ihrer Großmutter, der Bildhauerin und Witwe des Polarforschers Robert Falcon Scott. Außerdem hat sie eine romantische Abenteuer-Trilogie für Erwachsene verfasst und eine Kulturgeschichte des Herzens.

Lionboy, ein spannendes Abenteuer um einen Katz sprechenden Jungen, ist ihr erstes Kinderbuch, das die alleinerziehende Mutter gemeinsam mit ihrer 10-jährigen Tochter geschrieben hat. Isabel Adomakoh Young stammt, ähnlich wie der Held des Romans, aus der Ehe mit einem Ghanesen. Da ihre beiden Namen zu lang sind für ein Buchcover, haben sie sich für Zizou Corder entschieden; wahrscheinlich auch, weil Isabels Eidechse Zizou heißt. Mutter, Tochter und Eidechse leben zusammen im Londoner Stadtteil Shepherd’s Bush.

Der Roman (gemeint ist hier die

Bilder von Lee Raven / Zizou Corder
Lee Raven / Zizou Corder Cover - Lee Raven / Zizou Corder
Das interessant gestaltete Buchcover
Lionboy-Trilogie), in Großbritannien ein Bestseller, wurde bereits in mehr als 30 Länder verkauft und Stephen Spielbergs Produktionsfirma Dreamworks hat die Filmrechte erworben." Zitat Ende

Auf dieser Seite: http://specials.hanser.de/lionboy/autoren.htm ist, außer dem zitierten Autorenportrait, als Special auch noch ein interessantes Interview und noch einige Informationen über die Lionboy-Trilogie zu finden. Einfach mal reinschauen, es lohnt sich!
Am sympathischsten fand ich beim Durchlesen, wie die Bücher von Mutter und Tochter nach eigener Aussage zustandekommen. Die Tochter sprüht offenbar vor Ideen und steckt ihre Mutter damit an, woraus erst wechselseitige Gespräche und Fiktionen entstehen und im Endeffekt aus diesem Herumspinnen (Eigenaussage der Autorinnen) gute Romane.

Und hier: www.zizoucorder.co.uk/authors.html ist für Interessierte auch noch die Homepage der englischen Autorinnen.

***Buchcover und sonstige Gestaltung***

Ein gut gebundenes Buch in interessanter, ansprechender rot-brauner Farbgebung des Buchcovers, das mit Drachenköpfen, einer Mondlandschaft und der Silouette eines rennenden Jungen verziert ist. Der Roman selbst ist in 35 unterschiedlich lange Kapitel unterteilt, die jeweils in der Überschrift darauf hinweisen, aus wessen Sicht gerade erzählt wird und die jeweils mit der Miniaturausgabe der Silouette/dem Scherenschnitt des rennenden Jungen enden.
Im Buch ist vor der eigentlichen Geschichte ein Interview mit den Autorinnen, die Widmung und eine Danksagung zu finden.

***Mit meinen Worten***

Man schreibt das Jahr 2046 und die Erde hat offenbar eine Klimakatastrophe durchgestanden. Der Meeresspiegel ist angestiegen und weite Teile im Osten Englands stehen unter Wasser. Es fahren nur noch Elektroautos und Konservierungsstoffe werden bei Lebensmitteln nicht mehr benutzt. Das scheint allerdings auch schon alles zu sein, was die menschliche Gesellschaft aus ihren negativen Verhaltensweisen der Vergangenheit gelernt hat. Zwischenmenschlich ist alles beim Alten und die Schere zwischen Arm und Reich klafft weit auseinander wie eh und je.

Der fünfzehnjährige Lee Raven ist das beste Beispiel dafür. Sein Vater hatte null Verständnis für die bei ihm in der Schule festgestellte Legasthenie. Im Gegenteil. Für ihn hieß das nur, dass einer seiner Söhne ein Blödmann ist. Zwar klein genug, um irgendwo einzusteigen und Türen und Fenster für Raubzüge der Familie zu öffnen, ansonsten aber gerade gut genug, um verprügelt zu werden. Irgendwann wurde es Lee zu dumm. Er rannte fort von zuhause und lebt nun auf sich allein gestellt in London, mit dem geballten Wissen und dem Können eines Taschen- und Trickdiebes, aber doch recht verbittert, übermißtrauisch und einsam.

