Lehrer sind auch nur Menschen

4  17.10.2000

Pro:
s . o .

Kontra:
s . o .

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Mocat

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Sicher, sie sind auch nur Menschen. Aber daran denkt ein Schüler eher selten, wenn der Pauker einem massenhaft Schulaufgaben aufdrückt, und den nächsten Test ankündigt.
Lehrer sind für viele wohl eher UNmenschen.
Trotzdem ich selbst noch Schülerin bin, muss ich den lieben Lehrern auch etwas positives abverlangen.
Ich versuche das ganze mal neutral zusehen.

Was mich in der Grundschule immer total aufregte, war die Begrüßung.
Die gesamte Klasse musste aufstehen und "Guten Morgen Frau Meyer" sagen. Nun ja, meine Lehrerin hieß nicht Frau Meyer, aber ihr wisst was ich meine. Die Lehrerin meinte dann nur kurz "Guten Morgen".
Fürchterlich!
Dem Lehrer als Übermenschen gebührt besondere Aufmerksamkeit.
Die lieben Lehrer könnten doch wenigstens "Guten Morgen alle zusammen sagen". Von einem Lehrer war ich mal wirklich begeistert, der sah das ganze mit etwas mehr Witz, und antwortete mit "Guten Morgen liebe Klasse".
Seit dem ich in der 10. Klasse bin, müssen wir bei einigen Lehrern nicht mehr aufstehen.
Und wisst ihr was? Wir machen es trotzdem. Am Anfang haben ein paar Leute immer wieder versucht sitzen zu bleiben, und haben gerufen "Wir müssen doch gar nicht mehr aufstehen".
Aber irgendwo haben die Lehrer ja schon Recht, man zeigt seine Aufmerksamkeit - und man bemerkt das der Lehrer in der Klasse ist!

Nun bin ich aber bei einem eher unwichtigen Thema hängengeblieben.
Woher kommt eigentlich dieses Klischee bei Schülern, das Lehrer etwas "schlechtes", etwas "böses" sind?
Aus der Sicht eines Schülers ist das ganz einfach zu erläutern:
1. Die Lehrer geben Hausaufgaben auf, als ob man in seiner Freizeit nichts besseres zu tun hätte.
2. Die Lehrer verlangen von einem ständige, ungeteilte Aufmerksamkeit, sogar in Fächern, die man nie, nie wieder gebrauchen kann, und die einen überhaupt nicht interessieren.
3. Die Lehrer schreiben Arbeiten und Tests, um die Leistungen zu überprüfen, dafür muss man lernen, und hat noch weniger Zeit für sich.
4. Die Lehrer geben Noten, daran können die Eltern sehen wie gut man in der Schule ist. Schlechte Noten zeigen etwas negatives, und womöglich verlangen die Eltern dann gemeinsam mit den Lehrern, das man mehr lernt.
5. Die Lehrer wissen alles und sind fürchterlich oberschlau. Bloss weil die es Wissen und das alles interessant finden, müssen wir das doch noch lange nicht denken!
6. Die Lehrer müssen keine Hausaufgaben machen.
7. Die Lehrer machen immer fiesere Klassenarbeiten, und nehmen genau die Sachen dran, die man nicht kann.
8. Die Lehrer nehmen einen dran, und rufen einen an die Tafel, obwohl sie genau wissen das man es nicht kann!

Jeder Schüler weiß es - diese Liste ist beinahe unendlich fortzusetzen.
Lehrer machen Arbeit, mal ganz objektiv gesehen.
Sie mögen ja nette Menschen sein, aber ohne sie wäre alles doch viel leichter.
Stimmts?

Stimmt nicht!
Ich bin schließlich nicht nur eine Schülerin die sich hier über Lehrer beklagen will, sondern auch eine (unfreiwillige?) Lehrertochter.
Darum musste ich bereits relativ früh einsehen: Lehrer sind
1. auch nur Menschen und
2. haben sie nicht gerade einen Halbtagsjob und
3. auch keinen besonders leichten Job.

Wer unterrichtet kann sich nämlich nicht einfach vor die Klasse stellen, und denen sein Wissen vorplappern. (Das wissen muss er auch erst mal haben!).
Ein Lehrer muss seinen Unterricht vorbereiten,
Klassenarbeiten korregieren,
Sich fragen warum der und der Schüler sich nie meldet,
Sich fragen ob die Schüler alles verstehen was er sagt,
Arbeitsblätter vorbereiten,
Sich 200 - 300 Namen merken,
Immer Fair sein,
Gerechte Noten´geben....
Eine ebensolange List könnte das werden!

Also, durch meine Ma hab ich gesehen, was Lehrer für ein anstrengender Job ist, und wer sich dafür entscheidet, ist echt zu bewundern.
Als Lehrer muss man schließlich auch ein bisschen was von einem Psychiater, ein bisschen was von einem Unterhaltungskünstler, ein bisschen Albert Einstein und ein bisschen Mama in sich drin haben, um die Schüler irgendwie zum zuhören zu bringen.
Das ist ein sehr verantwortungsvoller und schwieriger Job.

Hey, das heisst nicht, das ich alle Lehrer liebe (ehrlichgesagt gar keinen) und akzeptiere.
Das heisst auch nicht, das ich den Lehrern zu liebe immer aufpasse, mich ständig melde und immer Hausaufgaben mache.
Das heisst bloss, das ich auch Lehrer verstehen kann.

Das hier soll nicht heißen, das Lehrer bessere Menschen sind. Oder Schüler gar schlechtere. Oder andersrum.
Einfach nur ein Plädoyer an LEHRER und SCHÜLER dem jeweils anderen ein bisschen mehr Verständnis entgegenzubringen.

Ein Rat, den ich mir auch einmal zu Herzen nehmen sollte!
Gruß Mocat
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
kornti

kornti

11.03.2004 17:47

Tja, leider glauben sehr viele Lehrer immer auf alles eine Antwort haben zu müssen, und können daher ganz schön nerven. Das ist fast so schlimm wie mit Krankenschwestern!! Ich meine das nicht böse, sind nur meine ganz persönlichen Erfahrungen!! LG, Kornti

Staudt

Staudt

19.11.2000 00:43

Danke für Deinen Beitrag. Manchmal ist es doch zwischen Lehrern wie bei Tom und Jerry: Das Katz- und Mausspiel gehört scheinbar dazu. Aber vielleicht noch eine kleine Ergänzung zu deinem Beitrag: Ein Lehrer, der die Schüler nicht wirklich gern hat, der kann kein Lehrer sein und hält meistens nicht lange durch. Nur merken die meisten Schüler das oft erst später.

lafferlarry

lafferlarry

17.10.2000 20:07

Ich wollte mal Lehrer werden! Leider hat es nicht geklappt! Am Gymnasium in der Oberstufe hatten wir eigentlich (bis auf wenige Ausnahmen) ein gutes Verhaltnis zu den "Paukern". Mit vielen von Ihnen bin ich heute sogar "per Du" und habe auch sonst einige Freunde, die unterrichten.

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