Eines Abends klaut er - mehr reflexartig als mit Überlegung - einer ultrareichen und ebenso weltweit berühmten/berüchtigten Geschäftsfrau des öffentlichen Lebens das Portemonaie und wird sofort von deren Leibwächtern verfolgt und tags darauf findet er sein - leider sehr deutliches - Foto in der Zeitung. Nun gilt es, die Geldbörse der Dame möglichst schnell wieder los und selbst dabei nicht erwischt zu werden. Als er auf der anderen Straßenseite wieder einen der Leibwächter der Bestohlenen erkennt, versucht er, sich vor dem, im Souterrain gelegenen Lieferanteneingang eines Antiquariats zu verbergen bzw. unauffällig zu benehmen. Er kann ja nicht wissen, dass der Besitzer, Mr. Maggs, im Keller des Antiquariats gerade auf einen wichtigen Boten wartete, Lee für diesen Boten hält und ihn sofort hereinläßt.

Der alte Mr. Maggs hat kurz zuvor nämlich den Auftrag bekommen, auf ein äußerst wertvolles Buch aufzupassen, dass ihm unter der strengen Auflage, keinesfalls in das angeblich verfluchte Buch hineinzuschauen, in einem auch nicht ganz billigen Metallkoffer übergeben wurde. Bevor Mr. Maggs das Buch samt Koffer in den Tresor seines Büros einschloss, schaute er selbstverständlich hinein, fand das, als verschollen geltende Tagebuch Shakespeares vor und erwartet nun ganz aufgeregt Nachricht von einem befreundeten Gutachter eines Auktionshauses. Dass Lee nicht der sehnlichst erwartete Bote war, stellt Mr. Maggs schnell fest und schließt ihn im Büro ein, um Polizei und Jugendamt in Ruhe informieren zu können. Aus Langeweile knackt Lee den Tresor und stößt auf Koffer und Buch, das sich für ihn als Comic-Jahresband präsentiert, den seine Mutter ihren Kindern in besseren Zeiten vorgelesen hatte. Wie es einem Taschendieb gebührt, steckt er das Buch ein und flieht mit diesem überhastet, sobald Mr. Maggs die Tür aufschließt, um nach dem Rechten zu schauen; dabei lässt Lee dummerweise aber das gestohlene Portemonaie auf dem Schreibtisch liegen, welches ja eventuell Aufschlüsse über Lees Fluchtweg geben könnte. Mr. Maggs und dessen Assistentin Janaki bekommen derweil unerwartet zwielichtigen Besuch von einer jungen Frau, die ihnen einen Brief mit gefälschter Unterschrift vorlegt, in dem sie um Herausgabe des Buches an sie gebeten werden, da der Auftraggeber verhindert sei. Mehr verhindert kann man tatsächlich auch nicht sein, denn der Auftraggeber wurde erschossen und in dem nahegelegenen Teich geworfen. Janaki, die von Mr. Maggs einst beim Pokern gewonnen wurde und sich seither als sein Schützling und quasi Familienmitglied für dessen Wohlergehen verpflichtet fühlt, verfolgt nun Lee auf eigene Faust, um das Buch wieder ins Antiquariat zurück zu bringen.

Als Lee hört, dass in der vorangegangen Nacht ganz in der Nähe ein Mord geschehen ist und man ihn nicht nur des Diebstahls verdächtigt, sondern sogar glaubt, er habe mit dem Mord zu tun, ist ihm klar, dass er für einige Zeit im wahrsten Sinne des Wortes in die Kanalisation Londons abtauchen muss. Die Leibwächter der bestohlenen Geschäftsfrau sind nicht nur wegen des Portemonaies hinter Lee her, sondern es geht - wie der Leser allmählich vermutet - im Grunde um das Buch und Lee ist nur zufällig durch seinen Portemonaie-Diebstahl ins Geschehen gestolpert.
Die Geschäftsfrau ist aus ganz eigenen Gründen hinter dem Buch her und geht bei dem Versuch, es (wie alles andere übrigens auch) in ihre Gewalt zu bekommen, buchstäblich über Leichen. Dieses Verhalten hat sie schon seit ihrer Jugend gezeigt, als sie die Geschichten von jemand anderem stahl und als ihr geistiges Eigentum verkaufte. Seither ist sie nicht etwa glücklicher und zufriedener geworden, sondern rücksichtsloser denn je zuvor.

Wer nun aber glaubt, er habe es nur mit einem simplen Krimi zu tun, irrt gewaltig.

Schon die Tatsache, dass sich das geheimnisvolle Buch jedem, der es aufschlägt, anders präsentiert, gab dem Leser ja gewiß zu denken. Lee Raven jedoch, der - wir erinnern uns - Legastheniker ist, liest das Buch seinen Inhalt vor! Und dieser Inhalt ist nicht nur absolut variabel, sondern das Buch, mit Namen Nebo, weiß, was der Leser am liebsten hören möchte und Lee erzählt es sogar seine eigene, jahrtausendalte, sehr bewegte Geschichte und freundet sich mit ihm an. Es wird zum Sonnenstrahl im bisher recht tristen Leben des Straßenjungen. Aber auch umgekehrt wirkt die Magie und Lee verspricht, das Buch immer in Ehren zu halten und gut auf es aufzupassen. Dass gerade das mit großen Schwierigkeiten verbunden ist, dürfte klar sein. Dass Lee sich dabei allerdings sogar vor seinem eigenen, älteren Bruder in Acht nehmen muss und bald als Einziger nur weiß, was dem Buch gut tut und wie man ihm dauerhaft schaden kann, hat sich der junge Taschendieb ganz und gar nicht ausmalen können.

Aber mehr soll der rasanten Geschichte hier nicht vorgegriffen werden, um nicht zuviel vom Inhalt zu verraten. Man sollte jedoch wichtige Termine vor dem Lesen wahrnehmen, denn - einmal angefangen mit Lesen - legt man das Buch so schnell nicht wieder aus der Hand, bis man es durch hat...;-))

***Stilistische Besonderheiten***

Eine herausstechende Besonderheit dieses Romans ist, dass jedes Kapitel aus der Sicht eines anderen Protagonisten geschrieben ist und kapitelweise zwischen diesen Erzählern hin und her gewechselt wird. In einem Interview, das bei der gebundenen Version des Buches vor dem eigentlichen Roman mit den beiden Autorinnen abgedruckt ist, erklären diese, dass dies mit einer bestimmten Absicht geschah. Das Autoren-Duo wollte nicht, dass es in ihrem Roman eine Figur geben sollte, die alles über diese Geschichte wisse.

Für den Leser bedeutet das eine erhebliche Spannungssteigerung und entbehrt auch nicht einer gewissen Komik, da auch das geheimnisvolle Buch, um das es in dem Roman geht, zu Worte kommt. Ich musste deswegen jedenfalls sehr schmunzeln, hätte ich mir doch nie vorher träumen lassen, solche Einblicke in das Seelenleben von Büchern zu erhaschen ;-)) Hatte ich bis dato meinen Büchern sowieso schon sehr viel Sorgfalt angedeihen lassen, werde ich mir ganz sicher in Zukunft noch mehr Mühe geben, sie "artgerecht" zu halten...*g*

Ein weiterer Effekt dieses häufigen Perspektivwechsels, der keineswegs verwirrt, sondern für den Fortgang der Geschichte Sinn macht, ist, dass es für den Leser nicht so simpel wird, heraus zu finden, wer gut und wer böse ist. Auch die Handlungsmotivation der einzelnen Figuren wird dem Leser so viel deutlicher. Man kann auf diese Weise dann sogar nachvollziehen, warum die habgierige Nigella Lurch zu der Frau geworden ist, als die sie im Roman auftritt. Wohlgemerkt: nachvollziehen, nicht etwa gutheißen! Aber ihre Perspektive zumindest ist der beste Beweis dafür, dass es von einer Begebenheit sehr unterschiedliche Auffassungen und Blickwinkel geben kann und es eben im wirklichen Leben nicht immer so einfach ist, sich für einen moralisch richtigen Weg zu entscheiden.

Ich empfand diesen Perspektivwechsel jedenfalls als sehr klugen, vielschichtigen, pädagogisch wertvollen (weil man mitüberlegen muss, inwieweit das Kapitel nun relevant ist und wie es zeitlich und sachlich ins Geschehen passt) und humorvollen Schriftsteller-Schachzug.

***Fazit***

Nach der Lektüre des Buches, von dem ich wirklich begeistert war, habe ich mich unwillkürlich gefragt, ob Schriftsteller nicht öfter mal ihre eigenen Kinder beim Schreiben eines Romans hinzuziehen sollten. Es kann eigentlich nur - wie bei diesem Autoren-Duo - zu fruchtbaren Ergebnissen kommen. Der Krimianteil ist nicht zu überzogen oder ungeeignet für Jugendliche, der Fantasyanteil nicht zu abgedreht, sondern glaubwürdig in genau dem richtigen nachvollziehbarem Maß. Die Dialoge sind frisch und belebend für die Geschichte und der Perspektivwechsel nicht verwirrend, sondern bringt absolut Sinn und lässt den Leser immer gerade das kleine bisschen mehr Hintergrundwissen erhalten, durch das man als Leser mitfiebern kann, ob die Sache nun gut ausgehen wird.

Der Dreh-und Angelpunkt der Geschichte ist natürlich Nebo, dieses sagenhafte Buch, dass sich in den jeweiligen Leser einfühlen kann und ihm das zeigt, was er gerne liest. Man stelle sich vor, so etwas gäbe es wirklich! Die I-Pads, Kindles etc. dieser Welt nähmen sich dagegen ja nun wirklich ziemlich blass aus...*g*

Da mir übrigens der Name "Nebo" irgendwie bekannt vorkam, suchte ich mal danach im Internet und laut Wikipedia heißt so der Berg, auf den Gott angeblich Moses führte, um ihm das gelobte Land Kanaan für die Israeliten zu zeigen, das er ihnen versprochen hatte. Moses selbst sollte das Land allerdings von diesem Berg nur sehen, betreten durfte er es nicht! Ob die Autorinnen da eine Parallele gezogen haben wollten, weiß ich natürlich nicht. Für mich passt das aber irgendwie zu dem Romaninhalt, da Lee Raven ja Legastheniker ist und im Endeffekt durch das Buch nicht plötzlich zu Reichtum oder unendlicher Weisheit kommt. Da ist noch ein weiter Weg vor ihm, der ganz sicher arbeitsam und anstrengend ist, aber lohnend...und nicht unbedingt im monetären Sinne. Die Geschichte hat zwar einen vielversprechenden Schluß, was das zukünftige, soziale Leben Lees betrifft, aber es ist nicht auf einen Schlag die heile Welt für die Zukunft angesagt.

Sehr interessant und fast als einen kleinen, satirischen Seitenhieb in Richtung Buchgewerbe fand ich die Idee der skrupellosen Nigella Lurch, mit der sie buchstäblich das Letzte aus dem Buch herauspressen wollte, als sie seiner habhaft wird. Regelrecht zu Herzen geht, wie liebevoll Lee dagegen dessen Genesung einleitet. Als weiteren, witzigen Gag ist ein Kapitel in die Geschichte eingeflochten, in denen Mäuse versuchen, den Tresor des Antiquariats zu öffnen. Keine Sorge: diese Mäuse tauchen später nochmals auf und haben noch eine ganze Menge mehr drauf als das Knacken eines Tresorschlosses!

Kurzum: Von meiner Warte aus hätte der Roman gut den doppelten Umfang haben können und ich habe mich sehr gefreut, hinten im Buch und auch durch das abgedruckte Interview mit den beiden Autorinnen auf die Lionboy-Trilogie hingewiesen worden zu sein, die ich meinem Bücherbestand sehr gerne demnächst einverleibe.
Selbst auf einen Nebo zu stoßen, davon kann man ja leider nur träumen...*seufz*

Ein ganz toller Roman mit gut durchdachter und perfekt umgesetzter Geschichte, zu dem ich nur eines sagen kann: dicke Leseempfehlung!

Herzlichen Dank für das Lesen und Bewerten meines Berichts

Hedwig_2010

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
s.st1

s.st1

17.06.2013 20:34

bh

a_lisa

a_lisa

20.04.2013 11:30

bh

immomaus65

immomaus65

06.04.2013 22:17

Wieder mal eine spitzenmäßige Buchrezension - BH + LG immomaus65

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